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Monats-Archiv: August 2016 − News & Stories


Eis­bär auf Prins Karls For­land erschos­sen

Die trau­ri­gen Nach­rich­ten um blu­ti­ge Zusam­men­stö­ße zwi­schen Men­schen und Eis­bä­ren auf Spitz­ber­gen wol­len nicht auf­hö­ren: Am 09. August wur­de in der Bucht Sel­vå­gen auf Prins Karls For­land vor der West­küs­te von Spitz­ber­gen ein Eis­bär erschos­sen.

Bei dem Tier han­del­te es sich um eine zwei Jah­re alte Eis­bä­ren, die 155 kg wog.

Seit dem 01. August befand sich ein Zelt­la­ger mit 6 rus­si­schen Wis­sen­schaft­lern in Sel­vå­gen. Die Eis­bä­rin befand sich, soweit bekannt, am 09. August zum ers­ten Mal in der Nähe des Lagers. Als sie etwa 130 (in Wor­ten: ein­hun­dert­drei­ßig!) Meter ent­fernt war, schoss einer der Wis­sen­schaft­ler mit einer Signal­pis­to­le. Mehr oder weni­ger unmit­tel­bar danach schoss ein ande­rer Camp­be­woh­ner 2 schar­fe Schüs­se aus einem Gewehr ab, von denen min­des­tens einer die Eis­bä­rin aus besag­ter Ent­fer­nung von 130 Meter getrof­fen haben muss.

Das ver­letz­te Tier floh ins Was­ser und starb dort bald. Sie wur­de von den Rus­sen mit einem Seil zum Ufer gezo­gen.

Der Vor­fall ereig­ne­te sich um 22 Uhr. Der Sys­sel­man­nen wur­de erst etwa 12 Stun­den spä­ter infor­miert. Gesetz­lich vor­ge­schrie­ben ist in sol­chen Fäl­len, die Behör­den so schnell wie mög­lich zu infor­mie­ren.

Nach Abschluss der lau­fen­den Unter­su­chun­gen wird der Fall dem Staats­an­walt in Troms og Finn­mark (Nord­nor­we­gen) über­ge­ben.

Wei­te­re Details wur­den zunächst nicht ver­öf­fent­licht, aber die Ent­fer­nung von 130 Metern und die schnel­le Abfol­ge der Schüs­se aus Signal­pis­to­le und Gewehr legen nahe, dass nicht ernst­haft ver­sucht wur­de, die Begeg­nung unblu­tig zu been­den und das Leben der Eis­bä­rin zu scho­nen.

Die Bucht Sel­vå­gen weni­ge Tage vor dem Abschuss der Eis­bä­rin am 09. August.

Spitzbergen: Selvågen

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Bellsund, Isfjord – 17.-19. August 2016

17.-19. August 2016 – Mit gro­ßen Schrit­ten näher­ten wir uns dem qua­si hei­mat­li­chen Isfjord, aber im Bellsund hat­ten wir noch eini­ges vor. Zunächst haben wir aber einen gemüt­li­chen Nach­mit­tag in der Pan­ora­ma­lounge der Arc­ti­ca II ein­ge­legt und zuge­schaut, wie Wind, tie­fe Wol­ken und Regen aus der schö­nen Ark­tis etwas sehr Grau­es gemacht haben. Irgend­wann wur­de es doch noch bes­ser, und wir haben uns für eine klei­ne Tour im Recher­chefjord auf­ge­macht.

Dafür haben wir am Tag dar­auf umso mehr Punk­te gesam­melt. Es war Zeit für eine schö­ne, etwas län­ge­re Wan­de­rung, und die Mög­lich­keit dazu gab es im Van Keu­len­fjord. Gleich nach weni­gen hun­dert Metern über alte Strand­wäl­le wur­den wir von einem kräf­ti­gen Ren­tier­bul­len begrüßt. Wun­der­bar, wenn man so gar nicht auf die Uhr schau­en muss, son­dern sol­chen Begeg­nun­gen und allem ande­ren, was sich unter­wegs ereig­net, ein­fach soviel Zeit geben kann, wie man will! Noch wird es hier ja nicht dun­kel. Nach einer Wei­le war das Ren­tier neu­gie­rig dicht zu uns her­an­ge­kom­men, bevor es dann wie­der sei­ner Wege zog. Schö­ner geht’s nicht.

Ent­lang eines Flüss­chens mit ein paar klei­nen, aber fei­nen Was­ser­fäl­len sind wir zu der Glet­scher­höh­le gezo­gen, die wir im Juli wäh­rend der Fahrt mit der Anti­gua zufäl­lig ent­deckt hat­ten. Wenn wir schon das Glück hat­ten, sowas ent­deckt zu haben, muss man das Eisen schließ­lich auch schmie­den! Das haben wir getan, wir sind in die Wun­der­welt des Eises hin­ein­ge­gan­gen und haben uns davon aus­gie­big ver­zau­bern las­sen (das geht mitt­ler­wei­le auch vir­tu­ell im Pan­ora­ma­blick, ganz ein­fach mit­tels Klick auf die­sen Link).

