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Nachrichten-Archiv

Der arktische Winter geht …

In Spitzbergen hat nun die kurze Zwischensaison zwischen Winter und Sommer begonnen. Die Motorschlitten stehen still, der Schnee wird nass und schwer und die schneefreien Flecken größer und größer. Um den 20./21. herum war im Longyearelva, also dem Fluss in Longyearbyen, erstmalig wieder fließendes Wasser zu sehen, das sich in naher Zukunft zu einem reißenden Fluss ausweiten wird.

Ansonsten erlebt Spitzbergen derzeit eigentlich eher ruhige Tage. Besser ist das auch.

Das erste Rinnsal des Jahres im Longyear-Fluss, Longyearbyen, aufgenommen am 22. Mai.

Schneeschmelze, Longyearbyen

Schröder-Stranz: Suchexpedition von Björn Klauer

Vor 100 Jahren ereignete sich im Norden Spitzbergens die dramatische und letztlich tragische Expedition von Herbert Schröder-Stranz. Die vierköfpige Schlittengruppe um den Expeditionsleiter wurde 1912 im Norden des Nordaustland ausgesetzt und ist seitdem verschollen. Überreste eines Lagers wurden im Duvefjord (nordöstliches Nordaustland) gefunden, über den weiteren Verbleib der Schlittengruppe ist nichts bekannt, obwohl zwischenzeitlich mehrere Suchexpeditionen die Gegend aufgesucht haben (2010 war ich an einer beteiligt, die in Bezug auf Schröder-Stranz aber leider nichts Neues brachte).

Nun hat sich wieder einer auf den Weg gemacht, um das Schicksal der „Deutschen Arktischen Expedition“, so seinerzeit der offizielle Name, zu klären. Björn Klauer und sein Team hatten sich die ehrgeizige Aufgabe gesetzt, von Longyearbyen mit Hundeschlitten zum Nordaustland zu gelangen. So wie Schröder-Stranz auf der von ihm geplanten Rückfahrt vom Nordaustland nach Spitzbergen in der Hinlopenstraße aber ein kaum überwindbares Hindernis vorgefunden hätte, erwies sich das Eis dort auch als zu unwegsam für den Vorstoß zum Nordaustland, so dass Björn Klauer zunächst nach Longyearbyen zurückkehrte, um aktuell den Weg zum Nordaustland mit einem Boot anzutreten.

Klauer hat für die Suche auf dem Nordaustland viel Zeit eingeplant, und vielleicht findet er so die Nadel im Heuhaufen. Viel Glück!

Gegenstände, die an einem Lager der Schröder-Stranz-Expedition im Duvefjord gefunden wurden. August 2010.

Schröder-Stranz, Duvefjord

Quelle: Internet-Tagebuch von Björn Klauer

Klimaänderung: Fjordeis an der Westküste Spitzbergens kräftig reduziert

Ein Besuch des norwegischen Umweltministers Bård Vegar Solhjell in der Forschungssiedlung Ny Ålesund im Kongsfjord hat das Thema Klimaänderung wieder in die aktuelle politische Debatte in Norwegen gebracht. Nach Aussagen leitender Wissenschaftler des norwegischen Polarinstituts hätte die mit Boot durchgeführte Exkursion in den Kongsfjord auf gleicher Route vor 10 Jahren noch mit Motorschlitten stattgefunden. Tatsächlich ist der Verlust an festem Fjordeis in vielen Fjorden der Westküste vor allem in den letzten 2 Wintern auffallend. Dies führt zu erheblichen Problemen etwa für Ringelrobben, die ohne gutes Fjordeis nicht in der Lage sind, Nachwuchs zur Welt zu bringen und durch die ersten Lebenswochen zu bringen. Im Kongsfjord ist schon seit Jahren kaum noch eine Ringelrobbe groß geworden.

Zu beobachten ist, dass die Meerwassertemperaturen an der West- und Nordküste Spitzbergens seit etwa 2 Jahren höher liegen als normal, was das Treib- und Fjordeis regional massiv reduziert hat. Im Osten Spitzbergens sind die Eisverhältnisse wenigstens vergleichsweise normal. An der Westküste sind viele Fjorde ganz offengeblieben, nur kleinere und geschützte Verzweigungen sind zugefroren.

