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Monats-Archiv: November 2016 − News & Stories


Der Herbst in Spitz­ber­gen bricht alle Rekor­de

Auch wenn es nun all­mäh­lich küh­ler wird in Spitz­ber­gen, rei­ßen die Nach­rich­ten über Rekord­tem­pe­ra­tu­ren in der Ark­tis nicht ab. Sechs Jah­re hin­ter­ein­an­der war es auf Sval­bard inzwi­schen deut­lich wär­mer als nor­ma­ler­wei­se, teil­wei­se lagen die Tem­pe­ra­tu­ren in die­sem Novem­ber bis zu 10 Grad über den Durch­schnitts­wer­ten.

Die Fol­gen: Min­des­tens 50 Erd­rut­sche und Schnee­la­wi­nen wur­den beob­ach­tet, Tei­le von Lon­gye­ar­by­en muss­ten Anfang Novem­ber sogar eva­ku­iert wer­den.

Der Kli­ma­wan­del bedroht auch die Ufer und Häu­ser und Hüt­ten, die dort ste­hen. Hier setzt der See­gang dem unge­fro­re­nen, locke­ren Boden zu, der im Novem­ber längst durch Frost beton­hart sein soll­te. Die Hüt­te links im Bild muss­te sicher­heits­hal­ber kurz­fris­tig ver­las­sen wer­den. Foto: Rolf Stan­ge

Klimawandel bedroht Hütten und Häuser

Auch in ande­ren Tei­len der Ark­tis wird deut­lich: Es wird immer schnel­ler immer wär­mer. Und das betrifft sowohl die Tem­pe­ra­tu­ren an Land wie auch im Meer, wo bis zu fünf Grad höhe­re Tem­pe­ra­tu­ren gemes­sen wur­den, wie im Isfjord bei Lon­gye­ar­by­en. In eini­gen ark­ti­schen Gegen­den lagen die Luft­tem­pe­ra­tu­ren gar unfass­ba­re 20 Grad über dem Durch­schnitt, etwa am Nord­pol selbst, so Satel­li­ten­mes­sun­gen.

Und noch nie­mals gab es so wenig Eis an Land wie auf dem Meer. Tückisch dabei: Eis reflek­tiert die Strah­lung der Son­ne. Je weni­ger Eis auf dem Meer schwimmt, umso dunk­ler wird die Mee­res­ober­flä­che und umso mehr Son­nen­strah­lung wird absor­biert. For­scher befürch­ten gar, dass das Treib­eis im Som­mer ganz aus der Ark­tis ver­schwin­den könn­te.

In Lon­gye­ar­by­en rech­net der­zeit jeden­falls nie­mand mit einem guten Eis­win­ter, der die Fjor­de soli­de zufrie­ren las­sen wür­de.

Auf Spitz­ber­gen wird auch schon län­ger beob­ach­tet, dass der Per­ma­frost­bo­den wär­mer wird und stel­len­wei­se zu tau­en beginnt. Das kann in Sied­lun­gen zu Set­zungs­schä­den an Gebäu­den füh­ren, wie man sie der­zeit schon in meh­re­ren Fäl­len in Lon­gye­ar­by­en beob­ach­tet. In ande­ren ark­ti­schen Gebie­ten wie Sibi­ri­en führt das Tau­en des Per­ma­frost­bo­dens in Sumpf­ge­bie­ten, die viel orga­ni­sche Mas­se im kal­ten Boden gespei­chert haben, zudem zur Frei­set­zung gro­ßer Men­gen des hoch­ag­gres­si­ven Treib­haus­ga­ses Methan, was den Kli­ma­wan­del noch wei­ter antreibt.

Der Kli­ma­wan­del ist auf Spitz­ber­gen längst kei­ne Schre­ckens­nach­richt mehr, von der man nur in der Zei­tung liest, son­dern erleb­ba­re Rea­li­tät, die sich in den All­tag der Men­schen drängt. Es steht zu befürch­ten, dass man sich auch in den nächs­ten Jah­ren auf war­me Win­ter, Erd­rut­sche und Eva­ku­ie­run­gen auf Spitz­ber­gen ein­stel­len muss.

