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Jahres-Archiv: 2021 − Reiseblog


Engelskbuk­ta, Ny-Åle­sund – 11. August 2021

Die­ser wet­ter­tech­nisch etwas graue Tag beginnt mit einem klei­nen Tund­ra­spa­zier­gang in der Engelskbuk­ta.

Knöll­chen­knö­te­rich und Sil­ber­wurz, ein paar Grä­ber und ein Speck­ofen aus der Wal­fän­ger­zeit.

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Spä­ter besu­chen wir Ny-Åle­sund, Spitz­ber­gens nörd­lichs­te Sied­lung, mit allem, was dazu gehört: alte Geschich­ten und moder­ne For­schung, Kongsfjor­dbu­tik­ken und Berg­bau, Polar­ge­schich­te und Stadt­füh­rung.

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Der Kongsfjord ist grau und bleibt es wohl in den nächs­ten Tagen auch. Bevor der ange­kün­dig­te Nord­wind ein­setzt, machen wir den Sprung ent­lang der nörd­li­chen West­küs­te nach Nor­den.

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St. Jonsfjord – 10. August 2021

Der For­landsund prä­sen­tier­te sich heu­te neb­lig-grau und etwas win­dig. Kurz­um, wir ver­zo­gen uns in den St. Jonsfjord und hoff­ten auf bes­se­re Bedin­gun­gen. Und: Voll­tref­fer! Eine herr­li­che Glet­sch­er­land­schaft im Son­nen­schein. Vie­le auf dem Was­ser trei­ben­de klei­ne Eis­stü­cke von den zwei sehr akti­ven Glet­schern hin­ten im Fjord. Einer der bei­den stößt der­zeit kräf­tig vor; über die Posi­ti­on, wo wir noch 2019 mit der Anti­gua waren, hat sich seit­dem schon der Glet­scher vor­ge­scho­ben! Der Nach­barglet­scher zieht sich hin­ge­gen zurück, wie die aller­meis­ten Glet­scher Spitz­ber­gens.

Wir sahen uns das aus allen mög­li­chen Per­spek­ti­ven an: von einem per­fekt posi­tio­nier­ten Berg­rü­cken, vom Was­ser aus und von einer ganz jun­gen, klei­nen Insel aus, die gera­de erst in den letz­ten Jah­ren vom Glet­scher frei­ge­ge­ben wur­de. Auf die­ser Insel waren vor uns sicher nicht vie­le an Land gewe­sen!

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For­landsund – 09. August 2021

Es ist immer noch Mon­tag, der 09. August – der Tag ist noch nicht vor­bei. Nach einer klei­nen Nebel- und Schau­kel­pha­se bei der Aus­fahrt um den Isfjord emp­fängt der For­landsund uns mit Son­ne – und Dut­zen­den von Finn­wa­len!

Beim Prins Karls For­land holt der Nebel uns wie­der ein. Trotz­dem las­sen wir uns die Gele­gen­heit für einen spät­abend­li­chen Besuch bei den Wal­ros­sen nicht ent­ge­hen.

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Erd­mann­flya, Ymer­buk­ta – 09. August 2021

Die Son­ne ver­steck­te sich hin­ter einer Wol­ken­de­cke, aber wind­stil­les Wet­ter und kla­re Sicht luden zu einer län­ge­ren Wan­de­rung über die Erd­mann­flya ein, ein wei­tes Tun­dra­land mit vie­len Ren­tie­ren, ver­schie­de­nen Vögeln, Seen, Feucht­ge­bie­ten und klei­nen Fels­rü­cken mit schö­nen Aus­sich­ten. Die Tour nahm den grö­ße­ren Teil des Tages ein, abge­run­det durch eine klei­ne Fahrt mit dem Schiff zum Esmark­breen, dem Glet­scher in der Ymer­buk­ta. Nun hüllt der Nebel uns ein, wäh­rend wir den Isfjord ver­las­sen und bald in den For­landsund ein­bie­gen wer­den.

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Lon­gye­ar­by­en – 08. August 2021

End­lich, nach fast zwei Jah­ren, heißt es wie­der „Spitz­ber­gen unter Segeln“! Die Freu­de ist groß, wir kön­nen es noch kaum fas­sen und glau­ben es erst so rich­tig, nach­dem wir abge­legt haben. Aber nun sind wir unter­wegs! Skip­per Hein­rich, mei­ne Kol­le­gin Hel­ga und wei­te­re neun, die sich auf 18 Tage Spitz­ber­gen auf der Arc­ti­ca II freu­en.

