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Monats-Archiv: September 2015 − News & Stories

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Vom Raudfjord bis zum Krossfjord – 29. September 2015

Endlich mal wieder mit Zodiacs in die innere Hamiltonbukta, lange nicht mehr gewesen! Und die Dinge haben sich dort verändert, will sagen, die Gletscher sind kleiner geworden. Ich muss mal alte Vergleichsfotos heraussuchen. Da kommt mittlerweile eine ganze Menge Fels zum Vorschein, wo doch vor 10 Jahren noch Eis war.

Hamiltonbukta 29. September 2015 – 1/2

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Trotzdem, die Gletscher sind ja nach wie vor noch wunderbar schön. Viel Eis treibt in der Bucht. Und auf den kleinen Inselchen kann man herrlich ein Weilchen herumhängen und das Leben im Allgemeinen und die Landschaft im Besonderen genießen. Sehr gut.

Nun war dummerweise schon das nächste Tiefdruckgebiet im Anmarsch, und wir haben uns entschieden, noch davor einen Sprung Richtung Westküste zu machen und uns im Krossfjord zu verstecken. Also ab durch die Nordvestøyane, schönes Fjord-Sightseeing, Smeerenburgfjord undsoweiter. Äußerst spannend war es dabei, das Barometer zu beobachten, das insgesamt in 3 Tagen um 54 hPa gefallen ist. Würde Vergleichbares an der Börse passieren, würden alle von Weltuntergang reden. Aber es ist ja nur das Barometer.

Hamiltonbukta 29. September 2015 – 2/2

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Vor der Außenküste stand noch ganz ordentlich Dünung, Marke „swell from hell“, das war nicht ganz so toll, und mancher ward für ein paar Stunden nicht gesehen. Immerhin kam später endlich der Nordwind auf, so dass nach und nach Segel hochgingen, was die Bewegung stabilisiert und angenehmer macht. Aber schließlich erreichten wir am späten Abend den Krossfjord und somit einen guten Ankerplatz.

Der Nordwesten zeigt, was er kann, Teil II – 28. September 2015

Wie gesagt, das war ja noch nicht alles vom heutigen Montag. Wir wollten doch noch mal schauen, ob eine kleine Spätnachmittagslandung nicht doch möglich sein würde. Den Gedanken verwarfen wir schnell wieder. Ein Aspekt war der Wind. Zugegeben, angesichts der Landestelle, wo der Wind heftig auf dem Ufer stand, hatte ich mir schon überlegt, wie man sich da wieder herauswinden kann. Aber das war gar nicht nötig. Ganz in der Nähe wanderte ein Eisbär herum und zog bald alle Aufmerksamkeit auf sich. Er zog entlang der Küste, wo doch tatsächlich ein einsames Walross lag, wo er direkt dran vorbeiging und es dabei doch glatt zunächst übersah. Erst im Vorbeigehen erkannte er das Walross und machte einen halbherzigen Versuch, sich eine dicke Mahlzeit zu verschaffen, aber stattdessen verschaffte das Walross sich mit einer drohenden Bewegung Respekt und Ruhe.

Foto Flathuken 28. September 2015

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Der Eisbär zog weiter, freundlicherweise in eine Richtung, wo Joachim die Antigua schön nah ans Ufer bekam, und so wurde eine herrliche Beobachtung daraus. Viel näher hätte es meinetwegen gar nicht sein dürfen, oder ich hätte den Konverter abnehmen müssen … schließlich kam noch ein langer Sonnenuntergang mit schönsten Farben vor herrlicher Kulisse dazu, und nun ist der Tag auch langsam mal beendet. Der zweite Tag der Fahrt. Besser hätte es heute nicht laufen können!

Foto Raudfjord 28. September 2015

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Nun sind wir gespannt auf morgen. Es soll noch mehr Wind geben … wir werden sehen.

Der Nordwesten zeigt, was er kann, Teil I – 28. September 2015

Wie gesagt, wir waren gespannt, was der Tag bringen würde. Eingestellt waren wir vor allem auf Wind. Der kam auch. Das war aber nicht alles.

