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Home → September, 2014

Monats-Archiv: September 2014 − News & Stories


Oans, zwoa, gsuf­fa … Okto­ber­fest in Lon­gye­ar­by­en

Das berüch­tig­te Okto­ber­fest gibt es auch weit nörd­lich des Polar­krei­ses. Freun­de des Kon­sums leber­schä­di­gen­der Geträn­ke zu über­höh­ten Prei­sen in laut­star­ker, über­füll­ter Umge­bung kom­men in die­sen Tagen in Lon­gye­ar­by­en voll auf ihre Kos­ten. Ganz der Tra­di­ti­on des Mün­che­ner Vor­bil­des ent­spre­chend, gibt es ein Bier­zelt mit Live­mu­sik, über 120 Bier­sor­ten (dar­un­ter vie­le aus Süd­deutsch­land) und einen erstaun­li­chen Besu­cher­ver­kehr.

Ein­ge­lei­tet wur­de das Okto­ber­fest in Lon­gye­ar­by­en mit einem Umzug am Don­ners­tag (25.9.), Sams­tag (27.9.) erreich­te das Pro­gramm u.a. mit Auf­trit­ten des Män­ner­chors der nor­we­gi­schen Berg­bau­ge­sell­schaft und der „Spitz­ber­gen Schnaps­ka­pel­le“, die sich spe­zi­ell zu die­sem Anlass aus loka­len Talen­ten zusam­men­fand, sowie diver­sen Vor­trä­gen zum The­ma Bier sei­nen Höhe­punkt.

Das Okto­ber­fest fin­det in Lon­gye­ar­by­en seit meh­re­ren Jah­ren statt und eine künf­ti­ge Fort­füh­rung kann als sicher gel­ten.

Mehr kann die­ser Autor, der zur frag­li­chen Zeit lie­ber abseits von Lon­gyear­ben die Aus­sicht über stil­le Täler im schö­nen Abend­licht des spä­ten Sep­tem­bers genoss, nicht bei­tra­gen.

Umzug beim Okto­ber­fest in Lon­gye­ar­by­en.

Oktoberfest Longyearbyen

Bill­efjord

Gera­de recht­zei­tig sind wir nachts in den Isfjord ein­ge­lau­fen. Nicht viel spä­ter haben ande­re, die hin­ter uns kamen, flei­ßig die Fische gefüt­tert.

Erfolg­rei­che Suche nach neu­ent­deck­ten Moti­ven an alt­be­kann­ten Orten. Schiff auf dem Tro­cke­nen, Schie­nen ins Nichts, Sinn­bild für den geschei­ter­ten Ver­such, der Ark­tis ihre Schät­ze zu ent­rei­ßen. Man soll­te es las­sen.

Zuge­ge­ben, eine ganz bestimm­te Erin­ne­rung woll­ten wir der Ark­tis, nun ja, nicht ent­rei­ßen, aber uns doch ger­ne schen­ken las­sen. Der fried­li­che Weg, die Schät­ze der ark­ti­schen Natur zu „nut­zen“. Das gelang auch.

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Letz­ter Höhe­punkt einer Fahrt, die weit­ge­hend anders ver­lau­fen ist, als ich mir das vor­ge­stellt hat­te. Das Wet­ter hat über Tage den Ablauf dik­tiert. Was sehr ein­drück­lich war und sich im Nach­hin­ein, im son­ni­gen Licht der schö­nen Tage, die fol­gen soll­ten, zu einem sehr schö­nen Gesamt­bild ver­voll­stän­dig­te. Abends lief eine zufrie­de­ne Anti­gua wie­der in den Advent­fjord ein.

Van Mijen­fjord

Manch­mal reicht ein Gän­se­rü­cken für höchs­te ark­ti­sche Glücks­ge­füh­le. Jeden­falls wenn der Gän­se­rü­cken der Gåski­len ist, der west­li­che Aus­läu­fer des Mid­ter­hu­ken, die­ser wun­der­ba­re Berg zwi­schen Van Mijen­fjord und Van Keu­len­fjord, 300 Meter hoch und mit einer Aus­sicht über den gesam­ten Bellsund.

