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Home* Reiseberichte & FotosArktis 2012 → Spitzbergen 06-20/09/12

Mit dem Segelschiff zu Spitzbergens Gletschern

06.-20. September 2012

organisiert von Rolf Stange
Spitzbergen.de

und der Geographischen Reisegesellschaft
www.geo-rg.de

Diese Fahrt rund um Spitzbergen sollte uns vor allem die Gletscher näherbringen, und innerhalb von zwei Wochen ging es fünfmal mit Steigeisen, weiterer Ausrüstung und sachkundiger Führung auf die eisigen Riesen, die Spitzbergen nach wie vor zu gut 60 % bedecken. Gletscher sieht man in Spitzbergen überall, aber diese Perspektive – nicht vom Schiff oder vom Land aus den Gletscher zu betrachten, sondern auf dem Gletscher zu stehen und von dort aus „nach außen“ auf Land, Fjord und Schiff zu schauen und die den meisten ungewohnte Welt des Eises aus nächster Nähe zu entdecken und zu erleben –, das war für eine Fahrt dieser Art neu. Funktioniert hat es prima, vom ersten Anprobieren der Steigeisen über das Erlebnis der Eis-Landschaft bis hin zur Spaltenbergungsübung für Interessierte.

Wie die nachfolgenden Bildergalerien zeigen, haben wir uns natürlich nicht nur auf die Gletscher gestürzt, sondern versucht, von Spitzbergens vielen Gesichtern im Laufe der zwei Wochen möglichst viele kennenzulernen. Zu sagen, dass das wieder einmal gelungen ist, ist sicher nicht übertrieben.

Das Wetter erwies sich eher als herbstlich denn als spätsommerlich, und nach dem fantastischen ersten Sonnenuntergang im Bellsund dauerte es recht lange, bis die Sonne sich wieder durch die vom oft kräftigen Wind getriebenen Wolken durchkämpfte.

Das Reisetagebuch gibt es hier in 2 Versionen, die sich durch unterschiedliche Dateigröße unterscheiden:
Reisetagebuch (kleine Datei, 2,9 MB, für schnelles Herunterladen)
Reisetagebuch (große Datei, 9,4 MB, für gute Qualität beim Ausdrucken)

Fotoalbum

Klicken Sie auf ein Bild, um zur entsprechenden Galerie zu gelangen.

Jan und Friederike haben eine weitere Bildergalerie veröffentlicht: hier klicken.

Abteilung »Wissen«

Man lernt nie aus, und unter den vielen landeskundlichen Aspekten, die wir unterwegs berührt haben, sind zwei, die an dieser Stelle noch jeweils einen kleinen Nachtrag bekommen sollen:

Erstens die Gletscher zwischen Hornsund und Ostküste, Hornbreen und Hambergbreen.

Überblick über den inneren Hornsund (Brepollen) und die Gletscher bis zur Ostküste. Die von unserer Wandergruppe erreichte Stelle ist mit dem gelben Punkt markiert. Östlich davon der Hornbreen (HB) und die Hambergbukta (HA), westlich der Storbreen (ST), wo die zweite Gruppe mit den Zodiacs unterwegs war. Quelle: Hornbreen-Hambergbreen Retreat Svalbard

Im 20. Jahrhundert hat der Hornbreen sich um 13,5 Kilometer zurückgezogen und der Hambergbreen um nicht weniger als 16 Kilometer. Derzeit sind noch etwa 9 Kilometer Gletscher zwischen Hornsund und Ostküste übrig, die bei anhaltendem Gletscherschwund allerdings auch in nicht allzu ferner Zukunft verschwinden werden, da die Eisscheide mit 300 Metern Höhe sehr tief liegt. Uns stellte sich die Frage, ob dann vielleicht eine fahrbare Passage entsteht und das Sørkapp Land, also das Land südlich des Hornsund, dann zur Insel wird. Jan war fleißig und hat recherchiert: Dies wird nicht der Fall sein. Bei vollständigem Verschwinden der Gletscher bleibt eine schmale Landbrücke zwischen Hornsund und Ostküste bestehen. Mit einer Abkürzung für das Schiff wird es also nichts werden, aber eine interessante Wanderung, eines Tages… noch schöner wäre es sicher, wenn eine klimatische Überraschung den Hornsund-Gletschern die Pracht zurückgäbe, die sie im frühen 20. Jahrhundert einmal hatten, aber danach sieht es derzeit leider überhaupt nicht aus. Mehr Information hier: Hornbreen-Hambergbreen Retreat Svalbard

Zweitens das »Krebstierchen«, das wir während der letzten Landung auf der Insel Coraholmen im Ekmanfjord in einem kleinen Moränentümpel gefunden haben.

Foto:
© Dierk Ronneberger
Beim Klick auf das Bild erscheint eine größere Version.

Zu diesem Tierchen fand Dierk eine Einordnung, die vom Bild und den wenigen Informationen her jedenfalls passend erscheint. Demnach handelt es sich anscheinend um einen Triops, die gehören zu den Kiemenfußkrebsen (alles klar?). Und tatsächlich soll Triops cancriformis, den wir dem Verbreitungsgebiet zufolge wohl gesehen haben, die älteste noch lebende Tierart sein – na wenn das nichts ist! Nachgewiesen im Keuper (Obertrias, 220 Millionen Jahre) in Franken. Die Information stammt aus der Wikipedia. Es wäre noch mal interessant, darüber mit jemandem zu sprechen, der sich damit tiefergehend auskennt, aber das ist nun der Stand der Dinge. Danke, Dierk!

Zum Triops hat sich Ende Januar 2013 dann Karsten Piepjohn noch folgendermaßen geäußerst: „ich habe auf Deiner homepage gelesen, dass der Triops, den wir auf Coraholmen gefunden haben, das älteste Tier auf der Welt ist und mindestens seit Keuper lebt. Das stimmt nicht und ist eigentlich noch gar kein Alter – es gibt viel ältere Tiere, die auch heute noch die Erde bevölkern. Z.B. Libellen gibt es seit Karbon, Haie gibt es seit dem Devon, glaube ich, und dann gibt es Pfeilschwanzkrebse, den Nautilus und Brachiopoden, die noch viel älter sind: z.B. Lingula, die es seit 400 Millionen Jahren gibt.“ Dazu meinerseits: Dass es Arten gibt, die deutlich älter sind als der Keuper und die heute noch existieren, ist eigentlich wohlbekannt – hätte mir auch auffallen können und müssen … Danke, Karsten!

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Letzte Änderung: 30. März 2013 · Copyright: Rolf Stange
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