Der norwegische Umweltminister sprach von klaren Signalen für einen längst stattfindenen Klimawandel. Vielleicht trägt er seine Botschaft ja nach Brüssel und Berlin, wo der CO2-Zertifikatehandel aktuell Gefahr läuft, politisch begraben zu werden.

Ringelrobbe im Tempelfjord, Anfang Mai 2013. Dort ist das Fjordeis aktuell noch solide.

Sveagruva

Quelle: Aftenposten

Store Norske: Schwarzes Gold bringt rote Zahlen

Die norwegische Bergbaugesellschaft Store Norske, die unter anderem den norwegischen Kohlebergbau in Spitzbergen betreibt, schreibt derzeit kräftig rote Zahlen. Nach mehreren gewinnträchtigen Jahren, einer Ausnahme in der Bergbaugeschichte Spitzbergens, gab es 2012 einen Verlust von 234 Millionen Kronen (ca. 29 Millionen Euro), und für 2013 wird ein ähnliches Ergebnis erwartet. Die Hauptgründe liegen in den gesunkenen Weltmarktpreisen für Kohle und den schwieriger werdenden Abbauverhältnissen in der wichtigsten Grube Svea Nord bei Sveagruva. Das dortige Vorkommen ist weitgehend abgebaut, und die Stollen werden mittlerweile in marginale Bereiche mit geringeren Mächtigkeiten und mehr Verunreinigung durch natürlich beigemengtes Gestein vorgetrieben. Die dadurch erforderliche Reinigung mittels eines neugebauten Scheidewerkes verzögert wegen erheblicher technischer Schwierigkeiten aber bislang immer wieder den gesamten Betriebsablauf, bis hin zu monatelangen Förderpausen in Svea Nord.

Für 2015 ist die Eröffnung einer neuen Grube am Lunckefjellet geplant, die aber nur 3 Jahre lang Kohle liefern soll.

Als Reaktion werden unter anderem Entlassungen erwartet. Auch die teure Suche nach Gold am St. Jonsfjord an der Westküste Spitzbergens soll aus Kostengründen 2013 nicht weiterbetrieben werden.

Sveagruva im Van Mijenfjord, das derzeitige Zentrum des norwegischen Kohlebergbaus auf Spitzbergen.

Sveagruva

Quelle: Finnmarken.no

Spitzbergen-Panoramafotos

Die laufende Spitzbergen-Wintersaison ist fotografisch sehr produktiv. Neben einer großen Menge hochwertiger “konventioneller Fotos” sind bislang bereits über 50 Panorama-Aufnahmen entstanden, die es dem Betrachter noch mehr als herkömmliche Bilder ermöglichen, sich mitten in die Landschaft hineinzuversetzen. Auf Dauer sollen so Landschaften aus allen Teilen Spitzbergens dokumentiert werden.

Die Panoramen sind kostenlos sowohl in geographischer Sortierung über eine Karte zugänglich oder bei den Fotogalerien der aktuellen Touren zu finden.

Die gelben Punkte auf der Karte zeigen, wo es bereits überall Panoramabilder gibt. Mittlerweile handelt es sich überwiegend um echte 360 Grad-Panoramen. Die Karte mit den Links ist hier zugänglich.

Spitzbergen-Panorama Karte.

Spitzbergen-Tourismus: Wachstum bei Kreuzfahrtschiffen und Übernachtungen

Der Spitzbergen-Tourismus verzeichnet innerhalb bestimmter Bereiche deutliches Wachstum. Zugenommen hat insbesondere die Zahl der Touristen, die mit größeren Kreuzfahrtschiffen kommen. Kamen 2011 noch 24000 Passagieren mit den großen Schiffen, waren es 2012 wieder 42000. 2007 lag die entsprechende Zahl bereits bei 33000, dann aber hinterließ die Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Spuren.

Die Anzahl der Übernachtungen in den Hotels in Longyearbyen liegt in den letzten 7 Jahren recht stabil zwischen 83000 und 89000. Nach einem Einbruch 2012 zeigt sich das lokale Hotelgewerbe aktuell wieder zufrieden. Als Grund hierfür wird auch angegeben, dass die norwegische Fluglinie Norwegian derzeit wieder Flüge nach Longyearbyen anbietet, was zu günstigeren Angeboten im Flugverkehr führt, der ein Nadelöhr für den Spitzbergen-Tourismus sein kann.

