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Monats-Archiv: November 2016 − News & Stories


Der Herbst in Spitzbergen bricht alle Rekorde

Auch wenn es nun allmählich kühler wird in Spitzbergen, reißen die Nachrichten über Rekordtemperaturen in der Arktis nicht ab. Sechs Jahre hintereinander war es auf Svalbard inzwischen deutlich wärmer als normalerweise, teilweise lagen die Temperaturen in diesem November bis zu 10 Grad über den Durchschnittswerten.

Die Folgen: Mindestens 50 Erdrutsche und Schneelawinen wurden beobachtet, Teile von Longyearbyen mussten Anfang November sogar evakuiert werden.

Der Klimawandel bedroht auch die Ufer und Häuser und Hütten, die dort stehen. Hier setzt der Seegang dem ungefrorenen, lockeren Boden zu, der im November längst durch Frost betonhart sein sollte. Die Hütte links im Bild musste sicherheitshalber kurzfristig verlassen werden. Foto: Rolf Stange

Klimawandel bedroht Hütten und Häuser

Auch in anderen Teilen der Arktis wird deutlich: Es wird immer schneller immer wärmer. Und das betrifft sowohl die Temperaturen an Land wie auch im Meer, wo bis zu fünf Grad höhere Temperaturen gemessen wurden, wie im Isfjord bei Longyearbyen. In einigen arktischen Gegenden lagen die Lufttemperaturen gar unfassbare 20 Grad über dem Durchschnitt, etwa am Nordpol selbst, so Satellitenmessungen.

Und noch niemals gab es so wenig Eis an Land wie auf dem Meer. Tückisch dabei: Eis reflektiert die Strahlung der Sonne. Je weniger Eis auf dem Meer schwimmt, umso dunkler wird die Meeresoberfläche und umso mehr Sonnenstrahlung wird absorbiert. Forscher befürchten gar, dass das Treibeis im Sommer ganz aus der Arktis verschwinden könnte.

In Longyearbyen rechnet derzeit jedenfalls niemand mit einem guten Eiswinter, der die Fjorde solide zufrieren lassen würde.

Auf Spitzbergen wird auch schon länger beobachtet, dass der Permafrostboden wärmer wird und stellenweise zu tauen beginnt. Das kann in Siedlungen zu Setzungsschäden an Gebäuden führen, wie man sie derzeit schon in mehreren Fällen in Longyearbyen beobachtet. In anderen arktischen Gebieten wie Sibirien führt das Tauen des Permafrostbodens in Sumpfgebieten, die viel organische Masse im kalten Boden gespeichert haben, zudem zur Freisetzung großer Mengen des hochaggressiven Treibhausgases Methan, was den Klimawandel noch weiter antreibt.

Der Klimawandel ist auf Spitzbergen längst keine Schreckensnachricht mehr, von der man nur in der Zeitung liest, sondern erlebbare Realität, die sich in den Alltag der Menschen drängt. Es steht zu befürchten, dass man sich auch in den nächsten Jahren auf warme Winter, Erdrutsche und Evakuierungen auf Spitzbergen einstellen muss.

Quelle: NRK, Climate Home

Longyearbreen – 20. November 2016

Wie gesagt, die Polarnacht ist ja nicht unbedingt die Zeit, in der man ständig los zieht und auf Tour geht. Die schönen Stimmungen lassen sich ja auch prima vom Ort aus genießen, für die Nordlichter geht man an den Ortsrand oder ein Stückchen darüber hinaus. Für alles, was mit Bewegung zu tun hat, geht man vielleicht eine Runde joggen. Zumindest, solange der Schnee nicht ausreicht, um die Ski oder Schneeschuhe hervorzuholen.

Wenn man doch mal loszieht, macht das Gelände es dem Tourengeher derzeit nicht leicht. Große Teile der Oberfläche sind vereist und ziemlich glatt, was man in der Dunkelheit natürlich nur schwer sieht. Da geht man doch lieber langsam und vorsichtig.

Umso spannender ist es, sich vorzustellen, wie Alfred Ritscher den Weg vom Wijdefjord nach Longyearbyen, das damals Longyear City hieß, im Dezember 1912 unter größten Strapazen und Gefahren zurücklegte. Weder hatte er eine brauchbare Karte, noch kannte er den Weg, noch konnte er bei Bedarf mal schnell die Stirnlampe anknipsen, noch …

Galerie Longyearbreen – 20. November 2016

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

So weit wollten wir ja auch gar nicht. Für uns ging es zum Longyearbreen hoch. Das ist, bei Licht und normalen Verhältnissen, eine kleine, schon fast familientaugliche Tour, die ich schon mit Freunden und deren kleinen Kindern zusammen gemacht habe. Aber in der Polarnacht ist das schon spannend. Gleichzeitig aber auch wunderschön!

