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Spitzbergen Reisezeiten

Spitzbergen ist rund ums Jahr schön, aber die Jahreszeiten unterscheiden sich stark voneinander in Bezug darauf, was man sehen, erleben und unternehmen kann.

Späte Polarnacht: die Rückkehr des Lichts

so März bis Anfang Mai. Die Temperaturen bewegen sich fast durchgehend noch unter Null, vor allem im März kann es noch knackig kalt sein. Wobei die Temperaturschwankungen in der maritimen Arktis zu jeder Zeit kräftig sein können: Auch im tiefsten Winter kann es Tauwetter und Regen geben. Das wird durch den Klimawandel leider nicht besser.

Longyearbyen Camping, Glatteis

Longyearbyen Camping in der dunklen Jahreszeit nach einer Tauwetterzeit. Glatteisgefahr!

Im Gegensatz zum »echten« Winter ist das Tageslicht aber wieder da, im März etwa so wie auch in Mitteleuropa mit einem normalen Wechsel von Tag und Nacht.

Blaues Licht, in Adventdalen

„Blaues Licht“ im Adventdalen.

Erstes Sonnenlicht, Tempelfjord

Erstes Sonnenlicht auf dem Tunabreen im Tempelfjord.

Ende Februar und im März kann das Licht äußerst reizvoll sein mit stundenlangen Sonnenauf- und Untergängen, dem wunderbaren „blauen Licht“ und mit Glück Nordlicht, dafür ist es nachts dunkel und möglicherweise ordentlich kalt.

Nordlicht bei Longyearbyen

Nordlicht bei Longyearbyen.

Wenn die Sonne Ende Februar mittags wieder über den Horizont steigt, ist sie von Longyearbyen selbst aus noch nicht sichtbar, da die Berge hier zu hoch sind.

Sonne über dem Adventfjord

Sonne über dem Adventfjord, Ende Februar.

Im März kehrt das Tageslicht mit Volldampf wieder zurück; jeder Tag ist sichtbar länger als der vorhergehende. Das Licht wechselt ständig ist und oft aufregend schön, so dass diese Zeit etwas für Fotografen spannend sein kann. Am 08. März schließlich steigt die Sonne mittags so hoch, dass sie auch in Longyearbyen wieder sichtbar wird, was traditionell mit dem mehrtägigen „Sonnenfest“ (Solfest) gefeiert wird.

Sonnenfest in Longyearbyen

Sonnenfest am 08. März in Longyearbyen.

Winter-Hochsaison

Gegen Ende April scheint die Sonne schon wieder rund um die Uhr, was sehr praktisch ist, wenn man auf Tour ist. Zudem ist es meist nicht mehr so schweinekalt wie oft im März oder April (das ist aber Statistik, Ausnahmen können immer die Regeln bestätigen). Dies ist die Zeit für jegliche Arten von Wintertouren, ob per Ski, mit Hundeschlitten oder Motorschlitten. Vor allem im April herrscht auf Spitzbergen ein reger Motorschlittenverkehr, die Saison ist hektisch, Anwohner mitunter gestresst, Hotels ausgebucht und sämtliche Leihmotorschlitten verliehen. Also: Früh buchen oder auf Nebensaison ausweichen.

Motorschlittentour, April

Auf Tour im April (I).

Und natürlich gibt es schöne Möglichkeiten für Touren mit Hundeschlitten oder Ski!

Reisezeiten in der Arktis: Skiwanderung in Spitzbergen im Lichtwinter (April)

Lichtwinter: Skiwanderung im April.

Schneeschmelze

Die Wintersaison endet mit der Schneeschmelze, meist so gegen Mitte Mai, was aber von Jahr zu Jahr stark schwanken kann.

Schneeschmelze Longyearbyen Campingplatz, Mitte April

Frühe Schneeschmelze beim Campingplatz Longyearbyen, Mitte April.

Mittlerweile finden bereits im März die ersten Tagestouren mit Schiffen statt, nach Barentsburg und in die schönen Buchten auf der Nordseite des Isfjord (der Hafen von Pyramiden wird erst später eisfrei). Mittlerweile überlappen sich die Wintersaison und die „sommerlichen“ Touren wie Schiffsausflüge also zeitlich etwas; früher – als der Klimawandel noch nicht so wahrnehmbar war und der Hafen von Longyearbyen im Winter öfters wegen Eis unzugänglich war – war das zeitlich stärker getrennt.

Zwischensaison im späten Frühjahr

Etwa Mitte Mai bis Mitte Juni, wenn zuwenig Schnee und Eis da sind für Ski- oder Schlittentouren, aber zuviel für längere Wanderungen. Man kann nicht allzu viel unternehmen, dafür ist es nun etwas ruhiger, und die arktische Vogelwelt beginnt ihre Brutsaison. Es liegt noch viel Schnee in der Landschaft, was die Fortbewegung beim Wandern behindert, aber schön aussieht. Eine schöne Zeit für einen Ortsaufenthalt mit kleineren Ausflügen.

Gänse Adventdalen

Gänse im Adventdalen, Ende Mai.

Früher Sommer

Etwa Ende Juni bis Mitte Juli. So langsam verschwindet der Schnee, so dass das Gelände für Wanderungen gangbar wird, wenn es auch für längere Touren noch etwas früh ist (Schneereste, Nässe im Gelände, viel Schmelzwasser in den Flüssen). Die Mitternachtssonne scheint kräftig rund um die Uhr, die arktische Tierwelt ist fleißig zugange (Brutsaison), die Tundra wird farbenfroh mit den ersten kleinen Blüten.

