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Jahres-Archiv: 2015 − News & Stories


Jahresrückblick 2015 – Januar und Februar

Das Jahr 2015 endete in Spitzbergen nicht nur mit einer tödlichen Schneelawine, es begann auch so. Im Januar kam ein junger Mann unter herabstürzenden Schneemassen ums Leben. Er hatte allerdings nicht im Wohnzimmer gesessen, sondern auf einem Motorschlitten und war mit diesem nicht in der üblichen Trasse, sondern auf steilen Hängen unterwegs gewesen.

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Unterdessen war ich im tiefen Süden, im Rossmeer. Eine lange, lange Schiffsreise, reich an schönen, spannenden Eindrücken. Nachdem ich diese Fahrt 2013 schon mal gemacht hatte, hatte ich für eine zweite Fahrt ins Rossmeer noch genau drei heimliche Wünsche: Eine Rossrobbe sehen, den wolkenfreien Blick auf den Mount Erebus und das Kap Adare. Hat alles hingehauen, par excellence. Treffer!

2015 im Blick von spitzbergen.de

Ein kleiner Blick auf das zu Ende gehende Jahr in hohen Breiten. Eigene Erlebnisse in Arktis und Antarktis und prägende Ereignisse in Spitzbergen ließen ja wenig Langeweile aufkommen!

Tag für Tag werden nun hier kleine, aber gut bebilderte Rückblicke auf das Jahr 2015 eingestellt, vom Januar in der Antarktis über den ganzen, langen Arktis-Sommer bis zum Jahresende. Viel Spaß – und frohes neues Jahr!

Lawine in Longyearbyen: Nachspiel

Die Lawine in Longyearbyen war offensichtlich das Spitzbergen-Thema, das die Leute vor Ort und die interessierte Welt über Weihnachten beschäftigt hat. Die akute Phase ist erst mal vorbei. Die Evakuierungen werden teilweise mindestens bis zum 1.1.2016 aufrecht erhalten, auch da nun wieder ungünstiges Wetter mit Wind, Niederschlag und Temperaturen um den Nullpunkt herrscht. Es wird also noch dauern, bis die Betroffenen wieder in ihr tägliches Leben zurückkehren können, soweit dies überhaupt wieder möglich sein wird. Einige sind bereits in neue Häuser gezogen. Und für das zweijährige Mädchen und den 42-jährigen Mann, die ihr Leben im Schnee ließen, ist sowieso alles auf tragische, traurige Weise abrupt zu Ende gegangen. Für ihre Angehörigen wird das Leben nie wieder so sein wie früher.

Ihr Leben ist abrupt zu Ende gegangen, und natürlich hat niemand am Samstag vor Weihnachten mit der Lawine gerechnet. Allerdings stellt sich nun die Frage, ob die Lawine tatsächlich so unerwartet war, wie es zunächst zu lesen und zu hören war. Tatsächlich sind Lawinen ein Thema, mit dem man sich in Longyearbyen schon seit Jahren beschäftigt. Markus Eckerstorfer hat sich in seiner Doktorarbeit mit der Lawinengefahr in Longyearbyen beschäftigt. In einem Interview mit der norwegischen Zeitung VG weist Eckerstorfer darauf in, dass die Lawinengefahr im betroffenen Gebiet schon 2001 in einem Bericht beschrieben worden ist. Auch später hat man sich in Forschung und Unterricht mit der offensichtlich bekannten Lawinengefahr beschäftigt. Die Gemeindeverwaltung von Longyearbyen (Lokalstyre) hat 2012 selbst darauf hingewiesen, dass Teile von Longyearbyen lawinengefährdet sind und dass Maßnahmen wie technische Sicherung und bei Bedarf Evakuierungen notwendig sein können. Dabei sind nicht nur die bekannten Gefahren durch Steinschlag und Bergsturz v.a. für den Ortsteil Nybyen, sondern auch Schneelawinen gemeint: so ist explizit die Möglichkeit erwähnt, gefährliche Schneewechten präventiv zu sprengen. Auch wenn die Lawine vor Weihnachten nicht von einer Wechte ausging, sondern am Hang abriss, ist doch klar, dass man Schneelawinen auf dem Schirm hatte. In Nybyen hat es in den letzten Jahren bereits Lawinen gegeben, die bis dicht vor die Häuser und die Straße reichten.

