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Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus)

Pink-footed goose (E) - Kortnebbgås (N) - Kleine rietgans (NL) - Oie á bec court (F)

Kurzschnabelgänse kehren gerne an dieselben Brutplätze zurück. Ihr Bestand wächst von Jahr zu Jahr. Auf Svalbard sind sie sehr scheu, da sie in Norwegen wie auch in Dänemark gejagt werden. In Deutschland ist die Kurzschnabelgans ganzjährig geschützt.

Kurzschnabelgans

Sehr scheu: Kurzschnabelgans

Beschreibung: Die Kurzschnabelgans ist die größte der drei auf Spitzbergen brütenden Gänsearten (Länge 75 cm, Gewicht 2,2-2,7 kg). Mit der dunklen Ringelgans und der Weißwangengans kann man sie kaum verwechseln. Ihr Gefieder ist graubraun, der Hals ist recht kurz, das Gesicht dunkel und der Schnabel kurz und orange. Die Beine sind rosa, die Geschlechter sind nicht unterscheidbar.

Verbreitung/Zugverhalten: Kurzschnabelgänse haben ihre Brutgebiete im Nordatlantik in Ostgrönland, Island und Svalbard. In Svalbard sind sie die häufigste Gänseart, sie brüten vor allem auf der Hauptinsel Spitzbergen und ziehen im Winter nach Dänemark, Holland und Belgien. Sie erreichen die Brutgebiete bereits in der ersten Maihälfte und bleiben dort bis September oder sogar Oktober.

Biologisches: Kurzschnabelgänse sind Vegetarier und leben von energiereichen Teilen der Tundrapflanzen. Sie brüten als Einzelpaare oder in kleinen Kolonien vor allem auf kleinen Inselchen vor der Küste, wo der Fuchs sie nicht erreichen kann, sowie in der Nähe von Vogelfelsen. Das Nest aus Pflanzenmaterial wird oft auf einer Erhebung oder auf einem Sims an einer Felswand gebaut. Anfang Juni werden vier (selten drei oder fünf) Eier gelegt und von der Mutter 26-27 Tage lang ausgebrütet. Das Männchen bewacht die Familie während dieser Zeit und vertreibt gegebenenfalls Füchse. Bald nach dem Schlüpfen ziehen die Jungvögel sowie deren mausernde, somit flugunfähige Eltern zur Küste, wo sie sich aufs Wasser begeben können, wenn Gefahr droht. Die Familie bleibt bis zum nächsten Frühjahrszug nach Norden zusammen.

Sonstiges: Der Bestand der Kurzschnabelgans auf Spitzbergen entwickelt sich positiv: Während man 2004 noch 43.000 Kurzschnabelgänse zählte, waren es 2013 schon 81.500 Individuen. In Svalbard, Norwegen und Dänemark werden sie gejagt und sind entsprechend scheu. Man bekommt eine Kurzschnabelgans kaum einmal aus kurzer Distanz zu sehen. Man sollte auch nicht versuchen, sich an Kurzschnabelgänse anzunähern: Die Altvögel verlieren beim Weglaufen oder Wegschweimmen wertvolle Energie und das Gelege fällt womöglich Füchsen oder Eismöwen zum Opfer.

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Letzte Änderung: 18. November 2017 · Copyright: Rolf Stange
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