Extremwetter in Spitzbergen: Lawinen im Nordenskiöld Land

Zu Beginn der letzten Woche hatte Extremwetter mit starken Niederschlägen zu mehreren erdrutschartigen Lawinen in der unmittelbaren Nähe von Longyearbyen geführt. Schäden durch die Rutschungen blieben auf überschaubaren Materialschaden an einem Hundehof (der erste im Adventdalen) beschränkt. Vorsorgehalber waren über 200 Menschen für mehrere Tage aus ihren Wohnungen evakuiert worden.

Nun haben Satellitenbilder gezeigt, dass allein im Nordenskiöld Land zwischen Longyearbyen und Barentsburg über 50 Erdrutsche ausgelöst wurden. Das zeigt, wie instabil das Gelände bei entsprechenden Wetterlagen ist.

Künftig rechnen Wissenschaftler mit einer Zunahme von Extremwetterlagen mit sehr starken Niederschlägen, die bislang für die Arktis (Stichwort „Polarwüste“ untypisch sind. Dadurch ist auch mit verstärkter Hangdynamik zu rechnen, also mehr Erdrutschen, Steinschlägen, Schnee- und Schlammlawinen.

Das sollten nicht nur Tourengeher im Kopf haben, sondern das wird auch bei der künftigen Planung und Sicherung der Ortschaften zu berücksichtigen sein. Kurz vor Weihnachten 2015 waren zwei Menschen in ihren Wohnungen von einer Schneelawine getötet worden, die mehrere Häuser zerstört hatte.

Aktuelles Satellitenbild vom Nordenskiöld Land in Spitzbergen. Die Sterne zeigen Lawinen, die durch das Extremwetter der letzten Woche ausgelöst worden sind. Satellitenbild: Copernicus/ESA.

Extremwetter: Lawinen und Rutschungen in Spitzbergen

Quelle: bygg.no, UiO

Longyearbyen – 16. November 2016

Der Blog hat, wie so oft, mal wieder viel zu lange gewartet. Wie bereits erwähnt, auch die Polarnacht kann durchaus „busy“ sein, wie man heute so sagt. Ständig muss man los, Nordlichter fotografieren. Hartes Leben. Es liegt zwar leider kein Schnee, was Mitte November hierzuinsel etwas schwer fällt zu glauben, aber trotzdem ist es sehr schön, die so vertrauten Berge und die Häusersammlung im Tal unter der Aurora zu sehen. Viele Leute genießen sich hier, die Nordlicht-Fans treffen sich, wenn ganz oben was los ist, draußen beim Fotografieren und danach im Internet.

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Und natürlich stimmt man sich auch in Longyearbyen schon langsam, aber sicher auf Weihnachten ein. Traditionell gibt es an einem Samstag in der zweiten Novemberhälfte die Julemesse, also den Weihnachtsmarkt. Ohne Glühwein, wir sind ja in Norwegen, wo man natürlich niemals Alkohol anrühren würde! Äh … nun. Dafür mit einem sehr hohen Anteil an handgemachten, schönen Dingen, von selbstgebackenem Stollen („bestemors tyske julebrød“, also „Großmutters deutsches Weihnachtsbrot“ 🙂 ) über Bilder und diverses Strickwerk hin zu Wolfis wunderbaren Frühstücksbrettchen, handgefertigt vom Schreinermeister Wolfgang „Wolfi“ Zach in seiner Werkstatt zwischen Fjord und Sysselmannen. Die Arktis unter dem Nutellabrötchen, vertreten durch Eisbär, Wal, Walross oder Spitzbergen. Vielleicht sollte ich davon mal eine Kiste nach Deutschland exportieren, was meint ihr?

Vestpynten – 11. November 2016

Die Polarnacht – eine schöne Zeit im hohen Norden. Stunde des blauen Lichts. Nordlicht, Frost, Schnee, Stille, Zeit für sich selbst, für Freunde, für alles Mögliche.

Denkt man.

