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Jahres-Archiv: 2022 − News & Stories


Stö­run­gen von Eis­bä­ren durch Tou­ris­ten?

Die ers­te „nor­ma­le“ – soweit ohne Beein­träch­ti­gung durch Coro­na – Som­mer­sai­son seit 2019 in Spitz­ber­gen hat begon­nen. Zwar hat der Win­ter gera­de erst begon­nen, sei­nen fros­ti­gen Griff um die Inseln zu lösen, gro­ße Tei­le des Lan­des sind noch von Schnee bedeckt, vie­le Fjor­de zumin­dest teil­wei­se gefro­ren und im Nor­den und Osten gibt es noch eine Men­ge Treib­eis in Sval­bards Gewäs­sern.

Aber schon seit Wochen fah­ren Schif­fe mit Tou­ris­ten auch wie­der zu mehr­tä­gi­gen Fahr­ten in Spitz­ber­gens Küs­ten­fahr­was­ser; schiffs­ba­sier­te Tages­tou­ren lau­fen bereits seit März. Es ist noch gar nicht lan­ge her, dass ein so frü­her Beginn der „som­mer­li­chen“ Schiffs­sai­son undenk­bar war: Win­ter­sai­son bis etwa Mit­te Mai, dann ein paar Wochen Pau­se mit wenig Akti­vi­tät, im Juni Beginn der Som­mer­sai­son, in der Schif­fe eine Rol­le spie­len. So war es frü­her, und da muss man nicht mehr als etwa 20 Jah­ren zurück­ge­hen. Seit­dem wur­de der Beginn der „Sommer“saison mehr und mehr nach vorn ver­legt.

Nun fah­ren also bereits wie­der meh­re­re Dut­zend Tou­ris­ten­schif­fe, und schon jetzt gibt es Ärger: Es zir­ku­lie­ren Bil­der, die Nah­be­geg­nun­gen von Tou­ris­ten auf Schif­fen und Eis­bä­ren zei­gen, und prompt schla­gen die Wel­len in den Medi­en hoch. So berich­te­te auch Nor­we­gens wohl wich­tigs­te Nach­rich­ten­sei­te NRK; schon in der Über­schrift heißt es, dass „die Eis­bä­ren auf Sval­bard rund um die Uhr von Tou­ris­ten gestört wer­den“.

Eisbär und Schiff

Eis­bär bei einem Schiff an der Eis­kan­te: wer besucht hier wen? Und wer wur­de ver­folgt, wer wird hier gestört oder gar gefähr­det? Viel­leicht ja auch: kei­ner. (Archiv­bild von 2015).

Es geht um Bil­der wie die­ses, die Eis­bä­ren und Schif­fe mit Men­schen in enger Nähe zuein­an­der zei­gen. Situa­tio­nen die­ser Art hat es in den letz­ten Wochen in Spitz­ber­gen mehr­fach gege­ben und nun zir­ku­lie­ren die Bil­der und die Mei­nun­gen gehen hoch. Auch auf offi­zi­el­ler Sei­te ist man nicht begeis­tert, der Sys­sel­mes­ter hat eine Unter­su­chung in Gang gesetzt.

Man ist sich einig: Brü­che gel­ten­der Geset­ze oder Ethik, geschrie­ben oder unge­schrie­ben, sind nicht hin­nehm­bar und soll­ten gege­be­nen­falls ver­folgt und mit Stra­fe belegt wer­den.

Gesetz­bruch, ethi­scher Ver­stoß oder völ­lig in Ord­nung?

Die Fra­ge ist nur: Ist es wirk­lich so ein­fach? Anschei­nend ja: Jour­na­lis­ten (NRK) gehen mit Selbst­ver­ständ­lich­keit davon aus, dass die Eis­bä­ren von Tou­ris­ten gestört wer­den, und zwar „rund um die Uhr“. Aber was zeigt ein Bild wie das obi­ge? Das Bild, das aktu­ell einen wesent­li­chen Anstoß zur Auf­re­gung gab, wur­de vom Foto­gra­fen übri­gens mitt­ler­wei­le von den öffent­li­chen Platt­for­men gelöscht, aber es zeigt – von der Außen­per­spek­ti­ve eines unbe­tei­lig­ten Schif­fes – eine sehr ähn­li­che Situa­ti­on wie das hier gezeig­te Bild. Ist die dar­ge­stell­te Situa­ti­on also pro­ble­ma­tisch oder nicht?

Ich war selbst über die Jah­re etli­che Male in Situa­tio­nen die­ser Art: Ein Schiff ist unbe­weg­lich an der Eis­kan­te oder im Treib­eis geparkt. Ein Eis­bär bekommt – im wahrs­ten Sin­ne – Wind davon. Eis­bä­ren sind von Natur aus häu­fig neu­gie­rig, die Neu­gier des Tie­res wird auch in der frag­li­chen Situa­ti­on geweckt. Der Eis­bär kommt näher, manch­mal sogar bis auf Nasen­füh­lung zum Schiff, schnüf­felt am Rumpf, beäugt es mit einer Mischung aus Neu­gier und Miss­trau­en, wäh­rend die Men­schen an Bord Fotos machen. Schließ­lich ist die Neu­gier des Eis­bä­ren befrie­digt und er (oder sie, auch Eis­bä­rin­nen kön­nen sehr neu­gie­rig sein) zieht sei­ner Wege.

