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Tages-Archiv: 18. Juni 2014 − News & Stories


Oce­an­cleanup: eine Lösung für die Plas­tik­müll-Schwem­me in den Ozea­nen

Die Umwelt­pro­ble­me, die für Polar­ge­bie­te tat­säch­lich exis­tenz­be­dro­hend sind, las­sen sich recht gut ein­gren­zen: neben dem Kli­ma­wan­del und lang­le­bi­gen Umwelt­gif­ten sowie regio­nal der Öl- und Gas­in­dus­trie sind es die gewal­ti­gen Men­gen Plas­tik, die in den Welt­mee­ren drif­ten und selbst die ent­le­ge­nen Regio­nen errei­chen. In Spitz­ber­gen sehen wir nahe­zu täg­lich Plas­tik­müll an den Strän­den lie­gen oder im Meer trei­ben. Vie­les davon stammt aus der Fische­rei: Rie­si­ge Net­ze, Plas­tik­sei­le, bun­te Netz­bäl­le, Fen­der, um nur eini­ge Bei­spie­le zu nen­nen. Dar­über hin­aus ist es aber auch der all­täg­li­che Zivi­li­sa­ti­ons­müll, von Feu­er­zeu­gen über Zahn­bürs­ten, end­lo­se Men­gen von Plas­tik­tü­ten, die man bei jedem Ein­kauf fast auf­ge­drängt bekommt (ver­mut­lich da es sich um Wer­be­trä­ger han­delt), Fla­schen­de­ckel … die Lis­te ist end­los. Für ein paar kon­kre­te Ein­drü­cke lohnt sich bei­spiels­wei­se ein Blick in die Foto­ga­le­rie von Chris Jor­dan (hier kli­cken), der auf den abge­le­ge­nen Mid­way Islands im Pazi­fik Alba­tros-Küken foto­gra­fiert hat, die an Plas­tik­müll gestor­ben sind.

Auf prak­tisch jeder Spitz­ber­gen-Rei­se sam­meln wir kubik­me­ter­wei­se Plas­tik­müll von den Strän­den, was über die letz­ten 10 Jah­re zu deut­lich sicht­ba­ren Ver­bes­se­run­gen geführt hat (übri­gens ist der Tou­ris­mus der ein­zi­ge Akteur, der die Kapa­zi­tä­ten hat, dies in die­sem Umfang in so abge­le­ge­nen Gebie­ten tun zu kön­nen. Ein guter Grund, die Bewe­gungs­frei­heit der klei­ne­ren Tou­ris­ten­schif­fe nicht wei­ter ein­zu­schrän­ken), ange­sichts der Grö­ßen­ord­nung des glo­ba­len Plas­tik­mülls aber natür­lich kei­ne ech­te Lösung sein kann.

Ein paar Ein­drü­cke von den Plas­tik­müll­men­gen, die sich an den Strän­den in Spitz­ber­gens fin­den, und von den Müll­sam­mel­ak­tio­nen, die wir regel­mä­ßig dort machen. Die Fotos stam­men von wei­ten Tei­len der Insel­grup­pe, von der Bären­in­sel im Süden bis zum Nord­aus­t­land im Nor­den.

Kli­cken Sie auf die Bil­der, um eine ver­grö­ßer­te Dar­stel­lung des Bil­des zu erhal­ten.

Um wirk­sam gegen den Müll vor­zu­ge­hen, dem stän­dig Fische, See­vö­gel, mari­ne Säu­ger von Rob­ben bis zu Walen, Schild­krö­ten usw. in dra­ma­ti­scher Zahl und somit letzt­lich gan­ze mari­ne Öko­sys­te­me zum Opfer fal­len und der (viel­leicht noch schlim­mer) in zer­klei­ner­ter Form die Nah­rungs­ket­te ein­geht, wäre es nötig:

  • Viel weni­ger Plas­tik im All­tag nur kurz zu Ver­wen­den und anschlie­ßend weg­zu­wer­fen. Hier sind wir alle gefragt, gut 7 Mil­li­ar­den Men­schen. Wie wäre es mit einer Baum­woll­ta­sche beim nächs­ten Ein­kauf, nur so als Anfang?
  • Plas­tik durch abbau­ba­re Mate­ria­li­en zu erset­zen. Hier sind neben Ver­brau­chern vor allem Indus­trie, For­schung und Poli­tik gefragt.
  • Die in den Ozea­nen bereits vor­han­de­nen Rie­sen­men­gen Plas­tik mög­lichst wie­der zu ent­fer­nen. Hier wird es gera­de span­nend: Nach meh­re­ren Jah­ren Arbeit hat das Pro­jekt The Oce­an Cleanup ein Kon­zept vor­ge­stellt, das es ermög­li­chen soll, über eini­ge Jah­re Plas­tik­müll in glo­bal rele­van­ten Men­gen aus den Ozea­nen zu ent­fer­nen. Kern der Idee ist, Strö­mun­gen zu nut­zen, damit Plas­tik­müll sich in Bar­rie­ren ver­fängt, kon­zen­triert wird und dann mit ver­gleichs­wei­se wenig Auf­wand abge­schöpft wer­den kann. Das Was­ser strömt unter den recht fla­chen Bar­rie­ren durch, wodurch auch Bei­fang von Tie­ren ver­hin­dert wer­den soll. Anfang Juni wur­de ein umfang­rei­cher Bericht ver­öf­fent­licht, der die Mach­bar­keit doku­men­tiert. Die Kos­ten wer­den mit 4,50 Euro pro kg Plas­tik ange­ge­ben, was um den Fak­tor 33 gerin­ger sein soll als ande­re Metho­den. Über einen Zeit­raum von 10 Jah­ren sol­len sich so etwa die gigan­ti­schen Müll­men­gen im rie­si­gen Müll­stru­del im Pazi­fik hal­bie­ren las­sen, zu Kos­ten, die im Ver­gleich zu den Schä­den gering­fü­gig sind.

Der Ein­druck scheint berech­tigt zu sein, dass das The Oce­an Cleanup Pro­jekt in der Lage wäre, einen wich­ti­gen Bei­trag zur Lösung des ozea­ni­schen Müll­pro­blems zu leis­ten. Um das Pro­jekt auf die nächs­te Stu­fe zu heben, wird aktu­ell ein Crowd­fun­ding durch­ge­führt. Der­zeit (18.6.) wur­de schon über eine hal­be Mil­li­on Dol­lar gespen­det, ange­strebt sind 2 Mil­lio­nen. Spitzbergen.de hat sich bereits betei­ligt und ruft dazu auf, The Oce­an Cleanup zu unter­stüt­zen. Wer den Müll an Spitz­ber­gens Strän­den oder sonst­wo oder Chris Jor­dans Fotos aus dem Pazi­fik gese­hen hat, wird das Pro­jekt ver­mut­lich ger­ne unter­stüt­zen. Hier kli­cken, um The Oce­an Cleanup zu unter­stüt­zen.

Und beim nächs­ten Ein­kauf an eine Baum­woll­tü­te den­ken … 🙂

Mann­schaft und Gäs­te der SV Anti­gua bei einer Müll-Sam­mel­ak­ti­on in Mus­ham­na im Woodfjord, im Nor­den von Spitz­ber­gen. Sol­che Aktio­nen fin­den prak­tisch auf jeder Spitz­ber­gen Rei­se statt, auch ande­re Schif­fe betei­li­gen sich.

Müllsammelaktion, Mushamna (Spitzbergen)

Quel­le: The Oce­an Cleanup

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