Eckerstorfer weist im Interview auch explizit darauf hin, dass die Wetterlage mit starkem Ostwind, wie sie zum Unglück vor Weihnachten führte, als starker auslösender Faktor für die Lawinengefährdung bekannt war. Ohne dass konkrete Vorwürfe an bestimmte Institutionen oder gar Personen gerichtet werden, steht die Frage nach Verantwortung im Raum.

Angesichts zweier Todesopfer, der Zerstörung von elf Wohnhäusern, der nun für alle offensichtlichen Gefährdung auch weiterer bewohnter Häuser und dem mittlerweile bekannten Umstand, dass man von Glück sprechen muss, dass die Anzahl der Opfer nicht noch deutlich höher liegt, wird man der Frage nach Verantwortung und Konsequenzen nun kaum noch ausweichen können.

Schon vor der Lawine vor Weihnachten wurde immer wieder gefordert, Longyearbyen in Norwegens Lawinenwarnsystem einzubeziehen. Vorher wurde viel und lange darüber geredet, aber nun ging es plötzlich schnell: jetzt gibt es auf varsom.no zumindest vorläufig Informationen zur aktuellen Lawinengefährderung in Longyearbyen.

Das von der Lawine getroffene Wohngebiet, wie es früher ausgesehen hat (Foto © Norwegisches Polarinstitut).

Longyearbyen Lawine Wohngebiet

Das von der Lawine getroffene Wohngebiet nach der Lawine. Anhand der Nummern lässt sich nachvollziehen, wie die einzelnen Gebäude verschoben wurden (Foto © Geir Barstein/Svalbardposten).

Longyearbyen Lawine Wohngebiet

Lawine in Longyearbyen: Evakuierung teilweise aufgehoben

Wenigstens einige Bewohner von Longyearbyen, die am Wochenende ihre Wohnungen räumen mussten, können jetzt ein Stück weit zum normalen Leben zurückkehren, soweit davon in Anbetracht der Lage überhaupt die Rede sein kann.

In folgenden Adressen ist die Evakuierung aufgehoben und die Bewohner können in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren:

Vei 230 nr. 29, 31, 33, 35, 37 und 39. Das alte Krankenhaus. Nybyen und die Straße dorthin. Der Seitenweg vom Hilmar Rekstens Vei hoch zu den untersten Spisshusene in Vei 230 kann verwendet werden.

Für die weiteren evakuierten Gebiete dauern die Evaluierungen an. Allerdings haben die Bewohner heute zwischen 12 und 14 Uhr wegen günstiger Wetterbedingungen die Möglichkeit, kurz in ihre Wohnungen zu gehen, um die wichtigsten persönlichen Gegenstände zu holen (An- und Abmeldung erforderlich).

Das von der Lawine getroffene Gebiet und die beschädigten Häuser bleiben vollständig gesperrt.

So haben viele im Sommer die „Spisshusene“ gesehen. Diesen Anblick wird es so nicht mehr geben. Der Berg links ist der Sukkertoppen, die Lawine löste sich am Hang hinter dem Mast/Ständer der alten Kohleseilbahn (taubane).

Longyearbyen Lawine

Quelle: Sysselmannen

Lawine in Longyearbyen: Kind tot

Tragische Neuigkeiten von der katastrophalen Lawine gestern in Longyearbyen: Eines der Kinder, die gestern zur Universitätsklinik in Tromsø gebracht wurden, ist tot. Die anderen beiden Kinder sind weniger schwer verletzt.

Somit hat die Lawine nun zwei Menschenleben gekostet: das des 42-jährigen Atle Husby und das heute verstorbene Kind. Der Name von Atle Husby wurde heute veröffentlicht, nachdem seine Angehörigen ihre Zustimmung gegeben hatten.