Der ers­te Abend bringt gleich die ers­ten Schrit­te an Land in der Borebuk­ta, auf der Nord­sei­te des Isfjord. Und gleich auf den ers­ten Metern das ers­te Wal­ross, und Bli­cke über die Tun­dra im gol­de­nen Licht der bei­na­he mit­ter­nächt­li­chen Son­ne.

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Pyra­mi­den und Dick­son Land. Und die Anti­gua!

Wie neu­lich schon erwähnt – wir ver­brin­gen viel Zeit drau­ßen unter­wegs, und natür­lich steht auch in Lon­gye­ar­by­en stän­dig irgend etwas auf dem Zet­tel. Der Com­pu­ter hat rela­tiv viel Pau­se, zum Schrei­ben bleibt nicht viel Zeit. Dafür damp­fen immer wie­der die Wan­der­schu­he oder der Außen­bor­der unse­res Zodiacs, und immer wie­der glüht der Kame­ra­sen­sor.

Aber den­noch sol­len ein paar Ein­drü­cke von unse­ren Erleb­nis­sen hier nicht feh­len.

Wie­der­se­hen mit der Anti­gua

Antigua, Ymerbukta

Die Anti­gua in der Ymer­buk­ta.
Wir sind ihr nach ihrer Über­fahrt ein Stück­chen ent­ge­gen gekom­men.

Ganz vor­ne­weg: Die Anti­gua ist da! Herr­lich! Wir haben es uns nicht neh­men las­sen, ihr mit unse­rem klei­nen Zodiac ent­ge­gen zu kom­men. Ein wun­der­ba­res Wie­der­se­hen mit Kapi­tän Mario und sei­ner Mann­schaft gab es dann in der Ymer­buk­ta! Dort mach­te die Mann­schaft nach der lan­gen Über­fahrt Pau­se, und zur Fei­er des Tages haben wir der Cole­s­buk­ta gemein­sam noch einen Besuch abge­stat­tet, bevor es nach Lon­gye­ar­by­en ging. Dort macht die Mann­schaft das Schiff nun start­klar für die ers­te Fahrt, die am 11. August los­geht. Ich freue mich dar­auf, Ende August dazu­zu­sto­ßen, zunächst bin ich ja bald erst mal mit der Arc­ti­ca II unter­wegs.

Mit Mario, Colesbukta

Mit Anti­gua-Kapi­tän Mario in der Cole­s­buk­ta.
Das freu­di­ge Wie­der­se­hen wird gepflegt begos­sen.

Pyra­mi­den und Dick­son Land

Es ist ja mitt­ler­wei­le schon wie­der eine Wei­le her, dass wir ein paar Tage in Pyra­mi­den und Umge­bung unter­wegs waren. Einen ver­stei­ner­ten Wald gesucht und gefun­den, der in einem der umlie­gen­den Täler schon ein Weil­chen steht, rund 400 Mil­lio­nen Jah­re im Gestein kon­ser­viert, seit er ein­mal bei einem Hoch­was­ser von Schlamm bedeckt wur­de – ste­hend, so wie er gewach­sen war. Einen ande­ren Teil die­ses Wal­des hat­ten wir letz­tes Jahr schon gese­hen; er wird der­zeit an meh­re­ren Stel­len vom Fluss wie­der ans Tages­licht gebracht, zumin­dest für eine geo­lo­gi­sche Mil­li­se­kun­de, um dann für immer zu ver­schwin­den. Wenn man das Glück hat, in die­sem Moment in der Nähe zu sein, muss man es aus­nut­zen!

Und über­haupt ist das Dick­son Land ja einer der schöns­ten Tei­le Spitz­ber­gens, wie ich fin­de.

Gale­rie – In und um Pyra­mi­den

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Auf Mar­tin Conway’s Spu­ren im Bol­terda­len

Ark­tis! Spitz­ber­gen! Natur! Auf Tour sein! Herr­lich …

Das war die Kurz­fas­sung 🙂 das ist das, wor­um es hier der­zeit geht, in und um Lon­gye­ar­by­en. Ande­res muss jetzt war­ten. Am Com­pu­ter habe ich die­ses Jahr schon zuviel Zeit ver­bracht, das steht nun zurück, sonst hät­te der Ark­tis-Rei­se­b­log in den letz­ten Wochen schon wie­der reich­lich Stoff bekom­men kön­nen.

Aber heu­te ist ein Pau­sen­tag, und da kann man mal etwas auf­ho­len.