Quel­le: NRK, Cli­ma­te Home

Lon­gyear­breen – 20. Novem­ber 2016

Wie gesagt, die Polar­nacht ist ja nicht unbe­dingt die Zeit, in der man stän­dig los zieht und auf Tour geht. Die schö­nen Stim­mun­gen las­sen sich ja auch pri­ma vom Ort aus genie­ßen, für die Nord­lich­ter geht man an den Orts­rand oder ein Stück­chen dar­über hin­aus. Für alles, was mit Bewe­gung zu tun hat, geht man viel­leicht eine Run­de jog­gen. Zumin­dest, solan­ge der Schnee nicht aus­reicht, um die Ski oder Schnee­schu­he her­vor­zu­ho­len.

Wenn man doch mal los­zieht, macht das Gelän­de es dem Tou­ren­ge­her der­zeit nicht leicht. Gro­ße Tei­le der Ober­flä­che sind ver­eist und ziem­lich glatt, was man in der Dun­kel­heit natür­lich nur schwer sieht. Da geht man doch lie­ber lang­sam und vor­sich­tig.

Umso span­nen­der ist es, sich vor­zu­stel­len, wie Alfred Rit­scher den Weg vom Wij­defjord nach Lon­gye­ar­by­en, das damals Lon­gye­ar City hieß, im Dezem­ber 1912 unter größ­ten Stra­pa­zen und Gefah­ren zurück­leg­te. Weder hat­te er eine brauch­ba­re Kar­te, noch kann­te er den Weg, noch konn­te er bei Bedarf mal schnell die Stirn­lam­pe anknip­sen, noch …

Gale­rie Lon­gyear­breen – 20. Novem­ber 2016

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So weit woll­ten wir ja auch gar nicht. Für uns ging es zum Lon­gyear­breen hoch. Das ist, bei Licht und nor­ma­len Ver­hält­nis­sen, eine klei­ne, schon fast fami­li­en­taug­li­che Tour, die ich schon mit Freun­den und deren klei­nen Kin­dern zusam­men gemacht habe. Aber in der Polar­nacht ist das schon span­nend. Gleich­zei­tig aber auch wun­der­schön!

Extrem­wet­ter in Spitz­ber­gen: Lawi­nen im Nor­dens­kiöld Land

Zu Beginn der letz­ten Woche hat­te Extrem­wet­ter mit star­ken Nie­der­schlä­gen zu meh­re­ren erd­rutsch­ar­ti­gen Lawi­nen in der unmit­tel­ba­ren Nähe von Lon­gye­ar­by­en geführt. Schä­den durch die Rut­schun­gen blie­ben auf über­schau­ba­ren Mate­ri­al­scha­den an einem Hun­de­hof (der ers­te im Advent­da­len) beschränkt. Vor­sor­ge­hal­ber waren über 200 Men­schen für meh­re­re Tage aus ihren Woh­nun­gen eva­ku­iert wor­den.

Nun haben Satel­li­ten­bil­der gezeigt, dass allein im Nor­dens­kiöld Land zwi­schen Lon­gye­ar­by­en und Bar­ents­burg über 50 Erd­rut­sche aus­ge­löst wur­den. Das zeigt, wie insta­bil das Gelän­de bei ent­spre­chen­den Wet­ter­la­gen ist.

Künf­tig rech­nen Wis­sen­schaft­ler mit einer Zunah­me von Extrem­wet­ter­la­gen mit sehr star­ken Nie­der­schlä­gen, die bis­lang für die Ark­tis (Stich­wort „Polar­wüs­te“ unty­pisch sind. Dadurch ist auch mit ver­stärk­ter Hang­dy­na­mik zu rech­nen, also mehr Erd­rut­schen, Stein­schlä­gen, Schnee- und Schlamm­la­wi­nen.

Das soll­ten nicht nur Tou­ren­ge­her im Kopf haben, son­dern das wird auch bei der künf­ti­gen Pla­nung und Siche­rung der Ort­schaf­ten zu berück­sich­ti­gen sein. Kurz vor Weih­nach­ten 2015 waren zwei Men­schen in ihren Woh­nun­gen von einer Schnee­la­wi­ne getö­tet wor­den, die meh­re­re Häu­ser zer­stört hat­te.

