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Tages-Archiv: 12. Juni 2020 − News & Stories


Ers­te Öff­nung hin zu mehr­tä­gi­gen Schiffs­rei­sen

Die lang­sa­me und schritt­wei­se Öff­nung für Tou­ris­ten hat bereits begon­nen. Seit dem 1. Juni kön­nen Besu­cher vom nor­we­gi­schen Fest­land wie­der ohne Qua­ran­tä­ne anrei­sen, am 15. Juni wer­den die übri­gen skan­di­na­vi­schen Län­der („Nor­den“) fol­gen. Nur Schwe­den ist auf­grund der dort höhe­ren Infek­ti­ons­ra­ten noch aus­ge­nom­men.

Gleich­zei­tig wur­de bis­lang betont, dass mehr­tä­gi­ge Schiffs­rei­sen („kyst­crui­se“) auf­grund beson­de­rer Heaus­for­de­run­gen zunächst nicht zuge­las­sen wer­den. Nun gibt es auch in die­ser Rich­tung eine ers­te Öff­nung: Das für Spitz­ber­gen zustän­di­ge Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um teilt mit, dass Schif­fe mit einer Kapa­zi­tät von bis zu 500 Pas­sa­gie­ren ihre Rei­sen unter meh­re­ren Bedin­gun­gen wie­der auf­neh­men kön­nen. Aller­dings darf nur die Hälf­te der Kapa­zi­tät genutzt wer­den, so dass theo­re­tisch bis zu 250 Pas­sa­gie­re an Bord eines Schif­fes mög­lich sind. Dar­über hin­aus wer­den nur Pas­sa­gie­re aus Län­dern zuge­las­sen, aus denen die Anrei­se nach Spitz­ber­gen über­haupt mög­lich ist; aktu­ell also nur Nor­we­gen, dem­nächst auch Däne­mark, Finn­land und Island.

Hurtigruten Svalbard

Mehr­tä­gi­ge Schiffs­rei­sen in Spitz­ber­gen sol­len nun unter bestimm­ten Bedin­gun­gen wie­der mög­lich wer­den.

Wie auch alle ande­ren Ver­an­stal­ter für an Land statt­fin­den­den Tou­ris­mus, muss für jedes Schiff ggf. ein Hygie­ne­plan vor­ge­legt und amt­lich aner­kannt wer­den. Grund­la­ge dafür sind Richt­li­ni­en, die von Sval­bard Rei­se­liv, der loka­len Tou­ris­mus-Dach­or­ga­ni­sa­ti­on in Lon­gye­ar­by­en, und den zustän­di­gen Behör­den aus­ge­ar­bei­tet wur­den. Ob ein Schiff in der Lage sein wird, die Bestim­mun­gen etwa mit Blick auf Abstän­de etc. zu erfül­len, wird man im Ein­zel­fall ent­schei­den müs­sen.

Im Fall eines Covid-19-Aus­bruchs an Bord müs­sen die Schif­fe damit rech­nen, nicht nach Lon­gye­ar­by­en fah­ren zu dür­fen, son­dern als nächs­ten grö­ße­ren Hafen Trom­sø anzu­lau­fen.

Pas­sa­gie­re frag­li­cher Rei­sen in spe aus ande­ren als den genann­ten skan­di­na­vi­schen Län­dern wer­den sich noch gedul­den müs­sen. Die nor­we­gi­sche Regie­rung hat­te ange­kün­digt, sich bis zum 20. Juli zu einer even­tu­el­len Öff­nung für Tou­ris­ten aus „nahe­ge­le­ge­nen euro­päi­schen Län­dern“ zu äußern.

Dar­über hin­aus wer­den die ein­zel­nen Ree­de­rei­en und Ver­an­stal­ter kal­ku­lie­ren müs­sen, ob ein Betrieb ihrer Schif­fe bei 50 % maxi­ma­ler Kapa­zi­tät wirt­schaft­lich mög­lich ist.

