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Jahres-Archiv: 2020 − News & Stories


Waldspaziergang bei Pyramiden

Wieder zurück zu Spitzbergens schönen Seiten, die dieses Jahr noch ferner und unerreichbarer liegen als sonst. Für dieses Tour nach Pyramiden hat es mehrere Anläufe gebraucht. Auf Spitzbergen ist ja fast alles wetterabhängig. Nach Pyramiden sind es auf dem Seeweg über 50 Kilometer, und unser Boot war ja nun nicht die Antigua. Da sollte das Wetter schon passen. Aber das tat es dann auch und mit einer kleinen Pause in der Skansbukta ging es in den Billefjord.

Pyramiden

Dort konnten wir die Gastfreundlichkeit im Hotel Tulipan in Pyramiden genießen. In Pyramiden hat sich in jüngerer Zeit ja einiges getan, das Hotel wurde aufgeputzt – die neue Bar ist sehr schön und die Küche hervorragend; dass die alten Zimmer nicht zumindest wahlweise noch verfügbar sind, ist etwas schade – und ins Kulturhaus ist mittlerweile auch wieder Leben eingezogen. Und es wird weiter gebaut und gemacht. Wir dürfen gespannt sein und freuen uns schon auf künftige Besuche.

Pyramiden: Kantine

In Pyramiden wird fleißig renoviert, oder zumindest erhalten. Hier die alte Kantine.

Devonische Wälder im Munindalen

Aber uns hat dieses Mal mehr die Natur gelockt. Und zwar wollten wir einen Waldspaziergang machen. Das kann man bei Pyramiden tatsächlich machen. Im Munindalen, genauer gesagt. Man kann zwar nicht im Wald spazieren, aber immerhin zum Wald. Dieser wuchs im Devon, vor über 350 Millionen Jahren, wahrscheinlich in einer Flussaue. Dann wurden die Schuppenbäume bei einem Hochwasser vom Schlamm bedeckt … und versteinerten. So sind sie noch heute zu sehen, senkrecht stehend, so wie sie einst wuchsen (“in situ”, wie der Geologe sagt). Einer der ältesten Wälder der Welt.

Schuppenbaum Devon Munindalen

Abdruck eines Schuppenbaums aus dem Devon im Munindalen.

Vor dem Devon war nicht viel mit Bäumen auf Erden. (Falls jemand ähnliche Fossilien in Pyramiden selbst gefunden hat: die sind aus dem Karbon, wie auch die Kohle, also deutlich jünger als die devonischen Bäume im Munindalen). Das ist es schon wert, sich nasskalte Füße zu holen, um einen Blick auf die Abdrücke zu werfen (oder nicht, wie wir, die Gummistiefel vergessen …) – mit Glück sieht man auch Positive; der Aufschluss besteht aus einer kleinen Steilwand direkt am Fluss und verändert sich daher immer wieder.

Pyramiden: Mimerdalen, Pferde

Sogar die Rentiere waren früher in Pyramiden größer als sonstwo 😉
Ernsthaft: hier grasten früher Pferde.

Schließlich kam der Nebel, der Longyearbyen mehrere Tage lang von der Außenwelt abschnitt (bei dichtem Nebel landen Flugzeuge dort nicht). Die Rückfahrt nach Longyearbyen verlief über weite Strecken mit dem GPS in der Hand 🙂

Wer Lust hat, mal wenigstens digital einen Ausflug nach Pyramiden zu machen, bis Spitzbergen wieder reell besser zugänglich wird – es gibt ja eine ausführliche Panorama-Seite zu Pyramiden.

Galerie: Pyramiden und Munindalen

Ein paar Eindrücke von der Fahrt ab Longyearbyen via Skansbukta, von Pyramiden und aus dem Munindalen.

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Longyearbyen schrumpft. Und: Die Bank gewinnt doch nicht immer

Longyearbyen verändert sich während der Corona-Krise: Seit Anfang März sind laut amtlicher Statistik 273 Personen abgewandert. Dazu kommt eine Dunkelziffer in naturgemäß unbekannter Höhe, da manche sich nicht abmelden oder sich auch vielleicht gar nicht erst angemeldet haben.