Zum Nach­tisch ein Glet­scher in der Son­ne dann noch ein Rücken. Acht Kilo­me­ter lang und nur weni­ge hun­dert Meter breit, aus har­tem Kalk­stein, mit paläo­zoi­schen Mee­res­früch­ten. In die­sem Fall rei­chen 50 Meter für bes­te Aus­sich­ten.

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Dann wur­de es auch schon Zeit, die trotz wet­ter­tech­nisch hef­ti­gem Start doch sehr schö­ne Rei­se zu fei­ern. Unglaub­lich, wie die Zeit ver­fliegt. Aber wir haben ja noch einen Tag.

Van Keu­len­fjord, Recher­chefjord

Hat es jemals auf die­ser Rei­se geschneit? Man muss sich schon bewusst dar­an erin­nern. Es ist so makel­los schön, dass man sich kaum vor­stel­len kann, wie sehr es vor weni­gen Tagen noch gestürmt und geschneit hat.

Ein­wand­freie Land­gän­ge ohne jede Schwie­rig­keit in präch­ti­ger ark­ti­scher Land­schaft, Fos­si­li­en aus fer­nen Zei­ten, Seri­en geho­be­ner Strand­wäl­le aus erd­ge­schicht­lich ver­gleichs­wei­se jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit, vom Neu­schnee deut­lich nach­ge­zeich­net. Schmelz­was­ser­bä­che stür­zen in Was­ser­fäl­len über erd­al­ter­tüm­li­chen Kalk­stein, aus Was­ser­fäl­len wer­den nun lang­sam Eis­säu­len.

Eine klei­ne Kreuz­fahrt im Van Keu­len­fjord bie­tet land­schaft­li­che Schön­heit, aber nicht, wie heim­lich erhofft, tie­ri­sche Erleb­nis­se. Die gibt es spä­ter bei einer klei­nen Tour zu einer Glet­sch­er­la­gu­ne, so dass die Tour noch klei­ner wird als zunächst geplant. Gleich­zei­tig arbei­tet sich eine klei­ne Grup­pe durch den Schnee in die Höhe. Rund­um­blick über Fjor­de, Täler und Glet­scher. Die Anstren­gung gegen Zeit, Stei­gung und Schnee hat sich gelohnt: Die Son­ne steht noch einen Fin­ger breit über den Ber­gen im Wes­ten. Die Tage der Mit­ter­nachts­son­ne sind lan­ge vor­bei, lang­sam muss man auch in der hohen Ark­tis wie­der auf die Uhr schau­en.

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Wenn die Mit­ter­nachts­son­ne weicht, macht sie dem Polar­licht Platz. Es hat sich gelohnt, bei kla­rem Him­mel die Nacht vor Anker lie­gen zu blei­ben. Ark­ti­scher Licht­zau­ber über dem süd­li­chen Hori­zont.

For­landsund

Ein klei­ner Druck auf den Schön­wet­ter­knopf, irgend­wo in der höhe­ren Abtei­lung, und schon sind wir in einer ande­ren Welt. Blau­er Him­mel und Son­ne. Die tief­ste­hen­de Sep­tem­ber­son­ne, auf die wir uns so gefreut haben, hier ist sie auf ein­mal und lässt alles in einem ein­ma­li­gen Glanz erstrah­len, den gan­zen Tag lang, wie man es andern­orts nur kurz vor Son­nen­un­ter­gang hat. Ber­ge, Glet­scher, Eis­ber­ge, alles sieht auf ein­mal über­ir­disch schön aus.

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Kongsfjord

Es gibt sie noch, die raue, wil­de Ark­tis. Mit schein­bar nicht enden­den Schnee­stür­men. Schnee­wir­bel, die jede Sicht neh­men, und Wind, der die Gischt von den Wel­len reißt und jeden Auf­ent­halt am ver­schnei­ten Deck zu einer klei­nen Expe­di­ti­on macht. Selbst der gegen West­wind gut geschütz­te Krossfjord woll­te uns nicht mehr an Land las­sen. Ein Nach­mit­tag an Bord, vor Anker, gut geschützt vor See­gang, der Wind heult durch die Mas­ten: gefühlt bei­na­he eine Über­win­te­rung. Wenn der Sturm nun nie mehr auf­hört ..?

