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Sterntaucher (Gavia stellata)

Red-throated diver (E) - Smålom (N) - Roodkeel duiker (NL) - Plongeon catmarin (F)

Bild
© Rolf Stange

Beschreibung: Sowohl auf dem Wasser als auch im Flug erinnern Taucher, von denen es weltweit vier Arten gibt, ein wenig an recht große Enten. Der Sterntaucher ist mit mit einer Länge von 53-69 cm und einem Gewicht von 1500-1700 g die kleinste Taucherart und die einzige in Spitzbergen (abgesehen von Bjørnøya, wo neuerdings auch der Eistaucher in geringen Zahlen brütet), so dass die Identifikation einfach fällt. Charakteristisch ist der lange, spitze Schnabel, der auf der Vorderseite braunrote Hals sowie der ansonsten graue Kopf. Männchen und Weibchen sind nicht unterscheidbar. Im Flug ist der schlanke Hals langgestreckt und leicht abwärts gebogen, was die Silhouette einfach unterscheidbar lässt. Man sieht den Sterntaucher entweder im Flug oder aber, in der Brutsaison, direkt neben kleinen Süßwasserseen in der Tundra am Nest beziehungsweise auf dem Wasser schwimmend, wo er schnell Zuflucht sucht, wenn Mensch oder Tier sich annähern. Der Sterntaucher liegt tief im Wasser und hat dabei einen eleganten, leicht vorwärts strebenden Umriss. Bei der Fortbewegung an Land, die auf das Nötigste beschränkt bleibt, sieht der Vogel eher tolpatschig aus, da die Beine sehr weit hinten unterm Körper sitzen.

Verbreitung / Zugverhalten: Der Sterntaucher ist zirkumpolar in der Arktis und Subarktis bis zur Zone der borealen Nadelwälder verbreitet. In Svalbard ist er an der Westküste, im Südosten (Tusenøyane) sowie Bjørnøya am häufigsten, wo man ihn jeweils am Brutplatz, kleinen Tundraseen, beobachten kann. Sterntaucher kommen im Mai oder Juni in die Brutgebiete und bleiben recht lange, bis September oder sogar Oktober. Anschließend ziehen sie nach Süden, in küstennahe Gewässer von Südnorwegen bis zum Mittelmeer.

Der Sterntaucher gehört zu den ornithologischen Besonderheiten von Ny Ålesund (beobachten Sie dort den – vom Hafen aus gesehen – ersten Teich auf der linken Seite des Weges. Denken Sie dabei bitte daran, dass in Ny Ålesund das Verlassen der Wege verboten ist).

Biologisches: Sterntaucher brüten paarweise, nur gelegentlich sieht man mehrere Brutpaare nicht allzu weit voneinander. Das Nest wird am Rand eines kleinen Sees in flacher Tundra angelegt, manchmal auch auf einem kleinen Inselchen inmitten eines Sees. Ihre Nahrung in Form kleiner Fische finden Sterntaucher allerdings im Meer, wobei sie – wie der Name sagt – einige Strecken unter Wasser zurücklegen können; zusätzlich fressen sie Pflanzen und Wirbellose (v.a. Insekten) an Land.

Ende Juni oder Anfang Juli, sobald der See beim Nest eisfrei ist, werden ein bis drei Eier (meist zwei) gelegt. Während der 26-28 Tage langen Brutphase wechseln beide Eltern sich ab, wie auch bei der anschließenden Pflege der Jungvögel, bis diese nach sechs oder sieben Wochen selbstständig werden.

Sonstiges: Die Größe der Population in Svalbard ist unbekannt, dürfte aber nicht allzu hoch sein. Sterntaucher sind sehr schöne, elegante Vögel, und der Anblick eines Sterntauchers bei einem malerischen See in der Tundra ist ein Arktis-Erlebnis, das man sicher nicht so schnell vergisst. Andererseits sind Sterntaucher sehr scheu und verlassen das Nest schnell, wenn man zu nahe kommt; Eier bzw. Küken kühlen dann schnell aus oder werden schnell zur Beute von Eisfuchs, Skua oder Eismöwe. Daher sollte man bei der Beobachtung große Vorsicht walten lassen und einen weiten Abstand halten. Wenn Sie gute Fotos vom Sterntaucher machen wollen, benötigen Sie auf jeden Fall ein Teleobjektiv mit langer Brennweite sowie ein Stativ.

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Letzte Änderung: 22. Oktober 2014 · Copyright: Rolf Stange
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