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Kong Karls Land

Allgemein: Kleine, sehr abgelegene Inselgruppe im Osten Svalbards, bestehend aus drei größeren Inseln und einer Reihe weiterer Felsen und Klippen. Als Teil des Nordost Svalbard Naturreservates ist Kong Karls Land geschützt. Annäherung an die Inseln von Kong Karls Land inklusive sämtlicher umliegender Inselchen näher als 500 Meter in der Luft, zu Wasser oder auf dem Eis ist grundsätzlich untersagt. Der Sysselmann (Gouverneur) kann Ausnahmegenehmigungen erteilen, was für touristische Zwecke aber nicht getan wird. Annäherung mit Schiffen ist bis auf 500 Meter erlaubt, aber touristisch unattraktiv. Die besonders hohe Eisbärendichte, an die man – besonders nach der Lektüre der Broschüren einiger Reisebüros – immer denkt, gilt vor allem zur Wurfzeit (Dezember-April), also nicht zur Schiffsreisesaison (Juli-August).

Svenskøya in dichtem Treibeis.

Geologie: Mesozoische Sedimente und Intrusionen (Svenskøya und Kongsøya), flachlagernd und tektonisch nicht verstellt. Die Diagenese der Sedimente ist nicht weit fortgeschritten, so dass die Ablagerungen recht unverfestigt sind (Achtung: Matschgefahr!). Die flache Abeløya im Osten besteht ausschließlich aus basaltartigen Gesteinen. Innerhalb von Svalbard ist das Kong Karls Land der einzige Ort (abgesehen von ein paar quartären Vulkanruinen im Bockfjord), an dem vulkanische Aktivität nicht nur intrusiv (unterhalb der Erdoberfläche), sondern auch extrusiv (an der Oberfläche) stattfand. Damit nimmt das Kong Karls Land geologisch eine Zwischenstellung zwischen Svalbard und Franz Josef Land ein, wo vulkanische Gesteine eine größere Rolle spielen.

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Landschaft: Flache Plateauberge und Küstenebenen. Soweit Basalt vorhanden ist, grobblockig, sonst viel Matsch, da die Sedimente wenig verfestigt sind (macht nichts, man darf sowieso nicht an Land). Viel Treibholz. Insgesamt hocharktisch und karg, sehr viel Treibeis zu fast allen Jahreszeiten. Kong Karls Land ist unvergletschert, aber es gibt ein paar perennierende (= dauerhaft existierende) Schneefelder.

Svenskøya.

Flora und Fauna: Hocharktisch. Flora: Keine Ahnung, ich war noch nie an Land, bestimmt sehr karg. Fauna: Wichtiges Gebiet für Eisbärinnen, um im Winter Junge zur Welt zu bringen. Daher ist Kong Karls Land geschützt und mit einem ganzjährigen »Betreten Verboten« belegt, auch Annäherung näher als 500 Meter ist generell verboten.

Geschichte: Wegen der schweren Eisverhältnisse erst spät entdeckt und besucht. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts taucht Kong Karls Land als große, gebirgige Insel auf den Karten auf und wird später zunehmend korrekt in Form und Größe dargestellt. Besuche von Pomoren oder Walfänger sind nicht bekannt. Norwegische Trapper haben einmal im frühen 20. Jahrhundert zur Eisbärenjagd überwintert. Da das Eis im folgenden Sommer nicht aufging, mussten sie die Jagdbeute zurücklassen und zunächst ein offenes Boot über das Eis ziehen. Durch den Freemansund ging die Fahrt zum Storfjord und zur Ostküste von Spitzbergen und schließlich zu Fuß nach Longyearbyen (damals Longyear City).

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Kong Karls Land (Galerie)

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Letzte Änderung: 11. Januar 2013 · Copyright: Rolf Stange