Tat er aber. Die­ses Okto­ber­wet­ter, das wir nun Mit­te Sep­tem­ber haben, ist zwar eini­ge Wochen zu früh dran, hält aber auch nicht ewig. Die Blom­strand­hal­vøya bot kal­te Füße, gefro­re­ne Was­ser­fäl­le, Wind und Schnee, ein paar ein­sa­me Ren­tie­re, und natür­lich das berühm­te Lon­don, im Schnee­trei­ben, mit Schnee­krus­ten über­zo­gen, so noch nicht gekannt, präch­tig!

Der Kong­s­breen pro­du­ziert die blau­es­ten Eis­ber­ge Spitz­ber­gens, zumin­dest heu­te. Es gibt doch die­ses berühm­te Foto von einem sehr blau­en, stark ver­wit­ter­ten Eis­berg aus der Ant­ark­tis, mit Pin­gui­nen. Die Far­be war die glei­che, nur kei­ne Pin­gui­ne.

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Die Bran­dung an der Pier in Ny Åle­sund hat­te dann zum spä­te­ren Nach­mit­tag hin soweit nach­ge­las­sen, dass auch das kein Pro­blem mehr war. So konn­ten wir dem Kongsfjor­dbu­tik­ken am Sai­son­ende noch zu einem Umsatz­hoch ver­hel­fen und auf Amund­sens Spu­ren wan­deln. Ny Åle­sund im Win­ter­kleid, bei­na­he weih­nacht­lich gestimmt.

Krossfjord

(Diens­tag-Don­ners­tag, 16.-18. Sep­tem­ber 2014) – Nach­dem wir den Advent­fjord am Diens­tag end­gül­tig ver­las­sen hat­ten, brach die Son­ne durch die Wol­ken – einer die­ser gran­dio­sen Sep­tem­ber-Momen­te, in denen das Licht alles über­strahlt. Wie oft sind wir schon am Fuglef­jel­let vor­bei­ge­fah­ren, und jedes Mal ist es schön und beein­dru­ckend, aber die gol­de­ne Sep­tem­ber­son­ne an die­sem Spät­nach­mit­tag war außer­ge­wöhn­lich schön. Sie­he das ers­te Foto, wobei es natür­lich immer nur einen Bruch­teil der Stim­mung ein­zu­fan­gen ver­mag.

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Aller­dings its das Wet­ter seit­dem auch außer­ge­wöhn­lich beschis­sen. Zwei durch­zie­hen­de Schlecht­wet­ter­fron­ten hin­ter­ein­an­der, die bei­de jeweils meh­re­re Tage Wind und Schnee brin­gen, fast ohne Pau­se dazwi­schen, das ist, nun ja, nicht das, was wir uns vom Sep­tem­ber in Spitz­ber­gen erhofft hat­ten. Aber wir haben den­noch meh­re­re Lan­dun­gen im Krossfjord gemacht, und nun ver­ste­cken wir uns im Kongsfjord hin­ter der Blom­strand­hal­vøya und war­ten auf bes­se­re Zei­ten. Und die wer­den kom­men, kei­ne Fra­ge.

Pyra­mi­den

Ein Besuch in Pyra­mi­den, der alten rus­si­schen Gru­ben­sied­lung, seit 16 auf­ge­ge­ben, lohnt sich immer. Das Kla­vier lässt sich noch spie­len, der Ball liegt noch im Feld … die alten Gebäu­de sind bei dem Wet­ter, das wir der­zeit haben, auch von innen reiz­vol­ler als von außen. Schlit­ten­hun­de­wet­ter!

