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Monats-Archiv: Juni 2015 − Nachrichten


Eis­mö­wen: Der Bestand in Sval­bard ist gefähr­det

For­scher des Nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tuts berich­ten über einen signi­fi­kan­ten Rück­gang der Eis­mö­wen­po­pu­la­ti­on auf Bjørnøya, dem wich­tigs­ten Brut­ge­biet für Eis­mö­wen in Sval­bard und in der Barents­see. Die For­scher haben hier in den letz­ten Jahr­zehn­ten einen ste­ti­gen Rück­gang der Popu­la­ti­on beob­ach­tet, ein erwei­ter­tes Moni­to­ring soll nun klä­ren, ob die­se Ent­wick­lung für ganz Sval­bard zutrifft.

Neben Fak­to­ren wie Nah­rungs­man­gel und Kli­ma­än­de­run­gen wird zuneh­mend die Belas­tung der Tie­re mit lang­le­bi­gen Umwelt­gif­ten (Schwer­me­tal­le, PCBs, Flu­or­ver­bin­dun­gen, etc.) als Ursa­che für den Rück­gang gese­hen. Die Vögel neh­men Umwelt­gif­te mit der Nah­rung auf und rei­chern die­se mit der Zeit unter ande­rem im Gehirn und in der Leber an, wo sie die Gesund­heit der Tie­re beein­träch­ti­gen. Auf Bjørnøya wur­den immer wie­der tote und ster­ben­de Vögel gefun­den, die eine star­ke Belas­tung auf­wie­sen. Frü­he­re Stu­di­en hat­ten erge­ben, dass schwach belas­te­te Tie­re eine recht hohe Über­le­bens­chan­ce von 91,5% haben, von den stark belas­te­ten Tie­ren über­ste­hen die Sai­son jedoch nur 40-50% (sie­he auch Spitzbergen.de-Nachricht: Eis­mö­we von Umwelt­gif­ten bedroht vom März 2012). Da Eis­mö­wen als Raub­vö­gel am Ende der Neh­rungs­ket­te ste­hen, sind sie im Übri­gen ein guter Indi­ka­tor für den Gesamt­zu­stand des Öko­sys­tems, in dem sie leben.

In der nor­we­gi­schen roten Lis­te für bedroh­te Tier­ar­ten wird der Eis­mö­wen­be­stand auf Sval­bard bis­lang als „gefähr­det“ („nær truet“) ein­ge­stuft. Soll­te sich die beun­ru­hi­gen­de Ent­wick­lung auf Bjørnøya für ganz Sval­bard bestä­ti­gen, wür­de der Sta­tus wohl auf „bedroht“ („truet“) ange­ho­ben wer­den müs­sen. Beob­ach­tun­gen in Island und Kana­da doku­men­tie­ren eben­falls einen star­ken Rück­gang der Popu­la­ti­on, wäh­rend die Popu­la­ti­on in Grön­land, Alas­ka und Russ­land eini­ger­ma­ßen sta­bil zu sein scheint. Dort, und beson­ders für Russ­land, ist die Daten­ba­sis aller­dings unzu­rei­chend.

Eis­mö­we in Spitz­ber­gen, der Bestand ist gefähr­det.

Eismoewe

Source: Norsk Polar­in­sti­tutt

Eis­bär frisst Del­fin: nor­mal oder nicht?

Der­zeit kur­sie­ren in den Medi­en Fotos, die zei­gen, wie ein Eis­bär den Kada­ver eines Del­fins frisst. Sowohl in den Arti­keln, die dazu ver­öf­fent­licht wer­den, als auch in den Kom­men­ta­ren wer­den ver­schie­de­ne Ver­mu­tun­gen und Behaup­tun­gen vor­ge­bracht, die alles in allem Anlass sind, das The­ma hier zusam­men­fas­send auf­zu­grei­fen.

Die Beob­ach­tung war bereits im April 2014, als Jon Aars, Eis­bä­ren­for­scher beim nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tut, im Raud­fjord einen Eis­bä­ren ent­deck­te, der dabei war, den Kada­ver eines Weiß­schnau­zen­del­fins zu fres­sen. Wie genau der Del­fin zu Tode gekom­men war, wur­de nicht beob­ach­tet. Trotz­dem las­sen sich aus der Situa­ti­on aller­hand Rück­schlüs­se zie­hen. In der fol­gen­den Zeit wur­den noch wei­te­re Eis­bä­ren mit wei­te­ren toten Del­fi­nen im glei­chen Fjord gese­hen.