Die Realität sieht gerade anders aus. Temperaturen um null, es liegt kein Schnee, dafür hat es neulich reichlich geregnet und gestürmt. Der Wind peitscht das Wasser der nicht frierenden Fjorde zu kräftigen Wellen auf, und die heftige Brandung gegen das ungefrorene Ufer tut dem Land nicht gut.

Wo vor kurzem noch Ufer war, ist jetzt Fjord. Wo neulich noch Tundra war, ist jetzt Ufer. Wo man neulich noch gemütlich und sicher in einer ufernah stehenden Hütte leben konnte, schläft man jetzt nicht mehr ruhig.

Die kalte Küste ist nicht mehr so kalt, wie sie einmal war, und das setzt sich fort.

Dieses jüngste Näherrücken der vom Menschen im wahrsten Sinne des Wortes angeheizten Natur erfolgte übrigens genau in den Tagen, als in den USA – ach, lassen wir das. Er macht derzeit so gar keine Freude, der Blick auf die großen Ereignisse in dieser Welt, an diesem zunehmend bröckelnden Ufer des großen Teiches oder auf dessen anderer, nun noch härter erscheinenden Seite.

Stattdessen stand Handlung an. Eine Hütte musste leergeräumt werden, ein Kinderbett und sonstiges Mobiliar abgebaut, Vorräte gesichert, Brenn- und Bauholz vom Ufer abtransportiert werden. Neben all dem, was ja sonst so passiert, in der arktischen Bücherwerkstatt wird derzeit auch ziemlich fleißig gewerkelt und und und.

Galerie – Vestpynten – 11. November 2016

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Wäre der Hintergrund nicht traurig, es wäre eine schöne Arbeit. Körperliche Arbeit in direkter Nachbarschaft zum Isfjord. In den Mittagsstunden wird es noch dämmrig genug, um dessen Nordufer erahnen zu können, und die näheren, charaktervollen Berge auf der Nordseiter des Adventfjord scheinen eindrücklich durch die Dunkelheit.

Arktis-Vortragsreihe: Münster, Bonn, Würzburg, Frankfurt im Februar 2017

Mit Rolf Stanges Präsentation Norwegens arktischer Norden: Spitzbergen geht es Anfang Februar 2017 auf eine kleine Vortragsreihe. Mit umfangreichem Bildmaterial geht es visuell und erzählerisch spannend in den hohen Norden.

„Seit 20 Jahren hat der Geograph, Autor und Fahrtleiter Rolf Stange sich Spitzbergen zur zweiten Heimat gemacht. In seinem Bildervortrag nimmt er Sie mit auf eine Reise durch die Jahreszeiten, von der Polarnacht mit ihren Nordlichtern bis in den arktischen Sommer mit Treffen mit Walen und Eisbären unter der Mitternachtssonne. Zu Fuß, mit Ski, Motorschlitten und unter Segeln geht es von den Siedlungen bis in die abgelegensten Winkel Spitzbergens.“

Wir freuen uns sehr, dass Kerstin Langenberger und Olaf Krüger den Termin in Bonn mit ihrem sehr beliebten Vortrag Inseln des Nordens gestalten werden.

Die Termine:

  • Donnerstag, 02. Februar: Stadthalle Hiltrup bei Münster. Norwegens arktischer Norden: Spitzbergen, von und mit Rolf Stange.
  • Freitag, 03. Februar: Landesmuseum Bonn: Inseln des Nordens, von und mit Kerstin Langenberger und Olaf Krüger.
  • Samstag, 04. Februar. Museum im Kulturspeicher in Würzburg. Norwegens arktischer Norden: Spitzbergen, von und mit Rolf Stange.
  • Sonntag, 05. Februar. Volkshaus Enkheim in Frankfurt. Norwegens arktischer Norden: Spitzbergen, von und mit Rolf Stange.

Für Karten beziehungsweise Reservierung kontaktieren Sie bitte die Geographische Reisegesellschaft.

Arktis hautnah gibt es bei den Vorträgen Anfang Februar in Münster, Bonn, Würzburg und Köln.

Norwegens arktischer Norden: Spitzbergen (Walross)

Extremwetter in Longyearbyen (III): Evakuierung aufgehoben

Sämtliche Evakuierungen in Longyearbyen sind ab sofort wieder aufgehoben. Das Wetter hat sich beruhigt, und die Behörden stufen die Lage als sicher ein. Rutschungsgefährdete Hänge werden weiter beobachtet.

