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Monats-Archiv: März 2015 − News & Stories


Neues vom Rattenausrottungsprojekt in Südgeorgien

Erfreuliche Neuigkeiten vom Rattenausrottungsprojekt in Südgeorgien gibt es in den Nachrichten der Antarktis-Seite (hier klicken).

Seevögel vor Südgeorgien: Dank des Habitat Restoration Project werden vor allem die Populationen der kleineren Arten demnächst wieder kräftig wachsen.

Seevögel bei Südgeorgien

Longyearbyen

Der Wind, der gestern Abend schon so kräftig gepustet hat, hat sich über Nacht zu einem ordentlichen Stürmchen gemausert. Wettermäßig eine ziemlich instabile Saison, vom klaren, kalten, stillen Winterwetter über Schneestürme bis zu gelegentlichen Warmlufteinbrüchen mit Plusgraden ist im Wochenrhythmus alles dabei. Godt innevær, wie die Norweger sagen, gutes Wetter, um es sich drinnen gemütlich zu machen! Was auch prima ist. Man muss auch zwischendurch mal wieder Bücher schreiben (ja, mache ich auch noch). Und wenn man zwischendurch noch so netten Besuch kriegt, wird es ja auch nicht langweilig 🙂

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Barentsburg, Colesbukta

Die Fahrt nach Barentsburg dauert gut 3 Stunden. Wir nutzen das gute Wetter zu ein paar Fotostops.

Dem russischen Bergbauort Barentsburg sieht man mittlerweile deutlich an, dass die Zeiten sich hier ändern. Die Kohle bringt keine Kohle mehr, die letzten Jahre haben in den Schächten Schwierigkeiten und Unglücke gebracht. Nun wird zwar gefördert, aber auf niedrigem Niveau. Dennoch wurde sichtbar investiert: Gebäude haben neue Fassaden bekommen, Ruinen wurden abgerissen. Es gibt eine Brauerei mit Restaurant und neue, schöne Zimmer im Hotel. Zwei weitere Übernachtungsangebote sind gepant. Schon jetzt zieht Barentsburg eine ganze Menge Touristen an. Nicht nur Tagesgäste mit geführten Touren, sondern auch Einheimische aus Longyearbyen, die die Möglichkeit zum durchaus komfortablen Kurzurlaub übers Wochenende nutzen. Essen, Zimmer und Service werden regelmäßig gelobt. In der Svalbardposten wurde die Bergbau- und Ortsbetreibergesellschaft Trust Arktikugol schon as Turist Arktikugol bezeichnet …

Nun, wir genießen die Pause in Barentsburg, auch wenn für den Moment nicht allzuviel Zeit bleibt, sich umzuschauen. Wir haben einen Foto-Auftrag, der uns an eine Gruppe mit Zeitplan bindet.

Aber bald ist der Auftrag erledigt und wir hängen noch einen langen Abend in Colesbukta an den Tag dran. Skurile Bauten einer seit über einem halben Jahrhundert aufgegebenen russischen Siedlung. Von hier wurde die Kohle verschifft, die im Nachbart Grumantbyen, der am Fuß einer Steilküste liegt, abgebaut wurde. Schöne Eindrücke im schönen Abendlicht. Wir streifen um die und in den alten Gebäuden herum, bestaunen altes, schweres Gerät, geologische Proben und stumme Zeugen eines einst lebendigen Alltags. Pure Foto-Freude! Am Ufer leisten uns Eismöwen Gesellschaft, während wir in den endlosen Sonnenuntergang schauen.

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Schließlich nimmt der Wind zu, und es wird Zeit, nach Longyearbyen zurückzufahren. Auf dem über 700 m hohen Pass zum Longyeargletscher ist die Sicht wegen des wirbelnden Schnees so schlecht, dass wir ganz froh sind, schließlich wieder unten im Tal zu sein, wobei wir nur bekannten Routen folgen und somit auf der sicheren Seite bleiben. Wie wir später hören, fährt am gleichen Abend ein junger Einheimischer anderswo in ein metertiefes Schneeloch und verletzt sich dabei so schwer, dass er mit Ambulanzflieger in die Uni-Klinik in Tromsø geflogen wird, wo er in ein künstliches Koma versetzt werden muss …

Hiorthfjellet

Noch gibt es Sonnenuntergänge, noch zu einer fast „normalen“ Zeit, nämlich abends. Unaufhaltsam und unglaublich schnell rücken die Sonnenuntergänge gegen Mitternacht vor. Bald werden sie mit den Sonnenaufgängen verschmelzen und gemeinsam die Mitternachtssonne hervorbringen. Zwischen Polarnacht und Polartag (Mitternachtssonne) liegen gerade 2 Monate. Die Mitternachtssonne wird das gesamte Leben hier verändern, Tier und Mensch werden weniger schlafen, mehr aktiv sein, ihren Rhythmus umstellen.

