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Tages-Archiv: 1. Juli 2016 − News & Stories


Eis­bä­rin mit Jung­tier am Aus­t­fj­ord­ne­set erschos­sen

Am Aus­t­fj­ord­ne­set im Aus­t­fjord (inne­rer Wij­defjord) ist ein klei­ne Eis­bä­ren­fa­mi­lie getö­tet wor­den. Der Vor­fall ereig­ne­te sich bereits am 13. Juni (wäh­rend der lau­fen­den Sai­son wer­den Nach­rich­ten mit­un­ter erst ver­spä­tet gebracht, der Schwer­punkt liegt der­zeit auf dem Rei­se­blog) bei der Trap­per­sta­ti­on am Aus­t­fj­ord­ne­set, wo sich der­zeit zwei Per­so­nen zur Über­win­te­rung auf­hal­ten.

Die Eis­bä­rin war bereits mehr­fach in die Nähe der Sta­ti­on gekom­men, in deren Nähe Eide­r­en­ten brü­ten. Es kommt häu­fig vor, dass Nes­ter von Tun­drabrü­tern wie Eide­r­en­ten von Eis­bä­ren geplün­dert wer­den. Unge­wöhn­lich hin­ge­gen ist, dass eine Eis­bä­rin mit Nach­wuchs die Scheu gegen­über Men­schen ablegt und sogar in nächs­te Nähe einer bewohn­ten Hüt­te kommt.

Einer der bei­den Bewoh­ner hielt sich in der Hüt­te auf, wäh­rend der ande­re vom Dach aus die Bärin mit Warn­schüs­sen ver­trei­ben woll­te. Dabei kam es zu einer fata­len Ver­wechs­lung: In der Absicht, die Bärin mit einem geziel­ten Schuss mit einem Gum­mi­ge­schoss zu ver­trei­ben, lud der Schüt­ze auf dem Dach eine Flin­te mit einem ver­meint­li­chen Gum­mi­ge­schoss, griff dabei aber ver­se­hent­lich zu einer Schrot­pa­tro­ne. Aus einer Ent­fer­nung von 8,5 Metern wirk­te der Schuss töd­lich.

Auf Anra­ten von Fach­bio­lo­gen des nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tu­tes erschoss die hin­zu­ge­ru­fe­ne Poli­zei noch am glei­chen Tag den klei­nen Eis­bä­ren der toten Mut­ter, der zu die­ser Zeit ein gutes hal­bes Jahr alt gewe­sen sein muss. Allei­ne hat­te der klei­ne Eis­bär in die­sem Alter noch kei­ne Über­le­bens­chan­ce.

Wie alle Eis­bä­ren­ab­schüs­se, wird der Vor­fall nun beim Sys­sel­man­nen unter­sucht, um fest­zu­stel­len, ob eine straf­ba­re Hand­lung vor­liegt. Eis­bä­ren sind geschützt, nur in Fäl­len von Not­wehr bleibt der Abschuss straf­frei.

Nach dem Ver­hör in Lon­gye­ar­by­en sind die bei­den Trap­per, zwei Nor­we­ger im Alter von 28 und 29 Jah­ren, die zuvor in Lon­gye­ar­by­en bei UNIS stu­diert und als Gui­des gear­bei­tet hat­ten, wie­der zum Aus­t­fj­ord­ne­set zurück­ge­kehrt.

Die Akte zum Fall vom April, wo eine Grup­pe fin­ni­scher Ski­wan­de­rer einen Eis­bä­ren am Ver­le­gen­hu­ken anschoss, der spä­ter von der Poli­zei getö­tet wur­de, ist mitt­ler­wei­le vom Sys­sel­man­nen geschlos­sen wor­den. Hier lag nach Ansicht der Juris­ten kein straf­ba­res Ver­hal­ten vor.

Foto

Glück­li­che Eis­bä­ren-Klein­fa­mi­lie im Kongsfjord. Die Mut­ter nagt an einem toten Wal­ross, ihr Nach­wuchs spielt mit einem Stück Treib­holz. Meis­tens hal­ten Eis­bä­rin­nen mit Nach­wuchs sich von Men­schen fern. Aus­nah­men bestä­ti­gen aber lei­der die­se Regel.

Spitzbergen: Eisbärenfamilie

Quel­le: Sys­sel­man­nen, Sval­bard­pos­ten

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