Schließ­lich war es Zeit, die letz­te offe­ne Pas­sa­ge Rich­tung Isfjord zurück­zu­le­gen. Die hat­te es in sich, da außer­halb der Fjor­de eine stei­fe Bri­se stand. Die füll­te immer­hin kräf­tig das Segel, so dass es mit rekord­ver­däch­ti­ger Geschwin­dig­keit nach Nor­den ging. So kamen die Segel­freun­de auf ihre Kos­ten, was auch im Schiff nicht unbe­merkt blieb, da die eine oder ande­re hef­ti­ge Böe für ordent­lich Schräg­la­ge sorg­te, bis wir in den Grønfjord hin­ein­tu­cker­ten und uns dort einen geschütz­ten Anker­platz such­ten.

Gale­rie Bellsund, Isfjord – 17.-19. August 2016

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Da der Wind im Isfjord immer noch stand, ver­brach­ten wir auch den letz­ten Tag der Fahrt im Grønfjord. Aber wer dach­te, dort gibt es kei­ne schö­nen Land­schaf­ten, sah sich wäh­rend einer klei­nen Berg­tour oder wahl­wei­se einer klei­nen Tund­ra­tour kräf­tig getäuscht, aber kei­nes­falls ent­täuscht. Abschlie­ßend wur­de in Bar­ents­burg die Begeg­nung mit der Zivi­li­sa­ti­on ein­ge­läu­tet, bevor wir noch ein­mal köst­lich schmaus­ten und dann die letz­ten Mei­len (von ins­ge­samt 1192 See­mei­len) zurück nach Lon­gye­ar­by­en fuh­ren.

Horn­sund – 16. August 2016

Auch die ers­te Lan­dung im Horn­sund ver­pas­se ich wegen der nächt­li­chen Wache am Steu­er, aber ich höre von einer klei­nen Wan­de­rung, Ren­tie­ren, Schma­rot­zer­raub­mö­wen, einem Glet­scher, als ich mit­tags wie­der ins all­ge­mei­ne Leben ein­stei­ge.

Rich­tig gut geschla­fen hat wegen des Rol­lens letz­te Nacht wohl kei­ner, und so ist der klei­ne Spa­zier­gang am Gnå­lod­den genau das rich­ti­ge. Genuss pur, unter dem Vogel­fel­sen – die Drei­ze­hen­mö­wen sind noch lan­ge da und machen viel Geschrei – in der tro­cke­nen Tun­dra zu lie­gen und den Blick aus­gie­big schwei­fen zu las­sen.

Was für ein Leben, was für ein Land!

Die Wohn­statt von Wan­ny Wold­stad, die den letz­ten Satz über ihr Leben im Horn­sund geschrie­ben hat, liegt in Hyt­tevi­ka. 1907 gebaut, brauch­te die über 100 Jah­re alte Hüt­te nicht nur ein klein wenig Pfle­ge, und die hat sie die­sen Som­mer bekom­men. Gute Arbeit, so kann sie den nächs­ten 100 Jah­ren ent­ge­gen­se­hen. (Es gibt eine Pan­ora­ma-Tour von die­ser Hüt­te auf die­ser Web­sei­te.)

Gale­rie – Horn­sund – 16. August 2016

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Auch dort sehen wir uns also noch in Ruhe um und freu­en uns dann auf eine ruhi­ge Nacht vor Anker. Aller­dings rollt sogar hier ein Rest der Dünung noch hin­ein, so dass die Nacht nicht ganz so ruhig wird wie erhofft. Als auch noch Wind auf­kommt und der Anke­ralarm sich zum drit­ten Mal zu Wort mel­det, lich­tet Hein­rich in frü­her Mor­gen­stun­de den Anker.

Storfjord – 15. August 2016

Nun müs­sen wir lang­sam Dampf machen, es sind noch vie­le Mei­len bis zur West­küs­te, bis hin­auf zum Isfjord, bis nach Lon­gye­ar­by­en. Die Mohn­buk­ta zieht an uns vor­bei, im Win­ter wür­de die Fahrt von dort nach Lon­gye­ar­by­en mit Motor­schlit­ten nur weni­ge Stun­den dau­ern. Die Agardhbuk­ta zieht vor­bei, zu Fuß käme man als aus­dau­ern­der Wan­de­rer von dort in 4-5 Tagen in die Zivi­li­sa­ti­on. Etwa die glei­che Zeit bleibt uns noch für eine viel län­ge­re Stre­cke, ganz her­un­ter und ums Süd­kap her­um.