Die Vor­trags­rei­he „Der ark­ti­sche Mitt­woch“ war eine schö­ne Gele­gen­heit, sich mit man­chen Geschich­ten und The­men, die mir wich­tig sind, wie­der zu beschäf­ti­gen. Vort Ort macht das natür­lich am meis­ten Spaß. Wer erin­nert sich an den Vor­trag „Die Ost­küs­te – Geschichte(n) einer legen­dä­ren Spitz­ber­gen-Rou­te“ vom April? Da ging es um die ers­te Que­rung Spitz­ber­gens durch den Eng­län­der Mar­tin Con­way und Beglei­ter von 1896, neben diver­sen Geschich­ten drum­her­um natür­lich.

Nun waren wir auf Conway’s Spu­ren unter­wegs (beim eng­li­schen Namen darf der Geni­tiv ein Apo­stroph bekom­men, fin­de ich, sieht sonst komisch aus). Con­way und sein Beglei­ter Gar­wood haben vom Advent­da­len aus einen Vor­stoß nach Süden gemacht, um eine Rou­te zum Van Mijen­fjord (damals von Con­way „Low Sound“ genannt) im Süden zu erkun­den. Man­gels topo­gra­phi­scher Infor­ma­ti­on hat­ten die bei­den damals eine ziem­lich absur­de Rou­te genom­men und es wur­de ein hef­ti­ger Gewalt­marsch.

Tverrdalen, Conway

Die­ses Tal mar­schier­ten Con­way und Gar­wood 1896 bis ans Ende, wo man das Reinda­len erkennt. Damit hat­ten sie die gesuch­te Rou­te vom Advent­fjord zum Van Mijen­fjord gefun­den.

Das haben wir nun natür­lich nicht gemacht, aber das Bol­terda­len hat es trotz­dem in sich: nas­se Tun­dra über Kilo­me­ter hin­weg, Fluss­que­run­gen, wei­te stei­ni­ge Morä­nen­land­schaft. Ark­tis eben!

Belohnt wird man mit jeder Men­ge ark­ti­scher Natur, von einer blü­hen­den Pflan­zen­welt über neu­gie­ri­ge Ren­tie­re, dar­un­ter eini­ge Käl­ber, und ver­stei­ner­tem Holz aus grau­er (ter­tiä­rer) Vor­zeit.

Nach der Tour konn­ten wir bequem ins Auto stei­gen und nach Lon­gye­ar­by­en fah­ren. Con­way hin­ge­gen war eines sei­ner bei­den Pfer­de weg­ge­lau­fen. Das Tier hat­te kei­ne Lust mehr auf den anstren­gen­den Marsch durch wei­te Schnee­sümp­fe und ist abge­hau­en, den kom­plet­ten Weg zurück nach Advent Point (wo heu­te der Flug­ha­fen in der Nähe liegt). Einer der Män­ner muss­te den gan­zen Weg dort­hin mar­schie­ren, um das arme Pony zurück­zu­ho­len! So kam das Bol­terda­len, damals Bol­ter Val­ley, zu sei­nem Namen (engl. to bol­ter = aus­rei­ßen).

Gale­rie – Bol­terda­len

Hier eini­ge Ein­drü­cke von einem Tag im Bol­terda­len, ange­fan­gen bei Lon­gye­ar­by­en:

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End­lich – Spitz­ber­gen!

End­lich – Spitz­ber­gen! End­lich, nach lan­ger Durst­stre­cke wie­der fri­sche ark­ti­sche Luft! Mal schau­en, was die nächs­ten Wochen und Mona­te alles brin­gen wer­den. Wir sind voll mit Hoff­nun­gen und Plä­nen.

Wer von Oslo aus los­fliegt, soll­te es am Flug­ha­fen Oslo Gar­der­mo­en wirk­lich nicht eilig haben. Die War­te­schlan­gen sind schnell sehr, sehr lang, und es daa­auuuert …

Zeit soll­te man übri­gens auch beim ers­ten Gang in den Sval­bard­bu­tik­ken (der Super­markt) mit­brin­gen. Gefühlt ist er jetzt dop­pelt so groß. Ganz per­fekt ist es noch nicht …

Svalbardbutikken, Longyearbyen

Eine Ecke im völ­lig umge­bau­ten Super­markt in Lon­gye­ar­by­en.
Preis­fra­ge für Spitz­ber­gen-Nerds: was ist hier falsch? 🙂

End­lich – Spitz­ber­gen! Ein paar ers­te Ein­drü­cke aus Oslo und Lon­gye­ar­by­en

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Mit der Anti­gua zum Eis … oder auch nicht

Sonn­tag, 30. Mai 2021, frü­her Nach­mit­tag – genau jetzt wür­den sich etwa 30 Ark­tis-Begeis­ter­te zusam­men mit der Mann­schaft im Hafen von Lon­gye­ar­by­en auf der Anti­gua ein­fin­den.