Die Zahl derjenigen, die sich auf eigene Faust in die abgelegeneren Gebiete begeben (außerhalb des Verwaltungsgebietes 10, das v.a. das Nordenskiöld Land umfasst, die weitere Umgebung von Longyearbyen), schwankt seit Jahren zwischen 400 und 750, ohne dass ein klarer Trend erkennbar ist. Ähnliches gilt für den Motorschlittentourismus, der von der wetterbedingten Länge der Saison abhängig ist.

Diese und ähnliche Zahlen sind der jüngst vom Sysselmannen veröffentlichen Tourismus-Statistik zu entnehmen.

Die “Costa Magica” 2009 in Longyearbyen, bis dahin mit 3400 Passagieren das größte Kreuzfahrtschiff in Spitzbergen.

Costa Magica.

Frühling in Spitzbergen

Langsam aber sicher mehren sich in Spitzbergen die Zeichen des nahenden Frühlings: dunkel wird es seit Anfang April nicht mehr, seit gestern (20.4.) scheint in Longyearbyen “offiziell” die Mitternachtssonne. Die ersten Vögel sind schon zu ihren Brutgebieten hier im hohen Norden zurückgekehrt, darunter Schneeammern, Eismöwen und Krabbentaucher.

In den nächsten Tagen soll es hier sogar richtig warm werden: um null Grad herum. Danach wird es laut Vorhersage aber noch einmal für eine Weile kälter. Hoffentlich stimmt es! Aber ein kleiner Wärmeeinbruch um Mitte April ist ebenso normal wie anschließende Minusgrade bis Mitte Mai.

Die Eisverhältnisse sind auch schon wieder deutlich “normaler” als im eisarmen Vorjahr. Die Ostküste Spitzbergens steckt fest in dichtem Treibeis, das sich nun langsam aber anscheinend sicher auch der Nordküste mehr und mehr annähert.

Schneehuhn auf einem Eisberg. Das Schneehuhn ist allerdings gerade kein Frühlingsbote, da es als einzige Vogelart in Spitzbergen überwintert.

Schneehuhn.

Erneut Eisbär in Notwehr erschossen

Nachdem bereits Ende März ein Eisbär erschossen wurde, während er versuchte, in eine Hütte einzudringen, wurde erneut ein Eisbär in Notwehr erschossen. Dieses Mal ereignete sich der Vorfall in der Isbukta, an der südlichen Ostküste Spitzbergens. Dort hatten 2 Skiwanderer mitsamt Hunden auf dem Eis gelagert, als sich ein Bär näherte, der sich durch Lärm etc. nicht abschrecken ließ, so dass die beiden sich schließlich gezwungen waren, ihn aus der Nähe zu erschießen.

Der Bär war recht jung und mit 119 kg Gewicht noch nicht ausgewachsen und/oder abgemagert.

Wie auch der Abschuss vom März, so wird dieser Vorfall routinemäßig vom Sysselmannen untersucht. Eisbären sind in Spitzbergen vollständig geschützt, nur in Notwehrsituationen bleibt der Abschuss straffrei. Die Distanz zwischen den beiden Skiwanderern und dem laut Aussage sich schnell nähernden, aggressiv erscheinenden Bären wurde mit 18 Metern angegeben. Die Behörden haben zwischenzeitlich bereits davon gesprochen, dass die Umstände auf legitime Notwehr hinzudeuten scheinen.

Nach einer längeren friedlichen Phase seit dem tödlichen Angriff im Tempelfjord vom August 2011 ist dies nun der zweite Vorfall innerhalb weniger Wochen, bei dem in Spitzbergen ein Eisbär in Notwehr erschossen wurde.

Eisbär an der Ostküste Spitzbergens.

Eisbär an der Ostküste Spitzbergens.

Quelle: Sysselmannen

Rettungsdienst in Spitzbergen: leichter Anstieg, aber insgesamt ruhig

Sysselmannen und Rotes Kreuz verzeichnen einen leichten Anstieg von Rettungsoperationen in Spitzbergen auf etwa 80 pro Jahr, einschließlich Abholung von Besatzungsmitgliedern etwa von Fischereischiffen im Fall medizinischer Notfälle. Im Einzelfall wird der Rettungsdienst mutmaßlich unnötigerweise zu Hilfe gerufen, wie kürzlich im Fall zweier Skitouristen, die von ihrer geplanten Route nicht einmal 10 % geschafft hatten, aber trotz guter Bedingungen bereits zu erschöpft waren, um ihre Tour aus eigener Kraft fortzusetzen. Daher erinnert der Sysselmannen an die Bedeutung guter Vorbereitung und die Eigenverantwortung für die individuelle Sicherheit. Insgesamt aber liegen die Einsätze deutlich innerhalb des Rahmens, für den die Kapazitäten ausgelegt sind.

