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Walfang im 17. Jahrhundert

Geschichte(n) von Spitzbergen

Wal­fang im 17. Jahr­hun­dert

Der Grön­land­wal, die bevor­zug­te Beu­te der Wal­fän­ger

Sowohl die Über­le­ben­den der Bar­entsz-Expe­di­ti­on als auch ande­re Rei­sen­de jener Zeit wie Hen­ry Hud­son brach­ten schnell Kun­de von den rei­chen Wal­fang­grün­den der Ark­tis. Es dau­er­te nicht lan­ge, bis Wal­fän­ger ver­schie­de­ner Natio­nen auf­bra­chen, zunächst mit erfah­re­nen bas­ki­schen Lehr­meis­tern. Vor allem Hol­län­der und Eng­län­der waren jedes Jahr mit vie­len Schif­fen unter­wegs und errich­te­ten schnell eine Rei­he von Land­sta­tio­nen, um den Speck zu Öl zu kochen, das in Euro­pa zu guten Prei­sen ver­kauft wer­den konn­te und als Lam­pen­öl, zur Sei­fen­pro­duk­ti­on, als Schmier­mit­tel u.ä. genutzt wur­de. Auch die Bar­ten wur­den zur Her­stel­lung von Regen­schir­men und Kor­setts nach­ge­fragt. Die bevor­zug­te Beu­te im 17. Jahr­hun­dert war der Grön­land­wal, damals auch »Right Wha­le« genannt: Er war der »rich­ti­ge Wal« zum Jagen, da er lang­sam war, auch tot noch an der Ober­flä­che trieb und viel tran­rei­ches Fett hat­te. Der Wal­fang selbst ging mit Wurf­har­pu­nen von Ruder­boo­ten aus vor sich und war eine sehr gefähr­li­che Arbeit für Spe­zia­lis­ten. War der Wal ein­mal erlegt, wur­de er zur Tran­ko­che­rei gezo­gen, am Ufer zer­legt und gekocht, wobei zunächst nur der Speck genutzt wur­de. Im Nord­at­lan­tik ent­wi­ckel­ten sich sowohl Spitz­ber­gen als auch Jan May­en schnell zu Wal­fang­zen­tren, und die Kon­kur­renz um gute Fang­grün­de und Plät­ze für Land­sta­tio­nen war groß. Es kam zu Kon­flik­ten und Zusam­men­stö­ßen, so dass eine Beglei­tung durch Kriegs­schif­fe zeit­wei­se üblich war. Es gab sogar eine regel­rech­te See­schlacht, als 1693 drei fran­zö­si­sche Kriegs­schif­fe etwa 40 hol­län­di­sche Wal­fang­schif­fe im Sorgfjord im Nord­os­ten von Spitz­ber­gen auf­brach­ten und eini­ge gefan­gen­nah­men. Zu die­sem Zeit­punkt war die gro­ße Zeit des Spitz­ber­gen­wal­fangs aber schon wie­der vor­bei, die Land­sta­tio­nen wie das berühm­te Smee­ren­burg (»Tran­stadt«) auf der Ams­ter­damøya im Nord­wes­ten Spitz­ber­gens hat­ten wohl in den 1630er Jah­ren ihre aktivs­te Pha­se. Zu die­ser Zeit war das Ter­ri­to­ri­um zu Land und zu See zwi­schen den bei­den bedeu­tends­ten Wal­fang­na­tio­nen Hol­land und Eng­land im Wesent­li­chen auf­ge­teilt, zusätz­li­che Nischen waren von einer Rei­he wei­te­rer Natio­nen wie Dänen, Fran­zo­sen, Spa­ni­ern und Deut­schen besetzt. Auch wenn die Grö­ße der Land­sta­tio­nen lan­ge Zeit in der Lite­ra­tur stark über­trie­ben wor­den war, bis archäo­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen zeig­ten, dass sich in einer ein­zel­nen Sta­ti­on nie mehr als weni­ge 100 Per­so­nen gleich­zei­tig für eine som­mer­li­che Fang­sai­son auf­hiel­ten, sind doch vie­ler­orts noch Res­te von Tran­öfen und Grä­bern zu sehen. Die berühm­ten Kir­chen und Bor­del­le, die es angeb­lich auch gege­ben haben soll, gehö­ren aber ins Reich der Legen­de. Im Win­ter wur­den die Sta­tio­nen sich selbst über­las­sen. Zu Über­win­te­run­gen kam es nur, als die Hol­län­der nach Plün­de­run­gen ent­schie­den, eine klei­ne Wach­mann­schaft von sie­ben Män­nern in Smee­ren­burg zu las­sen. Der ers­te Ver­such im Jahr 1633/34 glück­te, die zwei­te Mann­schaft über­leb­te den Win­ter 1634/35 jedoch nicht, und wei­te­re Ver­su­che wur­den nicht unter­nom­men.

Auch wenn Deutsch­land sei­ner­zeit eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le im Wal­fang­ge­schäft im hohen Nor­den spiel­te, erin­nert der Name Ham­burg­buk­ta doch noch an die­se Zeit. Die Ham­burg­buk­ta ist eine klei­ne Bucht süd­lich des Mag­da­le­n­efjords, ein male­ri­scher, gut geschütz­ter Natur­ha­fen, in dem sich noch Res­te wie gut erhal­te­ne Grä­ber aus jenen Tagen fin­den. Aller­dings ist die Ham­burg­buk­ta nur für klei­ne Boo­te befahr­bar; grö­ße­re Schif­fe müs­sen vor der Küs­te ankern und auf gutes Wet­ter und ruhi­ge See hof­fen, was in die­ser Gegend nicht gera­de der Nor­mal­fall ist. Ent­spre­chend wird die Ham­burg­buk­ta kaum besucht.

Nach weni­gen Jahr­zehn­ten wur­den die Land­sta­tio­nen wie­der auf­ge­ge­ben, als die einst sehr zahl­rei­chen Wale in den Küs­ten­ge­wäs­sern sel­ten wur­den und ein Fort­schrei­ten der Tech­nik erlaub­te, die Wal­kör­per an Bord auf See zu ver­ar­bei­ten.

Wal­fang­schif­fe im 17. Jahr­hun­dert

Res­te von Tran­öfen von Smee­ren­burg (Ams­ter­damøya)

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Letzte Änderung: 11. Oktober 2011 · Copyright: Rolf Stange
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