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Tages-Archiv: 18. April 2014 − News & Stories


For­schungs­schiff Lan­ce bricht Eis im Dick­son­fjord

Auch wenn das Treib­eis den Osten und Nor­den Spitz­ber­gens nun doch mehr und mehr umschließt, blei­ben die Fjor­de weit­ge­hend eis­frei. Selbst sonst eini­ger­ma­ßen zuver­läs­sig zufrie­ren­de Fjor­de wie Tem­pel­fjord, Bill­efjord, Dick­son­fjord, Ekmanfjord (alle Neben­ar­me des Isfjord) sowie Wij­defjord und Van Mijen­fjord sind die­ses Jahr viel offe­ner als sonst, zum Leid­we­sen derer, die sich der­zeit mit Ski und Motor­schlit­ten in Spitz­ber­gen bewe­gen – und, viel wich­ti­ger, der Tier­welt, die auf das Fjor­deis ange­wie­sen ist: Rin­gel­rob­ben brin­gen dort ihren Nach­wuchs zur Welt, Eis­bä­ren fin­den dort Nah­rung.

Beschei­de­nen Trost bot der Umstand, dass wenigs­tens die inners­ten Berei­che die­ser Fjor­dar­me mitt­ler­wei­le doch zuge­fro­ren sind. Der ein­zi­ge Fjord, der wenigs­tens nähe­rungs­wei­se nor­ma­le Bedin­gun­gen auf­wies, war der Dick­son­fjord.

Am 8.-10. April hat das For­schungs­schiff Lan­ce im Auf­trag von UNIS eine meh­re­re Kilo­me­ter lan­ge Rin­ne in das Eis im Dick­son­fjord gebro­chen. Die Fahrt fand im Rah­men eines Feld­kur­ses Meer­eis statt und als Ort war ursprüng­lich der Horn­sund vor­ge­se­hen, wo sich jedoch kei­ne geeig­ne­ten Eis­be­din­gun­gen ein­stell­ten. Daher such­te UNIS beim Sys­sel­mann um Erlaub­nis, im Dick­son­fjord eine Rin­ne von „meh­re­re Schiffs­län­gen“ Län­ge zu bre­chen.

Das Ergeb­nis ist eine Rin­ne von meh­re­ren Kilo­me­tern Län­ge. An der inners­ten Posi­ti­on betrug die Eis­di­cke spär­li­che 35 Zen­ti­me­ter und wei­ter außen noch weni­ger, so dass nicht damit gerech­net wer­den kann, dass der Fjord wie­der zufriert. Eher muss man ver­mu­ten, dass der Riss die Sta­bi­li­tät der gesam­ten Eis­de­cke beein­träch­tigt, so dass auch das ver­blie­be­ne Eis frü­her auf­bricht.

Das Auf­bre­chen des Eises durch die Lan­ce mit dem UNIS-Kurs wird von ver­schie­de­ner Sei­te kri­ti­siert. Nicht zuletzt beschwer­te sich der im Dick­son­fjord ansäs­si­ge nor­we­gi­sche Trap­per Harald Soleim, dass man ihn nicht ein­mal infor­miert hat­te. Soleim fährt mit dem Motor­schlit­ten über das Fjor­deis und bezeich­ne­te das uner­war­te­te Hin­der­nis als „direkt lebens­ge­fähr­lich“. UNIS bedau­er­te, Soleim nicht infor­miert zu haben. Ob das Auf­bre­chen des für Tier und Mensch wich­ti­gen Eises in Zei­ten, wo die­ses Man­gel­wa­re ist, zu Zwe­cken eines Feld­kur­ses ange­mes­sen ist, kann man bezwei­feln. Wür­den an wis­sen­schaft­li­che Exkur­sio­nen ähn­lich stren­ge Anfor­de­run­gen gestellt wie an tou­ris­ti­sche Akti­vi­tä­ten, wäre die Geneh­mi­gung zum Bre­chen der Rin­ne wohl kaum erteilt wor­den.