Nun eben nicht, aus all­ge­mein bekann­ten Grün­den. Zum zwei­ten Mal in Fol­ge fällt die­se Rei­se coro­nabe­dingt aus, wie auch die län­ge­re Fahrt mit der Anti­gua Ende Juni/Juli.

Was uns nun ent­geht, weiß kei­ner. Das ist ja eben das Schö­ne an die­sen Fahr­ten, dass jede Rei­se wie­der neu ist und auch für die Spitz­ber­gen-Erfah­re­nen an Bord Erleb­nis­se bringt, mit denen mehr oder weni­ger kei­ner gerech­net hat. Man weiß eben vor­her nie genau, wo es hin geht, wie das Wet­ter sein wird, wo man die Tie­re fin­det.

Antigua, Eiskante

Mit der Anti­gua an der Eis­kan­te im Smee­ren­burgfjord, Anfang Juni 2019.

Nach­ho­len kann man das nicht. Nächs­tes Jahr wird wie­der ein neu­es Jahr, es wird nur 12 Mona­te haben und das brin­gen, was 2022 eben brin­gen wird, unab­hän­gig davon, was 2021 alles nicht mög­lich war und ist.

Wir kön­nen spa­ßes­hal­ber das machen, was wir natür­lich zu Beginn einer jeden Rei­se stän­dig machen, und zwar einen Blick auf Eis­kar­te und Wet­ter­vor­her­sa­ge wer­fen. Wir sehen, dass die Nord­küs­te Spitz­ber­gens voll­stän­dig in dich­tem Eis liegt. Im Storfjord, im Süd­os­ten, hin­ge­gen eher locke­re Eis­fel­der, unter­bro­chen von Flä­chen offe­nen Was­sers. Es wäre eine span­nen­de Über­le­gung gewe­sen, nicht in den Nord­wes­ten zu fah­ren, wo man nach Stand der Din­ge erst gar kein Eis hat und dann von jetzt auf gleich so viel, dass es gar nicht mehr wei­ter geht, son­dern in den Süden und Süd­os­ten, in die schö­nen Fjor­de an der süd­li­chen West­küs­te und zu den offe­ne­ren Treib­eis­fel­dern im Storfjord, wo man auch auf einem Segel­schiff erle­ben kann, wie es ist, wenn man in alle Rich­tun­gen Eis­schol­len sehen kann.

Spitzbergen Eiskarte

Eis­kar­te von Spitz­ber­gen. Das wür­de man jetzt ger­ne vor Ort sehen
(Kar­te © Nor­we­gi­sches Meteo­ro­lo­gi­sches Insti­tut).

Natür­lich hat bei all dem auch das Wet­ter eine Men­ge zu sagen. Es wäre sicher kei­ne durch­ge­hend son­ni­ge Woche gewor­den, aber wann hat man das schon mal? Eine Mischung aus allem, von blau­em bis zu grau­em Him­mel, hier Son­ne und da auch mal Regen, Schnee oder irgend etwas dazwi­schen eben. Früh­jahr in der Ark­tis. Wie das Wet­ter in die­sen Gegen­den, im Smee­ren­burgfjord oder im Horn­sund, in ein paar Tagen sein wird, weiß nur, wer zu die­ser Zeit dort ist.

Spitzbergen Eiskarte

Wet­ter­vor­her­sa­ge für den Horn­sund. Die­se Vor­her­sa­gen sind alles ande­re als wirk­lich zuver­läs­sig, aber trotz­dem ein Aus­gangs­punkt für jede Pla­nung (© yr.no).

Wir wer­den nicht dort sein. Trau­rig. Damit ent­ge­hen etwa 40 Men­schen (die Mann­schaft natür­lich ein­ge­schlos­sen) Erleb­nis­se, an die alle ein Leben lang ger­ne zurück­den­ken wür­den. Der wirt­schaft­li­che Aspekt für den Schiffs­eig­ner, die Tall­ship Com­pa­ny, den Ver­an­stal­ter, die Geo­gra­phi­sche Rei­se­ge­sell­schaft, und die auf dem Schiff Arbei­ten­den kommt noch hin­zu. Ich hof­fe, dass alle gut durch die­se Zeit kom­men. Dass das nicht unbe­dingt ein­fach ist, weiß ich selbst zu gut.