Die Evakuierung vieler Gebäude am östlichen Ortsrand von Longyearbyen, unterhalb des Hanges des Sukkertoppen, sowie in Nybyen wird auf unbestimmte Zeit aufrecht erhalten. Derzeit können daher etwa 180 Personen nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Ein extra-Flug wurde heute Abend eingerichtet, damit die Betroffenen Spitzbergen verlassen und zu ihren Familien in Norwegen und anderswo gelangen können. Für Betroffene wurde eine größere Anzahl von Sitzen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das Lawinengebiet in Longyearbyen. Eines der getroffenen Häuser wurde 80 Meter weit bewegt. Foto © Svalbardposten.

Longyearbyen Lawine

Quelle: Sysselmannen

Lawine in Longyearbyen: Evakuierung ausgeweitet

Die Evakuierungszone in Longyearbyen ist sicherheitshalber ausgeweitet worden. Waren gestern zunächst nur die Häuser betroffen, die dem Hang des Sukkertoppen am nächsten gestanden haben, so ist jetzt der gesamte Ortsteil Lia zwischen Hilmar Rekstens Vei (die Straße hinter (=östlich) des Svalbardbutikken) und Sukkertoppen vorsorgehalber evakuiert worden. Mittlerweile sind somit etwa 180 Personen evakuiert. Die Wohngebiete sind gesperrt, so dass die Betroffenen vorerst keine Möglichkeit haben, persönliche Gegenstände aus ihren Wohnungen zu holen. Für die Evakuierten werden lokal Versorgungs- und Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen. Viele, die schon in den Weihnachtsferien sind, haben ihre derzeit leer stehenden Wohnungen zur Verfügung gestellt, andere haben Betroffene bei sich in ihren Wohnungen aufgenommen. Die Hilfsbereitschaft ist groß.

Die Schneelawine, die gestern 10 der sogenannten Spisshusene (Spitzhäuser) am östlichen Ortsrand von Longyearbyen am Berg Sukkertoppen zerstört hatte, hat ein Menschenleben gefordert und mehrere Menschen verletzt. Mehrere Verletzte, darunter 2 Kinder, sind nach Tromsø ausgeflogen worden.

Es werden keine weiteren Personen vermisst, aber sicherheitshalber wird das Lawinengebiet heute weiter abgesucht.

Der betroffene Ortsteil im Überblick: der blaue Kreis markiert das Abrissgebiet der Lawine, der rote Kreis die unmittelbar betroffenen Häuser. Das Gebiet im orangen Kreis ist nun evakuiert.

Longyearbyen-Avalanche

Quelle: Sysselmannen

Lawine in Longyearbyen: ein Toter

Die Lawine in Longyearbyen vom heutigen Vormittag hat ein Menschenleben gekostet. Rettungskräfte bargen die Leiche eines Mannes, der zwischen 40 und 50 Jahre alt war und in Longyearbyen gewohnt hatte. Mehrere Personen sind verletzt und etliche Häuser beschädigt. Weitere Personen werden bislang nicht vermisst.

Weitere Häuser im betroffenen Ortsteil, die nah am Hang des Sukkertoppen stehen, wurden vorsorglich evakuiert. Das betrifft die Adressen Vei 230 Nr. 29 – 39, Vei 228 – Nr. 6 -16 und 15-21, Vei 226 Nr. 10, 12 und 31 – 37 und Vei 222 Nr 5-17 sowie Vei 224 Nr. 6 und 7 sowie das alte Krankenhaus (darin befinden sich schon lange Wohnungen) und der gesamte Ortsteil Nybyen, wo sich Gästehäuser und Studentenwohnheime befinden. Der Weg zwischen Nybyen und Zentrum ist gesperrt.

Etwa 100 Rettungskräfte und Freiwillige sind im Einsatz. Einwohner haben Wohnungen und Gästezimmer zur Verfügung gestellt, um Betroffene aufzunehmen.

Ein paar der Häuser, die heute von der Lawine beschädigt wurden (Archivbild).