Wir hatten die ganze Strecke vom Forlandsund bis in den Nordwesten schön über Nacht unter Segeln zurückgelegt, unter Rahsegeln vorm Wind, also keine starke Schräglage, alles sehr angenehm. Bei dem kräftigen Südwind war Virgohamna erste Wahl. Zunächst stand dort das Erzählen der einschlägigen Geschichten an, sonst sieht man dort ja nur Schrott. Mit dem entsprechenden historischen Hintergrund im Kopf wird daraus ein Wallfahrtsort der Polargeschichte. Auch die Seehunde waren zuhause, zumindest ein paar.

Foto Virgohamna 28. September 2015 – 1/2

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Gegenüber in Smeerenburg lag eine Gruppe Walrosse am Strand, aber der Wind ließ uns keine Chance zur Anlandung. Die Passage mit dem Schiff musste an dieser Stelle genügen, tat es aber auch.

Weiter ging es in den Fuglefjord. Ein grandioses Panorama, Berge, Gletscher. Spitzbergen hat seinen Namen zu Recht, das wurde an dieser Stelle wieder einmal klar.

Foto Virgohamna 28. September 2015 – 2/2

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Der Svitjodbreen hat ausgeprägte Rückzugstendenzen. Ein Fels, der vor wenigen Jahren unter dem Gletscher hervorkam, ist nun zur Insel geworden. Steuermann Moritz war so nett, mich dort kurz an Land zu setzen – vielleicht war ich ja der erste, der diese Insel betreten hat? Man soll in Spitzbergen nie behaupten, der erste zu sein, der irgendwas getan hat. Irgendwer ist immer schon früher auf die gleiche gute Idee gekommen, das wird hier nicht anders sein. Aber allein die Möglichkeit ist ja reizvoll.

Foto Fuglefjord 28. September 2015

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Aber darum ging es natürlich nicht, sondern um besagtes grandioses Panorama, das ich als genau solches verewigen wollte, nämlich als Panorama, volle 360 Grad, sehr zur Freude aller an Bord, die nun einen guten Größenvergleich vor dem Gletscher hatten. Moritz vertrieb sich passenderweise im Zodiac die Zeit damit, in meinem Spitzbergen-Buch zu lesen! Natürlich kann man das im entstandenen Panorama nicht erkennen, man muss es wissen, aber die Idee fand ich natürlich hervorragend. Das Ergebnis wie immer demnächst auf dieser Webseite. Und dass es das erste 360 Grad Panorama ist, das jemand von dieser Stelle aus gemacht hat, da bin ich mir sicher. Auch nicht schlecht. Das Ergebnis ist hier zu sehen.

Das war noch nicht alles für diesen Tag. Aber mehr später.

Forlandsund – 27. September 2015

Ein Tag in Longyearbyen, der zumindest teilweise der Erholung gewidmet werden kann, ist immer eine gute Sache. So konnte es gestern noch einmal mit guter Motivation losgehen.

Ein ruhiger Tag im Forlandsund, bei leichtem Schneefall geht es über die Küstenebene zwischen Isfjord und St. Jonsfjord, schöne Uferfelsen, Rentiergeweihe, alles mit einem Hauch von frischem Weiß gepudert.

Foto Eidembukta 27. September 2015

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Der Schwimmverein von Poolepynten ist sonstwo, dafür zeigt der Dahlbreen sich mit Farben, die in einer ganz erstaunlichen Kombination von „gedämpft“ und „leuchtend“ beeindrucken, in wunderbar klarem Licht.

Foto Dahlbreen 27. September 2015

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Insgesamt scheint Spitzbergen nun von Herbst auf Winter umzuschalten. Wir werden wohl ab heute Nacht für mehrere Tage eine ganze Menge Wind bekommen. Könnte zumindest guter Segelwind sein. Wir sind gespannt.

Isfjord – 24. September 2015

Der letzte Tag der Reise mit Landungen, unglaublich, wie schnell das auf einmal geht. Zuerst hat man die ganze Fahrt vor sich, und plötzlich fliegen die Tage dahin.
Heute müssen wir zunächst einmal einen schönen Spielplatz für die Gletschergruppe finden, Spalten innerhalb von ansonstem flachen, gut begehbarem Eisgelände, so dass Falk dort Seilsicherungen installieren kann und Leute sich abseilen können. Das funtioniert am Esmarkbreen bestens, alle kommen hinterher mit lachendem Gesicht wieder auf die Antigua.