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Auf nach Nor­den. Wir rech­nen mit viel Wind in den nächs­ten Tagen und hof­fen, Kongsfjord und Krossfjord noch zu errei­chen, bevor es damit rich­tig los­geht. Der Herbst zeigt sich in die­sen Tagen nicht gera­de von sei­ner gol­de­nen Sei­te. Hey-ho, und ’ne Bud­del Rum … nein, bringt auch nix.

Eis­bär mit Sval­bard­bu­tik­ken-Tüte erwischt

Die Hart­nä­ckig­keit eines Eis­bä­ren führ­te letzt­lich zu einem Schnapp­schuss, der defi­ni­tiv zu den bes­se­ren der Sai­son zählt. Der Bär hat­te ein Zelt­la­ger von Stu­den­ten im Bill­efjord hart­nä­ckig bela­gert und sich auch von viel­fa­chen Schüs­sen mit Signal­pis­to­len nicht ver­trei­ben las­sen, so dass die Grup­pe das Lager ver­ließ und sich abho­len ließ. Dabei gelang Eli­da Lang­stein der unten zu sehen­de Schnapp­schuss von dem Eis­bä­ren, wäh­rend die­ser nach erfolg­rei­chem Raub­zug mit einer Plas­tik­tü­te vom Sval­bard­bu­tik­ken ein Zelt ver­lässt.

Was sich genau in der Tüte befand, ist nicht bekannt.

Eis­bär mit Plas­tik­tü­te vom Sval­bard­bu­tik­ken in einem Zelt­la­ger im Bill­efjord. Foto: Eli­da Lang­stein.

Eisbär in Zeltlager (Billefjord) mit Svalbardbutikken-Tüte

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Gru­ve­f­jel­let & Advent­da­len

(13.-15. Sep­tem­ber 2014) – Frü­her Win­ter­ein­bruch statt gol­de­ner Herbst­ta­ge – ein­drück­lich auf sei­ne Art, die ark­ti­sche Natur zeigt ihre Kraft mit Käl­te und teil­wei­se ziem­lich kräf­ti­gem Wind. Und wenn es dazu noch reg­net, ist das genau die Gele­gen­heit, die bei­den Muse­en in Lon­gye­ar­by­en zu besu­chen. Vor allem das Air­s­hip­mu­se­um begeis­tert immer wie­der. Ein­fach unglaub­lich, was die pri­va­ten Betrei­ber, Ste­fa­no Poli und Ingunn Løy­ning, dort alles aus eige­ner Initia­ti­ve und mit kaum vor­stell­ba­rem Auf­wand über Jah­re zusam­men­ge­stellt haben. Man soll­te die Geschich­ten von Andrée und Well­man, Amund­sen und Nobi­le schon zumin­dest grob im Über­blick ken­nen, sonst ver­liert man sich in den Details.

Bei dem Wet­ter fast erstaun­lich, haben wir doch eine gan­ze Men­ge in der Umge­bung von Lon­gye­ar­by­en gemacht. Nach der ers­ten, aus­gie­bi­gen Tour über den schon von Schnee bedeck­ten Pla­tå­berg am Don­ners­tag ging es am Frei­tag gleich wie­der in die Höhe, mit Aus­sich­ten über die weit­läu­fi­gen Pla­teaus um Lon­gye­ar­by­en, dem Blick hin­ab ins Tal und klei­ner Glet­scher­wan­de­rung über den Lars­breen. Und die stei­le Morä­ne hin­ab, gera­de recht­zei­tig, bevor alles im Schnee­trei­ben ver­schwand.

Unter­des­sen waren die Fos­si­li­en­samm­ler auf der Nach­bar­mo­rä­ne am Lon­gyear­breen auch ziem­lich erfolg­reich.

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Erfolg auch am Sonn­tag im Enda­len auf der Suche nach der Zwerg­bir­ke. Ein Novum, die­se sel­te­ne Baum­art (ja, es ist ein Baum, auch wenn das beim Hin­schau­en nicht direkt auf­fällt) auf einer unse­rer Rei­sen zu sehen; sie wächst nur an weni­gen Orten und immer zu weit vom Ufer ent­fernt, um sie auf einer Wan­de­rung wäh­rend einer Schiffs­rei­se, die natür­lich immer am Ufer begin­nen, sehen zu kön­nen. Für den Blick übers Advent­da­len von der Gru­be 7 hat es gera­de noch gereicht, bevor das eisi­ge Schnee­trei­ben die Sicht ver­deck­te, und eine erstaun­lich gro­ße Zahl wet­ter­fes­ter Wan­de­rer hat sich noch ins Bol­terda­len auf­ge­macht.