Longyearbyen-Avalanche

Schwerster Sturm in Longyearbyen seit 30 Jahren: Häuser von Schneelawine beschädigt

Seit Tagen hat es für Spitzbergen für die letzte Nacht Sturmwarnungen bis Orkanstärke gegeben. Das Unwetter, das am Freitag losbrach und die Nacht über anhielt, ist der schwerste Sturm in Longyearbyen seit 30 Jahren, wie es bereits heißt. In Longyearbyen ist es zu Sturmschäden gekommen. Vom Sukkertoppen, dem kleinen Berg auf der Ecke zwischen Longyeardalen (wo der Hauptteil des Ortes ist) und dem Adventdalen, ist eine Schneelawine abgegangen, die 10 Häuser beschädigt hat, soviel man bislang weiß. Alle verfügbaren Einsatzkräfte und Freiwillige sind vor Ort, helfen Betroffenen und suchen nach eventuellen Verletzten. Bislang ist unklar, ob Menschen zu Schaden gekommen sind. Die beschädigten Häuser gehören zur Reihe der „Spisshusene“ (Spitzhäuser), die bunten, traditionellen Unterkünfte im Ortsteil Lia (die Hausreihe, vor der im Sommer so schön das Wollgras steht). Teilweise scheinen die Häuser verschoben zu sein. Ein paar der Häuser stehen leer, da sie von ehemaligen Angestellten der Bergbaugesellschaft Store Norske Spitsbergen Kullkompani bewohnt gewesen waren, die aber von Entlassungswellen betroffen waren. Andere Bewohner sind möglicherweise bereits auf dem Festland, wo viele Einwohner über Weihnachten sind. Andere Häuser sind definitiv derzeit bewohnt, teilweise von Familien mit kleinen Kindern. Die Situation vor Ort ist unübersichtlich, genauere Informationen liegen bislang nicht vor. Immerhin gibt es auch bislang keine konkreten Hinweise auf Vermisste oder gar Tote. 

Während der vergangenen Nacht hatte die lokale Aufmerksamkeit noch eher dem Hundehof am Ortsausgang zum Adventdalen gegolten, wo mehrere Leute Wache hielten, damit nicht Hunde unkontrolliert tief zugeschneit werden. Die Tiere sollen alle wohlauf sein.

Mehrere Hausdächer im Ort sind beschädigt, unter anderem das Dach der Schule.

Über eventuelle Schäden in Barentsburg oder von anderen Orten und Stationen in Spitzbergen liegen bislang keine Informationen vor.

Wir denken an die Menschen in Longyearbyen!

Ein Eindruck vom Ort der Lawine. Foto (c) Svalbardposten.

Longyearbyen-Avalanche

Quelle: Sysselmannen, Svalbardposten, Facebook

Wenig Eis: Eisbären kommen nicht in die Kinderstuben

Die aktuelle Eiskarte sieht um Spitzbergen herzzerreißend weiß aus. Nachdem 2014 ein gutes Eisjahr gewesen ist, mit viel Eis vor allem im Osten Spitzbergens, enttäuscht der Frühwinter 2015 in Sachen Eis bislang auf ganzer Linie:

Ausschnitt der Eiskarte vom 9.12.2015 vom Norwegischen Meteorologischen Institut. Um Spitzbergen ist das Meer derzeit völlig eisfrei.

Eiskarte Spitzbergen

In der Arktis insgesamt bewegt sich die aktuelle Situation im unteren Durchschnitt der letzten Jahrzehnte. Laut National Snow and Ice Data Center liegt der November 2015 auf Platz 6 der Negativ-Hitliste der schlechten Eisjahre, aber innerhalb von „zwei Standardabweichungen“ vom Durchschnitt (vulgo: im unteren Durchschnitt). In Spitzbergen sieht es aktuell hingegen schlecht aus. Nachdem der Winter 2014-15 viel Treibeis und damit auch den Eisbären eine gute reproduktive Saison gebracht hat, sieht es derzeit absolut mau aus. Das letzte Jahr mit so wenig Eis in Spitzbergen im November war 1991.