Auch das Osterwochenende, an dem traditionell viele Leute im Gelände unterwegs sind, verlief nicht zuletzt dank des guten Wetters ruhig.

Sorge bereiten potenzielle Unglücksfälle, von denen eine größere Anzahl von Personen gleichzeitig betroffen wären, für die die Kapazitäten weder aktuell noch in absehbarer Zeit ausreichen würden.

Rettungshubschrauber der norwegischen Küstenwache bei einer Übung in Spitzbergen.

Rettungshubschrauber bei einer Übung.

Quelle: Sysselmannen

Spitzbergen.de: derzeit mehr Bilder als Nachrichten

Die Häufigkeit der Spitzbergen.de-Nachrichten ist derzeit etwas gesunken. Dafür gibt es aktuell regelmäßig neue Fotos, einschließlich aufwändiger Panorama-Aufnahmen. Wichtige Nachrichten werden in jedem Falle veröffentlicht, ggf. mit etwas Verzögerung. Hintergrund ist der derzeitige Aufenthalt des Inhabers auf Spitzbergen und das anhaltend schöne Wetter dort, so dass der Arbeitsschwerpunkt derzeit auf der Kamera liegt und nicht am Computer.

Ein Abend am Negribreen an der Ostküste Spitzbergens. Bei dem Wetter nutzen wir die kurze, noch verbleibende Wintersaison im Gelände. Der Computer muss mal warten.

Der Negribreen an der Ostküste Spitzbergens.

Eisbär beim Eindringen in Hütte erschossen

Am Sonntag (24.3.) ist ein Eisbär erschossen worden, der dabei war, durch ein Fenster in das Innere einer Hütte einzudringen. In der Hütte befand sich ein Paar aus Longyearbyen, die zunächst versuchten, den Bären durch Lärm und Werfen von Gegenständen zu vertreiben. Als dies erfolglos blieb, erschoss einer der Hüttenbewohner den Bären schließlich aus nächster Nähe mit einem Revolver.

Der Vorfall fand in Hyttevika statt, einer alten Trapperhütte an der Westküste nördlich des Hornsund. Die beiden Personen aus Longyearbyen waren mit dem Motorschlitten über das Wochenende dorthin gefahren. Beide gelten als sehr tourenerfahren.

Der Fall wird routinemäßig von der lokalen Polizei (Sysselmannen) untersucht. Eisbären sind in Spitzbergen vollständig geschützt, der Abschuss bleibt nur im Fall von Notwehr straffrei. Die Behörden haben bereits angedeutet, dass die Umstände auf einen Fall von unvermeidbarer Notwehr hindeuteten.

Der Fall wurde in der Diskussion dahingehend kritisiert, dass der Bär mit Pfefferspray möglicherweise/vermutlich unblutig hätte vertrieben können. Andernorts, etwa in Nordamerika, wird Pfefferspray in solchen und ähnlichen Fällen erfolgreich eingesetzt, um Konflikte unblutig zu beenden und so auch Bärenleben zu retten. In Spitzbergen hat der Sysselmannen sich allerdings offiziell gegen den Einsatz von Pfefferspray ausgesprochen. Der Seiteninhaber meint, dass ein auf offener Tundra stürmisch angreifender Eisbär mit Pfefferspray sicherlich kaum zu stoppen ist, dass aber der Einsatz aus der relativen Sicherheit einer Hütte oder auch eines Zeltes heraus sehr sinnvoll sein und Bären wie Menschen retten kann. Ein so einmal abgewehrter Eisbär wird sich auch künftig vermutlich von Hütten fernhalten.

Es war der erste Fall, dass ein Eisbär in Spitzbergen erschossen wurde, seit dem tödlichen Angriff im Tempelfjord vom August 2011.