Daher ist mei­ne per­sön­li­che Erin­ne­rung an die Tage vor und nach dem Süd­kap etwas lücken­haft, denn wir fah­ren zwei Näch­te lang durch, um die vie­len Mei­len zu machen. Zunächst wech­seln Hein­rich, Kers­tin und ich uns nachts am Steu­er ab, dann zie­hen wir Kers­tin von die­ser Auf­ga­be ab, damit sie tags­über in der Lage ist, einen Land­gang zu beglei­ten. So ver­pas­se ich zwei Land­gän­ge. Unge­wohnt für mich und ziem­lich merk­wür­dig, aber so kön­nen wir nachts in Bewe­gung blei­ben, was jetzt wich­tig ist. Hal­le­lu­ja, wie ging das bis letz­tes Jahr, ohne einen zwei­ten Gui­de im Boot? Ich weiß es nicht mehr.
Aber wir machen Land­gän­ge. In der Isbuk­ta sehen wir zunächst etwas ganz Außer­ge­wöhn­li­ches: eine Sat­tel­rob­be auf einem Stück Eis! Ganz nah und klar liegt sie vor uns, die cha­rak­te­ris­ti­sche Zeich­nung deut­lich sicht­bar. Dann gibt es eine Tour an Land.

Gale­rie – Storfjord – 15. August 2016

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Das Süd­kap pas­sie­ren wir nachts. Ruhi­ge See und ruhi­ges Wet­ter erlau­ben Hein­rich eine nau­ti­sche Meis­ter­leis­tung, er steu­ert die Arc­ti­ca II nörd­lich der klei­nen Insel­chen durch die untie­fen Gewäs­ser und macht die lan­ge Fahrt so meh­re­re Stun­den kür­zer. Das ist ange­nehm, denn wei­ter west­lich setzt spä­ter Dünung ein und lässt die Fahrt unru­hi­ger wer­den.

Straum­s­land – 14. August 2016

Bei den nor­we­gi­schen Wet­ter­frö­schen ist wohl der­zeit eine Kaul­quap­pe am Werk. Jeden­falls ist mit der Vor­her­sa­ge der­zeit nicht viel anzu­fan­gen. Bei leich­ter Bri­se hät­ten wir der­zeit gemüt­lich Stre­cke und Land­gän­ge machen sol­len, aber das ech­te Leben war­tet hier mit stei­fer Bri­se auf, so dass wir unter Segeln schön mit Schräg­la­ge süd­lich der Wil­hel­møya unter­wegs sind. Lei­der ist es sogar im Lee der fla­chen, aber wel­len­bre­chen­den Kie­per­tøya zu win­dig für eine Lan­dung, so dass wir Rich­tung Heley­sund stamp­fen, um die Zeit nicht zu ver­tun.
Gelobt sei die­se schö­ne, geschütz­te Bucht im Heley­sund. Wo kämen wir ohne die­se hin? Selbst dort war­ten wir noch den Nach­mit­tag ab, bis der Wind nach­lässt, aber das immer­hin in aller Ruhe und Gemüt­lich­keit. Beim abend­li­chen Rund­gang um das Straum­s­land zeigt Spitz­ber­gen sich wie­der in aller Schön­heit.

Gale­rie – Straum­s­land – 14. August 2016

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Die Nacht über damp­fen wir den Storfjord hin­ab nach Süden. Die ver­blei­ben­den Tage die­ser Fahrt sind nun an einer Hand abzähl­bar, wir müs­sen lang­sam zuse­hen, dass wir Rich­tung West­küs­te kom­men. Skip­per und Gui­des über­neh­men die Wachen als Steu­er­leu­te, die Gäs­te fun­gie­ren stun­den­wei­se als Kopi­lo­ten. Mal schau­en, wo der Tag uns mor­gen hin­bringt. Der­zeit haben wir die uns so gut bekann­te Mohn­buk­ta im schöns­ten Licht der Mit­ter­nachts­son­ne quer­ab.

Hin­lo­pen II – 13. August 2016

Wun­der der Hin­lo­pen­stra­ße! Der Tag heu­te stand im Zei­chen der Tie­re. Dick­schna­bel­lum­men in unend­lich erschei­nen­den Men­gen – ihr wisst wo, da waren wir nicht zum ers­ten Mal. Aber das Alkef­jel­let bleibt jedes Mal schön und auf­re­gend. Und es ist sowie­so jedes Mal anders. Der Lum­men­sprung scheint im Gang zu sein, es saßen schon eine gan­ze Men­ge jun­ger Lum­men auf dem Was­ser, bereit für die lan­ge Rei­se nach Süd­grön­land. Dort pad­deln sie zusam­men mit ihrem Papa hin. Jawoll!

Wo man in der Hin­lo­pen­stra­ße die Papa­gei­tau­cher fin­det, dürf­te eher weni­ger bekannt sein 🙂

Vier Eis­bä­ren haben wir heu­te gese­hen. Eine Mut­ter mit zwei jun­gen Bären, oben auf einem Hügel, aller­dings ziem­lich weit weg. Etwas näher kamen wir an die­sen wohl­ge­nähr­ten Bären her­an, der auf einem grü­nen Hang her­um­lief und mit der vege­ta­ri­schen Ernäh­rung dort recht gut klar­zu­kom­men schien. Was er sonst so gefut­tert haben moch­te? Wir wis­sen es nicht.