Weiß­schnau­zen­del­fi­ne sind häu­fig in Spitz­ber­gen, aller­dings eher auf offe­nem Meer und nicht in den Fjor­den, so dass sie nicht all­zu oft gese­hen wer­den. Das trägt zur weit­ver­brei­te­ten Annah­me bei, dass es Del­fi­ne in der Ark­tis eigent­lich nicht gibt und dass ihr schein­bar plötz­li­ches Auf­tau­chen dort nun mög­li­cher­wei­se ein Zei­chen der Kli­ma­än­de­rung sein müs­se. Ganz unab­hän­gig von der zwei­fel­los statt­fin­den­den Kli­ma­än­de­rung ist die­ser Rück­schluss falsch, denn sie sind häu­fig in der Regi­on, sie hal­ten sich nur meist von den Küs­ten eher fern. Gele­gent­lich wer­den Weiß­schnau­zen­del­fi­ne aber auch in den Fjor­den gese­hen.

Es steht zu ver­mu­ten, dass die betref­fen­den Weiß­schnau­zen­del­fi­ne im Raud­fjord von Treib­eis ein­ge­schlos­sen wur­den, das der Nord­wind in den Tagen zuvor gegen die Küs­te getrie­ben hat­te. Im Fjord waren die Del­fi­ne gezwun­gen, regel­mä­ßig an klei­nen Löchern im Eis auf­zu­tau­chen und Luft zu holen, wo sie, wie sonst Rob­ben, zur leich­ten Beu­te von Eis­bä­ren wur­den. Eis­bä­ren sind in der Lage, auch gro­ße Rob­ben mit Pran­ken­schlag oder Biss in den Schä­del unmit­tel­bar zu töten und sie dann aus einem Eis­loch hin­aus­zu­zie­hen. Die Ver­mu­tung liegt nahe, dass sie das mit den Del­fi­nen, deren Grö­ße mit der einer Bart­rob­be ver­gleich­bar ist, eben­falls kön­nen, sobald die­se ent­ge­gen sons­ti­ger Gewohn­heit gezwun­gen sind, in einem Atem­loch im Eis auf­zu­tau­chen.

Eis­bä­ren sind als Nah­rungs­op­por­tu­nis­ten bekannt, fres­sen also alles, was sie zu fas­sen bekom­men und kau­en kön­nen. Es ist alles ande­re als über­ra­schend, dass sie auch Del­fi­ne nicht ver­schmä­hen, wenn sich ihnen die sel­te­ne Gele­gen­heit bie­tet. Es wäre im Gegen­teil merk­wür­dig, wenn sie das nicht täten.

Dass Eis­bä­ren nor­ma­ler­wei­se kei­ne Del­fi­ne fres­sen, liegt ein­fach dar­an, dass Del­fi­ne auf­grund ihrer Lebens­wei­se im offe­nen Was­ser für Eis­bä­ren sonst unzu­gäng­lich sind. Wie heißt es so schön: ver­wechs­le nie Ent­halt­sam­keit mit Man­gel an Gele­gen­heit (ist von Goe­the, glau­be ich).

Die mehr­fach vor­ge­brach­te Behaup­tung, Eis­bä­ren wür­den wegen des Kli­ma­wan­dels nun man­gels Zugang zu ihrer sonst übli­chen Nah­rung (schwie­ri­ge For­mu­lie­rung bei aus­ge­präg­ten Nah­rungs­op­por­tu­nis­ten) not­ge­drun­gen auf Del­fi­ne aus­wei­chen, die – eben­falls wegen des Kli­ma­wan­dels – auf ein­mal wei­ter im Nor­den sei­en als sonst, ist also in mehr­fa­cher Hin­sicht nicht halt­bar. Es gibt in der Ark­tis immer noch vie­le Din­ge, die man erst noch beob­ach­ten muss. Was Eis­bä­ren in abge­le­ge­ner Gegend im Win­ter tun, ist für sie noch nicht unnor­mal, nur weil Men­schen nur sel­ten die Gele­gen­heit haben, ihnen dabei zuzu­schau­en.