Wegen der fehlenden sozialen Absicherung von öffentlicher Seite und der im Frühjahr drastisch gestiegenden Arbeitslosigkeit können viele sich die hohen Lebenshaltungskosten in Longyearbyen nicht mehr leisten und sind in ihre Heimatländer gezogen. Der Spitzbergenvertrag sichert Bürgern vieler Staaten zwar freien Zugang, aber daher bietet Norwegen Spitzbergens Bewohnern keine Unterstützung etwa im Fall von Arbeitslosigkeit. Nach Auslaufen einer einmaligen staatlichen Unterstützung im Frühjahr standen Menschen ohne Einkommen oder finanzielle Reserven daher schutzlos im Regen.

Zu den Verlierern gehört wohl auch Longyearbyens Bank: die SpareBank Nordnorwegen schließt 16 Filialen im Norden des Landes, darunter auch die in Longyearbyen, die einzige Bank im Ort. Das soll allerdings nichts mit Corona zu tun haben, sondern mit verändertem Verbraucherverhalten: Laut SpareBank mache die Digitalisierung den direkten Kontakt mit einer Bankfiliale überflüssig, wie die Svalbardposten erfahren hat. Wie man sich denken kann, stößt die Ankündigung in Longyearbyen gerade in Krisenzeiten auf starke Kritik.

Post und Bank, Longyearbyen

Post und Bank in Longyearbyen: die Post bleibt, die Bank geht.

Glück gehabt hat hingegen die Post: Während in Norwegen die meisten Postfilialen geschlossen werden und Postdienste in großen Teilen des Landes künftig nur noch in Geschäften und Supermärkten zu finden sein werden, bleibt die Post in Longyearbyen erhalten. Darüber hinaus wird es nur noch Filialen in Oslo geben.

Eisbär beim Markieren umgekommen

Die Serie trauriger Nachrichten aus Spitzbergen will nicht abreißen. Am Mittwoch kam ein Eisbär im Zusammenhang mit einer Betäubung und Markierung durch Wissenschaftler ums Leben, wie der Sysselmannen bestätigte.

Der Vorfall ereignete sich im Wijdefjord in der routinemäßigen Herbstkampagne zum Markieren von Eisbären. Dabei werden Eisbären vom Hubschrauber aus betäubt und anschließend gewogen, markiert und es werden üblicherweise Proben genommen. Das Tier war der “30. oder 31.” Bär der aktuellen Kampgne.

Bekannt ist zunächst nur, dass der Bär die Prozedur nicht überlebte. Wann und warum er genau starb, ist bislang nicht veröffentlicht. Routinemäßig wurde beim Sysselmannen ein Verfahren eröffnet. Daher wurden bislang keine weiteren Details mitgeteilt, etwa ob ein Tierarzt anwesend war.

An dem Verfahren, regelmäßig eine große Anzahl von Eisbären vom Hubschrauber aus zu betäuben, was für die Tiere mit erheblichem Stress verbunden ist, wurde schon mehrfach substanzielle Kritik laut. Laut Jon Aars, dem führenden Eisbärenforscher des Norwegischen Polarinstituts, “verliere” man bei 1000 Betäubungen üblicherweise 2 bis 4 Eisbären. Ihm selbst (Aars) sei dies nun seit 2003 zum dritten Mal passiert. Der Svalbardposten teilte Aars mit, dass das “Markieren dadurch gerechtfertigt wird, dass wir als Wissenschaftler meinen, dass die Informationen, die wir erhalten, wertvoll sind”.

Eisbärenschädel

Begegnungen zwischen Mensch und Eisbär haben dieses Jahr auf Spitzbergen bereits vier Bären und einen Menschen das Leben gekostet
(Symbolbild: harmloser Fund eines Eiesbärenschädels in der Hinlopenstraße).

