1 = Kinnvika
Allgemein: Sehr inselreicher Fjord im Nordwesten des Nordaustland, 15 km lang und 10 km breit. Der Murchisonfjord wurde nach Sir Roderick Murchison benannt, einem englischen Geographen aus dem 19. Jahrhundert. Mehrere historisch interessante Stellen, teilweise mit Wandermöglichkeiten, werden gelegentlich besucht.
Die alten schwedischen Stationsgebäude in Kinnvika.
Geologie: Schwachmetamorphe, zum Grundgebirge gehörende Sedimente, vor allem Dolomite und Quarzite, meist senkrecht stehend. Dieselben Gesteine setzen sich nach Norden hin bis zur Lågøya fort. Stellenweise finden sich gut erhaltene Stromatolithe, Kolonien von Kalkalgen, die zun den ältesten, gut sichtbaren Fossilien Svalbards gehören.
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Landschaft: Karge, offene Polarwüste. Das Umland des Murchisonfjord ist weitgehend eisfrei. Auffällig sind die vielen kleinen Inseln im Fjord. Diese werden durch oft steilstehende, harte Schichten gebildet und haben daher im Karten- oder Luftbild eine auffällige, NNW-SSE verlaufende, längliche Struktur.
Flora und Fauna: Äußerst karg. Besonderheiten der Fauna sind mir nicht bekannt.
Geschichte: Russische Jäger (Pomoren) haben hier bis ins 19. Jahrhundert hinein ihre Jagdgründe gehabt. Davon zeugen noch ein paar Überreste, vor allem zwei noch stehende, orthodoxe Kreuze auf zwei Inseln im Murchisonfjord – die einzigen, noch stehenden Originalkreuze ihrer Art in Svalbard.
Eines von nur zwei orthodoxen Kreuzen der Pomoren, die in Svalbard noch stehen, auf einer der Inseln im Murchisonfjord.

1957 baute Schweden anlässlich des Polarjahres in Kinnvika eine recht große Station, die zwar nach wenigen Jahren bereits wieder aufgegeben wurde, aber nach wie vor in gutem Zustand ist. Vor einigen Jahren überwinterte der ehemalige Präsident der TU Hamburg-Harburg Hauke Trinks in Kinnvika zusammen mit der Engländerin Marie Tieche.
Hauke Trinks und Maria Tieche in Kinnvika.
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Letzte Änderung: 11. Oktober 2011 ·
Copyright: Rolf Stange