Nun ist der Him­mel tat­säch­lich wie­der blau, und heu­te (Mon­tag) geht es auf die Anti­gua.

Pla­taberg

In Kür­ze geht es mit dem Rei­se­b­log aktiv wei­ter, die nächs­te Tour beginnt am 15. Sep­tem­ber und dann erschei­nen hier wie­der täg­li­che Rei­se­be­rich­te, sofern das Satel­li­ten-Tele­fon zur Über­tra­gung von Text und Bild mit­spielt. Fürs ers­te hat Rolf eine Bil­der­ga­le­rie von einem Pla­tå­berg geschickt. Web­mas­ter Spitzbergen.de

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Schiff der Fran­k­lin-Expe­di­ti­on in Kana­da gefun­den

Das ist min­des­tens die his­to­ri­sche Ent­de­ckung des Jah­res in der Ark­tis: Die kana­di­sche Regie­rung hat bekannt gege­ben, dass am Sonn­tag eines der bei­den Schif­fe von John Fran­k­lin gefun­den wur­de.

Fran­k­lin war 1845 mit den Schif­fen HMS Ere­bus und HMS Ter­ror auf­ge­bro­chen, um die Nord­west­pas­sa­ge zu fin­den. Bei­de Schif­fe mit­samt ihren Besat­zun­gen, ins­ge­samt 129 Män­ner, gin­gen ver­schol­len. Trotz vie­ler Such­ex­pe­di­tio­nen wur­de das genaue Schick­sal der Expe­di­ti­on bis heu­te nicht ins letz­te Detail geklärt. Nach 3 Win­tern ver­lie­ßen die bis dahin über­le­ben­den Män­ner – Fran­k­lin und eini­ge ande­ren waren vor­her bereits gestor­ben – die Schif­fe und ver­such­ten, sich zu Fuß durch­zu­schla­gen, was ange­sichts der Ent­fer­nun­gen aber völ­lig aus­sichts­los ist. Unter­wegs kam es unter ande­rem zu Kan­ni­ba­lis­mus; der größ­te Teil wird an Hun­ger, Käl­te und Skor­but gestor­ben sein. Es gibt über­zeu­gen­de Hin­wei­se, dass eine schlei­chen­de Blei­ver­gif­tung wegen schlecht ver­lö­te­ter Kon­ser­ven die Besat­zun­gen vor­her schon zusätz­lich geschwächt hat­te, was mög­li­cher­wei­se zu irra­tio­na­len Ent­schei­dun­gen geführt haben kann.

Das Rät­sel um die Fran­k­lin-Expe­di­ti­on hat mit­tels der vie­len Such­ex­pe­di­tio­nen die Ent­de­ckung der Geo­gra­phie in der kana­di­schen Ark­tis stark beför­dert, ist aber eines der größ­ten Rät­sel der Polar­ge­schich­te. Die Fran­k­lin-Expe­di­ti­on war mit allem aus­ge­stat­tet gewe­sen, was die bri­ti­sche Roy­al Navy 1845 auf­zu­bie­ten hat­te; sie war bis dahin eine der größ­ten, am bes­ten aus­ge­rüs­te­ten Ark­tis-Expe­di­tio­nen gewe­sen. Ihr Ver­schwin­den war für die stol­ze bri­ti­sche Flot­te ein unbe­greif­li­cher Schlag, und die Ent­de­ckung eines der bei­den Schif­fe 169 Jah­re spä­ter ist eine Sen­sa­ti­on. Ob es sich um das Wrack der Ere­bus oder der Ter­ror han­delt, ist noch unbe­kannt.