Aktu­el­les Satel­li­ten­bild vom Nor­dens­kiöld Land in Spitz­ber­gen. Die Ster­ne zei­gen Lawi­nen, die durch das Extrem­wet­ter der letz­ten Woche aus­ge­löst wor­den sind. Satel­li­ten­bild: Copernicus/ESA.

Extremwetter: Lawinen und Rutschungen in Spitzbergen

Quel­le: bygg.no, UiO

Lon­gye­ar­by­en – 16. Novem­ber 2016

Der Blog hat, wie so oft, mal wie­der viel zu lan­ge gewar­tet. Wie bereits erwähnt, auch die Polar­nacht kann durch­aus „busy“ sein, wie man heu­te so sagt. Stän­dig muss man los, Nord­lich­ter foto­gra­fie­ren. Har­tes Leben. Es liegt zwar lei­der kein Schnee, was Mit­te Novem­ber hier­zu­in­sel etwas schwer fällt zu glau­ben, aber trotz­dem ist es sehr schön, die so ver­trau­ten Ber­ge und die Häu­ser­samm­lung im Tal unter der Auro­ra zu sehen. Vie­le Leu­te genie­ßen sich hier, die Nord­licht-Fans tref­fen sich, wenn ganz oben was los ist, drau­ßen beim Foto­gra­fie­ren und danach im Inter­net.

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Und natür­lich stimmt man sich auch in Lon­gye­ar­by­en schon lang­sam, aber sicher auf Weih­nach­ten ein. Tra­di­tio­nell gibt es an einem Sams­tag in der zwei­ten Novem­ber­hälf­te die Jule­mes­se, also den Weih­nachts­markt. Ohne Glüh­wein, wir sind ja in Nor­we­gen, wo man natür­lich nie­mals Alko­hol anrüh­ren wür­de! Äh … nun. Dafür mit einem sehr hohen Anteil an hand­ge­mach­ten, schö­nen Din­gen, von selbst­ge­ba­cke­nem Stol­len („bes­temors tyske jule­brød“, also „Groß­mutters deut­sches Weih­nachts­brot“ 🙂 ) über Bil­der und diver­ses Strick­werk hin zu Wol­fis wun­der­ba­ren Früh­stücks­brett­chen, hand­ge­fer­tigt vom Schrei­ner­meis­ter Wolf­gang „Wol­fi“ Zach in sei­ner Werk­statt zwi­schen Fjord und Sys­sel­man­nen. Die Ark­tis unter dem Nutel­la­bröt­chen, ver­tre­ten durch Eis­bär, Wal, Wal­ross oder Spitz­ber­gen. Viel­leicht soll­te ich davon mal eine Kis­te nach Deutsch­land expor­tie­ren, was meint ihr?

Ves­t­pyn­ten – 11. Novem­ber 2016

Die Polar­nacht – eine schö­ne Zeit im hohen Nor­den. Stun­de des blau­en Lichts. Nord­licht, Frost, Schnee, Stil­le, Zeit für sich selbst, für Freun­de, für alles Mög­li­che.

Denkt man.

Die Rea­li­tät sieht gera­de anders aus. Tem­pe­ra­tu­ren um null, es liegt kein Schnee, dafür hat es neu­lich reich­lich gereg­net und gestürmt. Der Wind peitscht das Was­ser der nicht frie­ren­den Fjor­de zu kräf­ti­gen Wel­len auf, und die hef­ti­ge Bran­dung gegen das unge­fro­re­ne Ufer tut dem Land nicht gut.

Wo vor kur­zem noch Ufer war, ist jetzt Fjord. Wo neu­lich noch Tun­dra war, ist jetzt Ufer. Wo man neu­lich noch gemüt­lich und sicher in einer ufer­nah ste­hen­den Hüt­te leben konn­te, schläft man jetzt nicht mehr ruhig.

Die kal­te Küs­te ist nicht mehr so kalt, wie sie ein­mal war, und das setzt sich fort.

Die­ses jüngs­te Näher­rü­cken der vom Men­schen im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes ange­heiz­ten Natur erfolg­te übri­gens genau in den Tagen, als in den USA – ach, las­sen wir das. Er macht der­zeit so gar kei­ne Freu­de, der Blick auf die gro­ßen Ereig­nis­se in die­ser Welt, an die­sem zuneh­mend brö­ckeln­den Ufer des gro­ßen Tei­ches oder auf des­sen ande­rer, nun noch här­ter erschei­nen­den Sei­te.