Bei der Bergsportgruppe Tundra geht es stiller zu, wir ziehen einige Kilometer über das flache Land der Erdmannflya, finden schöne Frostmusterböden, freuen uns über den Rundumblick, einige Rentiere, die sanften Farben der herbstlichen Tundra und machen uns einige Gedanken über die unermesslichen Zeiträume der Erdzeitalter. Mit einer 46 Meter langen Schnur kann man sich das ziemlich gut anschaulich machen.

Unter Segel geht es über den Isfjord. Fast unter Vollzeug! Was für ein Anblick! Dagegen sehen manche andere Schiffe dann doch aus wie schwimmende Gewächshäuser …
Zur letzten Landung in der Colesbukta stellt die Natur genau im richtigen Augenblick den Scheinwerfer noch mal auf volle Kraft und macht aus der alten, längst aufgegeben russischen Siedlung ein arktisches Rotlichtviertel. So schön, dass es allen die Sprache verschlägt. Ich wollte von den russischen Siedlungen und dem Spitzbergenvertrag erzählen, aber das gelingt dabei nur halb. Zu atemberaubend sind das Licht und die Farben.

Galerie Isfjord – 24. September 2015

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Später am Abend legen wir in Longyearbyen an.

Kongsfjord – 23. September 2015

Ich war ja gespannt, wie der Tag sich entwickeln würde. Der erste Blick durchs Bullauge, gegen 6 Uhr, war wenig vielversprechend. Außer tiefen, grauen Wolken nicht viel zu sehen.
Aber was der Tag brachte, kann sich ohne Zweifel in eine denkwürdige Reihe guter Tage in Spitzbergen einordnen. Einblicke in eisige Gletscherwelten bei einem der wenigen vorstoßenden Gletscher am Kongsfjord; zerklüftetes Gletschereis und wilde Moränenlandschaften.

Gleichzeitig war auf Blomstrand ein Eisbär unterwegs, was nun auch nicht gerade alltäglich ist. Später ging er ins Wasser und drehte zwischen vielen treibenden Stücken Gletschereis seine Runden, offensichtlich auf der Suche nach Robben – ein im Wasser jagender Eisbär, das sieht man nicht alle Tage. Auch wenn die Jagd für dieses Mal erfolglos blieb. Später stieg er wieder an Land und zeigte sich in aller Pracht. Ein Männchen, gut im Futter, und ohne jede Markierung. Schön, mal einen Eisbären zu sehen, der noch nicht von Wissenschaftlern durch die Mangel gedreht wurde!

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Ein Besuch auf einer der kleinen Inseln im Kongsfjord rundete den Tag auf hohem Niveau ab. Dort an Land zu gehen, ist auch etwas Besonderes; diese Inseln sind ein Vogelreservat, so dass sie im Sommer Sperrzone sind, und erst spät in der Saison darf man dort überall hin. Ein dezentes Feuerwerk an Farben und Details und ein erschlagend schöner Rundumblick auf Berge und Gletscher im Abendlicht.

Krossfjord – 22. September 2015

So schlimm war der lang angekündigte Schlechtwettertag nun gar nicht. Zunächst endlich mal Zeit für Vorträge, gar nicht schlecht. Und dann gab es nicht nur einen Landgang – nicht der längste des Sommers, aber ein schöner, kleiner Spaziergang – sondern auch noch eine schöne Walsichtung, ein Finnwal beim Abendessen im Kongsfjord. Ich kann mir einn schlimmeren Schlechtwettertag vorstellen!

Foto Fjortende Julibukta – 22. September 2015

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Photo Krossfjord – 22. September 2015

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Krossfjord – 21. September 2015

Die lange Fahrt vom Woodfjord bis in den Krossfjord ging schneller und glatter als gedacht, wir hatten ja mit etwas Wind und Wetter gerechnet, aber das fiel aus, was auch keiner schlimm fand. Wobei das Wetter schon gewisse Veränderungen mitgemacht hat. Die Wolken hängen tief über dem Lilliehöökbreen, ein Hauch frischen Schnees liegt auf den Bergen, eine ganz andere Stimmung.