Selbst die traditionell eisreichen Gebiete im Osten wie Nordaustland, Kong Karls Land und Hopen sind bislang völlig eisfrei. Dies bringt die trächtigen Eisbärenweibchen, die sich nun in diesen Gebieten in Schneehöhlen befinden müssten, um in einigen Wochen dort ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen, vermutlich in große Schwierigkeiten. Ein paar Weibchen sind wahrscheinlich bereits seit einer Weile auf diesen Inseln, andere erreichen sie eventuell schwimmend. Eisbären sind gute Schwimmer, aber trächtige Weibchen müssen Energie sparen und werden wahrscheinlich keine längeren Strecken schwimmen. Tun sie es notgedrungen dennoch, wird der Energieverlust beim Langstreckenschwimmen die Chancen einer erfolgreichen Schwangerschaft aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich herabsetzen. Erst im März verlässt die junge Familie die Schneehöhle, bis dahin ist die Mutter mitsamt Nachwuchs völlig auf die mütterlichen Fettreserven angewiesen.

Traditionell bleiben die Eisbärinnen bestimmten Gebieten treu, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Es ist unklar, ob zumindest ein Teil der Population nach Franz Josef Land zieht, wo die Eisbedingungen besser sind. Aber ob die Eisbärinnen das wissen ..?

Die Eisbedingungen haben innerhalb einzelner Regionen immer kräftigen Schwankungen unterlegen, aber der Trend der jüngeren Vergangenheit hin zu eisarmen Wintern um Spitzbergen ist trotz des letzten eisreichen Winters deutlich. Ein deutliches Zeichen des sich bemerkbar machenden Klimawandels, das die dringende Notwendigkeit unterstreicht, in Paris bei der derzeitigen Klimakonferenz ein wirklich gutes Ergebnis zu erreichen.

Eisbären-Kleinfamilie im Juli 2015 im Hornsund: Vor allem in den Monaten vor und nach der Geburt sind gute Eisverhältnisse lebenswichtig.

Eisbärenfamilie im Hornsund

Quelle: Svalbardposten

Spitzbergenreisen Winter 2016: Fotoreise Lichtwinter-Winterlicht und Ballonabenteuer

Spannende Reise-Ideen für Spitzbergen 2016: Zusammen mit Spitzbergen Adventures und Alexander Lembke haben wir eine Fotoreise in den arktischen Winter gestaltet. Im März bringt der Wechsel von Tag und Nacht ständig wechselnde Lichtstimmungen in die Landschaft. Eine Woche lang soll es, ausgehend von Longyearbyen und Barentsburg, in die wilden, winterlichen Landschaften Spitzbergens gehen, von Gletscherhöhlen über weite Täler bis an die kalten Küsten (wörtlich: „Svalbard“). Mehr zu dieser Reise gibt es hier (klicken).

Spitzbergen Adventures, namentlich Doreen Lampe in Longyearbyen, hat sich zudem noch ein ganz besonderes und definitiv neues Abenteuer ausgedacht: Spitzbergen aus der Vogelperspektive im Heißluftballon! Nachdem touristische Rundflüge mit Flugzeugen und Hubschraubern in Spitzbergen seit vielen Jahren vollständig verboten sind, bietet sich hier die ebenso aufregende wie umweltfreundliche Gelegenheit, diese Landschaft aus einer ganz eigenen Perspektive zu erleben. Spektakulär getestet während der Sonnenfinsternis im März 2015, gibt es nun im März und April 2016 mehrere Termine für Interessierte (hier klicken für mehr Info).

Mit dem Heißluftballon über Spitzbergen schweben: eine neue Idee von Spitzbergen Adventures.

Lichtwinter-Winterlicht

Wanderung nach Pyramiden in der Polarnacht

Eine Wanderung von Longyearbyen nach Pyramiden in der Polarnacht hört sich nicht an wie ein guter Plan. Ohne gute Ausrüstung wird es nicht besser, und wer sich auf diesen Weg macht, ohne auch nur einen guten Schlafsack, solide wintertaugliche Wanderstiefel oder eine Waffe dabei zu haben, ist entweder verrückt oder suizidal veranlagt.

Macht keiner? Doch. Gestern (Montag, 23.11.) rückte der Sysselmannen per Hubschrauber aus, um einen Touristen zu suchen, der sich mit genau diesen Plänen auf den Weg ins Adventdalen gemacht hatte – alleine. Der aus England stammende Mann hatte mehreren Personen vorher von seinen grandiosen Plänen erzählt; diese hatten wiederum den Sysselmannen informiert.