Der Weg westlich des Campingplatzes Richtung Bjørndalen bleibt vorerst gesperrt. Somit ist das Gebiet zwischen Vestpynten und Bjørndalen mit zahlreichen Freizeithütten vorerst praktisch nicht beziehungsweise nur zu Fuß zugänglich. Erst nach einer eventuellen Aufhebung der Sperre oder wenn die Geländeverhältnisse den Verkehr mit Motorschlitten wieder zulassen, wird das Gebiet wieder einfach zugänglich.

Die eine oder andere ufernahe Hütte wird nicht am heutigen Standort verbleiben können. Schon früher wurden in Spitzbergen ganze Hütten wegen Gefährdung durch Küstenerosion versetzt. Das bekannteste Beispiel ist die berühmte Trapperhütte Fredheim im Tempelfjord. Über kurz oder lang dürfte die eine oder andere Hütte zwischen Campingplatz und Bjørndalen ebenfalls umziehen, zumindest auf die andere Seite des Weges.

Ob, wann und wie der Weg gesichert oder verlegt wird, ist derzeit eine offene Frage.

Im Frühjahr 2015 ist die berühmte Trapperhütte Fredheim wegen Erosionsgefahr mit schwerer Technik eine Terrasse höher gezogen worden.

Fredheim, Tempelfjord

Quelle: Sysselmannen, Dorfklatsch.

Extremwetter in Longyearbyen (II): Evakuation vorerst beibehalten

Extremwetter mit sturmartigen Starkwinden und starken Niederschlägen hat Longyearbyen in der Nacht von Montag auf Dienstag in Anspannung gehalten. Insbesondere wurden Bergrutsche von steilen und wassergesättigten Hängen erwartet, von dene sich einige in der Nähe von Wohnhäusern und Infrastruktur befinden. Etliche Wohnhäuser wurden sicherheitshalber evakuiert und mehrere Straßen gesperrt.

Bislang hat es mehrere kleine Erdrutsche gegeben. Zu größeren Schäden kam es bislang nicht. Nur am Hundehof im Adventdalen wurden die hinteren, hangnahen Bereiche beschädigt. Alle Hunde in gefährdeten Bereichen waren rechtzeitig in sichere Zwinger gebracht worden, alle Tiere sind wohlauf und in Sicherheit.

Am Ufer Richtung Bjørndalen ist die Küstenerosion durch Brandung auf das nicht gefrorene Ufer bei Hochwasser forangeschritten. Mittelfristig ist damit zu rechnen, dass einzelne Hütten und Teile der Straße in derzeitiger Lage nicht zu halten sind.

Die Verwaltung behält die Evakuierung vorerst bei. Hangbewegungen sind geologische Prozesse, die mit einiger Verzögerung ablaufen können, so dass die Gefahr noch nicht vorüber ist. Die Öffentlichkeit ist aufgerufen, sich von gefährdeten Bereichen wie steilem Gelände fernzuhalten.

Wegen Extremwetter gesperrte Teile von Longyearbyen

Aktuell (7./8.11.) wegen Extremwetter evakuierte Bereiche von Longyearbyen. Karte © Sysselmannen på Svalbard.

Quelle: Sysselmannen

Extremwetter in Spitzbergen: Longyearbyen teilweise evakuiert

Schon der Oktober hat in Spitzbergen wieder mal Rekorde aufgestellt in Sachen Wärme und Niederschlag. Nach regenreichen Tagen hatte es Schlammlawinen vom Platåberg gegeben, die die Straße zwischen Kirche und Huset erreichten. Die Straße war zwischenzeitlich gesperrt.

Derzeit kommt es deutlich dicker: In der Nacht von Montag (7.11.) auf Dienstag werden bis zu 50 mm Niederschlag erwartet, im Extremfall sogar noch mehr. Oberhalb von 500 m Höhe soll der Niederschlag als Schnee fallen, darunter als Regen. In und um Longyearbyen wird mit Gefahr für Überschwemmungen und Lawinen gerechnet. Mehrere Straßen sind gesperrt, darunter die ins Adventdalen (Verkehr aus dem Adventdalen, etwa von den dortigen Hütten, die teilweise bewohnt sind, in den Ort, ist weiter zugelassen). Auch in Longyearbyen selbst sind mehrere Straßen gesperrt. Wegen Lawinengefahr wurden auch etliche Wohnhäuser evakuiert. Die Bewohner sind kurzfristig woanders untergebracht worden, teilweise werden die Bewohner kostenlos von Hotels aufgenommen.