Noch haben wir Hoff­nung, dass sich für die noch nicht abge­sag­ten Rei­sen im spä­te­ren Teil der Sai­son noch Mög­lich­kei­ten öff­nen wer­den. Abseh­bar ist das der­zeit noch nicht. Was sich abzeich­net, wie alle wis­sen wer­den, die die Nach­rich­ten ver­fol­gen, ist, dass voll­stän­dig Geimpf­te oder durch Gene­sung Immu­ni­sier­te frü­her wie­der wei­ter gehen­de Rei­se­frei­heit genie­ßen wer­den. Auch in Nor­we­gen gehen die poli­ti­schen Über­le­gun­gen in die­se Rich­tung. Alle, die noch Hoff­nung haben, die­ses Jahr noch mit einem klei­nen Schiff in einem abge­le­ge­nen Win­kel der Welt rei­sen zu kön­nen (coro­na­tech­nisch eine der ungüns­tigs­ten Kom­bi­na­tio­nen, die man sich vor­stel­len kann), wer­den gut bera­ten sein, sich nach Mög­lich­keit um eine recht­zei­ti­ge, voll­stän­di­ge Imp­fung zu bemü­hen, auch wenn das für vie­le natür­lich viel leich­ter gesagt als getan ist.

Und dann heißt es eben Dau­men drü­cken.

Ver­bes­ser­te Neu­auf­la­ge: Scores­by­sund Hot Dogs – Hun­de­schlit­ten­fahr­ten auf der Rück­sei­te von Grön­land

Schö­ner, bun­ter, bes­ser, neu­er ist sie, die Neu­auf­la­ge von Scores­by­sund Hot Dogs – Hun­de­schlit­ten­fahr­ten auf der Rück­sei­te von Grön­land.

Die lebens­na­he Erzäh­lung von einem, der aus­zog, um in Ost­grön­land das Hun­de­schlit­ten­fah­ren zu ler­nen und nicht nur das eini­ger­ma­ßen erfolg­reich tat, son­dern auch viel dar­über hin­aus über Grön­land erfuhr, bringt Lesen­de zuver­läs­sig hier zum Schmun­zeln und dort viel­leicht auch zu Nach­den­ken. Unter­halt­sam-span­nen­de Erzäh­lun­gen von vie­len Tou­ren in Grön­lands gran­dio­ser Natur mit dem schöns­ten Fort­be­we­gungs­mit­tel, das es dazu gibt! Infor­ma­ti­ve Sei­ten über Hin­ter­grund­the­men wie „Grön­land – vor­ges­tern, ges­tern und heu­te“, „Der Grön­land­hai“, das „Grön­land-Koch­buch“ und „Jagd in Grön­land“ feh­len genau so wenig wie vie­le ein­drück­li­che Fotos, Comic­zeich­nun­gen von Sabi­ne For­mel­la und Kar­ten­skiz­zen.

Was ist nun neu? Die Fotos sind viiieeel bes­ser. Mehr, grö­ßer, bes­ser. Han­del­te es sich bei der ers­ten Aus­sa­ge über­wie­gend um klei­ne Schwarz­weiß­fo­tos, mehr schwarz als weiß, sowie zu weni­ge und meist zu dun­kel gedruck­te Farb­fo­tos, gibt es nun inge­samt mehr und grö­ße­re und qua­li­ta­tiv deut­lich ver­bes­ser­te Farb­bil­der. Sämt­li­che Schwarz­weiß­fo­tos wur­den über­ar­bei­tet und in Far­be über­nom­men. In der Zeit seit 2006 habe ich ja doch ein klein wenig gelernt über Bild­be­ar­bei­tung, irgend­wo für muss das ja gut sein 😉

Im Hin­ter­kopf hat­te ich eine sol­che Über­ar­bei­tung schon lan­ge. Der Vor­trag am Mitt­woch (17.3.), in dem ich die Geschich­te der „Scores­by­sund Hot Dogs“ in der Rei­he „Der ark­ti­sche Mitt­woch“ auf­ge­grif­fen habe, war nun ein guter Anlass, das end­lich mal anzu­ge­hen.

Aktu­ell (Frei­tag, 19.3.) rotie­ren in der Dru­cke­rei noch die Wal­zen, in ein paar Tagen wird aus­ge­lie­fert. Bestellt wer­den kann ab sofort. Hier kli­cken für wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Bestel­lung: Scores­by­sund Hot Dogs (über­ar­bei­te­te Neu­auf­la­ge März 2021).