Eis­bä­ren­for­scher Jan Aars wird mit der Ver­mu­tung zitiert, dass Weiß­schnau­zen­del­fi­ne mög­li­cher­wei­se für eine klei­ne­re Grup­pe spe­zia­li­sier­ter Bären künf­tig eine wich­ti­ge Nah­rungs­quel­le sein könn­ten. Wie Eis­bä­ren künf­tig in der Lage sein sol­len, abseits sel­te­ner Ein­zel­er­eig­nis­se, in denen die Del­fi­ne wegen unge­wöhn­li­cher Umstän­de qua­si auf dem Tablett gelie­fert wer­den, die­se Tie­re zu fan­gen, erwähnt er nicht. Ange­sichts die­ser kaum über­wind­ba­ren Schwie­rig­keit und auf­grund einer bis­lang ein­ma­li­gen Beob­ach­tung ist das eine gewag­te The­se. (Es gibt meh­re­re Fotos, die 2014 über einen Zeit­raum von meh­re­ren Mona­ten ent­stan­den sind, aber alle die glei­che Grup­pe von Eis­bä­ren und toten Del­fi­nen in der glei­chen Gegend in Nord­west-Spitz­ber­gen zei­gen).

Fazit: ein sicher­lich sehr unge­wöhn­li­ches Ereig­nis, das aber in kei­ner Wei­se mit Kli­ma­wan­del oder ver­än­der­tem Ver­hal­ten von Eis­bä­ren zu tun haben muss, son­dern ein sel­te­nes Zusam­men­tref­fen außer­ge­wöhn­li­cher Umstän­de war.

Ein Eis­bär frisst einen Weiß­schnau­zen­del­fin. Nord­west Spitz­ber­gen, Juli 2014 © Samu­el Blanc.

Eisbär frisst Delfin

Quel­le: Polarresearch.net

Noor­der­licht: letz­te Sai­son als das „Schiff im Eis“

SV Noor­der­licht, das ehe­mals 1910 bei Eckern­för­der gebau­te Feu­er­schiff Kalk­grund, ist schon seit vie­len Jah­ren als Zwei­mast­scho­ner in nie­der­län­di­schem Besitz ein regel­mä­ßi­ger und wun­der­schö­ner Anblick in Spitz­ber­gens Fjor­den.

Seit 2002 ist sie vie­len als das „Schiff im Eis“ bekannt. Sobald der Tem­pel­fjord sich mit Eis bedeck­te, steu­er­te die Mann­schaft die Noor­der­licht dort hin­ein und ließ das Schiff vor dem Kapp Mur­doch absicht­lich ein­frie­ren. Sobald das Eis stark genug war, konn­ten Tou­ris­ten sie besu­chen und einen Hauch des aben­teu­er­lich-roman­ti­schen Gefühls genie­ßen, auf einem ein­ge­fro­re­nen Schiff zu über­nach­ten. Ähn­lich wie auf Fri­dt­jov Nan­sens Schiff Fram, das 1893-1896 die berühm­te Eis­drift über den Ark­ti­schen Oze­an mach­te, wenn natür­lich auch in ver­gleichs­wei­se homöo­pa­thi­scher Dosie­rung. Die ers­te Sai­son der Noor­der­licht als Schiff im Eis war 2002, und seit­dem haben etwa 7000 Gäs­te auf ihr über­nach­tet. Dies stand wegen Restrik­tio­nen des Sys­sel­man­nen nur Gäs­ten offen, die mit orga­ni­sier­ten, geführ­ten Grup­pen kamen und nicht Indi­vi­du­al­rei­sen­den. Die Grup­pen kamen oft mit Hun­de­schlit­ten.

Nun hat die Mann­schaft der Noor­der­licht den Wunsch, Neu­land bezie­hungs­wei­se Neu­was­ser zu erfor­schen und für das Früh­jahr 2016 Fahr­ten in Nord­nor­we­gen geplant, so dass sie nicht als „Schiff im Eis“ in den Tem­pel­fjord zurück­keh­ren wird.