Gale­rie – Hin­lo­pen II – 13. August 2016

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Wir wis­sen aber, dass man von Wal­ros­sen Abstand hal­ten soll. Schön, dass die Wal­ros­se das nicht wis­sen 🙂

Hin­lo­pen I – 12. August 2016

Nach der span­nen­den Pas­sa­ge durch den fla­chen Fran­klin­sund und einer etwas win­di­gen Ein­fahrt in die Hin­lo­pen­stra­ße war der Murchi­son­fjord unser ers­ter Halt in der Hin­lo­pen, natür­lich immer noch ein Teil des Nord­aus­t­land. Nicht zuletzt tra­fen wir dort auf die Arc­ti­ca I und konn­ten begehr­te Güter wie Joghurt und Obst über­neh­men.

Die Polar­wüs­te um den Murchi­son­fjord besteht aus uraltem Gestein, das geo­lo­gisch kun­di­gen Men­schen Ein­blick in frü­he Zei­ten der Ent­ste­hung des Lebens gibt. 800 Mil­lio­nen Jah­re Algen­ko­lo­nien, die zu ihrer Zeit dazu bei­tru­gen, dass wir heu­te Sauer­stoff in der Atmo­sphä­re haben, den wir heu­te zum Atmen und zum Ver­bren­nen von Treib­stoff und Ker­zen nut­zen kön­nen, fin­den sich dort im Fels. Auf der Arc­ti­ca I sind Geo­lo­gen, die ton­nen­wei­se Stei­ne ein­sam­meln und zu all die­sen Din­gen for­schen. Ein Kurz­vor­trag des Chefs der Geo­lo­gen­grup­pe war sehr auf­schluss­reich, mag er auch geo­lo­gisch weni­ger vor­be­las­te­te Gemü­ter ein wenig zurück­ge­las­sen haben.

Gale­rie – Hin­lo­pen I – 12. August 2016

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Ein­bli­cke in die­se Erd­ge­schich­te, in die Tie­fe der Schnee­höh­le eines Schmelz­was­ser­flus­ses und in eine schö­ne Schlucht gab es dann an Land.

Nord­aus­t­land – 10.-12. August 2016

10.-12. August 2016 – Span­nen­de Tage waren das an der Nord­küs­te des Nord­aus­t­land. Im Süden die gro­ße Eis­kap­pe, im Nor­den der ark­ti­sche Oze­an, dazwi­schen ein schma­ler Strei­fen kar­gen, eis­frei­en Lan­des. Stei­ne und Flech­ten gibt es dort reich­lich, nach allem ande­ren muss man suchen.

Und doch gibt es dort so viel. Ein­drü­cke, die man nicht in Wor­te fas­sen kann. Land­schaf­ten, in denen es NICHTS gibt. Nicht im Sin­ne der Abwe­sen­heit aller Ein­drü­cke, die Auge und Geist beschäf­ti­gen wür­den, son­dern das genaue Gegen­teil davon: es ist viel dort von etwas, was mit NICHTS gut beschrie­ben wird. Jeder Ver­such, das kon­kre­ter zu beschrei­ben, wür­de in einer lan­gen Auf­zäh­lung von Stei­nen und Fel­sen, Ufer­li­ni­en und Glet­schern, Buch­ten und Fjor­den enden. Jedes noch so klei­ne Blüm­chen wird zur Attrak­ti­on, jeder Wech­sel der Gesteins­art zieht die Auf­merk­sam­keit auf sich. Eini­ger­ma­ßen nichts­sa­gend, ver­mut­lich, wenn man nicht selbst inmit­ten des gro­ßen NICHTS gestan­den hat und dar­in ganz klein wird. Und vie­le könn­ten sicher­lich mit­ten­drin ste­hen und wür­den nicht das gro­ße NICHTS sehen, son­dern ein­fach – nichts.

Selbst im gro­ßen NICHTS fin­det sich manch­mal etwas, was man kennt. Die Hau­de­gen-Sta­ti­on in der Wor­die­buk­ta, tief innen im Rijpfjord, war die Basis einer Wet­ter­sta­ti­on der deut­schen Wehr­macht und der letz­te Pos­ten, den deut­sche Sol­da­ten nach Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges räum­ten. Bis Sep­tem­ber 1945 dau­er­te es, bis ein Schiff aus dem nun wie­der frei­en Nor­we­gen kam, um die letz­te Abtei­lung der Besat­zungs­macht von ihrer Stel­lung zu holen – die Deut­schen freu­ten sich über die Abho­lung und bega­ben sich unver­züg­lich in die Hän­de der Nor­we­ger, die Rück­kehr in die in Trüm­mern lie­gen­de Hei­mat in Aus­sicht. Fami­lie stand höher im Kurs als Eis­bä­ren, nach einem Jahr im Eis, wäh­rend des­sen die Welt brann­te.

Gale­rie – Nord­aus­t­land – 10.-12. August 2016

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Für uns war die Hau­de­gen-Sta­ti­on ein Ort in einer gan­zen Rei­he von schö­nen Inseln und Buch­ten, die wir in den letz­ten Tagen auf dem Nord­aus­t­land besu­chen konn­ten. Ein ande­rer Ort war der inners­te Bren­ne­v­insfjord, von wo die Glen-Expe­di­ti­on aus Oxford 1935-36 die Eis­kap­pe Ves­t­fon­na erforsch­te. Damals war das noch weit­ge­hend Neu­land.

Nun geht es wei­ter Rich­tung Hin­lo­pen­stra­ße.