Natür­lich weiß man als unbe­tei­lig­ter Betrach­ter, der viel­leicht nur das Bild gese­hen hat – und das trifft auf fast alle zu, die sich aktu­ell äußern – wenig über den tat­säch­li­chen Ver­lauf des ein­zel­nen Fal­les. Natür­lich ist inak­zep­ta­bles oder gar straf­recht­lich rele­van­tes Ver­hal­ten denk­bar: Wur­de der Eis­bär etwa ange­lockt oder sogar gefüt­tert? Bei­des ist ver­bo­ten und nicht akzep­ta­bel. Solan­ge es aber kei­ne Infor­ma­tio­nen gibt, dass so etwas vor­ge­kom­men ist, gibt es auch kei­nen Grund dazu, das anzu­neh­men: Die blo­ße Anwe­sen­heit eines Schif­fes reicht aus, um bei einem Eis­bär Neu­gier her­vor­zu­ru­fen, die dazu füh­ren kann, dass er zum Schiff kommt. Das ist gar nicht unge­wöhn­lich und auch nicht ver­wer­lich. Weder ist es aus mei­ner Sicht unethisch, da es kei­ne Stö­rung oder Gefähr­dung bedeu­tet (Men­schen an Bord eines Schif­fes sind prin­zi­pi­ell sicher, es sei denn, es ist so klein, dass der Eis­bär mit einem Sprung an Bord kom­men kann. Das ist aber weder beim hier gezeig­ten Bild so noch war es so im aktu­ell frag­li­chen Fall. Ein Sprung an Bord eines Schif­fes, wo Men­schen an Deck sind, wäre auch ein völ­lig unna­tür­li­ches Ver­hal­ten; von einem Fall die­ser Art habe ich noch nie gehört). Auch recht­lich ist das nach heu­ti­gem Stand nicht zu bean­stan­den: Im Spitz­ber­gen-Umwelt­ge­setz (Sval­bard mil­jøl­ov) heißt es in § 30: „Es ist ver­bo­ten, Eis­bä­ren anzu­lo­cken, zu füt­tern, zu ver­fol­gen oder mit einer ande­ren akti­ven Hand­lung so auf­zu­su­chen, dass der Eis­bär gestört wird oder Gefahr für Men­schen oder Eis­bä­ren ent­ste­hen kann“ (eige­ne Über­set­zung). Und von die­sen zu Recht ver­bo­te­nen Hand­lun­gen kann wohl auch nicht die Rede sein, wenn ein Eis­bär von sich aus ein am oder im Eis gepark­tes, bewe­gungs­lo­ses Schiff auf­sucht.

Alles gut also?

Wie gesagt, natür­lich sind abso­lut inak­zep­ta­ble Sze­na­ri­en denk­bar, die zu Recht eine behörd­li­che Reak­ti­on erfor­dern wür­den. Das erscheint im frag­li­chen Fall aber sehr unwahr­schein­lich. Im kon­kre­ten Fall, der aktu­ell Anstoß zur Auf­re­gung gege­ben hat, war das frag­li­che Schiff im Eis geparkt. Zufäl­lig war ich übri­gens in der Nähe – zu weit weg, um Details erken­nen zu kön­nen, aber es war erkenn­bar, dass das klei­ne Segel­boot sich über län­ge­re Zeit nicht beweg­te.

Der Ver­such, einen Bären im Treib­eis mit einem Schiff zu fol­gen, wäre übri­gens kaum ein rea­lis­ti­sches Sze­na­rio für grö­ße­re Stö­run­gen: Selbst im ent­spann­ten Tem­po ist ein Eis­bär im Treib­eis deut­lich schnel­ler als die meis­ten Schif­fe, abge­se­hen von Eis­bre­chern.

Anders sieht es aus, wenn eine Annä­he­rung mit Motor­schlit­ten auf gefro­re­nen Fjor­den erfolgt, was schon lan­ge streng ver­bo­ten ist; das Fah­ren auf Fjor­deis ist schon seit Jah­ren stark ein­ge­schränkt. Auch mit klei­nen, schnel­len Boo­ten im offe­nen Was­ser sind Stö­run­gen von Eis­bä­ren, die sich auf ein­zel­nen Eis­schol­len oder am Ufer befin­den, denk­bar. Hier muss man wohl davon aus­ge­hen, dass nicht alle über die nöti­ge Sen­si­bi­li­tät ver­fü­gen, um beim ers­ten Anzei­chen einer Stö­rung direkt zu stop­pen und ggf. abzu­dre­hen. Eine wei­te­re Annä­he­rung, die zu einer Stö­rung führt, ist schon lan­ge ver­bo­ten.

Eine sol­che Situa­ti­on lag aber aktu­ell nicht vor. Woher NRK-Jour­na­list Rune N. Andre­as­sen wis­sen will, dass Tou­ris­ten Eis­bä­ren „rund um die Uhr stö­ren“, wie schon die Über­schrift zu sei­nem oben ver­link­ten Arti­kel behaup­tet, ver­rät er nicht. Die Ver­mu­tung liegt nahe, dass hier öffent­li­che Empö­rung bedient wur­de, der die sach­li­che Grund­la­ge fehlt. Es leuch­tet ein, dass die frag­li­chen Bil­der frag­wür­dig erschei­nen kön­nen, wenn der Betrach­ter nicht über ent­spre­chen­de Erfah­rung aus eige­nem Erle­ben ver­fügt. Vor einem öffent­li­chen Urteil, das abseh­bar gro­ße Auf­merk­sam­keit erfährt, wür­de es aber nicht scha­den, sich dem Ein­zel­fall im kon­kre­ten Detail des Ver­laufs zu wid­men.

Zumal wenn die Debat­te in poli­tisch bereits auf­ge­heiz­te Zei­ten fällt: Im Gespräch ist ein ver­pflich­ten­der Min­dest­ab­stand von 500 (fünf­hun­dert) Metern.

Anstatt einen Eis­bä­ren sei­ne Neu­gier aus­le­ben zu las­sen, solan­ge sie nicht zu Gefähr­dung führt, müss­te man also mit dem Schiff weg­fah­ren – im Bedarf auch kurz­fris­tig und schnell – oder aber den Bären mit Lärm ver­scheu­chen, etwa mit Schüs­sen aus der Signal­pis­to­le. Ob dadurch im Inter­es­se des Eis­bä­ren­schut­zes irgend etwas zu gewin­nen ist, wage ich zu bezwei­feln.

