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Thorshühnchen (Phalaropes fulicarius)

Grey phalarope (E) - Polarsvømmesnipe (N) - Rosser franjepoot (NL) - Phalarope á bec large (F)

Ein Thor­shühn­chen, das sich im fla­chem Was­ser sehr schnell im Kreis dreht, mag ein merk­wür­di­ger Anblick sein. Das ulki­ge Ver­hal­ten dient der Nah­rungs­su­che, denn beim schnel­len Dre­hen wird Nah­rung vom Gewäs­ser­grund auf­ge­wir­belt. Auch die in der Tier­welt eher unge­wöhn­li­chen Geschlech­ter­rol­len machen das Thor­shühn­chen inter­es­sant.

Thorshühnchen

Thor­shühn­chen (Männ­chen) im Pracht­kleid.

Beschrei­bung: Das Thor­shühn­chen ist trotz sei­nes eng­li­schen Namens »Grey phalar­o­pe« weit­ge­hend rost­rot im Som­mer­kleid, abge­se­hen von den eher tarn­far­be­nen Ober­sei­ten von Flü­geln und Kopf sowie einem wei­ßen Bereich um die Augen her­um. Es han­delt sich um einen eher klei­nen Vogel (Län­ge 20 cm, Gewicht 40-75 g). Die Geschlech­ter unter­schei­den sich auf unge­wöhn­li­che Wei­se von­ein­an­der: Das Weib­chen ist nicht nur etwas grö­ßer, son­dern im Gegen­satz zum Nor­mal­fall in der Vogel­welt hat es auch das etwas auf­fäl­li­ger gefärb­te Gefie­der. Dies hängt mit dem beson­de­ren Brut­ver­hal­ten der Thor­shühn­chen zusam­men (s.u.).

Thorshühnchen

Thor­shühn­chen. Vor­ne ist das Männ­chen, erkenn­bar am etwas kon­tra­stär­me­ren Gefie­der.

Verbreitung/Zugverhalten: Man fin­det das Thor­shühn­chen rund um den Nord­pol in der Hoch­ark­tis. In Sval­bard brü­tet er nahe­zu über­all in Küs­ten­nä­he, am häu­figs­ten ist es aller­dings an der West­küs­te und west­li­chen Nord­küs­te Spitz­ber­gens, den Tus­enøya­ne sowie Bjørnøya. Im Win­ter mögen Thor­shühn­chen es warm und zie­hen bis in die Tro­pen, Vögel aus Sval­bard über­win­tern ver­mut­lich vor der Küs­te von West­afri­ka. Die Brut­plät­ze errei­chen sie Anfang oder Mit­te Juni und blei­ben dort bis Ende Juni oder Anfang August. Die Weib­chen zie­hen als ers­te, die Männ­chen fol­gen, sobald das Brut­ge­schäft end­gül­tig been­det ist.

Thorshühnchen

Thor­shühn­chen. Vor­ne ist das kon­trast­rei­cher gefie­der­te Weib­chen.

Bio­lo­gi­sches: Thor­shühn­chen brü­ten paar­wei­se oder in klei­nen, locke­ren Kolo­nien auf fla­cher, feuch­ter und reich bewach­se­ner Tun­dra, meist in der Nähe klei­ner Tüm­pel. Brut­vö­gel sind recht orts­treu und keh­ren mehr­fach an den glei­chen Brut­platz zurück. Ihre Nah­rung fin­den Thor­shühn­chen auf der Tun­dra, in fla­chen Tund­ra­se­en oder an der Küs­te, sie leben von Insek­ten und klei­nen Krebs­tier­chen.

Beim Brut­ver­hal­ten haben Thor­shühn­chen im Ver­gleich zu ande­ren Vögel die Rol­len weit­ge­hend ver­tauscht. Die Abla­ge der vier Eier um Mit­te Juni bis Anfang Juli ist noch Ange­le­gen­heit der Weib­chen, aber dann über­neh­men die Männ­chen voll­stän­dig das Aus­brü­ten (18-20 Tage) und die Pfle­ge des Nach­wuch­ses (16-18 Tage). Das Weib­chen kann sich dann noch ein­mal mit einem ande­ren Männ­chen paa­ren. Nach der zwei­ten Eiab­la­ge zieht es rasch in den war­men Süden. Bereits Mit­te Juli hat es die Brut­ge­bie­te meist ver­las­sen.

Thorshühnchen

Thor­shühn­chen bei der Nah­rungs­su­che im ufer­na­hen Flach­was­ser.

Sons­ti­ges: Im Win­ter ist das Thor­shühn­chen grau und somit ver­gleichs­wei­se unan­sehn­lich, daher wol­len vie­le, die die­sen Vogel außer­halb der Brut­sai­son in Euro­pa schon gese­hen haben, ihn ein­mal im Som­mer in der Ark­tis erle­ben. Auch das auf­fäl­li­ge Rol­len­ver­hal­ten macht ihn inter­es­sant. Mit etwas Glück und in der rich­ti­gen Gegend kann man gleich meh­re­re Thor­shühn­chen direkt am Strand beob­ach­ten, wobei man sich – lang­sam und mit eini­ger Vor­sicht – zu Fuß oder mit dem Schlauch­boot manch­mal recht gut annä­hern kann.

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Letzte Änderung: 14. März 2019 · Copyright: Rolf Stange
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