Und natürlich wird das Licht sich ändern. Für ein paar Wochen bringt der April nachts noch blaurote Farben, die im Mai der dann auch nachts schon recht hoch stehenden Sonne weichen werden.

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Und deswegen sind wir jetzt hier, Ende März, einige hundert Meter über Hiorthhamn, an einem der schönsten Aussichtspunkte, um den Blick auf Adventfjord und Longyearbyen im Licht eines abendlichen Sonnenunterganges zu genießen. Bis September wird es nicht mehr viele davon geben.

Sassendalen

Das Sassendalen ist eines der größten Täler Spitzbergens: 30 km lang vom Rabotbreen bis zum Tempelfjord und 5 km breit, bringt es einen ziemlich erschlagenden Eindruck von Weite, dort zu stehen, wo im Sommer ein mächtiger Fluss rauscht.

Mit spannenden Details warten aber mehrere kleine Nebentäler auf, darunter der Wasserfall im Eskerdalen – derzeit natürlich gefroren – und die Klamm im Brattlidalen mit hohen Felswänden, die man stellenweise mit ausgestreckten Armen berühren kann.

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Fredheim, die berühmte Hütte von Hilmar Nøis, ist bereit zum Umziehen. Die drei alten Hütten, darunter die schöne doppelstöckige, deren Bau Nøis 1924 begann und die er bis 1963 bewohnte, waren von Küstenerosion bedroht und hätten die nächsten Jahre wohl nicht am alten Standort überlebt. Nun stehen sie auf Stahlträgern und sind mit Balken abgestützt, so dass man sie demnächst auf eine höher gelegene Terrasse ziehen kann (Anmerkung: das ist mittlerweile erfolgreich geschehen).

De Geerdalen

Wieder ein Tag im Nordenskiöld Land, dieses Mal etwas weiter östlich, wieder wenige Kilometer Entfernung zurückgelegt, wieder viel Zeit damit verbracht, in der Landschaft Neues zu sehen und zu fotografieren. Aus einem der Fotos dieses Tages ist das Osterrätsel entstanden, ganz spontan, und ich fand, dass es sehr schön gezeigt hat, wie ein scheinbar vertrautes Material – Gletschereis – bei genauem Hinschauen Details zeigen kann, die so neu und überraschend erscheinen, auch wenn man einen nicht geringen Teil seines Lebens in vergletscherten Landschaften verbracht hat.

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Fototechnisch eine Herausforderung, stundenlange Millimeterarbeit bei Minusgraden. Ob das Ergebnis den Aufwand rechtfertigt, weiß ich nicht. Aber der Weg ist das Ziel – in diesem Sinne hat es sich ohne jeden Zweifel gelohnt: es hat Spaß gemacht, neue Eindrücke gebracht, neue Erkenntnisse über winzige Details des Eises und darüber, wie man sie fotografiert (oder auch nicht ☺).

Rund ums Colesdalen

Landschaft in blaugrau mitten im Nordenskiöld Land, irgendwo im nirgendwo zwischen Longyearbyen und Barentsburg. Kleine und große Täler, weite Aussichten, neue Spuren. Wenige Kilometer, viele Eindrücke und Fotos. Im Fokus – im wahrsten Sinne! – stehen die Landschaft mit ihrem winterlichen Licht eines späten Märztages und die Motorschlitten in verschiedenen Fahrsituationen. Heute bewege ich mich mehr vor als hinter der Linse, daher hält sich die Auswahl an Bildern hier in Grenzen.

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Breinosa & Hiorthhamn

Man muss gar nicht immer weit weg. Licht & Landschaft, schöne Ausblicke und Tiere – alles da, mitunter sogar in Longyearbyen, ansonsten innerhalb weniger Kilometer drumherum. Keine Eisbären und Walrosse, aber die notgedrungen tapferen, landbewohnenden Überwinterer: Rentiere und Schneehühner. Letztere sind im Winter durch ihr weißes Gefieder im Schnee so gut getarnt, dass man sie nicht sieht, wenn sie den Kopf senken, um ein paar Körner aus der Tundra unter der von Rentieren aufgewühlten Schneedecke zu picken. Der nie endende Kampf ums Überleben in der Arktis. So schön, das zu beobachten, ohne daran teilnehmen zu müssen.

