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Bjørnøya (Bäreninsel)

All­ge­mein: Die Bären­in­sel (nor­we­gisch Bjørnøya) ist die süd­lichs­te Insel des Sval­bard-Archi­pels, etwa auf hal­bem Wege zwi­schen dem Fest­land und Spitz­ber­gen gele­gen. 178 km2 klein, abge­le­gen und sel­ten besucht. Auf der Nord­sei­te der Insel gibt es eine nor­we­gi­sche Wet­ter­sta­ti­on, die ganz­jäh­rig mit 12 Leu­ten besetzt ist. Der Man­gel geschütz­ter Buch­ten sowie das meist win­dig-rau­he und neb­li­ge Wet­ter machen Besu­che der »Bären­in­sel« zu einem Glücks­spiel, ähn­lich wie bei Jan May­en. Die Insel ist seit eini­gen Jah­ren Natur­re­ser­vat, für eini­ge Stel­len bestehen beson­de­re Beschrän­kun­gen. Die­se sind in der Kar­te oben schraf­fiert dar­ge­stellt: der schraf­fier­te Bereich im Süden darf in der Zeit vom 01.04. bis 31.8. nicht betre­ten (Land) bzw. befah­ren (See) wer­den, aus­ge­nom­men sind klei­ne Boo­te bis 40 Fuß (12,2 m) Län­ge. Das Schutz­ge­biet erstreckt sich bis zu einer See­mei­le vor der Küs­te. Das klei­ne­re Vogel­schutz­ge­biet im Nord­os­ten der Insel darf in der Zeit 15.6. bis 31.8. nicht betre­ten wer­den, da an den Seen dort Eis­tau­cher brü­ten. Stand die­ser Infor­ma­ti­on: Anfang 2013. Ände­run­gen sind, soweit bekannt, nicht zu erwar­ten. Ver­bind­li­che Infor­ma­tio­nen erteilt der Sys­sel­man­nen.

Bjørnøya; Insel; Karte; englisch; (zum Buch Spitzbergen-Svalbard; Rolf Stange)

Die Bären­in­sel (Bjørnøya). Vogel­schutz­ge­bie­te sind schraf­fiert dar­ge­stellt
(mehr Infor­ma­ti­on im Text über der Kar­te).

Die Bären­in­sel war frü­her im Win­ter, v.a. März-Mai, oft von Treib­eis umge­ben, das heu­te aller­dings nur noch sel­ten so weit nach Süden kommt.

Es gibt ein Buch spe­zi­ell über die Bären­in­sel, geschrie­ben vom Verfasser/Inhaber die­ser Sei­te.

Wegweiser bei der norwegischen Wetterstation Bjørnøya Meteo

Weg­wei­ser bei der nor­we­gi­schen Wet­ter­sta­ti­on Bjørnøya Meteo.

Weather station Bjørnøya Radio at Herwighamna, Bear Island (earlier called Bjørnøya Radio)

Wet­ter­sta­ti­on Bjørnøya Meteo (frü­her Bjørnøya Radio), Her­wig­ham­na.

Geo­lo­gie: Ziem­lich bunt gemischt. Teil­wei­se tritt Grund­ge­bir­ge zuta­ge, teil­wei­se sedi­men­tä­res Deck­ge­bir­ge (Devon und jün­ger). Im Nord­os­ten gibt es devo­ni­sche Sedi­men­te, in denen Koh­le­flö­ze ent­hal­ten sind. Die­se gehö­ren welt­weit zu den ältes­ten, da Land­pflan­zen, deren reich­li­ches Vor­han­den­sein die Vor­aus­set­zung für Koh­le­bil­dung ist, zu die­ser Zeit (vor etwa 350 Mil­lio­nen Jah­ren) gera­de ein­mal began­nen, tro­cke­nes Land zu besie­deln. Im Gip­fel­be­reich des Mise­ryfjel­let gibt es Sedi­men­te aus der Tri­as, die­se sind die jüngs­ten Fest­ge­stei­ne der Bären­in­sel.

Sedimentschichten aus dem Karbon bei Kapp Harry, Bjørnøya

Kon­glo­me­rat- und Sand­stein­schich­ten aus dem Kar­bon am Kapp Har­ry.

Buch­emp­feh­lung für wei­te­re, aus­führ­li­che und all­ge­mein­ver­ständ­li­che (ja, wirk­lich) Infor­ma­ti­on zu den The­men Geologie/Landschaft.

Land­schaft: Land­schaft­lich ist die Bjørnøya inner­halb von Sval­bard ein­zig­ar­tig. Völ­lig unver­glet­schert, steigt das Inse­lin­ne­re von Süd nach Nord lang­sam an und bil­det im Süd­os­ten eini­ge Ber­ge (z.B. Mise­ryfjel­let [»Elends­berg«], 536 Meter hoch).

