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Mosselbukta: Polhem

Polhem liegt auf einer schmalen, langen Landzunge in der Mosselbukta an der Nordküste von Spitzbergen, kurz vor dem 80. Breitengrad. In dieser kargen, weitläufigen Polarlandschaft baute die Expedition des schwedischen Polarforschers Adolf Erik Nordenskiöld 1872 ihre Basis für eine Überwinterung. Das eigentliche Ziel war eine Reise mit von Rentieren gezogenen Schlitten im nächsten Frühjahr. Allerdings waren fast alle Rentiere frühzeitig bei einem Sturm ausgebüchst. Dazu kam, dass das Treibeis die Gegend schnell und überraschend absperrte, so dass sowohl das Schiff der Expedition, das eigentlich mit der Mannschaft Spitzbergen nach Absetzen der Expedition verlassen sollte, als auch mehrere Fangschiffe eingeschlossen wurden und überwintern mussten. Dadurch wurden Nordenskiölds Vorräte natürlich arg dezimiert.

Letztlich entschloss Nordenskiöld sich dazu, seine Nordpolpläne aufzugeben und stattdessen weite Schlittenreisen auf dem Nordaustland zu machen. Dort stieß er bis zu den Sjuøyane vor und machte als erster längere Überlandreisen im damals noch völlig unbekannten Inland von Nordaustland, der zweitgrößten Insel des Svalbard-Archipels. Das war wissenschaftlich auch sicher deutlich ergiebiger als ein Versuch, den Nordpol zu erreichen.

Von Nordenskiölds Hütte Polhem haben die vielen Jahre leider kaum etwas übrig gelassen. Dazu trugen nicht nur Wind und Wetter bei, sondern auch Materialklau und unvorsichtiges Verhalten von Trappern und anderen Durchreisenden, darunter Mitglieder der tragischen Schröder-Stranz-Expedition (1912-13).

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Letzte Änderung: 13. September 2018 · Copyright: Rolf Stange
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