Statt­des­sen stand Hand­lung an. Eine Hüt­te muss­te leer­ge­räumt wer­den, ein Kin­der­bett und sons­ti­ges Mobi­li­ar abge­baut, Vor­rä­te gesi­chert, Brenn- und Bau­holz vom Ufer abtrans­por­tiert wer­den. Neben all dem, was ja sonst so pas­siert, in der ark­ti­schen Bücher­werk­statt wird der­zeit auch ziem­lich flei­ßig gewer­kelt und und und.

Gale­rie – Ves­t­pyn­ten – 11. Novem­ber 2016

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Wäre der Hin­ter­grund nicht trau­rig, es wäre eine schö­ne Arbeit. Kör­per­li­che Arbeit in direk­ter Nach­bar­schaft zum Isfjord. In den Mit­tags­stun­den wird es noch dämm­rig genug, um des­sen Nord­ufer erah­nen zu kön­nen, und die nähe­ren, cha­rak­ter­vol­len Ber­ge auf der Nord­sei­ter des Advent­fjord schei­nen ein­drück­lich durch die Dun­kel­heit.

Ark­tis-Vor­trags­rei­he: Müns­ter, Bonn, Würz­burg, Frank­furt im Febru­ar 2017

Mit Rolf Stan­ges Prä­sen­ta­ti­on Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den: Spitz­ber­gen geht es Anfang Febru­ar 2017 auf eine klei­ne Vor­trags­rei­he. Mit umfang­rei­chem Bild­ma­te­ri­al geht es visu­ell und erzäh­le­risch span­nend in den hohen Nor­den.

„Seit 20 Jah­ren hat der Geo­graph, Autor und Fahrt­lei­ter Rolf Stan­ge sich Spitz­ber­gen zur zwei­ten Hei­mat gemacht. In sei­nem Bil­der­vor­trag nimmt er Sie mit auf eine Rei­se durch die Jah­res­zei­ten, von der Polar­nacht mit ihren Nord­lich­tern bis in den ark­ti­schen Som­mer mit Tref­fen mit Walen und Eis­bä­ren unter der Mit­ter­nachts­son­ne. Zu Fuß, mit Ski, Motor­schlit­ten und unter Segeln geht es von den Sied­lun­gen bis in die abge­le­gens­ten Win­kel Spitz­ber­gens.“

Wir freu­en uns sehr, dass Kers­tin Lan­gen­ber­ger und Olaf Krü­ger den Ter­min in Bonn mit ihrem sehr belieb­ten Vor­trag Inseln des Nor­dens gestal­ten wer­den.

Die Ter­mi­ne:

  • Don­ners­tag, 02. Febru­ar: Stadt­hal­le Hil­trup bei Müns­ter. Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den: Spitz­ber­gen, von und mit Rolf Stan­ge.
  • Frei­tag, 03. Febru­ar: Lan­des­mu­se­um Bonn: Inseln des Nor­dens, von und mit Kers­tin Lan­gen­ber­ger und Olaf Krü­ger.
  • Sams­tag, 04. Febru­ar. Muse­um im Kul­tur­spei­cher in Würz­burg. Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den: Spitz­ber­gen, von und mit Rolf Stan­ge.
  • Sonn­tag, 05. Febru­ar. Volks­haus Enk­heim in Frank­furt. Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den: Spitz­ber­gen, von und mit Rolf Stan­ge.

Für Kar­ten bezie­hungs­wei­se Reser­vie­rung kon­tak­tie­ren Sie bit­te die Geo­gra­phi­sche Rei­se­ge­sell­schaft.

Ark­tis haut­nah gibt es bei den Vor­trä­gen Anfang Febru­ar in Müns­ter, Bonn, Würz­burg und Köln.

Norwegens arktischer Norden: Spitzbergen (Walross)

Extrem­wet­ter in Lon­gye­ar­by­en (III): Eva­ku­ie­rung auf­ge­ho­ben

Sämt­li­che Eva­ku­ie­run­gen in Lon­gye­ar­by­en sind ab sofort wie­der auf­ge­ho­ben. Das Wet­ter hat sich beru­higt, und die Behör­den stu­fen die Lage als sicher ein. Rut­schungs­ge­fähr­de­te Hän­ge wer­den wei­ter beob­ach­tet.