2018 auf Phipp­søya erschos­se­ner Eis­bär: noch nicht abge­schlos­sen

Der Fall des Eis­bä­ren, der Ende Juli 2018 auf der Insel Phipp­søya von einem Mit­ar­bei­ter des Kreuz­fahrt­schif­fes Bre­men erschos­sen wur­de, ging sei­ner­zeit in den Medi­en um die Welt und hat vie­le Gemü­ter bewegt. Damals war ein Team des Schif­fes auf der Phipp­søya, die zu den Sjuøya­ne ganz im Nor­den Spitz­ber­gens gehört, an Land gegan­gen, um einen Land­gang der Pas­sa­gie­re vor­zu­be­rei­ten. Den Eis­bä­ren hat­ten sie zunächst nicht gese­hen, und als die­ser über­ra­schend angriff, ende­te der dra­ma­ti­sche Vor­fall mit einer leich­ten Kopf­ver­let­zung eines Mit­ar­bei­ters des Schif­fes und dem Tod des Eis­bä­ren. Pas­sa­gie­re waren zu die­ser Zeit noch nicht an Land.

Eisbärenangriff Phippsøya, Spitzbergen

Eis­bär auf der Phipp­søya, einer häu­fig genutz­ten Lan­de­stel­le auf den Sjuøya­ne, Mit­te Juli 2018. Mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit war es genau die­ser Bär, der an die­ser Stel­le Ende Juli erschos­sen wur­de.

Nun sind fast zwei Jah­re ver­gan­gen und man fragt sich, was wohl aus der Sache gewor­den ist. Das ent­täu­schen­de Zwi­schen­er­geb­nis, wie die Sval­bard­pos­ten auf Anfra­ge vom Sys­sel­man­nen erfuhr, ist, dass es immer noch kei­nen abschlie­ßen­den Bericht gibt. Die Behand­lung des Vor­falls war beim Sys­sel­man­nen 2018 zunächst recht schnell vor­läu­fig abge­schlos­sen wor­den und ging dann ihren Weg durch die Instan­zen in Nor­we­gen, um von dort Ende 2019 wie­der zum Sys­sel­man­nen zu gehen. Dort liegt sie bis heu­te, wor­an auch die Bin­dung vie­ler Kapa­zi­tä­ten durch Coro­na einen Anteil haben soll.

Auf bestä­tig­te Infor­ma­tio­nen müs­sen wir also noch war­ten. Einst­wei­len ist es erlaubt, sich auf rein spe­ku­la­ti­ver Basis eige­ne Gedan­ken zu machen: Es ist durch­aus vor­stell­bar, dass sich in dem wel­lig-unebe­nen Gelän­de auf der Phipp­søya ganz in der Nähe ein Eis­bär befin­det, ohne dass man ihn zunächst sieht, selbst wenn man auf­merk­sam ist. Am Ufer befand sich zur frag­li­chen Zeit ein Tier­ka­da­ver, zu dem der Eis­bär über län­ge­re Zeit immer wie­der zum Fres­sen zurück­kehr­te. Die­ser Kada­ver lagt in dem Strand­ab­schnitt, wo übli­cher­wei­se an Land gegan­gen wird, ist aber zumin­dest aus der Fer­ne auch kaum erkenn­bar.

Wenn nun ein unglück­li­cher Zufall dazu führt, dass man in unmit­tel­ba­rer Nähe des Kada­vers an Land geht, ist es durch­aus vor­stell­bar, dass ein Eis­bär, der in der Nähe aus­ruht und ver­daut, um dann wie­der zu sei­nem Fut­ter zurück­zu­keh­ren, schnell und aggres­siv reagiert.

Wie gesagt: Rei­ne Spe­ku­la­ti­on, basie­rend auf Orts­kennt­nis und Erfah­rung, dar­un­ter einer Beob­ach­tung eines Eis­bä­ren am frag­li­chen Ort, der mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit der­sel­be Eis­bär war, der wenig spä­ter beim betref­fen­den Vor­fall erschos­sen wur­de. Auf den Bericht mit dem genau­en Gesche­hen sowie der Beur­tei­lung durch die nor­we­gi­schen Behör­den darf man wei­ter gespannt sein.

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News-Auflistung generiert am 25. Juni 2022 um 13:59:07 Uhr (GMT+1)
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