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Monats-Archiv: August 2017 − News & Stories


Der neue Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018 ist da!

Der neue Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018 ist da und kann ab sofort bestellt wer­den! Unse­re Spitz­ber­gen-Kalen­der sind seit 2012 jähr­lich erschie­nen und haben sich somit schon fast zu einer Tra­di­ti­on ent­wi­ckelt: 12 schö­ne Fotos neh­men Sie mit durch die ark­ti­schen Jah­res­zei­ten. Wir sehen Land­schaf­ten und Licht, Tie­re und Eis. Von der Polar­nacht mit den Nord­lich­tern über die hell leuch­ten­de Mit­ter­nachts­son­ne, von gefro­re­nen Was­ser­fäl­len im eisi­gen Win­ter bis zu den bun­ten Blüm­chen, die Far­be in die som­mer­li­che Tun­dra brin­gen. Natür­lich feh­len auch die gro­ßen Tie­re nicht: wir beob­ach­ten einen Eis­fuchs, der neu­gie­rig eine Her­de fau­len­zen­der Wal­ros­se besucht, und begeg­nen ganz jun­gen Eis­bä­ren auf dem Fjor­deis.

Hier fin­den Sie alle wei­te­ren Ein­zel­hei­ten zum Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018, dar­un­ter Vor­an­sich­ten aller Bil­der und Bestell­mög­lich­keit. Wie immer gibt es den Kalen­der in 2 For­ma­ten, hand­lich in A5 und groß­zü­gig in A3. Und wer meh­re­re Exem­pla­re bestellt, spart Geld – an Weih­nach­ten den­ken! 🙂

Alle Bil­der des neu­en Spitz­ber­gen-Kalen­ders 2018 im Über­blick. Hier gibt es grö­ße­re Ansich­ten aller Sei­ten.

Spitzbergen-Kalender 2018

Sys­sel­man­nen im Kampf gegen Dro­gen in Lon­gye­ar­by­en

Nörd­lich des Polar­krei­ses haben die Men­schen die­sel­ben Schwä­chen und Feh­ler wie wei­ter süd­lich, und somit ist auch Lon­gye­ar­by­en kein ganz rausch­gift­frei­er Ort. Abge­se­hen vom aus mit­tel­eu­ro­päi­scher Per­spek­ti­ve etwas spe­zi­el­len skan­di­na­vi­schen Stil im Umgang mit Alko­hol gibt es auch här­te­ren Stoff. Es ist im Ort kein Geheim­nis, dass es in bestimm­ten Krei­sen mehr oder weni­ger regel­mä­ßi­gen Haschisch­kon­sum gibt.

Alle paar Jah­re gibt es sei­tens des Sys­sel­man­nen „Nar­ko-Aktio­nen“ mit Durch­su­chun­gen und Ver­haf­tun­gen. Dies führ­te in der Ver­gan­gen­heit bereits zu Aus­wei­sun­gen, wobei Per­so­nen unge­ach­tet ihrer Natio­na­li­tät Sval­bard ver­las­sen müs­sen und für eine bestimm­te Zeit, etwa 2 Jah­re, ein Ein­rei­se­ver­bot bekom­men. In der moder­nen, west­li­chen Recht­spre­chung ist die Ver­ban­nung heut­zu­ta­ge sicher ein eher unüb­li­ches Instru­ment, das es aber in Spitz­ber­gen zum Schutz der klei­nen, geo­gra­phisch iso­lier­ten Gemein­de nach wie vor gibt. Man ist sich der Gefahr bewusst, die von Dro­gen­kon­sum etwa für gelang­weil­te Jugend­li­che im lan­gen Polar­win­ter in einem klei­nen Ort aus­geht.

Der­zeit kocht das The­ma wie­der hoch. Am letz­ten Wochen­en­de hat der Sys­sel­man­nen mit­hil­fe von Ver­stär­kung vom Fest­land, dar­un­ter ein Dro­gen­spür­hund aus Oslo, wie­der eine „Nar­ko-Akti­on“ (heißt: Raz­zia) gemacht, wobei es drei Fest­nah­men gab. Die Unter­su­chun­gen dau­ern an.