Miseryfjellet vom Ymerdalen

Mise­ryfjel­let, der höchs­te Berg auf der Bären­in­sel, vom Ymerda­len aus gese­hen.

Miseryfjellet vom Meer

Mise­ryfjel­let, der höchs­te Berg auf der Bären­in­sel, vom Meer aus gese­hen.

Das Inse­lin­ne­re ist äußerst karg und weit­ge­hend vege­ta­ti­ons­frei. Dafür gibt es neben vie­len Stei­nen eine gro­ße Anzahl von Seen. In eini­gen von die­sen haben sich in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit besorg­nis­er­re­gen­de Kon­zen­tra­tio­nen von Umwelt­gif­ten abge­la­gert, die mit Wind und Mee­res­strö­mun­gen aus Indus­trie­län­dern kom­men.

Blick vom Miseryfjellet

Blick vom Mise­ryfjel­let über den fla­chen Nord­teil der Bjørnøya.

Spek­ta­ku­lär sind die Küs­ten­land­schaf­ten. Es gibt nur weni­ge Buch­ten und Strän­de, dafür Steil­küs­ten, die am Süd­ende am höchs­ten sind. Cha­rak­te­ris­tisch sind ver­schie­de­ne, vor der Steil­küs­te ste­hen­ge­blie­be­ne Bran­dungs­pfei­ler (Sylen, Stap­pen etc.) und Bran­dungs­höh­len.

Stappen, Südspitze der Bjørnøya

Die cha­rak­te­ris­ti­sche Fels­säu­le Stap­pen (191 m hoch) am Süd­ende der Bjørnøya.

Sylen on the southest coast of Bjørnøya

Die cha­rak­te­ris­ti­sche Fels­säu­le Sylen (80 m hoch) auf der Süd­west­sei­te der Bjørnøya.

Die­se Steil­küs­ten beher­ber­gen eini­ge der größ­ten See­vo­gel­ko­lo­nien des Nord­at­lan­tiks. Die Küs­ten­höh­le Per­le­por­ten wur­de durch Alis­ta­ir MacLeans Roman Bear Island von 1971 bekannt. Der Roman hat nicht sehr viel mit der Rea­li­tät der Land­schaft auf der Bären­in­sel zu tun, aber unab­hän­gig davon ist Per­le­por­ten ein sehr beein­dru­cken­des Stück Land­schaft. Nicht gera­de ein­fach zu errei­chen, wie so vie­le wil­de Natur­schau­spie­le: man braucht schon Glück mit dem Wet­ter und ruhi­ge See für die Pas­sa­ge mit einem klei­nen Boot, aber wenn es klappt, dann ist das Erleb­nis auf jeden Fall unver­gess­lich!

Küstenhöhle Perleporten, Kapp Kolthoff

Die Küs­ten­höh­le Per­le­por­ten schnei­det durch das Kapp Kol­thoff im Süd­os­ten der Bjørnøya.

Flo­ra und Fau­na: Das Inse­lin­ne­re ist weit­ge­hend unbe­lebt, abge­se­hen von dem, was in den Seen kreucht und fleucht. Dazu gehö­ren in eini­gen Seen auch Äschen, die meist klein blei­ben. Nur eini­ge kan­ni­ba­lis­tisch ver­an­lag­te Exem­pla­re errei­chen eine statt­li­che Grö­ße. Eine Beson­der­heit der Fau­na des Inlan­des ist der Eis­tau­cher. Die­ser gro­ße Vogel ist auf der euro­päi­schen Sei­te des Atlan­tiks äußerst sel­ten, er ist eher in Grön­land und vor allem im Nor­den von Nord­ame­ri­ka behei­ma­tet. Seit eini­gen Jah­ren hat sich aber ein Brut­paar bei einem See im Nord­os­ten der Insel nie­der­ge­las­sen. Die­ser See wur­de dar­auf­hin unter Schutz gestellt, so dass »Betre­ten ver­bo­ten« gilt – sehr zum Ver­druss der Mann­schaft der Wet­ter­sta­ti­on, die damit ihr liebs­tes Angel­re­vier ver­lo­ren hat.