Karl XII Øya, Foynøya – 09. August 2016

Der Arsch der Welt! Juhu! Abge­le­ge­ne, klei­ne Insel­chen sind immer span­nend. Immer gibt es etwas zu ent­de­cken, und man weiß ohne­hin vor­her nie wirk­lich, was pas­siert. In die­sen Regio­nen ste­hen auf abge­le­ge­nen Inseln meis­tens irgend­wo Eis­bä­ren. Und natür­lich das Wet­ter. Ohne etwas Glück läuft hier nichts.

Bei der Karl XII Insel ist die Welt sich nicht so recht einig, ob es sich um eine Insel han­delt oder um zwei. Im 19. Jahr­hun­dert, als sie ent­deckt wur­de, waren es zwei Insel­chen. Im 20. Jahr­hun­dert sol­len sie zu einer Insel zusam­men­ge­wach­sen sein. Jetzt sind es defi­ni­tiv zwei Inseln. Man hät­te mit dem Bei­boot dazwi­schen durch­fah­ren kön­nen, garan­tiert. Wenn man nicht mit Gum­mi­stie­feln von einem Ufer zum ande­ren kommt, sind es zwei Inseln. Punkt.

Nach­dem wir das Ter­rain auf Eis­bä­ren son­diert haben und auf den einen Bären, der oben am Hang in ein paar hun­dert Metern Höhe her­um­hing, ohne sich groß zu rüh­ren, ein gutes Auge hiel­ten, ging es an Land. Unter die­sen Umstän­den kann man sich natür­lich nicht groß vom Ufer, sprich vom Boot, ent­fer­nen, aber das muss man ja auch nicht. Das fla­che Land ist ohne­hin ziem­lich begrenzt, und der Hügel war ja schon besetzt. Erstaun­lich, wie vie­le Drei­ze­hen­mö­wen dort brü­ten müs­sen, es herrscht ein stän­di­ges Schrei­en und Krei­schen. Der Hang ist leuch­tend grün, die Fel­sen dun­kel und schroff. Zusam­men mit der lan­gen, schma­len Form der Insel, mit höchs­ter Erhe­bung im Nor­den und ein paar Hügel­chen im Süden, ver­dient die Karl XII Øya die Bezeich­nung Jan May­en in Minia­tur­form.

Ein toter Eis­bär und ein paar Kno­chen zeu­gen davon, dass das Leben für Eis­bä­ren hier nicht immer para­die­sisch ist. Der dicke Käm­pe oben auf dem Hang schlägt sich aber präch­tig, wie genau auch immer er es anstellt.

Die Karl XII Øya und vor allem die Foynøya wur­den 1928 berühmt, als in der Nähe Nobi­les Luft­schiff Ita­lia abstürz­te. Das „rote Zelt“, in dem die über­le­ben­den 9 Män­ner ein­schließ­lich Nobi­le aus­hiel­ten – wei­te­re 6 waren mit dem Luft­schiff auf Nim­mer­wie­der­se­hen ver­schwun­den – trieb hier in der Nähe mit dem Eis her­um. Der Hol­län­der Josef van Don­gen und der Ita­lie­ner Gen­na­ro Sora, die mit Hun­de­schlit­ten auf der Suche nach Nobi­le waren, muss­ten sich schließ­lich selbst auf die Foynøya ret­ten, wo sie vom 04. bis zum 13. Juli aus­harr­ten, bis sie von schwe­di­schen Flug­zeu­gen geret­tet wur­den (mit die­sem letz­ten Satz pla­gi­ie­re ich mich selbst, aus Faul­heits­grün­den).

Das bringt uns gedank­lich zur Foynøya, die wir uns nach­mit­tags genau­er ange­schaut haben. Nament­lich das Nor­den­de, wo sogar noch ein paar Arte­fak­te aus jener Zeit ver­steckt sein sol­len, die Rede ist von einer Pis­to­le in einer Kis­te, kei­ne Ahnung, was, wie und wo. Wahr­schein­lich müss­te man wochen­lang jeden Stein umdre­hen, um irgend etwas zu fin­den.

Gale­rie Karl XII Øya, Foynøya – 09. August 2016

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Und Stei­ne gibt es dort reich­lich. Die Foynøya hat einen stei­ni­gen, ker­ni­gen, ganz beson­de­ren Charme. Hoch­ark­tisch prä­sen­tiert sie sich, mit gro­bem, scharf­kan­ti­gem, flech­ten­be­deck­tem Gra­nit­ge­röll und Gryll­teis­ten, die in den typi­schen klei­nen Kolo­nien hoch auf stei­len Klip­pen sit­zen. Nebel­schwa­den brin­gen zusätz­lich Stim­mung in die Land­schaft, geben aber aus­rei­chend Bli­cke frei.