Der hin­ter dem „Schiff im Eis“ ste­hen­de Ver­an­stal­ter, Base­camp Spits­ber­gen, sucht nun nach einer alter­na­ti­ve, so dass die Geschich­te des „Schiffs im Eis“ nicht unbe­dingt zu Ende sein muss. Es wird aber sicher­lich nicht ein­fach sein, die Noor­der­licht zu erset­zen.

Hier gibt es 360 Grad Ein­drü­cke von der Noor­der­licht als „Schiff im Eis“.

Noor­der­licht als „Schiff im Eis“ im Tem­pel­fjord.

Noorderlicht im Tempelfjord: das Schiff im Eis

Quel­le: Sval­bard­pos­ten (22/2015)

Lon­gye­ar­by­en Flug­ha­fen: Sprit alle

Dem Flug­ha­fen bei Lon­gye­ar­by­en, Sval­bard luft­havn, geht der Sprit aus. Der neue Treib­stoff ist bestellt und kommt mit dem Schiff vom nor­we­gi­schen Fest­land, was aber Zeit in Anspruch nimmt. Einst­wei­len wird Kero­sin ratio­niert. Bereit­schafts­diens­te haben Prio­ri­tät, und Flug­ge­sell­schaf­ten wer­den gebe­ten, mög­lichst auf dem Fest­land zu tan­ken.

Das kann dazu füh­ren, dass Direkt­flü­ge von Lon­gye­ar­by­en nach Oslo in Trom­sø einen unge­plan­ten Tank­stop ein­le­gen müs­sen, was zu Ver­zö­ge­run­gen bei der Ankunft in Oslo führt, wie die­ser Autor letz­te Woche schmerz­voll erfah­ren muss­te.

Nächs­te Woche soll das Ver­sor­gungs­schiff kom­men, und dann kön­nen alle Flug­zeu­ge wie­der nach Her­zens­lust voll­tan­ken.

Ein König­reich für eine Kan­ne Sprit! Dem Flug­ha­fen von Lon­gye­ar­by­en geht der Treib­stoff aus.

Flughafen Longyearbyen

Quel­le: NRK

Kjers­tin Askholt: neu­er Sys­sel­man­nen

Kjers­tin Askholt wird ab 1. Okto­ber Sys­sel­man­nen på Sval­bard. Der Sys­sel­man­nen, oft als Gou­ver­neur über­setzt, ist der höchs­te Reprä­sen­tant der nor­we­gi­schen Regie­rung in Spitz­ber­gen mit Sitz in Lon­gye­ar­by­en und wird alle 3 Jah­re von der Regie­rung ernannt, eine Wahl gibt es nicht. Die­ses Mal gab es 7 Bewer­ber. Die meis­ten Bewer­ber kom­men aus höhe­ren Dienst­gra­den der Poli­zei oder Jus­tiz­ver­wal­tung.

Kjers­tin Askholt ist seit 2003 im Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um mit der Ver­wal­tung der nor­we­gi­schen Gebie­te in der Ark­tis befasst und somit in der Mate­rie erfah­ren. All­ge­mei­ne Kon­ti­nui­tät und ein wei­ter­hin guter Dia­log mit den rus­si­schen Nach­barn in Barents­burg wer­den Schwer­punk­te sein, wobei die Kon­ti­nui­tät in Zei­ten des Umbruchs etwa beim Koh­le­berg­bau mit­un­ter eben­so schwie­rig sein wird wie der Dia­log mit den Rus­sen, der lokal nach wie vor ins­ge­samt gut funk­tio­niert, inter­na­tio­nal bekann­ter­ma­ßen aber durch den Ukrai­ne-Kon­flikt belas­tet ist.

Kjers­tin Askholt wird die zwei­te Frau sein, die in Lon­gye­ar­by­en die Posi­ti­on des Sys­sel­man­nen ein­nimmt. 1995-98 war Ann-Kris­tin Olsen Che­fin in Skjæringa (der Orts­teil, in dem der Amts­sitz liegt), wie man lokal sagt. An der Bezeich­nung Sys­selman­nen ändert sich nichts.

Sys­sel­man­nen ab Okto­ber: Kjers­tin Askholt. © Foto: Sys­sel­man­nen.

Sysselmannen ab Oktober: Kjerstin Askholt

Quel­le: Sys­sel­man­nen

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