Reisezeiten in der Arktis: Roter Steinbrech zur Schneeschmelze

Roter Steinbrech zur Zeit der Schneeschmelze, Andøyane (Liefdefjord).

Die schiffbare Saison hat begonnen, bei einer mehrtägigen Schiffsreise werden Sie sicherlich viel Treibeis sehen. Wenn Sie Spitzbergen gerne per Schiff umrunden wollen, wird das Treibeis Ihnen so früh im Sommer vermutlich einen Strich durch die Rechnung machen, und für manche längere Wanderung liegt noch zu viel Schnee. Schnee und Eis verleihen der Landschaft aber einen Hauch von winterlichem Zauber.

Hoch- und Spätsommer

Wanderung Sommer, Mushamna

Sommerliche Wanderung bei Mushamna im Woodfjord.

Etwa Mitte Juli bis Ende August. Der Schnee sollte weitgehend weg sein, das Gelände wird trockener. Dies ist die ideale Zeit für längere Trekkingtouren sowie für Schiffsreisen in abgelegene Gebiete der Inselgruppe, wenn das Treibeis auch immer das Erreichen bestimmter Inseln oder eine Umrundung Spitzbergens unmöglich machen kann, es gibt keine Garantie. Dafür sind die Bedingungen für die eine oder andere längere Wanderung gut (wenig Schnee und brütende Vögel). Die Vogelwelt hat ihre Brutsaison teilweise schon hinter sich, was manche Orte besser zugänglich macht, z.B. kleine Inseln, auf denen sonst überall Eiderenten, Küstenseeschwalben etc. brüten. Die Blüten in der Tundra werden langsam weniger, im August stellt sich eine schöne Herbstfärbung ein (in Grönland und Lappland deutlich intensiver als in Spitzbergen, wo ein paar besonders »bunte« Arten fehlen).

Letzte Mitternachtssonne in Longyearbyen

Letzte Mitternachtssonne in Longyearbyen, Ende August.

Früher Herbst

Ende August und September. Eine vom Gelände her normalerweise recht trockene Jahreszeit und somit gut für lange Wanderungen, v.a. in der ersten Septemberhälfte. Die vielen Blüten sind weg, aber insgesamt hat die Tundra eine schöne Herbstfärbung und ist sehr trocken. Nachts wird es wieder dunkel, die tiefstehende Sonne zaubert stundenlang die schönsten Farben in die Landschaft. Die Vogelwelt ist weitgehend wieder Richtung Süden abgezogen, und irgendwann machen Herbststürme und der erste Schneefall die Arktis touristisch vorübergehend eher unattraktiv.

Schöner Tag um Mitte September im Raudfjord

Schöner Tag um Mitte September im Raudfjord.

Spätherbst

Später Herbst, Oktober/Anfang November. Die Tage werden zunehmend kurz, stürmisch und kalt, aber das Licht der tief stehenden Sonne kann sehr schön sein. Touristisch eher unattraktive Zeit, wobei Ortsaufenthalte den Vorteil haben, dass man den Ort weitgehend frei von anderen Touristen hat. Wer Longyearbyen stressfrei erleben und vielleicht auch mit den Leuten vor Ort ins Gespräch kommen will, sollte einmal über diese Jahreszeit nachdenken.

Ende September Sorgfjord

Schöner Herbsttag Ende September im Sorgfjord.

Polarnacht

Ende November bis Mitte Februar. Insgesamt kalt und dunkel, wie man sich denken kann, wobei es mehrfach noch kurzes Tauwetter und Regen gibt, was sehr unerfreulich ist im Winter. Wer wissen will, wie es draußen ohne Sonne aussieht, kann das prinzipiell auch nachts in Mitteleuropa haben und muss dafür nicht unbedingt nach Spitzbergen fahren. Aber wer wirklich wissen will, wie der Zauber der Polarnacht ist, der muss eben doch nach Norden fahren! Das blaue Licht der Mittagsstunden hat seine ganz eigene Magie. Nur um die Wintersonnenwende herum ist es für ein paar Wochen wirklich rund um die Uhr dunkel – es sei denn, der Mond oder Nordlichter beleuchten die Schneelandschaft mit ihrem ganz eigenen Licht.

Blaues Licht im Adventdalen

Blaues Licht im Adventdalen.

Nordlichter sind immer wieder zu sehen, aber Spitzbergen liegt dafür schon eher zu weit nördlich. Der »Ring of fire«, eine Zone, der die Nordlichter aufgrund der Struktur des Magnetfeldes der Erde eher folgen, liegt im nördlichen Skandinavien und Island. Wer mal die Polarnacht erleben will, hat insgesamt im Norden von Finnland, Schweden oder Norwegen bessere Voraussetzungen (bessere Erreichbarkeit, Infrastruktur, Nordlicht) und kann mehr unternehmen, auch da es immerhin tagsüber ein wenig Dämmerung, sonst aber noch mehr als reichlich Dunkelheit gibt.

Northern light over Sarkofagen near Longyearbyen

Nordlicht über dem Sarkofagen bei Longyearbyen.

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Letzte Änderung: 30. April 2019 · Copyright: Rolf Stange
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