Im hohen Nor­den – 07./08 August 2016

07./08 August 2016 – Heu­te fing es nicht nur grau und feucht an, son­dern es blieb auch grau und feucht. Daher fiel unser Besuch im Raudfjord, der heu­te eher ein Gråfjord war, ver­kürzt aus, eine klei­ne Berg­tour mit Wol­ken­an­sicht von Innen reich­te. Lie­ber haben wir Dampf gemacht, uns in der Theo­rie mit Walen beschäf­tigt, dem Fan­gen sowie dem Leben der­sel­ben, und einen gemüt­li­chen Sonn­tag­nach­mit­tag dar­aus gemacht, bis am frü­hes­ten Mon­tag­mor­gen die Sjuøya­ne erreicht waren und der Anker fiel.

Auch die Sjuøya­ne zeig­ten sich alles ande­re als nebel­frei, aber es reich­te für einen schö­nen Land­gang mit Wal­ros­sen und Ein­drü­cken der hoch­po­la­ren Land­schaft, bis die Tour aus eis­bä­ren­tech­ni­schen Grün­den recht spon­tan been­det wur­de.

Ves­le Tav­leøya und Ros­søya sind die nörd­lichs­ten Insel­chen Euro­pas, Fel­sen im Nebel­meer, das nicht mehr so recht ein Eis­meer sein will. Aber Hei­mat von Papa­gei­tau­chern sind die­se Inseln. Auch ein paar Jung­vö­gel flie­gen her­um.

Gale­rie Im hohen Nor­den – 07./08 August 2016

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Dank einer mun­te­ren Bri­se kön­nen wir die Fahrt zumin­dest für eine Wei­le unter Segeln fort­set­zen, in Rich­tung des 81. Brei­ten­gra­des. Dabei fuh­ren wir über die meis­ten Kar­ten an Bord hin­aus, als wür­den wir die­se Welt ver­las­sen. Vor­über­ge­hend.

Nord­west Spitz­ber­gen – 06. August 2016

Es fing ja neb­lig an heu­te früh, was auch Vor­tei­le hat. Man kann ganz in Ruhe aus den Federn krie­chen und früh­stü­cken, ohne etwas zu ver­pas­sen. Aber der Tag hat sich gemacht, und zwar nicht zu knapp. Die Son­ne hat sich bald ihre Löcher durch den Nebel gebrut­zelt, wobei die ver­blei­ben­den Nebel­schwa­den äußerst deko­ra­tiv waren. Die See­hun­de auf der Dans­køya erwie­sen sich als ver­läss­li­che Grö­ße, wie auch die Grä­ber und Speck­öfen aus dem 17. Jahr­hun­dert auf der Ams­ter­damøya, wobei die ja eini­ger­ma­ßen orts­fest sind, im Gegen­satz zu den See­hun­den.

Gale­rie Nord­west Spitz­ber­gen – 06. August 2016

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Die Krab­ben­tau­cher sind in ihren Kolo­nien hier im Nord­wes­ten orts­fes­ter als die See­hun­de, aber weni­ger orts­fest als ein Speck­ofen, der sich seit 400 Jah­ren nicht bewegt hat. Die meis­ten haben sich schon aus dem Staub gemacht (Krab­ben­tau­cher, nicht Speck­öfen), aber eini­ge waren noch da. Und selbst wenn kein ein­zi­ger mehr dage­we­sen wäre: die bei­den Blau­füch­se allei­ne wären den Land­gang mehr als wert gewe­sen!

Mag­da­le­n­efjord – 05. August 2016

Gegen Mit­tag hat­ten wir den Mag­da­le­n­efjord erreicht. Nicht, dass wir da über­haupt hin­woll­ten. Wir kamen eher zufäl­lig dar­an vor­bei – nun, das stimmt auch nicht, man kommt nicht zufäl­lig dar­an vor­bei, son­dern man fährt immer dar­an vor­bei, wenn man dar­an vor­bei fährt, und man muss dar­an vor­bei fah­ren, wenn man nach Nor­den will in die­ser Gegend.

Nun lag der Nor­den nörd­lich vom Mag­da­le­n­efjord im dun­kel­grau­en Nebel, der Mag­da­le­n­efjord aber teil­wei­se sogar in der Son­ne. Da fällt die spon­ta­ne Ent­schei­dung leicht. Bei einem klei­nen Spa­zier­gang an einem schö­nen Sand­strand (nein, nicht am Grav­ne­set) sahen wir Küs­ten­see­schwal­ben­kü­ken, viel­leicht bei ihren ers­ten Flü­gel­schlä­gen und ihren ers­ten Metern in der Luft … die Flü­gel­schlä­ge und die ers­ten Flug­me­ter von vie­len Mil­lio­nen, sie wer­den einen gro­ßen Teil ihres Lebens damit ver­brin­gen, zwi­schen Ark­tis und Ant­ark­tis hin- und her­zu­flie­gen. Wal­ros­se schwam­men im Was­ser umher, mit Glet­scher im Hin­ter­grund.