Fjor­deis im Tem­pel­fjord: viel gerin­ger in Aus­deh­nung und Dicke als nor­mal. Zu wel­chen Zwe­cken sol­ches Eis auf­ge­bro­chen wer­den darf, schei­det die Geis­ter.

Fjordeis, Tempelfjord

Quel­le: Sys­sel­man­nen (Feltlogg), Sval­bard­pos­ten

Sturz in Glet­scher­spal­te am Con­way­jø­ku­len glimpf­lich ver­lau­fen

Die Ähn­lich­keit der Über­schrift zum vor­letz­ten Bei­trag ist kein Zufall: Schon wie­der ist ein Ski­tou­ren­läu­fer auf Spitz­ber­gen in eine Glet­scher­spal­te gefal­len. Auch die­ses Mal ist letzt­lich alles glück­lich ver­lau­fen.

Es han­del­te sich um eine Tou­ris­ten­grup­pe aus 6 Per­so­nen ein­schließ­lich Gui­de, die auf dem Rück­weg von einer Tour zum New­ton­top­pen waren, Spitz­ber­gens höchs­tem Berg. Im Bereich des Con­way­jø­ku­len, einem Glet­scher nord­öst­lich des Bill­efjord, geriet die Grup­pe in Spal­tenge­län­de. Zur betref­fen­den Zeit (Don­ners­tag, 16.4.) herrsch­te in der frag­li­chen Gegend star­ker Wind mit Schnee­trei­ben und ent­spre­chend deut­lich ein­ge­schränk­te Sicht. Die sechs Ski­läu­fer waren jeweils zu dritt in zwei Seil­schaf­ten gesi­chert, als der vor­weg lau­fen­de Gui­de in eine Spal­te stürz­te. Die zwei ihm fol­gen­den Ski­läu­fer konn­ten den Sturz jedoch nach sechs Metern abfan­gen. Das zwei­te Team beweg­te sich gesi­chert zur Spal­te vor und konn­te zunächst den Not­peil­sen­der hoch­zie­hen, den der in die Spal­te gefal­le­ne Gui­de bei sich getra­gen hat­te.

Wegen des boden­na­hen Schnee­trei­bens konn­te der Ret­tungs­hub­schrau­ber jedoch trotz mehr­fa­cher Ver­su­che nicht bei der Grup­pe lan­den, so dass die Ret­tungs­kräf­te in Lon­gye­ar­by­en ihrer­seits eine Ski­grup­pe vor­be­rei­te­ten. Unter­des­sen gelang es der Grup­pe vor Ort, den gestürz­ten Gui­de aus der Spal­te zu holen, der sich beim Sturz eine leich­te Schul­ter­ver­let­zung zuge­zo­gen hat­te, sonst jedoch wohl­auf war.

Schließ­lich konn­te der Ret­tungs­hub­schrau­ber in einem Moment leich­ter Wet­ter­bes­se­rung bei der Grup­pe lan­den und alle 6 Per­so­nen sowie ihren Hund auf­neh­men und nach Lon­gye­ar­by­en brin­gen.

Die genaue Posi­ti­on der Spal­te ist nicht öffent­lich bekannt. Inge­samt gel­ten die wei­ten Glet­scher­ge­bie­te im Bereich Lomo­no­ss­ov­fon­na als spal­ten­arm. Mög­li­cher­wei­se geriet die Grup­pe bei der schlech­ten Sicht in Spal­tenge­län­de. Ob dies zumin­dest bei guter Sicht erkenn­bar gewe­sen wäre, ist nicht bekannt.

Glet­sch­er­land­schaft im Bereich Lomo­no­ss­ov­fon­na. In die­ser Regi­on liegt auch der Con­way­jø­ku­len, wo ein Mann am Don­ners­tag 6 Meter tief in eine Glet­scher­spal­te stürz­te.

Lomonossovfonna

Quel­len: Sys­sel­man­nen, Sval­bard­pos­ten

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