Als Illus­tra­ti­on sei­nes Arti­kels ver­wen­det Andre­as­sen übri­gens ein Bild, das laut Bild­kom­men­tar „aus gehö­ri­gem Abstand“ auf­ge­nom­men wur­de. Mei­ner Ein­schät­zung nach wur­de es aus viel­leicht 50 Metern Ent­fer­nung auf­ge­nom­men. Ein Zehn­tel des Min­dest­ab­stan­des, der der­zeit vom nor­we­gi­schen Gesetz­ge­ber erwo­gen wird. Wenn alle sich dar­auf eini­gen könn­ten, dass 50 Meter ein „gehö­ri­ger Abstand“ für das Betrach­ten von Eis­bä­ren sind und dass die gefor­der­ten 500 Meter doch „etwas“ über­trie­ben sind, wäre schon eine Men­ge Schär­fe aus der Debat­te genom­men.

Fei­er zum 17. Mai ohne Kin­der aus Bar­ents­burg

Der 17. Mai ist der nor­we­gi­sche Natio­nal­fei­er­tag und wird über­all im Land mit viel Begeis­te­rung und gro­ßer öffent­li­cher Anteil­nah­me gefei­ert, auch in Lon­gye­ar­by­en.

Dort gehör­te es zur lan­ge gepfleg­ten, guten Pra­xis, dass die Nach­barn aus Bar­ents­burg an den Fei­er­lich­kei­ten teil­nah­men. Es kamen sowohl offi­zi­el­le Ver­tre­ter der Gru­ben­ge­sell­schaft Trust Ark­ti­ku­gol und des Kon­su­lats, die an zen­tra­len Stel­len der Fei­er­lich­kei­ten Rede­bei­trä­ge bei­steu­er­ten, als auch Kin­der, die in Lon­gye­ar­by­en mit den dort ansäs­si­gen Kin­dern zusam­men kamen.

17. Mai, Longyearbyen

Reprä­sen­tan­ten aus Bar­ents­burg hiel­ten neben Sys­sel­man­nen (heu­te: Sys­sel­mes­ter) und dem Bür­ger­meis­ter von Lon­gye­ar­by­en Reden zum 17. Mai (Archiv­bild von 2019).

Die offi­zi­el­len Ver­tre­ter waren die­ses Jahr nicht ein­ge­la­den wor­den, die Kin­der und deren „not­wen­di­ge Beglei­tung“ aber schon. Deren Teil­nah­me war aber laut Sval­bard­pos­ten von Bar­ents­burg „nach inter­ner Dis­kus­si­on“ abge­sagt wor­den. Damit kam es im Rah­men der Fei­er­lich­kei­ten zu die­sem 17. Mai nicht zu einer Begeg­nung zwi­schen den Nach­barn Lon­gye­ar­by­en Bar­ents­burg. Eigent­lich war geplant, dass die Kin­der aus Lon­gye­ar­by­en und Bar­ents­burg zusam­men sin­gen.

Die Ver­wal­tung in Lon­gye­ar­by­en hofft, dass die Ent­wick­lung bald wie­der eine Nor­ma­li­sie­rung der nach­bar­schaft­li­chen Bezie­hun­gen zulas­sen.

Isfjord

Wie­der erstrahl­te die schnee­be­deck­te Ark­tis um uns her­um im Son­nen­schein. Schnee und Eis, Land und Fjord, Glet­scher und Ber­ge, wohin das Auge schaut. Spitz­ber­gen zeig­te sich heu­te in bes­ter Lau­ne.

Ymerbukta

In der Ymer­buk­ta.

Und Ren­tie­re. Zahl­reich auf schnee­be­deck­tem Flach­land, sie freu­en sich dar­auf, dass die Tun­dra bald schnee­frei wer­den wird.

Rentiere, Erdmannodden

Ren­tie­re am Erd­mannod­den.

Der Nach­mit­tag bot einen star­ken visu­el­len Kon­trast und eine Por­ti­on Geschich­te in Cole­s­buk­ta, einer alten rus­si­schen Gru­ben­sied­lung, zu der die Koh­le­gru­be Grumant gehör­te. (Hier kli­cken für etwas mehr Hin­ter­grund­in­fo zum rus­si­schen Berg­bau auf Spitz­ber­gen).

Colesbukta

Cole­s­buk­ta.

Foto­ga­le­rie Isfjord

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Bellsund-Isfjord

Der Tag begann im Van Mijen­fjord, wie­der mit strah­len­dem Son­nen­schein. Gro­ße Tei­le des Fjords sind noch soli­de gefro­ren, und wir haben uns eine Wei­le von der Eis­kan­te fas­zi­nie­ren las­sen.

Meander, Eiskante, Van Mijenfjord

Die Mean­der an der Eis­kan­te im Van Mijen­fjord.

Der Nach­mit­tag brach­te uns tat­säch­lich ent­ge­gen sons­ti­gem Erle­ben der letz­ten Tage auf sehr erfreu­li­che und ange­neh­me Art und Wei­se unter Segeln nach Nor­den in den Isfjord, wo uns zu mit­ter­nächt­li­cher Zeit kurz nach Errei­chen der Anker­stel­le tat­säch­lich noch ein Eis­bär begeg­ne­te!

Eisbär, Ymerbukta

Eis­bär in der Ymer­buk­ta.

Foto­ga­le­rie Bellsund-Isfjord

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Bellsund

Ach ja, zuerst kam ja noch die Über­fahrt von der Bären­in­sel nach Spitz­ber­gen. Schon ver­drängt 🙂 nun, wenn der Wind zur Abwechs­lung mal nicht von vorn gekom­men wäre, wäre es schö­ner gewe­sen … aber wir sind ange­kom­men, was will man letzt­lich mehr.

