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Schwalbenmöwe (Larus sabini)

Sabine's gull (E) - Sabinemåke (N) - Vorkstaart meeuw (NL) - Mouette de Sabine (F)

Schwalbenmöwe im Treibeis, nördlich von Nordaustland bei 82°N.
Bild © Rolf Stange

Beschreibung: Mit einer Länge von 33 cm und einem Gewicht von 150-210 g ist die Schwalbenmöwe eine eher kleine Möwe. In Svalbard ist sie die einzige Möwe mit dunklem Kopf und daher leicht zu erkennen – wenn man diesen seltenen Vogel denn einmal sieht. Die Geschlechter sind nicht unterscheidbar. Lebhafter, eleganter Flug. Die äußeren Ränder und Spitzen der Flügel sind schwarz.

Verbreitung/Zugverhalten: Die Schwalbenmöwe brütet in der Subarktis bis Hocharktis von Nordamerika über Grönland und Svalbard bis Nordrussland. In Svalbard ist sie sehr selten, es gibt nur ganz wenige Brutlokalitäten im Norden (Moffen, Lågøya und wenige, weitere Lokalitäten auf der Nord- und Nordostseite des Nordaustland). Den Winter verbringen Schwalbenmöwen vor der Küste von Südwestafrika.

Biologisches: Wichtige Nahrungsquellen sind vor allem kleine Fische und marine Wirbellose, gelegentlich aber auch Eier und Küken anderer Vögel. Als Bruthabitat bevorzugt die Schwalbenmöwe flache, trockene Tundra mit Süßwasser in Reichweite. Aus den zwei oder drei Eiern schlüpfen nach 23-26 Tagen Brut durch beide Altvögel. Nach wenigen Stunden verlassen die Küken das Nest und folgen ihren Eltern zur Küste oder zu einem Teich, wo sie abwarten, bis sie flugfähig sind. Jungvögel verbringen den ersten Sommer vermutlich bei den Überwinterungsplätzen im Süden.

Sonstiges: Die Population in Svalbard ist sehr klein und liegt vermutlich unterhalb von zehn Brutpaaren, entsprechend ist sie nur sehr selten zu sehen. Auch global ist die Schwalbenmöwe mit unter 10 000 Brutpaaren nicht gerade ein häufiger Vogel. Chancen, sie in Svalbard zu sehen, bestehen für Leute mit guten Augen und Ferngläsern oder besser Spektiv und Stativ bei Moffen oder auf der Nordseite des Nordaustland sowie generell im Treibeis. Auch am Monacobreen im Liefdefjord haben sich schon mehrfach Schwalbenmöwen blicken lassen. Hier wie auch bei Moffen ist es schwierig, sie inmitten tausender Dreizehenmöwen und Küstenseeschwalben ausfindig zu machen. Schwalbenmöwen brüten gerne in Kolonien der aggressiven Küstenseeschwalben, die jeden Eindringling wirkungsvoll verscheuchen.

Der englische Name der Schwalbenmöwe, »Sabine’s gull«, leitet sich von Sir Edward Sabine ab. Dieser englische Wissenschaftler hatte sie 1818 bei Grönland entdeckt. Später war Sabine bei einer Expedition in Nordostgrönland dabei, wo die Insel Sabine Ø nach ihm benannt wurde.

Bild
© Rolf Stange

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Letzte Änderung: 11. Oktober 2011 · Copyright: Rolf Stange
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