Photo Lilliehookbreen 21. September 2015 – 1/2

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Schnee liegt auch auf dem Flechten- und Moosteppich in Signehamna. Ein Rentierschädel mit mächtigem Geweih liegt auf der Tundra, der ehemalige Besitzer wird nun säuberlich abgenagt überall verstreut sein. Die Reste der Kriegswetterstationen Knospe und Nussbaum liegen im düsteren Licht tiefer Wolken und leichten Schneetreibens, was ziemlich passend ist und darüber hinaus auch seinen ästhetischen Reiz hat.

Photo Lilliehookbreen 21. September 2015 – 2/2

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Seinen Reiz hat auch das viele Eis in der Fjortende Julibukta. Wir sind gespannt, was das Wetter morgen so bringt. Laut Vorhersage könnte es ein gemütlicher Tag auf dem Schiff werden.

Photo Signehamna 21. September 2015

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Monacobreen – 20. September 2015

Die gemeinsame Gletscherfront von Monacobreen und Seligerbreen existiert nun also nicht mehr. Der Berg Stortingspresidenten erreicht das Ufer und teilt die ehemals vereinte Gletscherfront in zwei getrennte Abbruchkanten. Was sie aber nicht weniger beeindruckend macht. Hohe Eiswände, donnernde Abbrüche, zahllose Eisberge mit Formen und Farben, die sich kein Mensch ausdenken könnte. Junge Dreizehenmöwen verwirren vogelkundlerische Einsteiger. Unterdessen probieren sich die Gletscherwanderer in den Spaltenfeldern des Monacobreen.

Foto Hornbaekpollen 20. September 2015

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Ein Eisbär in den Lernerøyane machte zunächst einen sehr vielversprechenden Eindruck, wollte dann aber doch nicht mitspielen, sondern legte sich hinter einen Felsrücken schlafen. Dafür gibt es jetzt schönes Segeln im Abendlicht den Woodfjord hinauf.

Foto Monacobreen 20. September 2015

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Foto Woodfjord 20. September 2015 – 1/2

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Foto Woodfjord 20. September 2015 – 2/2

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Walross-Wahnsinn auf Moffen – 19. September 2015

Moffen ist dieses kleine, verbotene Inselchen nördlich von Spitzbergen. Eigentlich nur eine Kiesbank, ein Strand-Atoll um eine Lagune, in der früher Walfänger geankert haben. Der Eingang existiert aber nicht mehr.

Moffen ist als Walrosskolonie bekannt und geschützt, jeden Sommer ist das Anlanden dort bis Mitte September verboten. Gut für die letzten Mohikaner, die noch spät in der Saison hier unterwegs sind wie wir. Vor allem, wenn das Wetter so gut mitspielt. Stille Luft, stilles Wasser, die Anlandung ein Kinderspiel. Und gleich bekommen wir Besuch von neugierigen Walrossen. Damit vergeht ein guter Teil des Vormittags, eine ganze Gruppe schwimmt direkt vor uns am Strand auf und ab, manchmal sehr mit sich selbst beschäftigt, manchmal mit ihrer Aufmerksamkeit voll auf uns fokussiert, neugierig aus dem Wasser kommend, atemberaubend nah. Eine große Gruppe, sicher an die hundert Tiere, liegt wie immer an der südlichen Landzunge. Ganz in der Nähe ein Walrossfriedhof, dort bleichen ungezählte Knochen seit Jahrhunderten, als sie gnadenlos abgeschlachtet wurden, wegen ihrer elfenbeinernen Zähne, des ölhaltigen Specks und des ungemein kräftigen Leders.

Foto Walross-Wahnsinn auf Moffen – 19. September 2015 – 1/2

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Als wir Moffen verlassen, liegen dort immerhin ein paar Säcke Plastikmüll weniger als zuvor. Unter anderem haben wir eine Gefrierbox mit Kühlung gefunden, vielleicht von der englischen Yacht, die vor ein paar Jahren nördlich der Ytre Norskøya (oder war es Fuglesangen, egal, spielt keine Rolle) aufgelaufen und gesunken ist? Die beiden Segler haben überlebt, aber es war ziemlich knapp. Völlig überflüssig zudem, die Untiefe ist schon seit langem in der Seekarte verzeichnet.