Treibeis Barentssee

Treib­eis in der Barents­see nörd­lich der Bären­in­sel.

Im Bellsund kamen dann gleich meh­re­re Beloh­nun­gen. Ein schö­ner Land­gang in der Win­ter­land­schaft am Mid­ter­hu­ken. Mit Eis­bär (ganz fried­lich und schön).

Eisbär, Bellsund

Eis­bär im Bellsund.

Tei­le der Fjor­de sind noch zuge­fro­ren, es ist ja auch noch mehr Win­ter als alles ande­re. Vie­ler­orts sind die Ufer von Eis­gür­teln ver­sperrt. Schön anzu­schau­en, schö­ne Spiel­wie­sen für klei­ne Aus­fahr­ten mit den Boo­ten.

Meander, Bellsund

Die Mean­der vor der Akseløya.

Foto­ga­le­rie Bellsund

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02. Mai 2022 – Bären­in­sel

Die Bären­in­sel! Es hat­te ja eine gan­ze Wei­le gedau­ert, bis das Wet­ter uns die pas­sen­de Gele­gen­heit zur Pas­sa­ge hier­her bot (von Coro­na gar nicht zu reden – das Virus ließ die Insel für uns ja zwei Jah­re lang von der Land- bezie­hungs­wei­se See­kar­te ver­schwin­den).

Aber Sonn­tag Abend lag sie vor uns, sicht­bar schon aus über 70 Kilo­me­tern Ent­fer­nung.

Barentssee

Wäh­rend der Nacht stell­ten wir aller­dings fest, dass gro­ße Tei­le der Insel im Treib­eis lagen – heut­zu­ta­ge ein eher sel­te­nes Ereig­nis. Dar­un­ter die gesam­te Süd­spit­ze mit­samt der Bucht Sør­ham­na, wo wir eigent­lich hat­ten ankern wol­len. Nun, dann eben nicht.

So waren wir dann auf ein­mal im Nord­wes­ten der Bären­in­sel und fan­den dort den ein­zi­gen Fleck, wo die Kom­bi­na­ti­on aus Dünung, Wind und Eis es der­zeit zuließ, etwas zu unter­neh­men. Es wur­de eine klei­ne Zodiac­fahrt mit­samt kur­zer Lan­dung an einem klei­nen, eisi­gen Strand. Es hat schon län­ge­re Tou­ren auf der Bären­in­sel gege­ben, aber die­se wil­den, teil­wei­se eis­ver­krus­te­ten Fels­küs­ten im Son­nen­schein … herr­lich!

Kapp Duner

Ich hat­te sogar kurz die Gele­gen­heit, der Insel mein neu­es Buch zu zei­gen: „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den (3) – Die Bären­in­sel und Jan May­en“. Gro­ße Tei­le des Buches kom­men ja hier­her.

Kapp Duner

Auch Rich­tung Spitz­ber­gen sor­gen Treib­eis­fel­der der­zeit für den einen oder ande­ren Umweg. Zwi­schen­durch hat­ten wir schon Kurs auf Grön­land 🙂

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps für den Mai

Hier kom­men Mar­gas ark­ti­sche Fern­seh­tipps für den Mai 2022. Unter­des­sen ist im Nor­den schon wie­der „Ark­tis unter Segeln“, der­zeit mit der Mean­der. Wir sind am 25.4. in Alta los­ge­fah­ren und wer­den Kurs auf die Bären­in­sel und Spitz­ber­gen set­zen, nach­dem wir zunächst wet­ter­be­dingt noch etwas Zeit in geschütz­ten Gewäs­sern an der Küs­te Nor­we­gens ver­bracht haben.

Aber dazu dann im Blog mehr.

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Ark­tis Fern­seh­tipps: Der Fern­se­her in der Rit­ter­hüt­te auf Gråhu­ken.
Der Emp­fang ist dort mit­un­ter aller­dings eher schlecht.

Die Lis­ten wer­den bei Bedarf aktua­li­siert. Sach­dien­li­che Hin­wei­se wer­den von jeder Spitzbergen.de-Dienststelle ent­ge­gen­ge­nom­men.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf Arte im Mai

  • Don­ners­tag, 05.05., 18.30 Uhr: „Eden auf Erden – Die letz­ten Para­die­se: Pata­go­ni­en – Am Ende der Welt“ (GB 2021, EA)
  • Frei­tag, 06.05., 17.50 Uhr: „Die schöns­ten Land­schaf­ten der Welt: Die kana­di­schen Rocky Moun­tains“ (GB 2021, EA)
  • Frei­tag, 06.05., 18.30 Uhr: „Eden auf Erden – Die letz­ten Para­die­se: Alas­ka – Ame­ri­kas ark­ti­sche Gren­ze“ (GB 2021, EA)
  • Diens­tag, 10.05., 22.45 Uhr: „Chi­nas Ark­tis-Feld­zug“ (F 2021)
  • Mitt­woch, 11.05., 17.05 Uhr: Wdhlg.: Alas­ka …
  • Sams­tag, 14.05., 16.40 Uhr: Wdhlg.: Alas­ka ….
  • Mon­tag, 23.05., 19.40 Uhr: „Re: Kabel­jau­zun­gen-Schnei­der: Tra­di­ti­ons­job für die Kin­der der Lofo­ten“ (D 2022, EA)
  • Diens­tag, 24.05, 12.10 Uhr: „Wdhlg. Re: Kabel­jau­zun­gen …

EA = Erst­aus­strah­lung.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf ande­ren Pro­gram­men …

  • Sonn­tag, 08.05, 21.00 Uhr, RBB: „Die klei­nen Gigan­ten des Nor­dens: Das Geheim­nis der Lem­min­ge“ (D 2017)
  • Don­ners­tag, 12.05, 21.00 Uhr, NDR: „Mit dem Schiff durch Pata­go­ni­en“ (D 2017)

Alle Anga­ben wie immer ohne Gewehr.