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In Hiorthhamn, direkt gegenüber von Longyearbyen, steht mit dem alten Kohleverladekran eines der schönsten historischen Gebäude aus der frühen Bergbauzeit. Eisschollen kratzen sanft am Ufer und hinter den Bergen auf der anderen Seite des Isfjord geht blutrot die Sonne unter, obwohl es noch später Nachmittag ist und noch nicht Abend. Gerade gut 2 Wochen ist es her, dass in Longyearbyen überhaupt die ersten Sonnenstrahlen nach der Polarnacht gefeiert wurden. Jetzt kehrt das Licht schnell zurück.

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Sonnenfinsternis in Spitzbergen: totale Finsternis – totaler Erfolg

Die Wettergötter waren in Spitzbergen bei der heutigen Sonnenfinsternis voll auf der Seite der zahlreichen Besucher: ein paar dünne Wolkenschleier am Morgen verzogen sich im Lauf des Vormittags und gaben den Blick auf den strahlend blauen Himmel frei. Tausende von Besuchern und Einheimischen hatten sich in Ortsnähe im Adventdalen in Position gebracht und die Spannung stieg spürbar, bis um 11.12 Uhr Ortszeit die totale Phase einsetzte.

Sonnenfinsternisse sind vielfach beschrieben wurden und bleiben unbeschreiblich, so dass ich es jetzt gar nicht versuchen will. Ich dachte früher auch, das ganze Gerede, es sei unvorstellbar und eine totale Sonnenfinsternis sei noch einmal ein völlig anderes Erlebnis als eine partielle, sei Gelaber. Es stimmt aber. Es war wirklich der Hammer, und wir sind äußerst froh, das erlebt zu haben, auch wenn es nicht nur totale Finsternis am Himmel, sondern auch totale Kälte in den Fingerspitzen gab. Hat sich aber gelohnt. Der Moment, als die Korona aufblühte … aber ich wollte ja gar nicht versuchen, es zu beschreiben. Also: Bilder! Natürlich gibt es auch ein paar Fotos, wobei das gar nicht so einfach war … können wir das bitte noch mal machen? 😉

Beobachter bringen sich in Stellung für die Sonnenfinsternis.

Sonnenfinsternis Spitzbergen, 20. März 2015: Beobachter

Die Sonnenfinsternis im Adventdalen in Spitzbergen, 20. März 2015: partielle Phase.

Sonnenfinsternis Spitzbergen, 20. März 2015: partielle Phase

Die Sonnenfinsternis im Adventdalen in Spitzbergen, 20. März 2015: totale Finsternis.

Sonnenfinsternis Spitzbergen, 20. März 2015

Die totale Sonnenfinsternis im Adventdalen in Spitzbergen, 20. März 2015: das Ende der totalen Phase.

Sonnenfinsternis Spitzbergen, 20. März 2015

Die Sonnenfinsternis

Die SoFi (Sonnenfinsternis), von der Astronomie seit Jahrtausenden geplant für den heutigen Freitag, 20. März 2015, am späten Vormittag, hat sich auch in der öffentlichen Wahrnehmung schon länger als Großereignis angekündigt. Tausende von SoFi-Jüngern aus allen Erdteilen hatten mit Linien- und Charterflügen den kleinen Flughafen bei Longyearbyen bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet, wie auch die diversen Hotels und Absteigen vor Ort. Natürlich war die alles entscheidende Frage: Würde das Wetter Besuchern und Einheimischen wohlgesonnen sein? Sobald 10 Tage vorher die ersten Langzeitprognosen aus den Kristallkugeln geholt wurden, wurden diese eifrig studiert.

Und siehe da: Die Wettergötter waren voll auf der Seite der zahlreichen Besucher: Ein paar dünne Wolkenschleier am Morgen verzogen sich im Lauf des Vormittags und gaben den Blick auf den strahlend blauen Himmel frei. Die meisten hatten sich in Ortsnähe im Adventdalen in Position gebracht und die Spannung stieg spürbar, bis um 11.12 Uhr Ortszeit die totale Phase einsetzte. Wir hatten uns etwas weiter ins Adventdalen verzogen, abseits des Trubels.

Sonnenfinsternisse sind vielfach beschrieben wurden und bleiben trotzdem unbeschreiblich, so dass ich es jetzt gar nicht versuchen will. Ich dachte früher auch, das ganze Gerede, es sei unvorstellbar und eine totale Sonnenfinsternis sei noch einmal ein völlig anderes Erlebnis als eine partielle, sei Gelaber. Es stimmt aber. Es war wirklich der Hammer, und wir sind äußerst froh, das erlebt zu haben, auch wenn es nicht nur totale Finsternis am Himmel, sondern auch totale Kälte in den Fingerspitzen gab. Hat sich aber gelohnt. Der Moment, als die Korona aufblühte … aber ich wollte ja gar nicht versuchen, es zu beschreiben. Also: Bilder! Natürlich gibt es auch ein paar Fotos, wobei das gar nicht so einfach war … können wir das bitte noch mal machen?