Es wird davor gewarnt, sich den ohnehin gesperrten alten Bergbauanlagen oder den Gestellen der alten Kohleseilbahn zu nähern. Dort können bei starkem Wind Teile durch die Gegend fliegen. Die teilweise beschädigten Ständer der Seilbahn sind durch den Wind möglicherweise einsturzgefährdet.

In höheren Lagen ist starke Schneelawinengefahr (Stufe 4) ausgerufen worden.

Morgen Vormittag soll die Wetterlage sich wieder beruhigen. Wir drücken die Daumen, dass möglichst nichts passiert.

P.S. Anmerkung in eigener Sache für Freunde und Bekannte des Verfassers: unsere Adresse in Longyearbyen liegt nicht im betroffenen Bereich.

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Die aktuell (7.11.) wegen des Extremwetter gesperrten Teile von Longyearbyen sind hier rot markiert. Karte © Sysselmannen på Svalbard.

Quellen: Sysselmannen

Tromsø, Kvaløya – 05./06. November 2016

Wo waren wir stehengeblieben … ach ja, die Lofoten. Lang, lang ist’s her. In der Zwischenzeit war so einiges los, aber dazu später. Zunächst geht es mit dem Blog weiter nach Tromsø und Umgebung. Als „ishavsby“, als Eismeerstadt, ist Tromsø schon lange das klassische Portal auf dem Weg nach Spitzbergen. Fast jeder, der in den ganz hohen Norden wollte, kam durch Tromsø. Das ist heute, mit den Direktflügen ab Oslo, natürlich nicht mehr so, und die meisten Stops in Tromsø beschränken sich nun ja auch auf einen kleinen Aufenthalt im Flughafen.

Aber es lohnt sich definitiv, etwas mehr Zeit mitzubringen. Die Bezeichnung „Paris des Nordens“ ist sicher übertrieben, aber es ist eine schöne Stadt, die als Uni-Stadt auch Leben aufzuweisen hat. Das alte Polarmuseum und die modernere Arktis-Show Polaria mit Robben-Becken sind natürliche Anziehungspunkte für Freunde hoher Breiten.

Die Gewässer bei Tromsø werden mittlerweile zu dieser Zeit regelmäßig von Schwertwalen frequentiert, wie wir neulich ja auf so erfreuliche Art gesehen haben. Eine Wallwatsching-Tour (übersetzt: Walbeobachtungsfahrt) lohnt sich also mit großer Wahrscheinlichkeit.

Und dann die Nordlichter. Klar, man braucht etwas Glück. Ohne freien Himmel und etwas elektromagnetische Aktivität in der Magnetosphäre läuft nichts, schon klar. Aber die Chancen stehen schon gut, zumindest wenn man ein paar Tage Zeit hat.

Wir hatten nun zwar nur zwei Tage Zeit in Tromsø, aber es waren die richtigen zwei Tage. Keine Klagen, nordlichttechnisch es lohnt sich definitiv, mobil zu sein und aufs Wetter zu achten. Wo ist es wolkenfrei, wo hat man schöne Landschaften unterm Nordlicht, ohne zuviel künstliches Licht? Gar nicht so einfach. Dafür sollte man sich schon ein wenig auskennen oder die Karte gut studieren. Ansonsten bieten sie in Tromsø aber auch gute geführte Bustouren an, mit ausgiebigen Fotostops an den besten Stellen, die der jeweilige Abend hergibt.

Galerie – Tromsø, Kvaløya – 05./06. November 2016

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Innerhalb der wenigen Stunden mit Tageslicht gab es noch ein kleines Extra. Außen vor der westlich von Tromsø gelegenen großen Insel Kvaløya, direkt am offenen Meer, liegt die kleine Sommarøy. Gebadet im roten Licht der tiefstehenden Sonne, mit Blick über Fjord und Schären. Sommarøy, Sommarøy … das habe ich doch schon mal gehört, gar nicht so lange her. Und richtig: hier kam 1895 doch Wanny Woldstad zur Wold, äh, zur Welt. Ja, genau die, die sich später als „erste Frau als Fangstmann auf Svalbard“ bezeichnete, nachdem sie jahrelang den Eisbären im Hornsund das Fell über die Ohren gezogen hatte. Ihre schöne Hütte in Hyttevika hatten wir doch im August erst noch besucht. Und auf Sommarøy steht sogar noch ihr Geburtshaus!