Es ist bereits der vierte Vorfall dieses Jahr, bei dem ein Eisbär auf Spitzbergen durch Menschenhand ums Leben kommt. Vor dem tödlichen Angriff Ende August, bei dem ein Mensch starb, war schon Anfang Januar ein Eisbär von der Polizei erschossen worden, ohne dass eine unmittelbare Gefahrensituation vorlag, und Ende Januar starb ein betäubter Eisbär, der aus der Umgebung Longyearbyens ausgeflogen werden sollte, im Hubschrauber, wobei mutmaßlich erhebliche Fehler gemacht worden sind. Beide Fälle, vor allem jedoch die tödliche Betäubung von Ende Januar, zogen starke Kritik auf sich, wobei es auch darum ging, ob das Polarinstitut die Kompetenz zum Betäuben von Eisbären hat oder ob dabei ein Tierarzt anwesend sein sollte. Man darf auch daher gespannt sein, welche Details im aktuellen Fall noch ans Licht kommen werden, etwa ob ein Tierarzt anwesend war.

Ausflug zum Svenskehuset am Kapp Thordsen

Bei all den schlechten Nachrichten der letzten Wochen wie Reisehindernissen wegen potenziell tödlicher Viren und dem Angriff eines absolut tödlichen Eisbären fällt es mitunter schwer, den Blick für die schönen Seiten Spitzbergens, wenn schon nicht des Lebens, zu verlieren. Es wird Zeit für ein paar Bilder, die genau diese schönen Seiten in Erinnerung rufen sollen.

Es ist mittlerweile schon wieder einige Wochen her, aber das macht ja nichts. Der Isfjord lag glatt wie ein Spiegel und die Fahrt von Longyearbyen zum Kapp Thordsen im kleine Zodiac lief wie im Tiefflug.

Galerie: Svenskehuset

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Die dramatische Geschichte des Svenskehuset am Kapp Thordsen, des ältesten Hauses von Spitzbergen, und warum es auch als “Gespensterhaus” bekannt ist, werde ich hier nicht erzählen. Das habe ich nämlich gerade auf einer neuen Pano-Seite über das Svenskehuset getan, wer interessiert ist, kann dort alles nachlesen. Ich kann es nur empfehlen. Diese Aufnahmen machen zu können, war einer von mehreren Gründen dafür, die erste sich bietende Gelegenheit zu nutzen, die Fahrt über den Isfjord zu machen.

Und ansonsten sind es die weiten Blicke über Fjord und Berge wie auch die kleinen Eindrücke der Tundra, die einen Schönwettertag mit viel Zeit an so einem schönen Ort zu einem Erlebnis machen, wie man sie nicht genug haben kann.

Apropos “kleine Eindrücke der Tundra”: die winzigen Blümchen zu fotografieren, fand ich immer etwas unbefriedigend, da wegen der geringen Tiefenschärfe von Nah- und Makroaufnahmen immer nur ein sehr kleiner Teil einer Blüte oder einer Blume scharf wird. Mittlerweile ermöglicht die Fototechnik, zumindest bei guten Bedingungen, einige Schritte weiter zu gehen. “Focus stacking” heißt das Zauberwort. Es erfordert etwas Aufwand in Bezug auf Technik, Vorbereitung, Aufnahme und Nachbearbeitung, aber ich finde, es lohnt sich:

Vierkantiges Heidekraut, Svenskehuset

Vierkantiges Heidekraut beim Svenskehuset.
Durch Fokus-Stacking wird fast die ganze Blüte scharf darstellbar.

Phippsøya-Eisbär (MS Bremen, 2018): Verfahren eingestellt

Das Verfahren in dem Fall des Eisbären, der 2018 von Mitarbeitern des deutschen Kreuzfahrtschiffes Bremen auf der Phippsøya erschossen wurde, wurde nun eingestellt, wie der Sysselmannen am Freitag mitteilte.

Eisbär, Phippsøya

Eisbär auf der Phippsøya, an einem Tierkadaver nagend.
Wahrscheinlich war es genau dieser Eisbär, der 11 Tage später am gleichen Ort
von Mitarbeitern der MS Bremen erschossen wurde.