Car­pe canem – auf geht’s! 🙂

Muf­fins und ein unbe­kann­ter Gast beim nörd­lichs­ten Hun­de­schlit­ten­ren­nen der Welt – Hil­mar Nøis Trail 2021

Auch in fie­ses­ten Coro­na-Zei­ten fin­den gele­gent­lich noch schö­ne Ereig­nis­se statt, so der Hil­mar Nøis Trail, ein Hun­de­schlit­ten­ren­nen auf Spitz­ber­gen – die­ses Mal natür­lich nur für die­je­ni­gen, die ohne­hin vor Ort waren. Max Schwei­ger war dabei und erzählt. Vie­len Dank, Max, für den lesens­wer­ten Bericht, sowie an Tho­mas Grant Olsen für wei­te­re Fotos.

Hil­mar Nøis Trail 2021: Ein Renn­be­richt von Max Schwei­ger

Das Finn­marks­lø­pet ist das längs­te Hun­de­schlit­ten­ren­nen Euro­pas mit einer Distanz von bis zu 1.200 km und mit sei­nem Aus­tra­gungs­ort in Alta, Nord­nor­we­gen, auch das Nörd­lichs­te der Welt. Das sagt zumin­dest Wiki­pe­dia.

Hilmar Nøis Trail 2021

Start des Hil­mar Nøis Trail 2021, des nörd­lichs­ten Hun­de­schlit­ten­ren­nens der Welt
(Foto © Tho­mas Grant Olsen).

Doch jedes Jahr orga­ni­sie­ren eine Hand­voll Ver­eins­mit­glie­der des „Lon­gye­ar­by­en Hun­de­klubb“ hier auf Spitz­ber­gen zwei wei­te­re Ren­nen und somit die bei­den eigent­lich Nörd­lichs­ten der Welt. Trap­pers Trail, ein mehr­tä­gi­ges Ren­nen im April, und den Hil­mar Nøis Trail.

Letz­te­rer fand ver­gan­ge­nes Wochen­en­de trotz der Pan­de­mie statt. Das „Finn­marks­lø­pet“ unter­des­sen muss­te coro­nabe­dingt bereits abge­sagt wer­den. Ins­ge­samt 19 Teams, in drei Klas­sen (Kin­der mit Hun­de­schlit­ten, Erwach­se­ne mit Gespann aus maxi­mal fünf, bzw. die offe­ne Klas­se mit mehr als fünf Hun­den) über zwei Kur­se (Jern­sen­ga und zurück, bzw. ein­mal um Jan­son­h­au­gen und zurück) tra­ten an und ver­sam­mel­ten sich zum Mas­sen­start im Advent­da­len vor Lon­gye­ar­by­en.

Es gilt zu tun, was bei Ver­an­stal­tun­gen die­ser Grö­ße stets getan zu wer­den hat: ein Renn­be­richt muss her, und das mög­lichst kurz­fris­tig und kurz­wei­lig – los geht’s! (Anmer­kung: Max hat den Bei­trag auch tat­säch­lich sehr schnell geschrie­ben. Nur kam Rolf lei­der zunächst nicht zur wei­te­ren Bear­bei­tung – daher jetzt pas­send zum Wochen­en­de 🙂 )

Das Team

27. Febru­ar 2021. Es ist 7:00 Uhr. Unter Absin­gen schmut­zi­ger Lie­der, mit ver­schla­fe­nen Augen und ohne mei­ne ers­te Tas­se Kaf­fee ver­las­se ich das Haus. Es ist Renn­mor­gen. Am Abend zuvor hat­te ich mein gewohn­tes Vie­rer­ge­spann, bestehend aus Luna, Aaron, Ber­ta und Sput­nik, gering­fü­gig erwei­tert. Dazu spä­ter mehr.
Es gibt Sup­pe. Hun­de­sup­pe. Ein Rezept­ver­such: man mische Ren­tier­fleisch­res­te der Jagd des ver­gan­ge­nen Som­mers mit ein wenig Fett an und schme­cke es dann mit Fisch­öl ab. Dazu gibt es reich­lich Was­ser. Der­erlei Deli­ka­tes­sen sind im Som­mer in Kom­bi­na­ti­on mit Plus­gra­den und ent­spre­chen­der Geruchs­ent­fal­tung nur etwas für ech­te Genie­ßer. Heu­te bei -14 Grad Cel­si­us ist das kein Pro­blem. Vor einer lan­gen Belas­tung – beim Hil­mar Nøis Trail von etwa 40 Kilo­me­tern durch das Advent­da­len und um eine Erhe­bung mit dem Namen Jans­son­h­au­gen her­um – ist das Trin­ken beson­ders wich­tig. Die Tie­re müs­sen gut hydriert sein um eine sol­che Anstren­gung gut und gesund zu über­ste­hen. Mei­ne gelie­he­nen Neu­zu­gän­ge des „Team Res­ten“ wer­den eben­falls ver­sorgt. Statt der am Vor­abend ver­ein­bar­ten sechs Neu­zu­gän­ge, fin­den sich aber sie­ben Hun­de im Zwin­ger. Ein weiß, hell grau­er Hund, den ich noch nie zuvor gese­hen habe. Ein Männ­chen mit gesun­dem Appe­tit.

