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Prachteiderente (Somateria spectabilis)

King Eider (E) - Praktærfugl (N) - Konings eider (NL) - Eider á tete grise (F)

Bild
© Rolf Stange

Beschreibung: Mit einer Länge von 55 cm und einem Gewicht von 1,5-1,8 kg ist die Prachteiderente geringfügig kleiner als die Eiderente, der Unterschied reicht zur Bestimmung allerdings nicht aus. Vor allem die Unterscheidung der Weibchen von Prachteiderente und Eiderente ist sehr schwierig und nur anhand von Detailunterschieden des Gefieders sowie im Bereich der Schnabelwurzel möglich, ansonsten sind sich beide mit ihrem braunen Tarnkleid äußerst ähnlich. Das Prachteiderentenmännchen hat einen grauen Kopf, eine auffällig gewölbte, farbenprächtige Stirn und einen roten Schnabel.

Verbreitung/Zugverhalten: Die Prachteiderente ist zirkumpolar in der Arktis verbreitet und hält sich tendentiell in höheren Breiten auf als die Eiderente. In Svalbard brütet die Prachteiderente vor allem an der Westküste zwischen Bellsund und Prins Karls Forland sowie bei der Reinsdyrflya im Eingangsbereich des Liefdefjords, möglicherweise aber auch im Osten Svalbards  (Tusenøyane?). Den Winter verbringt sie möglicherweise an der Küste von Nordnorwegen. Sie kommt im Mai in den Brutgebieten an und bezieht den Nistplatz, sobald dieser schneefrei ist.

Biologisches: Das bevorzugte Bruthabitat der Prachteiderente ist flache Tundra mit kleinen Süßwasserseen, sie ernährt sich von allerlei Grundlebewesen (Weichtiere, Krebstierchen, …). Prachteiderenten bilden keine Kolonien, finden sich nach der Brutsaison allerdings in kleineren Trupps zusammen. Sie kommen etwas später als Eiderenten und legen, sobald der Brutplatz schneefrei ist, vier bis sechs Eier, welche vom Weibchen ausgebrütet werden (22-24 Tage), das Männchen verlässt den Brutplatz kurz nach der Eiablage. Das Weibchen verlässt das Nest mit den Küken meist, bevor diese flugfähig sind, und bildet zusammen mit anderen Weibchen Trupps auf dem Wasser.

Sonstiges: Die Gesamtpopulation in Svalbard mag bei 1200-2500 Brutpaaren liegen. Noch viel ist unklar in Bezug auf die Biologie der Prachteiderente (Verbreitung, Brutbiologie, Zugverhalten, …). Vor allem das Männchen ist ein schöner, farbenprächtiger Vogel, der oft hoch oben steht auf der Wunschliste von Vogelkundlern, die Svalbard besuchen. Es gehört allerdings ein wenig Glück dazu, sie zu sehen. Wer Ambitionen hat, sollte jeden Schwarm der »normalen« Eiderenten genau absuchen, oft »versteckt« sich eine Prachteiderente darunter. Prachteiderenten sind auch auf dem Wasser meist recht scheu und lassen sich nur selten einmal aus der Nähe betrachten und fotografieren.

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Letzte Änderung: 11. Oktober 2011 · Copyright: Rolf Stange
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