Andern­orts lag ein Eis­bär am Ufer. Wir konn­ten einen guten Blick aus der Nähe auf ihn wer­fen, ohne dass er mehr tat als den Kopf zu heben. Unser ers­ter Eis­bär. Trotz­dem, ein durch­wach­se­nes Erleb­nis. Nicht nur, dass ein Auf­lauf von nahe­zu einem hal­ben Dut­zend Boo­ten in der Bucht her­um­trieb oder vor Anker lag, über­wie­gend Segel- und Motor­yach­ten. Nicht, dass die Boo­te den Eis­bä­ren groß gestört hät­ten, zumin­dest wäh­rend der eher weni­gen Minu­ten, die wir dort ver­bracht hat­ten. Aber mager war er auch noch. Man hät­te ihm eine ordent­li­che Mahl­zeit und eine gute Fett­schicht gegönnt.

Gale­rie Mag­da­le­n­efjord – 05. August 2016

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Wir haben uns lie­ber ver­krü­melt und den Mag­da­le­n­efjord stil­voll ver­las­sen, näm­lich zu Fuß. Eine schö­ne Glet­scher­pas­sa­ge nach Nor­den, wäh­rend die Arc­ti­ca II drau­ßen her­um­fuhr. Kurz bevor wir die Morä­ne vor dem Glet­scher erreich­ten, saß gar nicht so weit weg ein wei­te­rer Eis­bär am Hang. Zu sehen war er erst, als wir ihn schon halb­wegs pas­siert hat­ten. Auch die­ser Eis­bär schau­te nur ein­mal des­in­ter­es­siert zu uns her­über und leg­te sich als­bald wie­der hin. Wir gin­gen zügig unse­res Weges, schnall­ten die Steig­ei­sen an die Schu­he und stapf­ten den Glet­scher hoch, in den Nebel hin­ein. Die Ber­ge schau­ten durch die Nebel­bän­ke hin­durch, Glet­scher­bä­che gur­gel­ten über die Ober­flä­che, um in tie­fen Löchern zu ver­schwin­den. Glet­scher, Nebel und Eis­bär – die­se Kom­bi­na­ti­on gibt einer Tour dann doch eine ganz beson­de­re Wür­ze …

Kongsfjord – 04. August 2016

Nach einem gemüt­li­chen Vor­mit­tag an Bord mit Blick auf die For­lands­glet­scher und geo­lo­gi­schem Info­tain­ment (was für ein blö­des Wort! Es war ein Vor­trag. Punkt.) waren wir im Kongsfjord. Kongsfjor­dbu­tik­ken und Luft­schiff­mast haben auch auf fort­ge­schrit­te­ne Spitz­ber­gen­fah­rer eine bemer­kens­wer­te Anzie­hungs­kraft, zumal der Skip­per noch Die­sel bun­kern will, damit bei Bedarf auch die abge­le­gens­ten Tei­le der Insel­grup­pe in Reich­wei­te sind.

Das gran­dio­se Wet­ter mit Beleuch­tung aus per­fek­ter Rich­tung am Nach­mit­tag macht einen Aus­flug zu den Glet­schern obli­ga­to­risch. Die Arc­ti­ca II unter Segeln vorm Kong­s­ve­gen, im Hin­ter­grund eini­ge von Spitz­ber­gens schöns­ten Ber­gen, und hin­ter dem Schiff – wir betrach­ten das Schau­spiel von außen stürzt auch noch eine gro­ße Mas­se Glet­scher­eis von der Abbruch­kan­te ab. Ein Spek­ta­kel für die Sin­ne, eigent­lich zuviel auf ein­mal.

Noch ist das Wet­ter gut, mor­gen soll es eher grau wer­den. Also igno­rie­ren wir die Uhr und machen uns zu vor­ge­rück­ter Zeit auf der Blom­strand­hal­vøya auf den Weg. Alt­be­kann­tes Ter­rain, möch­te man mei­nen. Doch auch hier lässt sich selbst für alt­ge­dien­te Spitz­ber­gen­fah­rer noch Neu­es ent­de­cken. Eine Grup­pe zieht hoch auf die Hügel, um den Aus­blick auf die Glet­scher von oben zu bekom­men. Eine zwei­te Grup­pe betreibt Höh­len­for­schung. Nicht ohne Erfolg. Immer wie­der erstaun­lich, was die Ark­tis bei nähe­rem Hin­schau­en so alles zu bie­ten hat.

Gale­rie Kongsfjord – 04. August 2016

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Es ist spät, als alle wie­der an Bord sind. Das Früh­stück gibt es am nächs­ten Mor­gen ver­zö­gert und etwas asyn­chron, wäh­rend wir bereits an der West­küs­te sind, unter­wegs nach Nor­den.

Trygg­ham­na – 03. August 2016

Da hat die Fahrt mit der klei­nen Arc­ti­ca II ange­fan­gen – wir sind wie­der unter­wegs! Zwölf Leu­te ver­tei­len sich auf 60 Fuß Stahl: Skip­per und Boots­eig­ner Hein­rich aus Lon­gye­ar­by­en, Kers­tin Lan­gen­ber­ger als Gui­de und ich, zusam­men mit 9 Expe­di­tio­nis­ten ein­schließ­lich meh­re­rer bekann­ter Gesich­ter. Ja, ab die­sem Jahr fah­ren wir auf der Arc­ti­ca II mit zwei Gui­des. Es macht das Leben doch ein­fa­cher und wird eini­ges an erwei­ter­ten Mög­lich­kei­ten brin­gen.