Hilmar Nøis Trail 2021

Rou­te des Hil­mar Nøis Trail 2021 im unte­ren Advent­da­len (Foto © Tho­mas Grant Olsen).

Wie­der zu Hau­se ein Anruf – ob wir noch Platz für einen Hund mehr im Gespann hät­ten. Tho­mas hät­te einen Hund zum Auf­pas­sen bekom­men, dem etwas Bewe­gung gut tun wür­de. Das erklärt zumin­dest den unbe­kann­ten Gast im Zwin­ger heu­te Mor­gen … Bewe­gung? Kann er haben! Somit sind wir jetzt elf Hun­de. Und zwei Men­schen. In der Auf­re­gung und ver­tieft ins Packen fra­ge ich nicht mal nach dem Namen des Tiers … Jetzt muss es aber schnell gehen, Kaf­fee hin­ter die Bir­ne, eine Schei­be Brot, die letz­ten Sachen im Ruck­sack ver­stau­en und zurück in den Hun­de­hof.

Start

Es ist mitt­ler­wei­le halb zehn Uhr, noch eine hal­be Stun­de bis zum Start. Am Stra­ßen­rand ste­hen Autos, Schnee­mo­bi­le und Trans­por­ter. Hun­de jau­len und bel­len in Vor­freu­de auf das Ren­nen. Taue wer­den an allem, was Halt bie­tet, fest­ge­kno­tet, Schlit­ten am ande­ren Ende fest­ge­bun­den und die ers­ten Hun­de bereits ange­leint. Anspan­nung ist in den Augen man­cher Mit­be­wer­ber zu sehen, ein Hauch von Wett­kampf­ge­fühl macht sich breit. Nicht bei uns. Wäh­rend sich kom­plet­te Gespan­ne bereits Rich­tung Start­li­nie machen, suchen wir ein Geschirr für unse­ren Neu­zu­gang. Mitt­ler­wei­le habe ich neben mei­ner Freun­din als Mit­fah­re­rin, noch drei Erwach­se­ne und drei Kin­der als Hel­fer dazu­ge­won­nen. Mit deren freund­li­cher Hil­fe geht es dann doch nur knap­pe zehn Minu­ten nach dem offi­zi­el­len Start raus ins Tal. Als vor­letz­ter Schlit­ten und mit wack­li­gem Start – aber wir sind unter­wegs.

Hilmar Nøis Trail 2021

Das Team „Res­ten +“ unter­wegs im Advent­da­len (Foto © Tho­mas Grant Olsen).

Durch das schnee­be­deck­te Advent­da­len geht es raus und in leich­ten Schlan­gen­li­ni­en bil­den wir das Ende des Tros­ses. Es ist ein herr­li­cher Win­ter­tag und die Vor­freu­de der Hun­de weicht bald einer ent­spann­te­ren Stim­mung. Wir kom­men lang­sam in unse­ren gewohn­ten Trott. Auch Ber­ta, unse­re kleins­te Mit­strei­te­rin, die beson­ders beim Start mit ihren halb so kur­zen Bein­chen erstaun­li­che Schritt­fre­quen­zen zu Tage bringt, beru­higt sich nun lang­sam.

Die Rou­te ins Advent­da­len

Die ers­ten bei­den Mei­len (eine nor­we­gi­sche Mei­le ent­spricht 10 Kilo­me­tern) ver­lau­fen unspek­ta­ku­lär und wir genie­ßen die Land­schaft und Stil­le, die nur durch den Trott und das Hecheln der Hun­de unter­bro­chen wird. So nähern wir uns lang­sam aber sicher dem Check­point Jan­son­h­au­gen. Hun­de­schlit­ten­ren­nen lau­fen näm­lich ähn­lich wie Ori­en­tie­rungs­läu­fe ohne eine strikt vor­ge­ge­be­ne Rou­te ab. Dafür gilt es bestimm­te Punk­te zu pas­sie­ren. Dort wird dann die Zeit genom­men. In unse­rem Fall war das der Jans­son­h­au­gen, also die gro­ße Erhe­bung im mitt­le­ren Advent­da­len. In dem Fall rächt sich mei­ne schlam­pi­ge Vor­be­rei­tung, als die Fra­ge auf­kommt, ob wir „denn jetzt eigent­lich rich­tig rum um das Ding fah­ren wür­den?“ … 🙂

Hilmar Nøis Trail 2021

Das Team „Res­ten +“ mit Voll­dampf auf der Stre­cke (Foto © Max Schwei­ger).

