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Bartrobbe (Erignathus barbatus)

Bearded seal (E) - Storkobbe (N) - Baardrob (NL) - Phoque barbus (F)

Bild
© Rolf Stange

Beschreibung: Länge bis 2,5m, Gewicht bis über 300 kg, in Einzelfällen (Weibchen im Frühling) bis über 400 kg. Zweitgrößte Robbenart der Arktis nach dem Walross. Das Weibchen ist geringfügig größer als das Männchen, das Geschlecht ist für nicht-Fachleute aber nicht erkennbar. Man erkennt Bartrobben am besten an den Proportionen: Eine große, kantige Wurst, die an beiden Enden fett ist und an einem Ende einen kleinen Kopf hat, ist eine Bartrobbe. Kräftig ausgeprägter Schnurrbart. Bartrobben sieht man meist einzeln auf Eisschollen liegen, gelegentlich auch zu zweit, aber nie in größerer Anzahl und praktisch nie an Land, sondern entweder schwimmend oder auf Eis.

Verbreitung/Zugverhalten: Bartrobben kommen in vielen Regionen rund um die Arktis vor, sie bevorzugen recht flache, küstennahe Gewässer mit Treibeis, oft Fjorde mit Gletscherfronten. Sie sind das ganze Jahr über in den Gewässern um Svalbard.

Biologisches: Der Fellwechsel erfolgt über den größten Teil des Jahres verteilt, verstärkt aber im Juni nach der Paarungszeit. Bartrobben fressen so gut wie alles, was am Meeresgrund lebt, wie Muscheln, Krabben, Krebse, Tintenfisch, Fisch und alles, was am und im Meeresgrund sonst noch so kreucht und fleucht. Die Barthaare sind ein empfindliches Tastorgan und helfen bei der Nahrungssuche, die meist in Tiefen von bis zu 200 Metern erfolgt. Viele Bartrobben beenden ihr Leben als Eisbärenfutter, aber auch Orkas, Grönlandhaie und Walrosse mit etwas abnormalem Speiseverhalten gehören zu den natürlichen Feinden.

Die Geburt erfolgt auf Eisschollen Anfang Mai, und schon nach wenigen Stunden ist das 1,3 m große, 33 kg schwere Robbenbaby schwimmfähig. Zunächst leben die Jungtiere von etwa 8 Litern Muttermilch am Tag, die etwa 50% Fettgehalt hat, so dass die Gewichtszunahme am Tag über 3 kg beträgt. Nach ca 3 Wochen können Robben selbst tauchen und auf Nahrungssuche gehen. Zu dieser Zeit erfolgt die erneute Paarung. Eine Bartrobbe kann 20-25 Jahre alt werden.

Sonstiges: Früher wurden Bartrobben vor allem in Svalbard und der russischen Arktis zu über 10 000 Tieren pro Jahr gejagt. Schutzbestimmungen und wirtschaftliche Gründe haben diesem starken Jagddruck jedoch ein Ende bereitet. Außerhalb der Schutzgebiete sowie der Brutsaison darf die Bartrobbe in Svalbard auch heute noch gejagt werden (mit Jagdschein, versteht sich), Robbenfleisch findet, wie auch in Grönland, vor allem als Hundefutter Verwendung. Da man mit Bartrobben aber keine Motorschlitten betanken kann, hält die Jagd sich in ziemlich engen Grenzen. 

In Svalbard kann man sich Bartrobben mit etwas Glück gut annähern.

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Letzte Änderung: 18. November 2017 · Copyright: Rolf Stange
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