Das ers­te High­light der Fahrt ist Piz­za aus dem Kroa in Lon­gye­ar­by­en, dann geht es los bei Son­ne und schö­nem Licht. Im Isfjord steht noch eine Bri­se, so dass die ers­ten Mei­len gleich eine gewis­se Kon­di­tio­nie­rung an das Leben auf einem klei­nen Boot bei See­gang brin­gen. Nicht wirk­lich schlimm, aber eini­gen reicht es. Doch lan­ge geht es nicht, auf der Nord­sei­te des Isfjord ist es ruhi­ger, und in der Bucht Trygg­ham­na ist es ruhig wie ein Enten­teich.

Auch wenn die höhe­ren Berg­spit­zen in Wol­ken hän­gen, ist es klar, tro­cken und schön, so dass wir uns am nächs­ten Mor­gen direkt zu einer klei­nen Berg­tour auf­ma­chen. Der Berg Knuv­len lockt mit Aus­sicht auf Fjord und meh­re­re Glet­scher aus 325 Meter Höhe. Der Blick ist jeden der vie­len stei­ni­gen Meter wert.

Auf dem Weg in den For­landsund sin­ken die Wol­ken und die Land­schaft erscheint zuneh­mend grau. Wun­der­ba­re Gele­gen­heit, zunächst der Küs­te zuzu­schau­en, wie sie an uns vor­bei­zieht – wir pas­sie­ren das schö­ne Fel­sen­ufer am Daud­manns­od­den schein­bar auf Armes­län­ge – und dann eine Sies­ta zu machen, was vie­le tun, ein wenig zu lesen, Bil­der sor­tie­ren … bis dann schließ­lich in einer Bucht am Prins Karls For­land der Anker fällt, um eine ruhi­ge Nacht ein­zu­lei­ten.

Gale­rie Trygg­ham­na – 03. August 2016

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Wir neh­men noch die Gele­gen­heit wahr, einen klei­nen Land­gang zu machen. In der Tun­dra blü­hen noch ein paar spä­te Blu­men. Etwas wei­ter steht die Rui­ne einer alten Trap­per­hüt­te, einst erstaun­lich soli­de aus Treib­holz­stäm­men gebaut, ein häu­fig vor­han­de­nes, aber doch sel­ten ver­wen­de­tes Bau­ma­te­ri­al hier­zu­lan­de.

Eis­bä­rin mit Jung­tier am Aus­t­fj­ord­ne­set erschos­sen: Schüt­ze bekommt Geld­stra­fe

Vom Fall der Eis­bä­ren­fa­mi­lie, die im Juni am Aus­t­fj­ord­ne­set erschos­sen wur­de, wur­de hier bereits mehr­fach berich­tet (hier für den ers­ten Bei­trag kli­cken und hier für den zwei­ten).

Nun wur­de die Ent­schei­dung des Staats­an­wal­tes bekannt. Der Schüt­ze bekommt eine Geld­stra­fe in Höhe von 20.000,00 NOK (gut 2100 Euro) wegen Fahr­läs­sig­keit („uakt­som­het“). Da der Mann das Urteil ange­nom­men hat und nicht in Beru­fung gehen will, ist das Urteil rechts­kräf­tig.

Eis­bä­rin mit Jung­tier erschos­sen – Her­gang

Die Eis­bä­rin mit dies­jäh­ri­gem Jun­gen hat­te sich bereits eine Wei­le in der Nähe der Hüt­te auf­ge­hal­ten, als der Schüt­ze sie aus etwa 8 Metern Ent­fer­nung mit einem Gum­mi­ge­schoss ver­trei­ben woll­te. Im Maga­zin der Waf­fe, wahr­schein­lich eine Pumpf­lin­te, befan­den sich sowohl schar­fe Schrot­pa­tro­nen als auch Gum­mi­ge­schos­se. Der Schüt­ze hat­te kei­ne Über­sicht über die Rei­hen­fol­ge der ver­schie­de­nen Patro­nen und töte­te die Eis­bä­rin aus naher Distanz mit einer Schrot­la­dung, anstatt sie harm­los mit einem Gum­mi­ge­schoss zu tref­fen.

Aku­te Gefahr hat­te nicht bestan­den, da der Schüt­ze auf dem Dach der Hüt­te stand und die zwei­te anwe­sen­de Per­son in der Hüt­te war.

Die bei­den Trap­per befin­den sich wie­der auf Aus­t­fj­ord­ne­set und wer­den ihre Über­win­te­rung dort fort­set­zen. Vor weni­gen Tagen wur­de ein wei­te­rer Eis­bär, der sich nicht aus der Nähe der Hüt­te ver­trei­ben ließ, von den Behör­den betäubt und zum Nord­aus­t­land aus­ge­flo­gen.

Eis­bä­ren-Klein­fa­mi­lie am Nor­dens­kiöld­breen (Archiv­bild vom Sep­tem­ber 2012).

Spitzbergen: Eisbärenfamilie

Quel­le: Sys­sel­man­nen

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News-Auflistung generiert am 15. April 2021 um 11:38:40 Uhr (GMT+1)
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