Foto Walross-Wahnsinn auf Moffen – 19. September 2015 – 2/2

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Nach ein paar Stunden Fahrt ist der Liefdefjord erreicht. Auf einer kleinen Insel liegt zu unserer Freude ein Eisbär auf der Tundra und schläft, hebt nur gelegentlich den Kopf, steht einmal kurz auf, um sich aber gleich wieder hinzulegen. Kapitän Joachim steuert die Antigua wieder einmal wunderbar dicht ans Ufer. Eine schöne Beobachtung, und als wir wieder fahren, liegt der Bär (vermutlich eine Bärin) immer noch genauso friedlich da wie vorher.

Foto Andoyane 19. September 2015

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Auf einer kleinen Nachbarinsel machen wir einen kurzen Spätnachmittagsausflug, und nun liegen wir in einer gut geschützten Bucht tief im Liefdefjord vor Anker.

Walrosse und Seehunde – 18. September 2015

Es wäre ja schön, heute ein paar Tiere zu sehen. Spitzbergen ist kein wünsch-dir-was-Land, aber hoffen darf man ja. Und manchmal hat man ja auch Glück. So heute. Die Walrosse lagen auf der Amsterdamøya, fast wie bestellt. Noch schöner war aber der Fuchs, der gut versteckt unter diesem großen Walknochen schlief und wegspazierte, nachdem ich schon eine Weile direkt daneben gestanden hatte, ohne ihn gesehen zu haben – auf einmal stand er einfach da und trabte seiner Wege.

Foto Smeerenburg – 18. September 2015

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Auch die Seehunde lagen auf ihren Steinen wie bestellt. Spitzbergen kann so freundlich sein.

Foto Virgohamna – 18. September 2015

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Die Ytre Norskøya war ebenfalls freundlich, was sie nicht immer ist. So oft pfeift dort ein kräftiger Wind, oder die Wolken hängen tief, oder am Ufer läuft ein Eisbär entlang.

Foto Ytre-Norskoya – 18. September 2015 – 1/2

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Letzteres wäre natürlich gar nicht schlecht gewesen, war aber heute nicht der Fall. Und so konnten wir hoch auf den Zeeussche Uytkyk, den Aussichtsberg der Walfänger mit freiem Blick auf den Nordpol.

Foto Ytre-Norskoya – 18. September 2015 – 2/2

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Magdalenefjord – 17. September 2015

Der Tag fängt schöner an, als der letzte aufgehört hat. Der Magdalenefjord im Morgenlicht, Gletschereis treibt in dichten Streifen umher, das muss man gesehen haben. Habe ich etwas in der Art schon mal geschrieben? Macht nichts, es stimmt ja. Das Licht fällt scheinwerferartig zwischen den schroffen Bergen hindurchfällt, zaubert Lichtflecken auf die Gletscher und auf das Gravneset, wunderbar.

Foto Gravneset – 17. September 2015

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Später ist es Zeit, die Steigeisen mal auszuprobieren. Im Smeerenburgfjord fällt zwischen schroffen Bergen dieser Gletscher sanft zum Ufer ab, völlig spaltenfrei und leicht zugänglich, gute Sache.

Foto Scheibukta – 17. September 2015 – 1/2

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Mindestens ebenso gut ist es, abends einfach vor Anker liegen zu bleiben, ruhig und still, ein frostiger Abend, im Norden Abendrot über der Danskøya, im Süden steigt der Gletscher an. Nun sind wir gespannt, ob es vielleicht noch Nordlicht gibt.

Foto Scheibukta – 17. September 2015 – 2/2

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Kongsfjord – 16. September 2015

Der Tag fängt so schön an, wie der letzte aufgehört hat. Der Kongsfjord im Morgenlicht, Gletschereis treibt in dichten Streifen umher, das muss man gesehen haben. Die Königsbucht hat ihren Namen schon aus gutem Grund.
Begrüßung direkt durch ein stattliches Rentier, Tundra und Findlinge, gletscherpolierter Marmor, weite Blicke über Gletscher und Eiskappen, überragt von den drei Kronen. Königliche Landschaft.