Zu dem Fall war es am 28. Juli 2018 gekommen, als insgesamt 14 Mannschaftsmitglieder der MS Bremen auf der Phippsøya, die zu den Sjuøyane gehört, an Land gingen, um einen Landgang für die Passagiere vorzubereiten. Unter den 14 Personen befanden sich der Expeditionsleiter, vier Eisbärenwächter, ein Fotograf und weitere Mannschaftsmitglieder. Als zwei der Eisbärenwächter losgeschickt wurden, um nicht einsehbares Gelände zu kontrollieren, begegneten sie dem Eisbären, der eine der beiden Personen angriff und am Kopf verletzte. Auch Schreckschüsse brachten den Bären nicht dazu, den Angriff zu unterbrechen, so dass zwei Personen insgesamt drei Schüsse abfeuerten und den Bären damit töteten. Der angegriffene Mann überlebte leicht verletzt.

Der Vorfall wurde von dem anwesenden Fotografen dokumentiert, so dass sich das Geschehen gut und unzweifelhaft rekonstruieren ließ.

Nach einer Entscheidung der Staatsanwaltschaft Troms und Finnmark (Nordnorwegen) wurde das Verfahren nun eingestellt. Einen Eisbären zu erschießen ist grundsätzlich verboten und strafbar, im vorliegenden Fall wurde aber Notwehr festgestellt.

Auch das Verfahren gegen die Firma wurde eingestellt. Hier war untersucht worden, ob die Sicherheitsroutinen ausreichend waren.

Die Untersuchung des Vorfalls war im November 2019 abgeschlossen, das Verfahren wurde danach jedoch noch wegen unklarer Zuständigkeiten und dann wegen der Corona-Krise verzögert.

Mehrtägige Kreuzfahrten in Spitzbergen nur noch mit 30 Personen an Bord

Die norwegische Regierung hat beschlossen, mehrtägige Schiffsreisen in Spitzbergen noch weiter einzuschränken: Nun dürfen sich nur noch insgesamt – also Passagiere und Mannschaft zusammen – 30 Personen an Bord befinden. Ausgenommen sind Tagesfahrten ohne Übernachtung an Bord.

Die Regierung begründet dies mit den Schwierigkeiten, die ein Covid-19-Ausbruch an Bord eines größeren Schiffes in Spitzbergen mit sich bringen würde.

Le Boreal, Spitsbergen

Die Le Boreal (hier 2015 im Liefdefjord) war eines der wenigen Schiffe, die diesen Sommer überhaupt in Spitzbergen mehrtägige Reisen durchgeführt haben.

Im Juni wurde die Tür für Expeditionskreuzfahrten einen Spalt weit geöffnet. Allerdings hielten die Auflagen wie etwa die Halbierung der Passagierkapazität viele Veranstalter und Reedereien davon ab, ihre Schiffe überhaupt nach Spitzbergen zu bringen. Nach einem Corona-Ausbruch auf der MS Roald Amundsen hat Hurtigruten die Expeditionsreisen vor ein paar Wochen bereits wieder eingestellt. Darüber hinaus war an größeren Expeditionskreuzfahrtschiffen nur noch die Le Boreal in Spitzbergen unterwegs, neben ein paar deutlich kleineren Schiffen: Der Origo gelangen ein paar Fahrten. Auch die Cape Race hat aktuell eine Reise gemacht, musste die weiteren, geplanten Reisen in Spitzbergen wegen der kürzlich eingeführten Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland aber bereits wieder absagen und wird nun versuchen, alternativ Reisen in Schottland anzubieten. Viel Glück!

Spätestens zum 1. November soll diese neue Regel wieder geprüft werden. Hier besteht kein Grund zur Eile: Für Anbieter mehrtägiger Schiffsreisen ist die Saison in Spitzbergen bis dahin ohnehin längst gelaufen – soweit sie 2020 überhaupt stattgefunden hat.

Wrack der Northguider entfernt

Das Wrack des Fischtrawlers Northguider ist nun vollständig entfernt.

Der Krabbentrawler war Ende Dezember 2018 in der Hinlopenstraße dicht vor dem Nordaustland auf Grund gelaufen. Die Mannschaft konnte bei schlechtem Wetter und Dunkelheit in einer dramatischen Aktion mit Hubschraubern gerettet werden. In der folgenden Zeit konnten zunächst auch Treibstoffe, Öle und auch andere umweltschädliche Materialien wie Elektrik, Farben und Fischereiausrüstung geborgen werden.