Der Weg west­lich des Cam­ping­plat­zes Rich­tung Bjørn­da­len bleibt vor­erst gesperrt. Somit ist das Gebiet zwi­schen Ves­t­pyn­ten und Bjørn­da­len mit zahl­rei­chen Frei­zeit­hüt­ten vor­erst prak­tisch nicht bezie­hungs­wei­se nur zu Fuß zugäng­lich. Erst nach einer even­tu­el­len Auf­he­bung der Sper­re oder wenn die Gelän­de­ver­hält­nis­se den Ver­kehr mit Motor­schlit­ten wie­der zulas­sen, wird das Gebiet wie­der ein­fach zugäng­lich.

Die eine oder ande­re ufer­na­he Hüt­te wird nicht am heu­ti­gen Stand­ort ver­blei­ben kön­nen. Schon frü­her wur­den in Spitz­ber­gen gan­ze Hüt­ten wegen Gefähr­dung durch Küs­ten­ero­si­on ver­setzt. Das bekann­tes­te Bei­spiel ist die berühm­te Trap­per­hüt­te Fred­heim im Tem­pel­fjord. Über kurz oder lang dürf­te die eine oder ande­re Hüt­te zwi­schen Cam­ping­platz und Bjørn­da­len eben­falls umzie­hen, zumin­dest auf die ande­re Sei­te des Weges.

Ob, wann und wie der Weg gesi­chert oder ver­legt wird, ist der­zeit eine offe­ne Fra­ge.

Im Früh­jahr 2015 ist die berühm­te Trap­per­hüt­te Fred­heim wegen Ero­si­ons­ge­fahr mit schwe­rer Tech­nik eine Ter­ras­se höher gezo­gen wor­den.

Fredheim, Tempelfjord

Quel­le: Sys­sel­man­nen, Dorf­klatsch.

Extrem­wet­ter in Lon­gye­ar­by­en (II): Eva­kua­ti­on vor­erst bei­be­hal­ten

Extrem­wet­ter mit sturm­ar­ti­gen Stark­win­den und star­ken Nie­der­schlä­gen hat Lon­gye­ar­by­en in der Nacht von Mon­tag auf Diens­tag in Anspan­nung gehal­ten. Ins­be­son­de­re wur­den Berg­rut­sche von stei­len und was­ser­ge­sät­tig­ten Hän­gen erwar­tet, von dene sich eini­ge in der Nähe von Wohn­häu­sern und Infra­struk­tur befin­den. Etli­che Wohn­häu­ser wur­den sicher­heits­hal­ber eva­ku­iert und meh­re­re Stra­ßen gesperrt.

Bis­lang hat es meh­re­re klei­ne Erd­rut­sche gege­ben. Zu grö­ße­ren Schä­den kam es bis­lang nicht. Nur am Hun­de­hof im Advent­da­len wur­den die hin­te­ren, hang­na­hen Berei­che beschä­digt. Alle Hun­de in gefähr­de­ten Berei­chen waren recht­zei­tig in siche­re Zwin­ger gebracht wor­den, alle Tie­re sind wohl­auf und in Sicher­heit.

Am Ufer Rich­tung Bjørn­da­len ist die Küs­ten­ero­si­on durch Bran­dung auf das nicht gefro­re­ne Ufer bei Hoch­was­ser for­an­ge­schrit­ten. Mit­tel­fris­tig ist damit zu rech­nen, dass ein­zel­ne Hüt­ten und Tei­le der Stra­ße in der­zei­ti­ger Lage nicht zu hal­ten sind.

Die Ver­wal­tung behält die Eva­ku­ie­rung vor­erst bei. Hang­be­we­gun­gen sind geo­lo­gi­sche Pro­zes­se, die mit eini­ger Ver­zö­ge­rung ablau­fen kön­nen, so dass die Gefahr noch nicht vor­über ist. Die Öffent­lich­keit ist auf­ge­ru­fen, sich von gefähr­de­ten Berei­chen wie stei­lem Gelän­de fern­zu­hal­ten.

Wegen Extremwetter gesperrte Teile von Longyearbyen

Aktu­ell (7./8.11.) wegen Extrem­wet­ter eva­ku­ier­te Berei­che von Lon­gye­ar­by­en. Kar­te © Sys­sel­man­nen på Sval­bard.