Die kana­di­sche Regie­rung hat seit meh­re­ren Jah­ren gezielt nach den Schif­fen suchen las­sen.

Alte Dar­stel­lung von Fran­klins Schif­fen HMS Ere­bus und HMS Ter­ror in der Nord­west­pas­sa­ge (Quel­le: Wiki­me­dia Com­mons).

Franklins Schiffe: HMS Erebus und HMS Terror

Quel­le: Spie­gel Online

Spitz­ber­gen-Kalen­der 2015

Der neue Spitz­ber­gen-Kalen­der für 2015 von Rolf Stan­ge ist jetzt ofen­warm aus der Dru­cke­rei gekom­men und kann ab sofort bestellt wer­den. 12x Spitz­ber­gen: rund um die Insel durch alle Jah­res­zei­ten, Begeg­nun­gen mit Tie­ren und Land­schaf­ten von der Polar­nacht bis zur Mit­ter­nacht­son­ne.

Wie gewohnt, gibt es den neu­en Spitz­ber­gen-Kalen­der 2015 im hand­li­chen A5-For­mat und groß­zü­gi­ger in A3-Grö­ße. Hier kli­cken für mehr Infor­ma­ti­on, Ansicht der Bil­der und Bestel­lung.

Lon­gye­ar­by­en Cam­ping­platz: Sai­son & Info, vir­tu­el­le Tour

Der Cam­ping­platz Lon­gye­ar­by­en ist nicht nur die preis­güns­tigs­te Mög­lich­keit, in Lon­gye­ar­by­en zu über­nach­ten, son­dern auch eine der belieb­tes­ten, weil natur­nächs­ten: Bei gutem Wet­ter ist der Blick über den Isfjord gran­di­os. Ren­tie­re, Eis­füch­se und eine Rei­he von Vogel­ar­ten sind regel­mä­ßi­ge Gäs­te, und am Ufer schwim­men mehr­mals im Som­mer Weiß­wa­le („Belugas“) vor­bei.

An einem Schön­wet­ter­tag im August ist eine vir­tu­el­le Tour des Cam­ping­plat­zes ent­stan­den, die nun online ist und den vie­len Anhän­gern des Cam­ping­plat­zes sicher Freu­de machen wird. Hier kli­cken, um zur Pan­ora­ma-Tour Lon­gye­ar­by­en Cam­ping­platz zu kom­men.

Im nun zu Ende gehen­den Som­mer, der Spitz­ber­gen viel gutes Wet­ter gebracht hat, hat der Cam­ping­platz Lon­gye­ar­by­en mit etwa 2800 Über­nach­tun­gen eine sehr gute Sai­son zu ver­zeich­nen. Als Erfah­rung bleibt die Not­wen­dig­keit, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass zur Über­nach­tung auf dem Cam­ping­platz Schlaf­sack, Iso­mat­te und Zelt erfor­der­lich sind. Der Cam­ping­platz hat zwar Leih­ma­te­ri­al zur Ver­mie­tung, aber nur in begrenz­ten Men­gen, und in der Hoch­sai­son ist die Kapa­zi­tät mit­un­ter aus­ge­schöpft. Wenn Gäs­te, wie mehr­fach gesche­hen, ohne Anmel­dung kom­men, mög­lichst mit einem Flug­zeug mit Ankunft mit­ten in der Nacht, und davon aus­ge­hen, dass alles auch ohne vor­he­ri­ge Anmel­dung (oder bei Anmel­dung nur einen Tag zuvor) vor­han­den ist, dann kann es vor­kom­men, dass nichts mehr ver­füg­bar ist und dann steht man ohne Über­nach­tung in Spitz­ber­gen, was Heu­len und Zäh­ne­klap­pern zur Fol­ge hat. Also: Zelt, Schlaf­sack & Iso­mat­te mit­brin­gen oder zumin­dest recht­zei­tig (!) vor­her anfra­gen, ob die­se Aus­rüs­tung zum Mie­ten zur Ver­fü­gung steht. Und dann: Ark­tis an der fri­schen Luft genie­ßen 🙂

Bild­schirm­fo­to der vir­tu­el­len Tour vom Lon­gye­ar­by­en Cam­ping­platz, die den Besu­cher vir­tu­ell über Lon­gye­ar­by­ens belieb­tes­te Über­nach­tungs­mög­lich­keit führt.