Wrack Northguider

Das Wrack des Krabbentrawlers Northguider und Bergungsschiffe
im August 2019 vor dem Nordaustland in der Hinlopenstraße.

Die für 2019 geplante Bergung des Schiffes scheiterte aber zunächst. Erst verzögerte Treibeis die Arbeiten, und dann zeigte sich, dass das Wrack zu stark beschädigt war, um, wie zunächst geplant, in einem Stück entfernt zu werden.

Nun wurde die Northguider vor Ort in kleinere Teile zerlegt, die nach Norwegen gebracht wurden. Taucher bestätigten, dass sich vor Ort auch am Meeresboden keine Reste des Wracks mehr befinden, wie der Sysselmannen in einer Pressemeldung mitteilt.

Identität des getöteten Mannes wurde bekannt gegeben

Der Sysselmannen hat die Identität des Mannes, der heute Nacht auf dem Campingplatz von einem Eisbären getötet wurde, bekannt gegeben.

Es handelt sich um den Niederländer Johan Jacobus “Job” Kootte. Er wurde 38 Jahre alt.

Mann von Eisbär beim Longyearbyen Campingplatz getötet

Der Ort des tragischen Geschehens der letzten Nacht: Longyearbyen Campingplatz.

Job war diesen Sommer auf dem Campingplatz angestellt. Es war seine zweite Saison auf dem Campingplatz.

Weiterhin wurde offiziell mitgeteilt, dass Job in seinem Zelt lag, als er angegriffen wurde. Weitere Details zum Geschehen wurden noch nicht mitgeteilt, die offiziellen Untersuchungen laufen noch.

Von den übrigen Personen, die sich auf dem Campingplatz aufhielten, wurde keiner körperlich verletzt. Sie wurden von medizinischem Personal und einem “psychosozialen Krisenteam” betreut und werden nun vom Sysselmannen zum Geschehen befragt.

Viele, darunter dieser Autor, sind schockiert und in Gedanken bei Job und seinen Angehörigen und Nahestehenden.

Mann bei Longyearbyen von Eisbär getötet

Gegen 4 Uhr früh ging beim Sysselmannen ein Notruf ein: Beim Campingplatz bei Longyearbyen war ein Mann von einem Eisbären angegriffen und verletzt worden. Die Einsatzkräfte brachten den Mann ins Krankenhaus, wo nur noch der Tod festgestellt werden konnte.

Offiziell ist der Mann noch nicht identifiziert, wie der Sysselmannen angibt.

Andere Anwesende feuerten zwei Schüsse auf den Eisbären ab. Dieser wurde etwas später tot am Parkplatz des Flughafens gefunden.

Mann von Eisbär beim Longyearbyen Campingplatz getötet

Der Ort des tragischen Geschehens der letzten Nacht: Longyearbyen Campingplatz.

Alle anderen Personen, die am Campingplatz anwesend waren, sind nun in einem Hotel in Longyearbyen untergebracht. Die Untersuchungen des Sysselmannen laufen.

In den letzten Tagen waren mehrfach Eisbären in der Umgebung von Longyearbyen gesehen worden: bei Hiorthhamn und beim Todalen (im Adventdalen). Eine Eisbärin mit Kind war am Mittwoch betäubt und per Hubschrauber auf die Isfjord-Nordseite verbracht worden. Zusätzlich war ein einzelner Bär mehrfach über mehrere Tage hinweg in Hiorthhamn und im Adventdalen gesehen worden.

Quarantänepflicht bei Einreise in Norwegen aus Deutschland ab Samstag

Gestern war es zunächst noch eine Vermutung aufgrund einer entsprechenden Empfehlung des norwegischen Gesundheitsamtes (Folkehelseinstitutt, FHI), dann wurde es nach einem Beschluss der norwegischen Regierung amtlich: ab Samstag gilt für Einreisende aus Deutschland in Norwegen eine zehntägige Quarantänepflicht. Diese wird zeitgleich auch für Liechtenstein in Kraft gesestzt, für eine Reihe weiterer europäischer Länder gilt sie bereits.