Lil­le Kval­fjord & Ham­mer­fest

Das Wet­ter spielt uns der­zeit schon Strei­che. An die Über­fahrt Rich­tung Bären­in­sel ist nach wie vor nicht zu den­ken – wobei, natür­lich den­ken wir an die­se Über­fahrt, aber pas­sie­ren wird sie sicher erst in ein paar Tagen. Daher woll­ten wir also erst ein­mal nach Oksfjord. Aber auch da hat­te das Wet­ter etwas dage­gen, und so lan­de­ten wir schließ­lich in Lil­le Kval­fjor­den auf Stje­rnøya. Schon mal gehört? Ver­mut­lich nicht …

Lille Kvalfjord

Lil­le Kval­fjord auf Stje­rnøya im Altafjord.

Dabei gab es in die­ser ziem­lich ein­sa­men Bucht sogar mal eine klei­ne Sied­lung. Die ist aber ver­las­sen. Über­haupt passt die Über­schrift „lost pla­ces“ bes­tens zu Lil­le Kval­fjord. Aber schön ist es! Tie­fer Schnee, Fel­sen und Ber­ge, ein­sa­me Häus­chen im nied­ri­gen Wald … da haben wir uns natür­lich erst mal umge­se­hen.

Die Stje­rnøya, auf samisch Stier­d­ná, hat von alters her eine wich­ti­ge Rol­le für die sami­sche Bevöl­ke­rung gespielt, die im Som­mer hier auf der Insel immer noch Ren­tie­re hält.

Foto­ga­le­rie Lil­le Kval­fjord

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Spä­ter haben wir Kurs auf Ham­mer­fest gesetzt.

Ham­mer­fest

Ham­mer­fest! Wer hät­te es gedacht? In die­sem Städt­chen weit im nörd­lichs­ten Nor­we­gen war ich ja noch nie, aber nun hat der Wind uns im wahrs­ten Sin­ne hier­her gepus­tet. Auch nicht schlecht!

Hammerfest

Das „alte“ Zen­trum von Ham­mer­fest bei Wet­ter, das zur Brei­ten­la­ge passt.

Ham­mer­fest gehört zu den Orten, die für sich in Anspruch neh­men, die nörd­lichs­te Stadt der Welt zu sein. Das mag ja auch zeit­wei­se mal rich­tig gewe­sen sein, wobei es sicher davon abhängt, was man als Stadt bezeich­net. Mit gut 11.000 Ein­woh­nern ist das hier schon deut­lich grö­ßer als Lon­gye­ar­by­en, kei­ne Fra­ge.

Hier haben wir also den Frei­tag ver­bracht, wie­der ein­mal bei beein­dru­cken­den Wet­ter­wech­seln, ein mehr­fa­ches Hin und Her zwi­schen hef­ti­gen Schnee­schau­ern mit stür­mi­schen Böen bis hin zu Son­nen­schein. Und wie­der zurück.

Struve-Meridian, Hammerfest

Das Struve-Meri­di­an­denk­mal in Ham­mer­fest.

Ham­mer­fest ist, zumin­dest auf den ers­ten Blick, eini­ger­ma­ßen über­schau­bar. Neben dem Ort selbst mit diver­sen Geschäf­ten, Knei­pen und Hafen gibt es als eine der bekann­ten Sehens­wür­dig­kei­ten das Denk­mal für die Meri­dian­mes­sung von Wis­sen­schaft­lers Fried­rich Georg Wil­helm von Struve aus Alto­na – wirk­lich eine beein­dru­cken­de Leis­tung, die­se Ver­mes­sung eines Meri­di­an­bo­gens vom Schwar­zen Meer bis nach Ham­mer­fest in den Jah­ren 1816-1855. Dann gibt es natür­lich den berühm­ten Eis­bä­ren­klub (nein, ich bin nicht Mit­glied gewor­den) und das Muse­um, das die regio­na­le Geschich­te zeigt, von der Stein­zeit bis zur tota­len Zer­stö­rung im zwei­ten Welt­krieg. Daher gibt es in Ham­mer­fest auch über­haupt kei­ne älte­ren Gebäu­de mehr.

Und dies und das und jenes. Man kann hier durch­aus einen Tag ver­brin­gen.

Wir gehen davon aus, dass wir mor­gen (Sams­tag) Kurs auf die Bären­in­sel set­zen wer­den.

Foto­ga­le­rie Ham­mer­fest

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Im Kåfjord

Ein Nach­mit­tag unter Segeln hat­te uns ges­tern noch in den Kåfjord gebracht, tief hin­ten im Altafjord. Hier wur­de frü­her Kup­fer abge­baut, und Res­te der Berg­bau­an­la­gen kann man heu­te noch sehen. Inmit­ten einer schö­nen Schnee­land­schaft, denn es hat­te ges­tern noch kräf­tig geschneit, so dass wir teil­wei­se rich­tig durch Pul­ver­schnee stap­fen!
Über­haupt macht das Wet­ter Sachen der­zeit … bis wir die Über­fahrt zur Bären­in­sel ange­hen kön­nen, muss sich das noch etwas ändern.

Alta

Im Kåfjord.

Spä­ter ging es schön unter Segeln durch den Altafjord nach Nor­den. Unse­ren Plan, nach Oksfjord zu fah­ren, haben wir ange­sichts des hef­ti­gen Gegen­winds im Stje­rn­sund aller­dings auf­ge­ge­ben.

Alta

Die Mean­der unter Segeln im Altafjord.