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Extrem­wet­ter in Spitz­ber­gen: Lon­gye­ar­by­en teil­wei­se eva­ku­iert

Schon der Okto­ber hat in Spitz­ber­gen wie­der mal Rekor­de auf­ge­stellt in Sachen Wär­me und Nie­der­schlag. Nach regen­rei­chen Tagen hat­te es Schlamm­la­wi­nen vom Pla­tå­berg gege­ben, die die Stra­ße zwi­schen Kir­che und Huset erreich­ten. Die Stra­ße war zwi­schen­zeit­lich gesperrt.

Der­zeit kommt es deut­lich dicker: In der Nacht von Mon­tag (7.11.) auf Diens­tag wer­den bis zu 50 mm Nie­der­schlag erwar­tet, im Extrem­fall sogar noch mehr. Ober­halb von 500 m Höhe soll der Nie­der­schlag als Schnee fal­len, dar­un­ter als Regen. In und um Lon­gye­ar­by­en wird mit Gefahr für Über­schwem­mun­gen und Lawi­nen gerech­net. Meh­re­re Stra­ßen sind gesperrt, dar­un­ter die ins Advent­da­len (Ver­kehr aus dem Advent­da­len, etwa von den dor­ti­gen Hüt­ten, die teil­wei­se bewohnt sind, in den Ort, ist wei­ter zuge­las­sen). Auch in Lon­gye­ar­by­en selbst sind meh­re­re Stra­ßen gesperrt. Wegen Lawi­nen­ge­fahr wur­den auch etli­che Wohn­häu­ser eva­ku­iert. Die Bewoh­ner sind kurz­fris­tig woan­ders unter­ge­bracht wor­den, teil­wei­se wer­den die Bewoh­ner kos­ten­los von Hotels auf­ge­nom­men.

Es wird davor gewarnt, sich den ohne­hin gesperr­ten alten Berg­bau­an­la­gen oder den Gestel­len der alten Koh­le­seil­bahn zu nähern. Dort kön­nen bei star­kem Wind Tei­le durch die Gegend flie­gen. Die teil­wei­se beschä­dig­ten Stän­der der Seil­bahn sind durch den Wind mög­li­cher­wei­se ein­sturz­ge­fähr­det.

In höhe­ren Lagen ist star­ke Schnee­la­wi­nen­ge­fahr (Stu­fe 4) aus­ge­ru­fen wor­den.

Mor­gen Vor­mit­tag soll die Wet­ter­la­ge sich wie­der beru­hi­gen. Wir drü­cken die Dau­men, dass mög­lichst nichts pas­siert.

P.S. Anmer­kung in eige­ner Sache für Freun­de und Bekann­te des Ver­fas­sers: unse­re Adres­se in Lon­gye­ar­by­en liegt nicht im betrof­fe­nen Bereich.

longyearbyen-evakuering

Die aktu­ell (7.11.) wegen des Extrem­wet­ter gesperr­ten Tei­le von Lon­gye­ar­by­en sind hier rot mar­kiert. Kar­te © Sys­sel­man­nen på Sval­bard.

Quel­len: Sys­sel­man­nen

Trom­sø, Kvaløya – 05./06. Novem­ber 2016

Wo waren wir ste­hen­ge­blie­ben … ach ja, die Lofo­ten. Lang, lang ist’s her. In der Zwi­schen­zeit war so eini­ges los, aber dazu spä­ter. Zunächst geht es mit dem Blog wei­ter nach Trom­sø und Umge­bung. Als „ishavs­by“, als Eis­meer­stadt, ist Trom­sø schon lan­ge das klas­si­sche Por­tal auf dem Weg nach Spitz­ber­gen. Fast jeder, der in den ganz hohen Nor­den woll­te, kam durch Trom­sø. Das ist heu­te, mit den Direkt­flü­gen ab Oslo, natür­lich nicht mehr so, und die meis­ten Stops in Trom­sø beschrän­ken sich nun ja auch auf einen klei­nen Auf­ent­halt im Flug­ha­fen.