Corona: Einreisebeschränkungen Norwegen

“Gilt in ganz Europa” – Warnung vor dem Corona-Virus
(Bildmontage. Das ist natürlich in Wirklichkeit das berühmte Eisbärenwarnschild, dass tatsächlich vor Eisbären “in ganz Svalbard” warnt).

Die Quarantäne muss an einer “geeigneten” Adresse auf dem Festland “abgesessen” werden. Wechselnde Adressen sind nicht zulässig, Campingplätze gelten als nicht geeignet und die Quarantäne muss vor einer eventuellen Weiterreise nach Spitzbergen beendet werden, Quarantäne auf Spitzbergen geht also nicht. Bei der Einreise kann eine entsprechende Buchung oder Einladung verlangt werden.

Kriterium für die Einführung der Quarantänepflicht in Norwegen sind 20 oder mehr Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 14 Tagen.

Quarantänepflicht bald wahrscheinlich auch für Touristen aus Deutschland

Das norwegische Gesundheitsamt (Folkehelseinstitutt, FHI) hat sich aufgrund steigender Infektionszahlen in Deutschland dafür ausgesprochen, dass auch die Bundesrepublik auf die Liste “roter” Länder soll. Touristen aus diesen Ländern unterliegen bei der Einreise nach Norwegen einer zehntägigen Quarantänepflicht. Auch für Liechtenstein empfiehlt das FHI eine solche Einstufung.

Corona: Einreisebeschränkungen Norwegen

“Gilt in ganz Europa” – Warnung vor dem Corona-Virus
(Bildmontage. Das ist natürlich in Wirklichkeit das berühmte Eisbärenwarnschild, dass tatsächlich vor Eisbären “in ganz Svalbard” warnt).

Die Entscheidung liegt nun bei der norwegischen Regierung, aber es ist wahrscheinlich, dass diese dem Rat des FHI folgen wird. Möglicherweise wird man in Oslo aber zunächst auch die aktuellen Zahlen weiter beobachten, denn die Grenze liegt bei 20 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 14 Tagen. Das Robert Koch Institut gab diese Zahl am Dienstag (25.8.) im bundesweiten Mittel mit 10,2 innerhalb der letzten Woche (7 Tage) an, und regional liegt sie deutlich höher (die unterschiedlichen Betrachtungszeiträume – 14 Tage als Grundlage für die norwegische Einschätzung der Entwicklung, 7 Tage für die Angaben des RKI, sind in der ersten Fassung dieses Beitrags untergegangen, jetzt ist der Fehler korrigiert). Unterscheidungen auf regionaler Basis hat die norwegische Regierung bislang nur für skandinavische Länder getroffen.

Sollte die Regierung in Oslo diese Woche die Quarantänepflicht für Touristen aus Deutschland und Liechtenstein verhängen, würde diese in der Nacht zu Samstag in Kraft treten. Das norwegische Gesundheitsamt hat bereits vorsorglich Textnachrichten an norwegische Mobilnummern in Deutschland verschickt und vor einer möglichen Quarantänepflicht bei Einreise ab Samstag gewarnt.

Eisbären aus der Umgebung von Longyearbyen ausgeflogen

Wieder einmal hatte Longyearbyens Umgebung Eisbärenbesuch, und zwar gleich mehrfach: Ein einzelner Eisbär hatte versucht, in Hiorthhamn in Hütten einzubrechen, was die Polizei (Sysselmannen) mit Warnschüssen aus Signalpistolen verhinderte.

Shopping Lompensenter Longyearbyen

Eisbär zu Besuch in Hiorthhamn bei Longyearbyen (Archivbild).

Bald darauf kam eine Eisbären mit einem Jungbären in die gleiche Gegend spaziert. In diesem Fall entschied man sich schnell dazu, die beiden Eisbären zu betäuben und per Hubschrauber aus dem Adventfjord wegzubringen. Nachdem der Versuch, einen Eisbären zu betäuben, zu Beginn des Jahres für den Bären tödlich gelaufen war, was zu massiver Kritik auch von behördlicher Seite geführt hatte, hat das norwegische Polarinstitut, das zusammen mit dem Sysselmannen die Operation ausführt, Konsequenzen gezogen: Neben dem amtlichen Ober-Eisbärenforscher Jon Aars war im Gegensatz zu früheren Routinen ein Tierarzt an der Ausführung beteiligt. Bei der Betäubung kam ein anderes Medikament zum Einsatz, das ein schnelleres Erwachen aus dem Tiefschlaf zulässt. Den Eisbären war während des Fluges Sauerstoff zugeführt, und das Erwachen wurde überwacht und durch ein Gegenmittel beschleunigt, die Aars der Svalbardposten erzählte.