Foto­ga­le­rie Kåfjord

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Der Ark­tis-Rei­se­b­log geht wei­ter: mit der Mean­der im Altafjord

Lei­nen Los! Und zwar mit der Mean­der in Alta, ganz im Nor­den Nor­we­gens, zwi­schen Trom­sø und Nord­kapp. Die Mean­der ist mit Bau­jahr 1946 – damals als Fisch­kut­ter und zwi­schen­zeit­lich mehr­fach umge­baut – zwar alles ande­re als ein neu­es Schiff, aber hier oben eben doch neu, und ich bin sehr gespannt! Nicht nur ich, son­dern auch die Grup­pe aus 11 Ark­tis-Rei­sen­den und die vier­köp­fi­ge Mann­schaft, dar­un­ter Kapitän/Eigner Mario, Steu­er­mann (sonst auch Kapitän)/Eigner Hei­ne, Deck­hand Bas­ti­an und Köchin Eek.

An Bord ging es also in Alta. Die Stadt ist nicht unbe­dingt eine arch­tek­to­ni­sche Per­le, aber wer gera­de als Deut­scher meint, sich dar­über beschwe­ren zu müs­sen, soll­te einen Moment dar­an den­ken, wer die gan­ze Regi­on 1944/45 in Schutt und Asche gelegt hat. Nein, nicht das Arsch­loch im Kreml. Das war damals noch das Arsch­loch in Ber­lin.

Alta

In Alta geht’s los. Hier die Nord­licht­ka­the­dra­le im Zen­trum.

Ent­schul­di­gung, wenn ich ver­bal etwas ent­glei­te. Aber es fällt mir da mit­un­ter schwer, die Not­wen­dig­keit höf­li­cher For­mu­lie­run­gen zu sehen, gera­de der­zeit … aber wir hier freu­en uns dar­auf, eine Wei­le etwas wei­ter weg zu sein von all dem Elend, des­sen wir uns aber schmerz­haft genug bewusst sind.

Aber mehr als genug davon. Mon­tag Nach­mit­tag ging es also an Bord, und bald dar­auf auch los.

SV Meander in Alta

SV Mean­der in Alta.

Unser Ziel ist zunächst die Bären­in­sel und dann Spitz­ber­gen. Wir wer­den aber zunächst noch ein paar Tage in den Küs­ten­ge­wäs­sern der Alta-Regi­on ver­brin­gen. Mit Blick aufs Wet­ter eine sehr kla­re Ent­schei­dung, nicht direkt auf die offe­ne See hin­aus zu fah­ren. Zunächst steu­ern wir Årøy an, eine klei­ne Insel im Altafjord.

SV Meander bei Årøy

SV Mean­der vor der Insel Årøy im Altafjord.

Die Wet­ter­wech­sel, die wir Diens­tag Vor­mit­tag auf die­ser klei­nen, schö­nen Insel erleb­ten, waren schon beein­dru­ckend! Schön war die­se ers­te, klei­ne Tour. Den Rest erzäh­len die Bil­der:

Foto­ga­le­rie Alta – Årøy

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Neu­es Buch: Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den (3): Die Bären­in­sel und Jan May­en

„Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den“ ent­wi­ckelt sich nun lang­sam zu einer wun­der­schö­nen Ark­tis-Foto­buch­rei­he: Nun ist der drit­te Teil abge­schlos­sen und im Druck, Bestel­lun­gen sind ab sofort mög­lich! Die Aus­lie­fe­rung erfolgt ab Mit­te Mai 🙂

In „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den (3): Die Bären­in­sel und Jan May­en“ geht es – Über­ra­schung! – um die Bären­in­sel und Jan May­en. Die­se bei­den wil­den, schö­nen, abge­le­ge­nen, span­nen­den Inseln bekom­men hier end­lich den Bild­band, den sie ver­die­nen. Wie schon der ers­te Teil der Rei­he „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den“ wird auch die­ser drit­te Teil ein wer­ti­ges Hard­co­ver im A4-Quer­for­mat mit über 200 prall­ge­füll­ten Sei­ten sein.

Das Buch ist eben­so infor­ma­tiv wie unter­halt­sam, im Text geht es immer wie­der in locke­rem Ton um die natur­kund­li­chen und his­to­ri­schen Hin­ter­grün­de. Den roten Faden bil­den aber mei­ne Erleb­nis­se und klei­nen Aben­teu­er auf bei­den Inseln, von den wild­schö­nen Küs­ten bis auf die höchs­ten Erhe­bun­gen, dar­un­ter der Gip­fel des Bee­ren­berg! Hier geht es nicht „nur“ um kur­ze Besu­che wäh­rend schnel­ler Pas­sa­gen mit Kreuz­fahrt­schif­fen. Ich habe mir bei­de Inseln erwan­dert, soweit die Füße tra­gen, und die­se Gren­ze habe ich wirk­lich gedehnt … das Ergeb­nis sind ein­drück­li­che Bil­der fas­zi­nie­ren­der Land­schaf­ten, dar­un­ter vie­le, die kein Tou­rist jemals auf „nor­ma­len“ Rei­sen zu sehen bekommt.

All das natür­lich reich­lich in Far­be bebil­dert mit vie­len Fotos, und klei­nen Kar­ten bie­ten jeder­zeit die Ori­en­tie­rung.

Bil­der­ga­le­rie: Bild­bei­spie­le aus „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den (3): Die Bären­in­sel und Jan May­en“

Eini­ge Bei­spiel­fo­tos aus dem Buch – nur eine klei­ne Aus­wahl aus meh­re­ren hun­dert Bil­dern!

Foto­ga­le­rie „Bären­in­sel“

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Foto­ga­le­rie „Jan May­en“

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(Die Sei­ten­ver­hält­nis­se habe ich hier für die Wie­der­ga­be als Gale­rie ange­passt; im Buch sind sie teil­wei­se anders.)

Lese­pro­ben

Ein paar Bli­cke ins Buch! Natür­lich sind das nur ein­zel­ne Sei­ten – für einen Ein­druck vom Inhalt.

