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Weißwangengans (Branta leucopsis)

Barnacle goose (E) - Hvitkinngås (N) - Brandgans (NL) - Bernache nonnette (F)

Die Weißwangengans wird auf Spitzbergen seit über 30 Jahren beringt und ist wohl die am besten erforschte Gans der Welt! Ende der 1940er Jahre gab es nur noch ein paar hundert Weißwangengänse auf Spitzbergen. Der Bestand hat sich seitdem aber erfreulich gut erholt.

Weisswangengans

Weißwangengänse mit Gösseln in Ny Ålesund (beringt)

Beschreibung: Die Weißwangengans, auch Nonnengans genannt, ist eine mittelgroße Gans (58-70 cm lang, 1,5-2 kg schwer) mit kontrastreichem Gefieder, schwarzem Hals und teilweise weißem Kopf. Sie sind kaum mit einer der beiden anderen in Svalbard brütenden Gänsearten zu verwechseln (siehe auch Kurzschnabelgans).

Verbreitung/Zugverhalten: Es gibt drei Regionen, in denen Weißwangengänse brüten: Nordostgrönland, Svalbard und Nordwestrussland bis hinab in den Ostseeraum. In Svalbard brüten die meisten Weißwangengänse an der Westküste von Spitzbergen sowie in den Tusenøyane. Die Vögel aus Svalbard verbringen den Winter in der Grenzregion von England und Schottland, wobei die Bjørnøya im September ein wichtiger Rastplatz auf dem Weg nach Süden ist. Auf dem Weg nach Norden machen die Weißwangengänse an der Westküste Norwegens Pause.

Die Weißwangengänse aus Grönland überwintern in Irland und im Westen Schottlands, während die östliche Population, die in Russland brütet, an der deutschen und niederländischen Nordseeküste überwintert.

Biologisches: Weißwangengänse sind eingefleischte Vegetarier und ernähren sich von Pflanzenwurzeln und Moosen sowie diversen Pflanzen.

Als bevorzugte Brutplätze für diese in Kolonien brütenden Gänse dienen Felsterrassen auf Klippen und kleine Inseln in Seen und an der Küste möglichst außerhalb der Reichweite von Füchsen. In jedem Fall wird ein kleines Stück ebener Tundra für den Bau des Nestes aus Pflanzen und Daunen benötigt, zu dem die Gänse Jahr für Jahr wieder zurückkehren. Sie teilen sich auch gerne ihre Brutplätze mit Eiderenten.

Das Gelege besteht aus vier oder fünf Eiern, die für 24-25 Tage ausschließlich vom Weibchen bebrütet wird. Das Männchen bleibt in der Nähe und verteidigt die Familie gegen Füchse oder andere Angreifer, falls nötig.

Sobald die Küken geschlüpft sind, verlässt die Gänsefamilie den Brutplatz und verbringt die nächsten Wochen in vegetationsreicher Tundra nahe eines Sees oder der Küste, so dass sie bei Gefahr schnell aufs Wasser flüchten kann. Die Altvögel mausern während dieser Zeit und sind daher für eine Weile flugunfähig, der Nachwuchs hat im Alter von 40-45 Tagen die Kunst des Fliegens gelernt.

Nach der Mauser finden die Gänse sich in großer Anzahl an Sammelplätzen mit reicher Vegetation ein, wo sie sich für den bevorstehenden Zug nach Süden stärken. Die Gänsefamilie bleibt bis zum Zug im nächsten Frühjahr zusammen.

Sonstiges: Früher sind Weißwangengänse in Svalbard fast bis zur Ausrottung gejagt worden, haben sich mittlerweile aber wieder gut re-etabliert, so dass möglicherweise in Zukunft sogar wieder eine begrenzte Jagd erlaubt werden wird. Es ist auffällig, dass die Kurzschnabelgans, auf die von Ende August bis Oktober Jagd gemacht wird, in Svalbard deutlich scheuer ist als die Weißwangengans, die vor allem in Ny Ålesund ohne Hemmungen durch den Ort spaziert.

Die Populationen sind derzeit generell stabil oder wachsen sogar. 2012 wurden 31.500 Individuen gezählt. Die starke räumliche Konzentration zu bestimmten Zeiten wie vor dem Herbstzug macht Weißwangengänse jedoch weiter generell anfällig für Störungen.

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Letzte Änderung: 17. Mai 2017 · Copyright: Rolf Stange
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