Wie sich zeigte, hatten die vielen Warnungen von Ortskundigen, die der Mann im Laufe verschiedener Gespräche bekommen hatte, ihnen allerdings bereits umgestimmt: Er hatte seine Pläne einer Tour nach Pyramiden bereits zugunsten einer Wanderung zur Grube 7 aufgegeben.

Die Entfernung nach Pyramiden beträgt 50 Kilometer Luftlinie, über Land liegt die Distanz aber bei weit über 100 Kilometern, vor allem wenn die Fjorde, wie derzeit, noch nicht gefroren sind. Unterwegs sind mehrere spaltige Gletscher zu passieren: alleine und in Dunkelheit ein unmögliches Unterfangen.

Der letzte Teil der Überlandroute nach Pyramiden: der Nordenskiöldbreen (vorn) und der Billefjord (hier zugefroren).

Route nach Pyramiden

Quelle: Svalbardposten

Grenzkontrollen zwischen Spitzbergen und Norwegen verschärft

Während ganz Europa über schärfere Grenzkontrollen redet, wird seit einigen Wochen der im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlings- und Sicherheitsdebatte wohl am wenigsten wichtige Grenzabschnitt des Schengenraums schärfer kontrolliert: Bei Reisen nach und von Spitzbergen wird nun am Flughafen in Oslo oder Tromsø nach Reisepässen gefragt. Früher waren Personalausweise auch für nicht-norwegische Staatsangehörige aus der EU in der Praxis ausreichend. Offiziell ist das in Bezug auf den Grenzübertritt immer noch so, aber nun fragen die Airlines beim Check-in nach dem Pass.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass der bei Buchung angegebene Name wirklich genau mit dem Namen im Pass übereinstimmt, sonst verweigern die Webseiten der Fluglinien mittlerweile den weit verbreiteten online-check in. Auch das Personal an den Check-in Schaltern am Flughafen kann sich querstellen und im schlimmsten Fall den Flug verweigern, wenn es Abweichungen beim Namen zwischen Pass und Ticket gibt.

Spitzbergen steht unter norwegischer Souveränität, allerdings mit Einschränkungen, die seit 1920 im Spitzbergen-Vertrag festgeschrieben sind. Daher ist Spitzbergen für Norwegen zolltechnisch Ausland. Flüge von Oslo nach Longyearbyen starten vom internationalen Teil des Flughafens Oslo Gardermoen. Norwegen gehört zum Schengen-Gebiet, Spitzbergen hingegen nicht, so dass bei Flügen nach Longyearbyen eine Außengrenze des Schengenraums überschritten wird.

Mit der aktuellen Flüchtlingsdebatte hat dieser Schritt wohl wenig zu tun. Wahrscheinlicher ist, dass der überraschende und von Norwegen scharf kritisierte Besuch des russischen Vizepremiers Rogosin im Frühjahr der Anlass war (siehe Russischer Vizepremier Rogosin in Spitzbergen). In diesem Zusammenhang kam die Frage nach verstärkten Kontrollen auf. Ob Norwegen dem stellvertretenden russischen Regierungschef die Einreise in Longyearbyen hätte verweigern dürfen, ist eine andere Frage.

Ohne Reisepass kein check-in mehr für Flüge nach Longyearbyen. Das gilt auch für Elche.

Passkontrolle

Polarnacht – Mitte November

Mittlerweile hat sich die Polarnacht über die hohe Arktis gelegt, die Sonne bleibt rund um die Uhr unter dem Horizont. Selbst mittags wird es gerade mal ein wenig dämmrig, von Helligkeit kann nicht wirklich die Rede sein.

Longyearbyen zeigt sich, wie so oft um diese Zeit, mäßig gemütlich: Neulich war es warm und der Schnee ist getaut. Der ganze Ort ist eine Schlinderbahn und man könnte mit Schlittschuhen einkaufen gehen, ohne Spikes unter den Schuhen ist sogar der Gang zum Café eine kleine Expedition, direkt lebensgefährlich.

Natürlich ist das nicht die Zeit für die ganz großen Touren, aber das ist auch nicht nötig. Es geht ums Licht, um die Dunkelheit, die doch nicht nur Dunkelheit ist, sondern noch viel mehr.