Es blieb mir also nichts ande­res übrig, als bei effek­ti­ven fast -20 Grad Cel­si­us ohne Hand­schu­he die Renn­be­schrei­bung zu goo­geln. Im Uhr­zei­ger­sinn. Also dann waren wir doch rich­tig.

Check­point am Jans­son­h­au­gen

Der Check­point besteht aus einer Fah­ne mit einem klei­nen Käst­chen drun­ter. Hät­te ich mich recht­zei­tig für die rich­ti­ge Tour ange­mel­det, hät­te es hier Scho­ko­la­de für uns gege­ben. Gab es aber nicht. Zum Glück hat­ten wir zwi­schen Hun­de­sup­pe und Ein­span­nen mor­gens noch Zeit, Muf­fins zu backen. Die Sinn­haf­tig­keit, dafür einen spä­ten Start in Kauf zu neh­men und wäh­rend eines Ren­nens ste­hen zu blei­ben, sei dahin­ge­stellt (Anm. d. Red.: Dabei­sein ist alles!). Wäh­rend wir Pau­se ein­le­gen, wäl­zen sich die Tie­re im Schnee. Zumin­dest die Hun­de scheint es nicht zu stö­ren – nur Aaron und Nokas bel­len und wol­len direkt wei­ter­ren­nen.

Hilmar Nøis Trail 2021

Die Rou­te führt um den Jans­son­h­au­gen (Foto © Max Schwei­ger).

Es geht durch kur­ven­rei­ches Ter­rain und und knie­tie­fen Schnee um den Berg her­um. Zum ers­ten Mal artet die Tour in kör­per­li­che Ertüch­ti­gung auch für die Zwei­bei­ner aus. Im schwe­ren Schnee blei­ben wir immer wie­der ste­cken. Sput­nik geht der­weil ein wenig die Moti­va­ti­on flö­ten. Als wir das Tal ver­las­sen, lässt er als Ein­zi­ger den Kopf hän­gen und trot­tet vor sich hin. Die Lei­ne ist nicht mehr gespannt. Also packen wir ihn mit auf den Schlit­ten. Die Bei­fah­rer­po­si­ti­on scheint ihm bekannt, mit vol­lem Gewicht schmeißt er sich auf mei­nen Schoß und ver­bringt die nächs­ten fünf Kilo­me­ter mit der Beob­ach­tung von Ren­tie­ren an den Hän­gen links und rechts von uns oder döst vor sich hin.

Kampf um den Ehren­platz

Ein Blick über die Schul­ter. Und dann ent­de­cken wir tat­säch­lich etwas, das wir nie für mög­lich gehal­ten hät­ten. Nach über drei Stun­den taucht hin­ter uns ein ande­rer Schlit­ten auf. Wir sind nicht die letz­ten! Jetzt brau­chen wir natür­lich alle Hun­de­stär­ken, die wir noch auf­bie­ten kön­nen. Sput­nik trot­tet wider­wil­lig zurück ins Gespann, fängt sich aber sofort beim Start wie­der und mit kom­plet­tem Team geht es auf die letz­ten Kilo­me­ter und den Ziel­sprint zurück Rich­tung Hun­de­hof. Immer wie­der sehen wir ner­vös zurück, aber es scheint als könn­ten wir unse­ren knap­pen Vor­sprung hal­ten. Mit dem kom­plet­ten Gespann geht es zurück in den Hun­de­hof und wir stop­pen die Uhr – 41 km in 4:01h. Und nicht letz­ter. Wir sind hoch zufrie­den. Die Tie­re wer­den durch­ge­kne­tet und gefüt­tert. Für die Men­schen gibt es Piz­za. Am Abend erfah­ren wir, dass das Team hin­ter uns nur mit fünf Hun­den in der eben klei­ne­ren Klas­se unter­wegs war. Damit sind wir in unse­rer Grup­pe das letz­te Team. Aber mit Neu­zu­gang, Muf­fins, Hun­de­pas­sa­gier und hoch zufrie­den.

Hilmar Nøis Trail 2021

Unter­wegs mit Hun­de­schlit­ten in der ark­ti­schen Land­schaft. Schö­ner wird der ark­ti­sche Win­ter nicht! Höchs­tens ein klein wenig, wenn die Son­ne noch scheint (Foto © Max Schwei­ger).

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News-Auflistung generiert am 19. Mai 2022 um 22:44:35 Uhr (GMT+1)
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