Foto Kongsfjord – 16. September 2015 – 1/2

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Ein kurzer Rundgang durch Ny Ålesund, Geschichten von Bergbau und Forschung, Amundsen in der Sonne, der Luftschiffmast trat genau im richtigen Augenblick aus dem Schatten.

Foto Ny Alesund – 16. Sept 2015

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Unter Segeln verließ die Antigua die Pier, noch im Fjord gab es von Rolf die ausführliche Fassung der Nordpolentdeckergeschichten, in der Sonne an Deck, still unter Segeln. Vor der Küste mehr Dünung, die Nachfrage beim Abendessen ist reduziert, während es mit 6-7 Knoten es nach Norden geht.

Foto Kongsfjord – 16. Sept 2015 – 2/2

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Longyearbyen – 15. September 2015

Reykjavik, Oslo, Longyearbyen, ein paar schöne Tage in der Zivilisation zwischen Grönland und Spitzbergen. Heiße Thermalbäder, Museen mit Polarreliquien, nordische Vertrautheit. Unmengen von Ausrüstung sind zu sortieren, die Antigua liegt unterdessen bereits im Hafen.

Foto Isfjord – 15. September 2015 – 1/3

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Eine Fahrt ins Unbekannte beginnt mit bekannten Routinen. (Nun, natürlich nicht tatsächlich unbekannt, aber was die nächsten Tage genau bringen werden, wissen wir ja wirklich jetzt noch nicht).

Foto Isfjord – 15. September 2015 – 2/3

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Menschen miteinander und mit dem Schiff vertraut machen, Leinen los, Kurs nach Westen und schließlich nach Norden. Unterdessen zeigt der September, was er in der Arktis kann. Sonnenuntergänge. Kitsch pur, aber keiner, den es stören würde.

Foto Isfjord – 15. September 2015 – 3/3

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Haudegen-Station hat ein neues Dach

Die berühmte Haudegen-Station im abgelegenen Rijpfjord an der Nordküste des Nordaustland ist eine militärische Wetterstation aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Wehrmachtsoldaten, die die Station besetzt hielten, konnten erst im September 1945 abgeholt werden und kapitulierte bei dieser Gelegenheit als weltweit letzte Einheit der Wehrmacht am Ende des Krieges. Entgegen anders lautender Gerüchte war die Mannschaft aber nicht vergessen worden, im Gegenteil hatten sie seit Kriegsende mit dem befreiten Norwegen in Funkverbindung gestanden und ihre Wetterdaten im Klartext gemeldet.

Seit September 1945 verfällt die Haudegen-Station. Sie ist die einzige Kriegswetterstation auf Spitzbergen, bei der überhaupt noch ein Gebäude steht, aber die sogenannte „Hartpapierhütte“ wurde von 70 Jahren arktischen Wetters natürlich kräftig in Mitleidenschaft gezogen. Schon während des Frühjahrs 1945 hatte Schmelzwasser, das durch das Dach sickerte, sich als Plage erwiesen, und die Hütte hat seitdem unter der Feuchtigkeit kräftig gelitten. Als Reaktion wurde der Zugang zum Stationsgebäude und seiner unmittelbaren Umgebung 2010 kleinräumig gesperrt. Per Kyrre Reimert, seinerzeit Archäologe beim Sysselmannen, teilte damals mit, dass die Sperrung mangels Mittel zur Restaurierung erforderlich sei.

Nun sind zum ersten Mal seit 70 Jahren größere Arbeiten bei der Haudegen-Station ausgeführt worden. Anfang August war ein Handwerkerteam vom Sysselmannen vor Ort, zur Unterbringung wurde eine kleine Fertighütte aufgestellt. Das Gebäude der Haudegen-Station hat ein neues Dach bekommen und soll so vor eindringender Feuchtigkeit geschützt werden. Weitere Arbeiten stehen noch an, Details sind dazu nicht bekannt.

Die Haudegen-Station im August 2015 mit neuem Dach.

Haudegen-Station 2015

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News-Auflistung generiert am 22. März 2017 um 22:15:39 Uhr (GMT+1)
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