Vestfjord – 05. November 2016

Mit aufgehender Sonne hatten wir den Hafen von Svolvær verlassen. Als wir draußen feststellten, dass der Wind zum Segeln reichte – dezent, aber doch so eben genug – haben wir den Plan, Hennungsvær noch einen kurzen Besuch abzustatten, schnell beerdigt (gewässert, muss das wohl hier heißen). Stattdessen ging ein Tuch nach dem anderen hoch. Dann ging die Maschine aus.

Stille. Leichtes Plätschern der Wellen. Rotes Licht über den Bergen. Was für ein Leben! Schaut euch die Fotos an!

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In ein paar Stunden sind wir in Bodø, der letzte Hafen dieser Fahrt. Der letzte Hafen dieses Arktis-Sommers, wobei man den Begriff „Sommer“ ja schon eine ganze Weile nicht mehr verwenden kann, so wirklich. Morgen heißt es, für dieses Jahr Abschied zu nehmen von der guten, alten Antigua und ihren guten Leuten. Nun, wir sehen uns nächstes Jahr wieder! Und es geht direkt wieder hoch nach Tromsø und Longyearbyen 🙂

Svolvær, Laukvik – 04. November 2016

In Svolvær kann man gut ein wenig entspannen. Der Ort, obwohl Hauptort der östlichen Lofoten, ist nicht der Nabel der Welt. Ein schöner Hafen, ein paar Kunstgalerien, eine Bar mit aus Eis gemachtem Mobiliar, eine malerische Umgebung.

Und für uns Startpunkt für den Besuch im Nordlichtcenter in Laukvik. Gelegen auf der Nordseite von Austvågøy, gibt es dort einen freien Horizont in die meisten Richtungen und nicht zuviel künstliches Licht drumherum. Dort haben Rob und Theres sich niedergelassen und ihr privates Nordlichtinstitut gegründet. Offensichtlich leben die beiden ihre Leidenschaft, alles dreht sich um Nordlichter und Rob hat einen ganzen Raum voll selbstgebauter Technik, um „direkten Kontakt zur Sonne“ und zu den Nordlichtern aufzunehmen, wie er sagt.

Und sie scheinen tatsächlich einen guten Draht nach oben zu haben. Kaum war der Vortrag zu Ende, gab’s Nordlichter 🙂

Kabelvåg-Svolvær – 04. November 2016

Das Wetter ist und bleibt herrlich, klarer Himmel, leichter Nachtfrost, tiefe Sonne, wunderbare Farben. Derzeit geht die Sonne kurz nach 8 Uhr auf und kurz nach 15 Uhr wieder unter, dazu kommt die lange Dämmerung. Wir haben also noch eine ganze Menge Licht. Jedenfalls genug, um draußen was machen zu können. Heute sind wir erst mal zu Fuß von Kabelvåg nach Svolvær gegangen. Das ist nicht allzu weit, man könnte das in einer guten Stunde gehen, theoretisch. Natürlich haben wir uns mehr Zeit gelassen, denn die Landschaft ist wirklich schön. Schroffe Berge, ein stiller See, lichter Wald, kleine Feuchtgebiete. Ein paar sind über den Tjeldbergtinden gegangen, 367 m hoch. Das habe ich mir dann doch leider sparen müssen, weil Erkältung, aber die Aussicht ist geil, das weiß ich bestens 🙂

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Skrova, Kabelvåg – 03. November 2016

Ein herrlicher, langer Tag, der mit Touren über die Insel Skrova begann. Mit weißen Stränden in kleinen Buchten mit hellblauem Wasser, über denen Seeadler kreisen.

Unter Segeln und Sonne ging es nach Kabelvåg, und nach einem Besuch im dortigen Meeresaquarium folgte der unbestrittene Höhepunkt des Tages. Nein, die Rede ist nicht von Saschas Abendessen, das natürlich immer ein Höhepunkt ist 🙂 sondern von der Nordlicht-Show. Der Hammer! Wirklich, das konnte sich sehen lassen.

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P.S. natürlich haben wir uns mit der Nordlicht-Fotografie auch fleißig in Theorie und Praxis beschäftigt. Dazu habe ich hier schon mal was geschrieben.

Skrova – 02. November 2016

Und es kamen noch Nordlichter 🙂
 
 
 

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News-Auflistung generiert am 15. Dezember 2018 um 14:20:46 Uhr (GMT+1)
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