Der Küstenstreifen von Hyttevika aus sicherer Höhe, einen Tag nach dem tödlichen Zusammenstoß vom Palmsonntag.

Westküste Spitzbergens bei Hyttevika.

Quelle: Svalbardposten

Barentsburg: Mann bei Grubenunglück umgekommen

In Barentsburg ist es heute (4.4.) in der Kohlemine zu einem tödlichen Unfall gekommen. Anscheinend ist ein Bergarbeiter unter einem herunterfallenden Felsblock eingeklemmt worden. Die norwegischen Behörden untersuchen den Vorfall vor Ort.

Alter Grubeneingang in Barentsburg.

Grubeneingang, Barentsburg.

Quelle: Sysselmannen

Polargeschichte: Artefakte in Museumsbrand in Italien verloren

Ein Brand im Museum der Wissenschaft in Neapel hat zum Verlust unwiederbringlicher Gegenstände aus der norwegischen und italienischen Polargeschichte geführt. Eigentlich sollte die Ausstellung gemeinsame Aspekte der Polargeschichte beider Länder betonen, wie etwa die Luftschiffexpeditionen zum Nordpol von Amundsen und Nobile, die 1926 und 1928 in Ny Ålesund starteten. Nun haben beide Länder ein Stück ihrer Polargeschichte verloren.

Aller Wahrscheinlichkeit nach soll Brandstiftung die Ursache sein, motiviert von lokalen Streitigkeiten um das attraktive Museumsgrundstück und somit von der Ausstellung völlig unabhängig. Teile der Ausstellung bestanden aus Leihgaben aus Norwegen, die speziell nach Neapel gebracht worden waren. Verloren sind unter anderem die Skier, die Fridtjof Nansen 1888 während seiner Überquerung des grönländischen Inlandeises verwendet haben soll, Bekleidungsstücke von Umberto Nobile von seiner Ialia-Expedition von 1928 und das Logbuch des Luftschiffes Norge, mit dem Roald Amundsen, Nobile, der Amerikaner Ellsworth und weitere Begleiter 1926 als erste den Nordpol überfuhren.

Für die 175 Museumsangestellten dürfte der Verlust ihres Arbeitsplatzes schwerer wiegen als die verlorenen Artefakte. Verletzt wurde anscheinend niemand.

Das Luftschiff Norge, 1926 über Ny Ålesund kurz vor der Fahrt zum Nordpol. Das Logbuch ist nun in dem Museumsbrand in Neapel unwiederbringlich verlorengegangen.

Luftschiff Norge, Ny Ålesund.

Quelle: Aftenposten

Spitzbergen unter Druck

Spitzbergen kommt derzeit so richtig unter Druck – auf jeden Fall hinsichtlich des Wetters. Die Messeinrichtungen auf Svalbard registrieren Luftdruckwerte, die alles hinter sich lassen, was die bisher vorliegenden Messungen, die teilweise immerhin seit den 1920er Jahren laufen, hervorgebracht haben. Spitzenreiter ist die automatische Messstation auf der kleinen Karl XII Insel nördlich des Nordaustland: dort worden vor wenigen Tagen nicht weniger als 1054,7 hPa gemessen, deutlich mehr als der bisherige Spitzbergen-Höchstwert von 1929 (1051,9 hPa) aus dem Isfjord.

Auch Grönland verzeichnet rekordhohe Luftdruckwerte. Der Druck hat schon bislang anhaltend ruhiges, klares, kaltes Wetter mit sich gebracht, das auch noch einige Tage anhalten soll, zur Freude von Einwohnern und Touristen und zum Vorteil der Tiere und der Eisentwicklung, die derzeit recht erfreulich ist. Der Norden Spitzbergens ist aufgrund des schon länger anhaltenden Einflusses wärmerer Wassermassen nach wie vor praktisch eisfrei, aber der Osten steckt immerhin nun recht solide im Eis, das kürzlich sogar die Bäreninsel erreichte, so dass sich dort auch tatsächlich schon mehrere Eisbären haben blicken lassen.

Laut Vorhersage wird es zum Osterwochenende hin, an dem traditionell viele Norweger auf Tour ziehen, allerdings wieder bewölkt.

Der hohe Luftdruck über dem nördlichen Grönland macht sich auch in der europäischen Arktis bemerkbar. Bild von mountainforecast.com.

Luftdruck, Grönland.

Quelle: adressa.no