Den beiden Eisbären soll es gut gehen. Die Mutter ist mit 15 Jahren nicht mehr die allerjüngste und recht dünn, was dem Alter und der Jahreszeit entsprechend aber normal ist; dennoch wog sie mehrere hundert Kilogramm. Wahrscheinlich hatten sie kürzlich noch etwas zum Fressen gefunden. Der junge Bär wog 49 Kilogramm und soll in guter Verfassung sein.

Da von ihnen bekannt ist, dass sie sich längerfristig im Isfjord aufhalten, wurden sie nicht, wie sonst in derartigen Fällen üblich, in weiter weg gelegene Regionen wie das Nordaustland oder die Edgeøya verbracht, sondern auf die Nordseite des Isfjord.

Spitzbergen-Blog 2020: Sassenfjord

Die Spitzbergen-Saison 2020, so wie wir sie kennen, fiel ja nun komplett ins Wasser. Aber darüber will ich hier nun nicht lamentieren, sondern mich stattdessen freuen, dass der Sommer trotzdem eine Menge schöner Spitzbergen-Erlebnisse gebracht hat. Eben etwas anders. Das Boot war etwas kleiner als die Antigua oder die Arctica II, und es ging nicht zum Nordaustland und zur Edgeøya, sondern an interessante, abwechslungsreiche Orte im Isfjord.

In lockerer Folge kommen nun rückblickend ein paar Blog-Einträge, um ein paar frische Bilder aus Spitzbergen zu zeigen. Mal etwas anders … wir fangen mit einer Zodiactour in den Sassenfjord an. Wunderschöne Landschaft, arktische Stille, freundliche Rentiere, schöne Blumen – darunter eher seltene wie die Mertensie und die Nördliche Jakobsleiter – und erdmittelalterliche Fossilien (Muscheln und Ammoniten aus dem Jura). Gewürzt mit Zeit und Ruhe. Was will man mehr? Schöner wird das Arktis-Leben nicht 🙂

Galerie: Sassenfjord – Deltaneset

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Tourismus kollabiert weiter, neue Reisebeschränkungen

Es sind wenig überraschende Nachrichten: Der Tourismus in Spitzbergen kollabiert in der Corona-Krise weiter vor sich hin, während die norwegische Regierung Reisebeschränkungen für immer mehr europäische Länder ankündigt. Einer von der Svalbardposten vorgenommenen Auswertung öffentlich zugänglicher Statistiken der Steuerbehörden haben die 51 am schwersten betroffenen Betriebe aus Longyearbyen von März bis Mai zusammen im Vergleich mit dem Vorjahr 170 Millionen Kronen Umsatz verloren (etwa 17 Millionen Euro). Und da sind Schwergewichte wie Hurtigruten Svalbard, der größte Anbieter touristischer Dienstleistungen in Longyearbyen, nicht einmal mit dabei, so dass die echten Zahlen noch deutlich darüber liegen werden. Gleichzeitig haben lokale Betriebe insgesamt 16 Millionen Kronen an Korona-Hilfe bekommen: nicht einmal 10 Prozent des Umsatzverlustes.

Shopping Lompensenter Longyearbyen

Shopping-Angebote im Lompensenter in Longyearbyen. Es kommt nur kaum einer.

Schon jetzt kommen noch weniger Touristen als in den letzten Wochen. Letzte Woche gab es im Schnitt pro Nacht nur 178 Übernachten in den Hotels. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise hat Longyearbyen bereits 96 Einwohner verloren, Mitte August waren 2337 Personen registriert im Gegensatz zu 2433 Einwohnern Anfang März. Auch hier geben die Zahlen nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit wieder, da die zahlreichen Saisonkräfte im Tourismus, die früh in der Krise ihre Stellen verloren haben oder gar nicht erst gekommen sind, nicht als Ansässige registriert werden.