Und um die Ruhe, die diese Zeit in der Arktis bringt. Frühjahr und Sommer sind ja immer hektisch, ständig ist was zu tun, ständig hat der Tag 30 Stunden. In der Polarnacht sind die Menschen nicht mehr so gehetzt, man hat Zeit, man trifft sich.

Galerie – Polarnacht – Mitte November

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In Longyearbyen sagen viele, dass die Polarnacht ihnen von allen Jahreszeiten die liebste ist. Da ist etwas dran.

Skrova, das Polarlichtzentrum Laukvik und Svolvær – 05. November 2015

Heute war unser Tag! Die Tour über die Insel Skrova konnten wir bei schönstem Wetter machen, viele waren auf dem Skrovafjellet, 285 Meter hoch über dem Vestfjord, mit einem Blick, den man nur als grandios bezeichnen kann.

Das gleiche traf auf unsere Einfahrt in den Hafen von Svolvær zu. Sonnenuntergang um drei Uhr Nachmittags. Flüssiges Gold über Booten, Häusern und Bergen.

Das Nordlichtzentrum in Laukvik, auf der Nordseite der Insel Austvågøy (also die, wo Svolvær auf der Südseite liegt), war unser nächstes Ziel. Rob und Therese aus den Niederlanden haben sich dieses schöne, stille Plätzchen ausgesucht für ihr eigenes Nordlicht-Institut, mit wenig störendem Licht in der Umgebung und freiem Blick in so ziemlich alle Richtungen, vor allem nach Norden. Die Passion der beiden für die Aurora ist wohl beispiellos, wie auch Robs Technikpark, mit dem er ständig „im direkten Kontakt mit der Sonne“ steht, wie er selbst sagt. Tatsächlich war sein eigener Nachrichtendienst, über den er uns in den letzten Tagen ständig mit Infos über die Sonnenaktivität und Nordlichtlage auf dem Laufenden gehalten hat, sehr nützlich.

In der Tat ist sein direkter Draht zur Sonne so gut, dass es prompt Nordlicht gibt. Allerdings hat Rob vielleicht vergessen, auch den Wettergott anzufunken, denn der schiebt schnell wieder ein paar Wolken in den Weg. Prächtige Aussichten auf Nordlicht über Bergketten gibt es erst wieder auf der Busfahrt nach Svolvær; nicht auszuschließen, dass mancher überlegt haben mag, den Fahrer zum Anhalten zu zwingen, um mit Kamera und Stativ auf die Straße zu springen.

Galerie Skrova

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Das war aber gar nicht nötig. Am späteren Abend gab noch eine beeindruckende Nordlicht-Show, die von Svolvær aus prima zu sehen war.

Übrigens, wer sich weiter für das Thema Nordlichter interessiert, findet auf dieser Webseite einiges an Stoff:

Und natürlich sollte man auch das Polarlichtzentrum Laukvik im Internet besuchen, oder – viel besser – im echten Leben vor Ort.

Also, kurz und gut: der Tag heute, der hat’s gebracht, der war wichtig und sehr, sehr schön! ☺

Trollfjord und Skrova – 04. November 2015

Das Wetter hat ja noch etwas gebraucht, um sich in unserem Sinne zu berappeln, im schönen Raftsund war es noch etwas mehr feucht als fröhlich. Aber der Trollfjord ist immer sehr beeindruckend, und die Show mit den Seeadlern war klasse. Drei Adler kreisten über der Antigua! Ja, nächstes Mal muss ich doch auch ein ordentliches Tele mitbringen, wenn es zu den Nordlichtern geht 😉

Galerie – Trollfjord und Skrova – 04. November 2015

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Aber dann klarte es auf. Auf einen schönen Sonnenuntergang zur besten Nachmittagszeit folgte die Einfahrt bei Skrova: Felsen und Schären auf allen Seiten dicht nebem dem Schiff in der fortgeschrittenen Dämmerung, das war schon spannend auch für die nicht-Seeleute an Bord. Und noch spannender wurde es gegen Abend. Unsere ersten Nordlichter! Freude und Erlösung 🙂

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News-Auflistung generiert am 19. September 2019 um 00:50:39 Uhr (GMT+1)
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