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Man merkte es dem kleinen Ort nachmittags förmlich an, wie sehr Anspannung und Stress der Tage zuvor nun Freude und Erleichterung gewichen waren. Tassen hoch!

Eisbär bei Fredheim erschossen

Heute (Donnerstag, 19.3.) früh um 6 Uhr ist im Tempelfjord bei Fredheim ein Eisbär erschossen worden, der ein Zeltlager angegriffen hat. Das Lager gehört einer kleinen Gruppe aus Tschechien und war mit einem Alarmzaun gesichert. Vermutlich ist der Eisbär, ein kleines, junges Tier, unter dem Zaun hergekrochen, so dass der Alarm (norwegisches Militärsystem mit Nylonschnur) nicht ausgelöst wurde.

Der Eisbär zerrte einen Mann aus einem Zelt und verletzte ihn dabei im Gesicht und am Arm. Ein anderer Teilnehmer schoss daraufhin dreimal auf den Bären und verwundete ihn dabei, allerdings nicht tödlich. Der Eisbär ließ von dem verletzten Mann ab und ergriff die Flucht.

Wenig später war der Sysselmannen zur Stelle. Der verletzte Eisbär wurde bald gefunden und erschossen.

Der verletzte Mann wurde ins Krankenhaus gebracht. Vermutlich ist er nur leicht verletzt, da die Gruppe davon ausgeht, dass er ab Sonntag die Tour mit ihnen fortsetzen kann.

Das Zeltlager befindet sich nur wenige hundert Meter vom Ufer und von der Eiskante entfernt. Im Frühjahr werden regelmäßig Eisbären im Tempelfjord gesichtet, zuletzt erst vor wenigen Tagen. In unmittelbarer Nähe des Lagers, wo sich der Zwischenfall ereignete, befinden sich zwei weitere, größere Zeltlager.

Zufällig war dieser Autor, zunächst ohne von dem Vorfall zu wissen, wenige Stunden später vor Ort und kam mit der betroffenen Gruppe ins Gespräch.

Das angegriffene Zeltlager bei Fredheim im Tempelfjord, wo der Eisbär erschossen wurde.

Das Zeltlager im Tempelfjord, das von einem Eisbären angegriffen wurde

Tempelfjord

Mitte März beginnt für mich der arktische Teil des Jahres 2015 und damit auch dieser Blog. Ein paar Wochen sind nach Rückkehr aus der Antarktis vergangen, und rechtzeitig vor der Sonnenfinsternis in Spitzbergen am 20. März ziehen wir wieder nach Longyearbyen hoch für ein paar erste Touren, sozusagen Warmwerden. Der erste Ausflug ging ins Sassendalen und zum Tempelfjord.

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Sonnenfinsternis rückt in Spitzbergen näher

Die Sonnenfinsternis, die Nordeuropa am kommenden Freitag kurzzeitig in Dunkelheit hüllen wird, wirft ihre Schatten voraus und die Spannung steigt. Seit vor etwa 2 Wochen der 20.3. in den Kristallkugeln der mutigsten Langzeitwetterberichte auftauchte, wird über das alles entscheidende Wetter spekuliert (Fazit bislang: kann was werden, muss aber nicht). Natürlich wird der 20.3. auch rückblickend in der Statistik durchleuchtet (Fazit: kann was werden, muss aber nicht).

In Longyearbyen hat man sich ein umfangreiches Rahmenprogramm einfallen lassen: Mehrere Vorträge bereiten das Publikum fachlich auf das astronomische Großereignis vor, Sonnenfinsternisbrillen sind kistenweise eingeflogen worden, man hat ein Infoheft herausgegeben, diverse kulturelle Ereignisse sollen im zeitlichen Umfeld für Unterhaltung sorgen. T-Shirts mit dem Aufdruck „Eclipse Svalbard 2015“ und einer Art gelbschwarzem Spiegelei sind im Verkauf. Im Adventdalen, fußläufig einfach vom Ort erreichbar und in einem Bereich, wo die Sonne zur fraglichen Zeit über den Bergen stehen wird, wird ein großes Aufenthaltszelt errichtet, wo Gäste sich Aufwärmen und etwas zu essen bekommen können.

