spitzbergen-3
fb  de  en  
Marker
HomeSpitzbergen Landeskunde und ReisetippsFauna → Meerstrandläufer

Meerstrandläufer (Calidris maritima)

Purple sandpiper (E) - Fjæreplytt (N) - Paarse strandloper (NL) - Bécasseau violet (F)

Wenn bei einem Spaziergang am Strand plötzlich ein kleiner graubrauner Vogel mit abgespreiztem, vermeintlich verletztem Flügel recht nah vor einem herläuft, kann es sich um einen Meerstrandläufer handeln. Der Vogel spielt nämlich verletzt, er „verleitet“, um vermeintliche Feinde von Nest wegzulocken.

Meerstrandläufer

Meerstrandläufer

Beschreibung: Der Meerstrandläufer ist ein kleiner, kräftiger Watvogel (Länge 21 cm, Gewicht 60 bis 100 g) mit einem schwach abwärts gekrümmten, 3 cm langen Schnabel. Die Geschlechter sind nicht unterscheidbar. Im Sommer ist das Gefieder am Kopf und auf dem Rücken und Flügeloberseiten tarnfarben und auf der Unterseite hell. Unter den kleinen Vögeln, die man an der Küste und in der Tundra sehen kann, ist der Meerstrandläufer einer der häufigsten, oft treten mehrere gleichzeitig auf.

Verbreitung/Zugverhalten: In der Arktis vom Nordosten Kanadas bis in den Nordwesten von Russland verbreitet. In Svalbard brüten Meerstrandläufer fast überall auf flacher, eher trockener Tundra. Sie erreichen die sommerlichen Brutgebiete in der ersten Maihälfte und bleiben dort bis Ende August oder September. Dann ziehen sie in die Überwinterungsgebiete, an die Küsten von Nordnorwegen oder auch nach Südschweden.

Biologisches: Meerstrandläufer ernähren sich von kleinen Krebstierchen und Insekten und halten sich entsprechend häufig zur Futtersuche am Strand und in der Gezeitenzone auf. Man sieht sie aber auch küstenfern und in einiger Höhe.

Brutpaare bauen ihr Nest einzeln aus Pflanzenstückchen in der Tundra. Anschließend brüten beide Eltern gemeinsam die vier Eier aus, hauptsächlich jedoch das Männchen. Dieses kümmert sich auch anschließend noch eine Weile um den Nachwuchs, der schnell das Nest verlässt.

Sonstiges: Wenn man dem Gelege zu nahe kommt, spielt der Meerstrandläufer verletzt und rennt auffällig mit einem hochgestreckten Flügel davon in der Absicht, den potentiellen Angreifer vom Nest wegzulocken. In diesem Falle sollte man schleunigst Abstand gewinnen, damit Eier und Brut nicht durch Kälte, Füchse oder Eismöwen gefährdet werden. Meerstrandläufer auf Nahrungssuche – etwa am Strand – sind hingegen oft gar nicht so scheu und lassen sich recht gut beobachten.

Zurück

Letzte Änderung: 18. November 2017 · Copyright: Rolf Stange
css.php