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Töd­li­ches Motor­schlit­ten­un­glück auf dem Lon­gyear­breen

Am Sonn­tag (10.4.) Nach­mit­tag hat sich auf dem Lon­gyear­breen, einem Glet­scher weni­ge Kilo­me­ter süd­lich von Lon­gye­ar­by­en, wäh­rend einer Motor­schlit­ten­tour ein Unglück ereig­net. Dabei wur­de eine Per­son schwer ver­letzt. Spä­ter wur­de ihr Tod von offi­zi­el­ler Sei­te bestä­tigt.

Dar­über hin­aus ist bis­lang offi­zi­ell nur bekannt, dass es sich bei dem Unfall­op­fer um eine nicht orts­an­säs­si­ge Frau han­del­te, die mit einer pri­va­ten Grup­pe auf Tour war. Wei­te­re Details zum Her­gang und zur Unfall­ur­sa­che sind bis­lang noch nicht öffent­lich.

Motorschlittenunglück, Longyearbreen

Der unte­re Lon­gyear­breen. In die­sem Bereich ereig­ne­te sich am Sonn­tag Nach­mit­tag ein töd­li­cher Unfall wäh­rend einer Motor­schlit­ten­fahrt (Foto von Ende März 2022).

Anmer­kung: Ursprüng­lich stand in die­sem Bei­trag, dass die Frau mit einer geführ­ten Grup­pe unter­wegs war. Das war nicht kor­rekt. Sie war mit einer pri­va­ten Grup­pe unter­wegs, die aus Ein­hei­mi­schen und Zuge­reis­ten bestand.

Ergän­zung: Am Mon­tag Mit­tag ver­öf­fent­lich­ten die Behör­den nach Abspra­che mit den Ange­hö­ri­gen den Namen des Unfall­op­fers. Es han­del­te sich um eine Nor­we­ge­rin aus Trond­heim.

Sank­tio­nen tref­fen auch Bar­ents­burg

Die inter­na­tio­na­len Sank­tio­nen, die vie­le Staa­ten als Reak­ti­on auf den rus­si­schen Angriffs- und Ver­nich­tungs­krieg gegen die Ukrai­ne ein­ge­führt haben, tref­fen auch den rus­si­schen Nor­den, dar­un­ter Bar­ents­burg.

Russ­lands wich­tigs­ter Hafen für den Koh­le­ex­port ist Mur­mansk. Von dort wur­den laut Bar­ents Obser­ver nach kräf­ti­gem Wachs­tum im Jahr 2019 mehr als 16 Mil­lio­nen Ton­nen Koh­le ver­schifft. Abneh­mer waren bis­lang die EU – hier vor allem Deutsch­land – und Groß­bri­tan­ni­en sowie Isra­el. Der Export ent­wi­ckel­te sich so stark, dass ein neu­er Koh­le­ha­fen in Lav­na auf der Kola-Halb­in­sel in Pla­nung ist. Die­ses Pro­jekt steht nun wohl auf der Kip­pe.

Im Ver­gleich zu den Expor­ten ab Mur­mansk sind die in Bar­ents­burg pro­du­zier­ten und ver­schiff­ten Men­gen mit etwa 100.000 Ton­nen im Jahr zwar beschei­den und für den glo­ba­len Markt irrele­vant, für die rus­si­sche Sied­lung in Spitz­ber­gen sind sie aber noch wie vor von gro­ßer Bedeu­tung. In jün­ge­ren Jah­ren hat man dort zwar den Tou­ris­mus ent­wi­ckelt, wo zeit­wei­se bis zu 80 Men­schen arbei­te­ten, aber die­ser ist zunächst wegen Coro­na und nun wegen der Sank­tio­nen sowie frei­wil­li­ger Zurück­hal­tung der Bran­che bereits stark ein­ge­bro­chen. Damit gewinnt der Berg­bau zumin­dest rela­tiv wie­der mehr Bedeu­tung für Arbeits­plät­ze und Wirt­schaft in Bar­ents­burg. Von rund 300 Ein­woh­nern arbei­ten etwa 150 unter Tage. Dar­un­ter sind vie­le Ukrai­ner.

Laut Highn­orth­news, wo man sich auf den Sys­sel­mes­ter beruft, gibt es in Bar­ents­burg 120 Rus­sen, aber sogar 220 Ukrai­ner.

Kohlebergbau Barentsburg

Indus­trie­an­la­gen und Koh­le­hal­de in Bar­ents­burg: die inter­na­tio­na­len Sank­tio­nen wer­den sich auch hier bemerk­bar machen.

Haupt­ab­neh­mer der Bar­ents­burg-Koh­le war bis­lang Groß­bri­tan­ni­en. Auch dort wer­den aller­dings Import­ver­bo­te für rus­si­sche Koh­le ein­ge­führt, wie auch in der EU. Damit dürf­te eine wich­ti­ge Exis­tenz­grund­la­ge für den Berg­bau in Bar­ents­burg zusam­men­bre­chen.

Irri­tie­ren­des Inter­view des rus­si­schen Kon­suls in Bar­ents­burg

Letz­te Woche – noch vor dem öffent­li­chen Bekannt­wer­den der grau­sa­men Bil­der aus Butscha – hat­te der rus­si­sche Kon­sul in Bar­ents­burg für Irri­ta­tio­nen gesorgt, als er gegen­über nor­we­gi­schen Medi­en (nettavisen.no) die Bil­der der Zer­stö­run­gen in Mariu­pol als Fäl­schun­gen und die Bericht­erstat­tung in west­li­chen Medi­en als „fake news“ bezeich­net hat­te, wohin­ge­gen sei­ner Aus­sa­ge zufol­ge die rus­si­sche Bericht­erstat­tung ver­läss­lich sei. Der ver­link­te Bei­trag ist auf nor­we­gisch, aber das Inter­view mit dem Kon­sul wur­de auf eng­lisch geführt. Es ist unten im Bei­trag von nettavisen.no zu sehen. Die Bewoh­ner von Bar­ents­burg schei­nen poli­ti­sche Dis­kus­sio­nen zu ver­mei­den, sowohl unter­ein­an­der als auch gegen­über Medi­en, wie NRK vor Ort fest­stell­te.