Longyearbyen Campingplatz virtuelle Tour

Eis­bär bei Lon­gye­ar­by­en unter­wegs

Seit über einer Woche ist bei Lon­gye­ar­by­en ein Eis­bär unter­wegs. Seit dem 21. August ist der Bär regel­mä­ßig in Hior­th­hamn, auf der Nord­sei­te des Advent­fjord, gese­hen wor­den, nur weni­ge Kilo­me­ter von Lon­gye­ar­by­en ent­fernt, wo über 2000 Men­schen leben.

Zunächst war der Eis­bär mehr­fach in Frei­zeit­hüt­ten ein­ge­bro­chen und hat­te dort teil­wei­se Sach­scha­den ange­rich­tet. In der ver­gan­ge­nen Woche ist er mehr­fach in den umlie­gen­den Tälern (Mälarda­len, Hanas­kog­da­len) gese­hen und letzt­ma­lig beim Jans­son­h­au­gen im Advent­da­len. Dort scheint er den Kada­ver eines Ren­tiers gefun­den zu haben, so dass die Ernäh­rung zunächst gesi­chert ist. Es ist aller­dings nicht ganz sicher, dass es sich tat­säch­lich um den­sel­ben Eis­bä­ren han­delt.

In die­sen Gegen­den herrscht viel Frei­zeit­ver­kehr: Dort sind Tou­ris­ten eben­so unter­wegs wie Ein­hei­mi­sche auf Aus­flü­gen oder zur Jagd (der­zeit ist Ren­tier-Jagd­sai­son). Es wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass mit Eis­bä­ren immer und über­all außer­halb des bewohn­ten Bereichs von Lon­gye­ar­by­en gerech­net wer­den muss und dass Tou­ren auch in nächs­ter Umge­bung des Ortes nur mit ent­spre­chen­der Bewaff­nung mög­lich sind. Eben­falls sehr wich­tig und mitt­ler­wei­le auch gesetz­lich vor­ge­schrie­ben ist ein „Abschreck­mit­tel“ wie eine Signal­pis­to­le mit Knall­pa­tro­nen, um nahe Begeg­nun­gen mög­lichst schnell zu been­den, ohne dass Mensch oder Tier zu Scha­den kom­men. Der Ein­satz von Pfef­fer­spray ist in Spitz­ber­gen umstrit­ten und wird von der Ver­wal­tung nicht emp­foh­len, kann aber, aus dem rela­ti­ven Schutz etwa einer Hüt­te ver­wen­det, ent­schei­dend dazu bei­tra­gen, gefähr­li­che Situa­tio­nen unblu­tig zu been­den. Als allei­ni­ger Schutz ist Pfef­fer­spray jedoch nicht aus­rei­chend.

Der Eis­bär in der Umge­bung von Lon­gye­ar­by­en ist bis­lang nicht durch aggres­si­ves Ver­hal­ten auf­ge­fal­len. Nor­ma­ler­wei­se sind Eis­bä­ren gegen­über Men­schen nicht aggres­siv, es gibt jedoch Aus­nah­men, etwa bei aus­ge­hun­ger­ten Bären. Auch in Pyra­mi­den sind die­sen Som­mer mehr­fach Eis­bä­ren gesich­tet wor­den, teil­wei­se direkt am Hotel mit­ten im Ort, der seit 1998 weit­ge­hend ver­las­sen ist.

Die­ser Eis­bär ist seit über einer Woche in der Umge­bung von Lon­gye­ar­by­en unter­wegs, hier bei einer Frei­zeit­hüt­te in Hior­th­hamn.

Eisbär in Hiorthhamn bei Longyearbyen

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

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News-Auflistung generiert am 16. Mai 2021 um 09:42:58 Uhr (GMT+1)
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