Aber es lohnt sich defi­ni­tiv, etwas mehr Zeit mit­zu­brin­gen. Die Bezeich­nung „Paris des Nor­dens“ ist sicher über­trie­ben, aber es ist eine schö­ne Stadt, die als Uni-Stadt auch Leben auf­zu­wei­sen hat. Das alte Polar­mu­se­um und die moder­ne­re Ark­tis-Show Pola­ria mit Rob­ben-Becken sind natür­li­che Anzie­hungs­punk­te für Freun­de hoher Brei­ten.

Die Gewäs­ser bei Trom­sø wer­den mitt­ler­wei­le zu die­ser Zeit regel­mä­ßig von Schwert­wa­len fre­quen­tiert, wie wir neu­lich ja auf so erfreu­li­che Art gese­hen haben. Eine Wall­wat­sching-Tour (über­setzt: Wal­be­ob­ach­tungs­fahrt) lohnt sich also mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit.

Und dann die Nord­lich­ter. Klar, man braucht etwas Glück. Ohne frei­en Him­mel und etwas elek­tro­ma­gne­ti­sche Akti­vi­tät in der Magne­to­sphä­re läuft nichts, schon klar. Aber die Chan­cen ste­hen schon gut, zumin­dest wenn man ein paar Tage Zeit hat.

Wir hat­ten nun zwar nur zwei Tage Zeit in Trom­sø, aber es waren die rich­ti­gen zwei Tage. Kei­ne Kla­gen, nord­licht­tech­nisch es lohnt sich defi­ni­tiv, mobil zu sein und aufs Wet­ter zu ach­ten. Wo ist es wol­ken­frei, wo hat man schö­ne Land­schaf­ten unterm Nord­licht, ohne zuviel künst­li­ches Licht? Gar nicht so ein­fach. Dafür soll­te man sich schon ein wenig aus­ken­nen oder die Kar­te gut stu­die­ren. Ansons­ten bie­ten sie in Trom­sø aber auch gute geführ­te Bus­tou­ren an, mit aus­gie­bi­gen Foto­s­tops an den bes­ten Stel­len, die der jewei­li­ge Abend her­gibt.

Gale­rie – Trom­sø, Kvaløya – 05./06. Novem­ber 2016

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Inner­halb der weni­gen Stun­den mit Tages­licht gab es noch ein klei­nes Extra. Außen vor der west­lich von Trom­sø gele­ge­nen gro­ßen Insel Kvaløya, direkt am offe­nen Meer, liegt die klei­ne Som­marøy. Geba­det im roten Licht der tief­ste­hen­den Son­ne, mit Blick über Fjord und Schä­ren. Som­marøy, Som­marøy … das habe ich doch schon mal gehört, gar nicht so lan­ge her. Und rich­tig: hier kam 1895 doch Wan­ny Wold­stad zur Wold, äh, zur Welt. Ja, genau die, die sich spä­ter als „ers­te Frau als Fangst­mann auf Sval­bard“ bezeich­ne­te, nach­dem sie jah­re­lang den Eis­bä­ren im Horn­sund das Fell über die Ohren gezo­gen hat­te. Ihre schö­ne Hüt­te in Hyt­tevi­ka hat­ten wir doch im August erst noch besucht. Und auf Som­marøy steht sogar noch ihr Geburts­haus!

Ves­t­fjord – 05. Novem­ber 2016

Mit auf­ge­hen­der Son­ne hat­ten wir den Hafen von Svol­vær ver­las­sen. Als wir drau­ßen fest­stell­ten, dass der Wind zum Segeln reich­te – dezent, aber doch so eben genug – haben wir den Plan, Hen­nungs­vær noch einen kur­zen Besuch abzu­stat­ten, schnell beer­digt (gewäs­sert, muss das wohl hier hei­ßen). Statt­des­sen ging ein Tuch nach dem ande­ren hoch. Dann ging die Maschi­ne aus.

Stil­le. Leich­tes Plät­schern der Wel­len. Rotes Licht über den Ber­gen. Was für ein Leben! Schaut euch die Fotos an!