Spen­den­ak­ti­on: Ein Herz für die Ukrai­ne

Als Spen­den­ak­ti­on für ukrai­ni­sche Kriegs­op­fer gibt es im Spitzbergen.de-Webshop Anste­cker in Herz­form in den Far­ben der Ukrai­ne. Die Anste­cker wer­den in Hand­ar­beit in Lon­gye­ar­by­en her­ge­stellt, der Erlös dient voll­stän­dig als Spen­de. Hier kli­cken für mehr Info zu den Anste­ckern „Ein Herz für die Ukrai­ne“.

Ein Herz für die Ukrai­ne: Anste­cker aus Lon­gye­ar­by­en – Spen­den­ak­ti­on

Neu im Spitzbergen.de-Onlineshop: Ein Herz für die Ukrai­ne! Schön und hand­ge­macht in Lon­gye­ar­by­en als Spen­den­sam­mel­ak­ti­on für die Ukrai­ne.

Die­se Herz-But­tons (Anste­cker) in den Far­ben der Ukrai­ne wer­den in Lon­gye­ar­by­en von Julia Lyt­vy­n­o­va aus Khar­kiv in der Ukrai­ne her­ge­stellt. Der Ver­kauf dient voll­stän­dig als Spen­de für die Ukrai­ne!

Herz für die Ukraine

Ein Herz für die Ukrai­ne – hand­ge­macht in Lon­gye­ar­by­en zum Spen­den­sam­meln.

Man­che mei­nen, in Spitz­ber­gen seit man vom Übel der Welt weit weg. Weit gefehlt! Es sind kei­ne 40 Kilo­me­ter bis Bar­ents­burg, einem Ort, wo nach wie vor meh­re­re hun­dert Rus­sen und Ukrai­ner zusam­men leben.

Vor allem aber leben auch in Lon­gye­ar­by­en Men­schen aus der Ukrai­ne. Die Begeg­nun­gen mit ihnen gehen in die­ser Zeit unter die Haut.

Herz für die Ukraine

Ein klei­ne Samm­lung von Her­zen für die Ukrai­ne.

Julia Lyt­vy­n­o­va stammt aus der Ukrai­ne – aus der Stadt Khar­kiv, die früh im Krieg auf furcht­ba­re Art Berühmt­heit erlangt hat. Julia arbei­tet in Lon­gye­ar­by­en in der Näh­stu­be „Syst­ya i Nord“ und stellt dort die­se klei­nen Herz-Anste­cker in den Far­ben der Ukrai­ne her. Der gesam­te Net­to­er­lös kommt der Ukrai­ne zugu­te – und man bekommt ein klei­nes, aber sicht­ba­res Zei­chen der Empa­thie für die Opfer des Krie­ges. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Bestell­mög­lich­keit gibt es hier im Spitzbergen.de-Onlineshop. Sehr begrenz­te Anzahl!

Erst­mals Zoll­kon­trol­len auf Spitz­ber­gen – wegen Krieg in der Ukrai­ne

Auf­grund der spe­zi­el­len Rege­lun­gen des Spitz­ber­gen­ver­tra­ges sind Steu­ern auf Spitz­ber­gen stark redu­ziert. So wird kei­ne Mehr­wert­steu­er erho­ben und auch kein Ein­fuhr­zoll. Daher hat sich bis­her auch die Not­wen­dig­keit von Zoll­kon­trol­len erüb­rigt, die es ent­spre­chend bis­lang nicht gege­ben hat.

Das wird sich wohl schon im Mai ändern.

Longyearbyen Flughafen, Zoll

Am Gepäck­band im Flug­ha­fen von Lon­gye­ar­by­en gibt es bis­lang kei­nen Zoll,
son­dern nur einen Eis­bä­ren.
Das soll sich jetzt ändern (aber der Eis­bär bleibt).

Der Hin­ter­grund ist der rus­si­sche Angriffs­krieg in der Ukrai­ne und die in die­sem Zusam­men­hang ver­häng­ten inter­na­tio­na­len Sank­tio­nen. Nor­we­gen will ver­hin­dern, dass Spitz­ber­gen von Russ­land als logis­ti­sches Schlupf­loch genutzt wer­den kann, um Güter nach Russ­land zu brin­gen, die auf Sank­ti­ons­lis­ten ste­hen. Das ist bis­lang denk­bar, weil die Ein­fuhr nach Spitz­ber­gen eben nicht durch den Zoll kon­trol­liert wird und es Schiffs­ver­kehr zwi­schen der rus­si­schen Sied­lung Bar­ents­burg und Russ­land gibt.

Das soll sich nun bald ändern. Der nor­we­gi­sche Zoll erhält von der Regie­rung Auf­trag und Mit­tel, um in Lon­gye­ar­by­en eine Prä­senz zu eta­blie­ren und wo nötig Zoll­kon­trol­len durch­zu­füh­ren, wie der nor­we­gi­sche Sen­der NRK berich­tet. Schon ab Anfang Mai soll es erst­mals in Spitz­ber­gens Geschich­te Zoll­kon­trol­len geben.

Die Zoll­kon­trol­len in Spitz­ber­gen soll es aber wohl nicht dau­er­haft geben, son­dern nur, so lan­ge der Bedarf gese­hen wird.

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News-Auflistung generiert am 19. Mai 2022 um 22:27:35 Uhr (GMT+1)
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