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Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla)

Black-legged Kittywake (E) - Krykkje (N) - Drieteenmeeuw (NL) - Mouette tridactyle (F)

Bild © Rolf Stange

Beschreibung: Mittelgroße, leicht erkennbare Möwe mit schwarzen Beinen, gelbem Schnabel, grauen Flügeloberseiten mit schwarzen Spitzen und weißer Unterseite. Die Geschlechter sind nicht unterscheidbar (jedenfalls nicht für normale Menschen). Etwa 41 cm lang und 330-350 g schwer.

Verbreitung/Zugverhalten: Weit verbreitete Möwenart, die überall in der Arktis und Subarktis vorkommt. Überall in Svalbard finden sich Kolonien an steilen Berghängen, die größten auf Hopen und Bjørnøya. Ein paar besondere Brutkolonien befinden sich auf den Bänken von Fenstern, die offenbar nicht allzu häufig geöffnet werden, z.B. in Barentsburg. Außerhalb der Brutsaison halten Dreizehenmöwen sich auf offener See auf, kommen mitunter in Küstennähe, aber nicht an Land. Sie verbringen den größten Teil des Jahres im Nordatlantik, ohne weit nach Süden zu ziehen. Die meisten Dreizehenmöwen kommen im April wieder in die Brutgebiete und verlassen diese im September.

Biologisches: Die Kolonien befinden sich außerhalb der Reichweite von Eisfüchsen und Eisbären auf steilen Klippen, oft zusammen mit Dickschnabellummen. Dreizehenmöwen fressen so ziemlich alles, vor allem Krebstierchen und Fisch, sie folgen aber auch Fischtrawlern. Eisfuchs, Eismöwe und Skua räubern Gelege und vertilgen mitunter sogar ausgewachsene Dreizehenmöwen.
Im Gegensatz zu anderen Kliffbrütern bauen die Dreizehenmöwen ein Nest auf den Felsabsätzen, woran sich beide Geschlechter beteiligen. Die Eiablage erfolgt meist in der ersten Junihälfte. Zwei (weiter südlich drei) Eier werden gelegt, beide Eltern brüten gemeinsam etwa vier Wochen lang. Oft schlüpft ein Küken 1-2 Tage vor dem zweiten, und meist überlebt nur das Erstgeborene. In einem Alter von sechs Wochen verlässt der Nachwuchs das Nest.

Sonstiges: Dreizehenmöwen sind nicht unbedingt an bestimmte Kolonien gebunden, sondern brüten mitunter auch weit weg von ihrer Geburtskolonie. Der Bestand in Svalbard wird auf 270 000 Brutpaare geschätzt (1/3 davon auf Bjørnøya). Auf eine Zunahme der Population folgt seit Mitte der 90er Jahre eine leichte Abnahme aus nicht näher bekannten Gründen (Nahrungsmangel?).

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Letzte Änderung: 18. November 2017 · Copyright: Rolf Stange
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