Ab heute (Mittwoch) werden täglich Sonderflüge (Charter und Privat) erwartet, die bis Freitag Vormittag mehrere tausend Gäste nach Longyearbyen bringen werden. Nun wird der kleine Ort das erste Mal echten Massentourismus erleben, und sicher auch das letzte Mal für sehr lange Zeit (eine Bewerbung Longyearbyens für die olympischen Spiele oder die Fußball-WM liegt noch nicht vor, das wäre ggf. sicher vergleichbar). Die verfügbaren Hotels sollen seit 2007 alle ausgebucht sein, viele Einheimische haben ihre Privatwohnungen für ein paar Tage vermietet zu Preisen, die dem astronomischen Charakter des Ereignisses entsprechen.

Nun darf man gespannt sein, ob der Freitag Wolkendecke oder klaren Himmel bieten wird, darauf kommt jetzt alles an. Viele hoffen heimlich auf Sonnenfinsternis mit Nordlicht … in jedem Fall wird es auf dieser Webseite anschließend Bilder geben.

Sonnenfinsternis mit Nordlicht in der mit Computerhilfe sichtbar gemachten Fantasie des Autors.

Sonnenfinsternis Spitzbergen mit Nordlicht (selbstgebasteltes Bild)

Südgeorgien: Ratten, Vögel und „Die Nebel der Zeit“

Das Buch Die Nebel der Zeit hat 2014 geholfen, dass 2 Hektar von Südgeorgien nun rattenfrei werden 🙂 das Projekt läuft weiter und natürlich auch der Verkauf des Buches, um es weiter zu unterstützen.

Mehr zum derzeit laufenden Habitat Restoration Projekt des South Georgia Heritage Trust hier (antarktis.net-Nachrichten).

2014 finanzierte das Buch Die Nebel der Zeit die Ausrottung der Ratten auf 2 Hektar von Südgeorgien.

Die Nebel der Zeit: Unterstützung für Südgeorgien

Suchaktion an der Ostküste glücklich abgeschlossen

Eine großangelegte Suchaktion wurde am Mittwoch (12.3.) ausgelöst, als 3 Männer aus Longyearbyen nicht von einer 2-tägigen Tour an die Ostküste zurückkehrten. Eigentlich wollten die 3, alle Einwohner von Longyearbyen in ihren 30er Jahren, Dienstag Abend oder in der Nacht zum Mittwoch zurückkehren. Mittwoch Mittag schlug ihr Chef Alarm, als sie nicht im Laufe des Vormittags am Arbeitsplatz aufgetaucht waren.

Der Sysselmannen und Kräfte des Roten Kreuzes waren mit 2 Suchhubschraubern den ganzen Nachmittag über im Einsatz, zunächst ohne Erfolg. Zusätzlich zu mehreren Hütten an der Ostküste, die von den Einwohnern Longyearbyens zur Übernachtung genutzt werden können, musste ein immens großes Gebiet abgesucht werden. Weder hatte die Gruppe jemanden im Ort über ihre genaue Route informiert, noch hatten sie Kommunikationsmittel wie Notpeilsender oder Satellitentelefon dabei. Damit hätte sich die Suchaktion mutmaßlich deutlich abkürzen lassen.

Die Suche wurde trotz Dunkelheit am Abend fortgesetzt und kurz nach 23 Uhr wurden die 3 Männer auf dem Königsbergbreen gefunden. Sie hatten sich mit einem Notsignal, vermutlich einem Lichtsignal, bemerkbar gemacht und wurden etwas unterkühlt, aber ansonsten in guter Verfassung, nach Longyearbyen gebracht und sicherheitshalber im Krankenhaus untersucht.

Die Ursache der Verzögerung ist bislang noch nicht öffentlich bekannt. Möglich sind technische Schwierigkeiten mit den Motorschlitten, darunter Steckenbleiben in großen Mengen losen Schnees. Der Königsbergbreen liegt auf der Nordseite der Mohnbukta und gehört zu einer häufig gefahrenen Route zur Ostküste.

Für zugereiste Touristen besteht für Touren in das fragliche Gebiet die Verpflichtung, die Route anzumelden, eine Versicherung für Such- und Bergungsaktionen nachzuweisen und einen Notpeilsender mitzuführen. Für Einheimische gibt es diese Verpflichtung nicht.

Der Königsbergbreen bei guten Bedingungen.

Königsbergbreen

Die Position des Königsbergbreen kurz vor der Mohnbukta an der Ostküste. © Kartengrundlage: Norwegisches Polarinstitut, eigene kartografische Bearbeitung.

Königsbergbreen

Quelle: Sysselmannen, Svalbardposten.

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News-Auflistung generiert am 22. November 2017 um 22:03:46 Uhr (GMT+1)
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