Zugleich gibt die Entwicklung der Infektionszahlen der norwegischen Regierung Anlass, für Touristen aus weiteren europäischen Ländern bei einer eventuellen Einreise eine 10-tägige Quarantänepflicht zu verhängen. Dies gilt in der Karte für Touristen aus roten Ländern und Regionen (zu hohe Infektionszahlen) und schraffierten Ländern (keine oder aus norwegischer Sicht nicht zuverlässige Angaben). Die hier gezeigte Karte des norwegischen Folkehelseinstitutt (nationales Gesundheitsamt) gilt ab dem 22. August.

Norwegische Korona-Karte vom 19.08.2020

Norwegische “Korona-Karte” vom 19.08.2020 (gilt ab 22.8.). © Folkehelseinstituttet.

Bislang ist in den Siedlungen Spitzbergens noch kein Fall einer Corona-Infektion oder einer Erkrankung an Covid-19 bekannt geworden.

Norwegen erweitert Reisebeschränkungen; Tourismus in Longyearbyen unter Erwartung

Aufgrund steigener Zahlen und zunehmender Unsicherheit rund um die Ausbreitung des Corona-Virus in Europa hat die norwegische Regierung ihre Reisewarnungen und Beschränkungen für einreisende Touristen verschärft. Norwegern wird von nicht notwendigen Auslandsreisen generell weiterhin abgeraten; dies gilt bis auf Weiteres, zunächst mindestens bis zum 01. Oktober.

Aufgrund der gestiegenen Unsicherheit mit einer Vielzahl von – oft kleineren Ausbrüchen – in vielen Regionen in europäischen Ländern wird auch die Kategorie “grün” in der Europakarte zunächst abgeschafft. In der Praxis können Touristen aus “gelben” Ländern zwar weiterhin ohne Quarantäne in Norwegen einreisen, aber damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass es “grüne (=sichere)” Länder mit Blick auf Corona derzeit nicht gibt. Damit soll laut Regierungschefin Erna Solberg Missverständnissen vorgebeugt und verdeutlicht werden, dass die Regierung Norwegern von nicht notwendigen Reisen auch in diese Länder abrät.

Norwegische Korona-Karte vom 12.08.2020

Norwegische “Korona-Karte” vom 12.08.2020. © Folkehelseinstituttet.

Aber auch im Blick auf die “roten” Länder hat die Karte sich deutlich verändert. Diese Karte tritt am 15. August in Kraft. Ab dann gibt deutlich mehr Länder, aus denen Touristen nur noch mit 10 Tagen Quarantäne in Norwegen einreisen dürfen; darunter die Niederlande, Frankreich und Island. Die Quarantäne muss zusammenhängend an einer Adresse auf dem Festland abgesessen werden, vor Weiterreise nach Spitzbergen, wenn dies das Reiseziel ist.

Für schraffiert dargestellte Länder sind die Informationen nicht ausreichend oder nicht verlässlich genug; auch hier unterliegen Touristen einer 10-tägigen Quarantänepflicht.

Die Karte wird mindestens alle 14 Tage aktualisiert, bei Bedarf öfter.

Für Reisende mit nicht-touristischen Reisegründen gelten andere Regeln.

Wie man erwarten kann, ist der Tourismus auf Spitzbergen in weiten Teilen regelrecht kollabiert. Im Juni kamen 85 % weniger Touristen als im Vorjahr nach Longyearbyen, im Juli lag die Quote im Vorjahresvergleich immerhin bei 50 %: in diesem Monat kamen 3448 Touristen (im Juli 2019 waren es 8789). Der Anstieg liegt daran, dass viele Norweger die “Gelegenheit” für eine Reise nach Spitzbergen nutzten: für norwegische Touristen liegen die Zahlen für den Juli 2020 sogar höher als 2019. Dennoch sank die Belegung der Hotels von 77 % (Juli 2020) auf 35 %, berichtet die Svalbardposten unter Berufung auf Visit Svalbard.

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News-Auflistung generiert am 26. September 2020 um 05:07:20 Uhr (GMT+1)
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