Gewal­tig und über­re­gio­nal wich­tig sind aber vor allem die See­vo­gel­ko­lo­nien an den Steil­küs­ten im Süd­teil der Insel. Hier brü­ten Dick­schna­bel- und Trottel­lum­men zu Hun­dert­tau­sen­den neben Eis­sturm­vö­geln und Drei­ze­hen­mö­wen. Die­se Vogel­fel­sen gehö­ren zu den größ­ten der Nord­halb­ku­gel. Fische­rei und künf­tig gege­be­nen­falls Erd­öl­för­de­rung kön­nen die­se Kolo­nien zukünf­tig mög­li­cher­wei­se gefähr­den. Wäh­rend die Insel selbst heu­te geschützt ist, ist mit einer öko­no­mi­schen Aus­beu­tung der umge­ben­den Barents­see, ver­bun­den mit ent­spre­chen­den Fol­gen für die ark­ti­sche Natur, künf­tig lei­der zu rech­nen.

Trottellummen, Bjørnøya

Trottel­lum­men im Süd­os­ten der Bjørnøya.

1986 sind die Bestän­de der Trottel­lum­me wegen Über­fi­schung wich­ti­ger Fisch­ar­ten bereits ein­mal weit­ge­hend zusam­men­ge­bro­chen, wäh­rend die Dick­schna­bel­lum­me mit ihrem brei­ter gefä­cher­ten Spei­se­plan davon weit­ge­hend unbe­rührt blieb. Von die­sem Ein­bruch hat sich die Popu­la­ti­on immer noch nicht wie­der voll­stän­dig erholt.

Dickschnabellumme, Bjørnøya

Dick­schna­bel­lum­me an der Ost­küs­te der Bjørnøya.

Die Säu­ge­tier­fau­na ist dürf­tig. Der Namens­pa­tron der Bären­in­sel schaut nur im Win­ter, wenn die Insel vom Treib­eis umge­ben ist, gele­gent­lich vor­bei. Vor weni­gen Jahr­hun­der­ten muss es gewal­ti­ge Wal­ross­be­stän­de gege­ben haben, die jedoch im Lau­fe der Zeit voll­stän­dig aus­ge­rot­tet wur­den.

Geschich­te: Bjørnøya wur­de wäh­rend der Expe­di­ti­on von Wil­lem Bar­entsz am 10. Juni 1596 als ers­te Insel von Sval­bard ent­deckt und nach einem Kampf mit einem Eis­bä­ren »Bee­ren Eylandt« (Bären­in­sel, nor­we­gisch Bjørnøya) genannt. Die­se Insel hat eine recht beweg­te Geschich­te. Rus­si­sche wie auch nor­we­gi­sche Jäger haben hier über­win­tert, und im spä­ten 19. Jahr­hun­dert wur­de die Insel teil­wei­se von Theo­dor Ler­ner in Besitz genom­men, ohne dass sich aus die­ser unter­halt­sa­men Okku­pa­ti­on jedoch etwas wei­te­res erge­ben hät­te. Nor­we­gi­sche Fir­men haben bei Tun­heim im Nord­os­ten Koh­le abge­baut, der Berg­bau war jedoch weit­ge­hend unren­ta­bel, so dass der Staat den Betrieb in den 1920er Jah­ren über­nahm.

Hammerfesthuset: Svalbards ältestes Haus, Bjørnøya (Bäreninsel)

Das »Ham­mer­fest­hu­set« (rechts) in direk­ter Nach­bar­schaft zur Wet­ter­sta­ti­on: Ältes­tes, noch ste­hen­des Gebäu­de in ganz Sval­bard, heu­te Par­ty­kel­ler der Sta­ti­on.

Im zwei­ten Welt­krieg unter­hielt die Wehr­macht auf Bjørnøya eine wenig erfolg­rei­che Wet­ter­sta­ti­on. Spä­ter führ­te Nor­we­gen den Betrieb einer Wet­ter­sta­ti­on wei­ter, die bis heu­te in Betrieb ist.

Im Früh­jahr 2009 stran­de­te im Süden der Insel das rus­si­sche Fische­rei-Ver­sor­gungs­schiff Petro­za­vodsk (sie­he Spitz­ber­gen-Nach­rich­ten, z.B. Janu­ar 2011)

Pan­ora­men Bjørnøya

Beein­dru­cken­de Pan­ora­men von der Bären­in­sel gibt es auf der Pan­ora­ma-Start-Sei­te zu Bjørnøya in der Kate­go­rie Fotos, Pan­ora­men, Vide­os und Web­cams. Dort fin­den Sie auch eine Viel­zahl wei­te­rer (über­wie­gend 360°) Pan­ora­men aus der Ark­tis und der Ant­ark­tis.

Gale­rie 1: Küs­ten­land­schaf­ten

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Gale­rie 2: Land­schaft

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Gale­rie 3: Wet­ter­sta­ti­on Bjørnøya Meteo und His­to­ri­sches

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Gale­rie 4: Tie­re und Pflan­zen

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Letzte Änderung: 01. März 2019 · Copyright: Rolf Stange
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