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In ein paar Stun­den sind wir in Bodø, der letz­te Hafen die­ser Fahrt. Der letz­te Hafen die­ses Ark­tis-Som­mers, wobei man den Begriff „Som­mer“ ja schon eine gan­ze Wei­le nicht mehr ver­wen­den kann, so wirk­lich. Mor­gen heißt es, für die­ses Jahr Abschied zu neh­men von der guten, alten Anti­gua und ihren guten Leu­ten. Nun, wir sehen uns nächs­tes Jahr wie­der! Und es geht direkt wie­der hoch nach Trom­sø und Lon­gye­ar­by­en 🙂

Svol­vær, Lauk­vik – 04. Novem­ber 2016

In Svol­vær kann man gut ein wenig ent­span­nen. Der Ort, obwohl Haupt­ort der öst­li­chen Lofo­ten, ist nicht der Nabel der Welt. Ein schö­ner Hafen, ein paar Kunst­ga­le­rien, eine Bar mit aus Eis gemach­tem Mobi­li­ar, eine male­ri­sche Umge­bung.

Und für uns Start­punkt für den Besuch im Nord­licht­cen­ter in Lauk­vik. Gele­gen auf der Nord­sei­te von Aus­t­vå­gøy, gibt es dort einen frei­en Hori­zont in die meis­ten Rich­tun­gen und nicht zuviel künst­li­ches Licht drum­her­um. Dort haben Rob und The­res sich nie­der­ge­las­sen und ihr pri­va­tes Nord­licht­in­sti­tut gegrün­det. Offen­sicht­lich leben die bei­den ihre Lei­den­schaft, alles dreht sich um Nord­lich­ter und Rob hat einen gan­zen Raum voll selbst­ge­bau­ter Tech­nik, um „direk­ten Kon­takt zur Son­ne“ und zu den Nord­lich­tern auf­zu­neh­men, wie er sagt.

Und sie schei­nen tat­säch­lich einen guten Draht nach oben zu haben. Kaum war der Vor­trag zu Ende, gab’s Nord­lich­ter 🙂

Kabel­våg-Svol­vær – 04. Novem­ber 2016

Das Wet­ter ist und bleibt herr­lich, kla­rer Him­mel, leich­ter Nacht­frost, tie­fe Son­ne, wun­der­ba­re Far­ben. Der­zeit geht die Son­ne kurz nach 8 Uhr auf und kurz nach 15 Uhr wie­der unter, dazu kommt die lan­ge Däm­me­rung. Wir haben also noch eine gan­ze Men­ge Licht. Jeden­falls genug, um drau­ßen was machen zu kön­nen. Heu­te sind wir erst mal zu Fuß von Kabel­våg nach Svol­vær gegan­gen. Das ist nicht all­zu weit, man könn­te das in einer guten Stun­de gehen, theo­re­tisch. Natür­lich haben wir uns mehr Zeit gelas­sen, denn die Land­schaft ist wirk­lich schön. Schrof­fe Ber­ge, ein stil­ler See, lich­ter Wald, klei­ne Feucht­ge­bie­te. Ein paar sind über den Tjeld­berg­tin­den gegan­gen, 367 m hoch. Das habe ich mir dann doch lei­der spa­ren müs­sen, weil Erkäl­tung, aber die Aus­sicht ist geil, das weiß ich bes­tens 🙂

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Skro­va, Kabel­våg – 03. Novem­ber 2016

Ein herr­li­cher, lan­ger Tag, der mit Tou­ren über die Insel Skro­va begann. Mit wei­ßen Strän­den in klei­nen Buch­ten mit hell­blau­em Was­ser, über denen See­ad­ler krei­sen.

Unter Segeln und Son­ne ging es nach Kabel­våg, und nach einem Besuch im dor­ti­gen Mee­res­aqua­ri­um folg­te der unbe­strit­te­ne Höhe­punkt des Tages. Nein, die Rede ist nicht von Saschas Abend­essen, das natür­lich immer ein Höhe­punkt ist 🙂 son­dern von der Nord­licht-Show. Der Ham­mer! Wirk­lich, das konn­te sich sehen las­sen.

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P.S. natür­lich haben wir uns mit der Nord­licht-Foto­gra­fie auch flei­ßig in Theo­rie und Pra­xis beschäf­tigt. Dazu habe ich hier schon mal was geschrie­ben.

Skro­va – 02. Novem­ber 2016

Und es kamen noch Nord­lich­ter 🙂
 
 
 

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News-Auflistung generiert am 16. Oktober 2021 um 19:16:22 Uhr (GMT+1)
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