Typi­sche Milieus, in denen in Lon­gye­ar­by­en Haschisch kon­su­miert wird, sind die Jugend und Stu­den­ten. Neu ist, dass nun die Tou­ris­mus­bran­che in den Fokus der Behör­den gerückt ist. Dazu kommt, dass auch von här­te­ren Dro­gen als Haschisch die Rede ist. Kon­kre­ter sind die Behör­den mit ihren Infor­ma­tio­nen bis­lang aber nicht gewor­den.

Dro­gen in der Ark­tis? Als ob die Natur nicht schon berau­schend genug wäre!

Drogen in der Arktis

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Bill­efjord – 14. August 2017

Am letz­ten Tag einer so lan­gen, inten­si­ven Fahrt kann einem schon ein wenig weh­mü­tig zumu­te wer­den. 18 Tage sind ein­fach immer noch zuwe­nig!

Vor­mit­tags gab es die Qual der Wal: ein aus­führ­li­cher Besuch im Ort Pyra­mi­den oder eine Tour auf den Berg Pyra­mi­den, ganz nach Wunsch. Die meis­ten ent­schie­den sich für den Ort.

Dann stand auch schon die letz­te Lan­dung an. Das wur­de die Skans­buk­ta, aus guten Grün­den ein Klas­si­ker. Wir haben es noch ein­mal genos­sen.

Zugu­ter­letzt wur­de noch für fri­schen Dorsch gesorgt, bevor wir wie­der im Hafen von Lon­gye­ar­by­en anleg­ten. An glei­cher Stel­le wie vor 18 Tagen, aber es ist doch etwas völ­lig ande­res, ob man so eine Rei­se vor oder hin­ter sich hat.

Gale­rie – Bill­efjord – 14. August 2017

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Wir hat­ten vie­le schö­ne, inten­si­ve Tage, ins­ge­samt eine gan­ze Men­ge Glück mit dem Wet­ter, mit den Tie­ren … vie­len Dank an alle, die dabei waren – es war schön!

Bar­ents­burg & Grønfjor­dfjel­let – 13. August 2017

Die nächt­li­che Fahrt in den Isfjord war schon fast ruhig. Es hat sich defi­ni­tiv gelohnt, ein paar Stun­den abzu­war­ten. Was in Fri­dt­jov­ham­na ja auch nicht ver­kehrt ist, mit dem Anblick des Glet­schers im Hin­ter­grund.

In Bar­ents­burg haben wir uns neben Geschich­te und Spitz­ber­gen­po­li­tik schon mal wie­der mit all den Stol­per­stri­cken der Zivi­li­sa­ti­on beschäf­tigt – Auto­ver­kehr und so. Um dann nach­mit­tags wie­der in die ark­ti­sche Natur zu ent­flie­hen und uns eini­ge schö­ne Aus­bli­cke über den Grønfjord zu erar­bei­ten.

Gale­rie – Bar­ents­burg & Grønfjor­dfjel­let – 13. August 2017

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Segel­boot bei­na­he gesun­ken

Am Sonn­tag (6.8.) Vor­mit­tag ist eine pri­va­te Segel­yacht in See­not gera­ten und stand kurz vor dem Sin­ken. An Bord befan­den sich drei Per­so­nen, alle aus Deutsch­land, die alle wohl­auf sind.
Der Vor­fall ereig­ne­te sich in der Nähe der der Dun­der­buk­ta, an der West­küs­te Spitz­ber­gens süd­lich vom Bellsund.

Untie­fen und expo­nier­te Ufer: Die West­küs­te von Spitz­ber­gen kann ein ziem­lich unge­müt­li­cher Ort sein.

Spitzbergen Westküste

Nach Abset­zen eines Not­ru­fes an den deut­schen Ret­tungs­dienst, der den Not­ruf nach Nor­we­gen wei­ter­lei­te­te, wur­den die drei Per­so­nen, die sich zu die­ser Zeit bereits auf einem Ret­tungs­floß befan­den, von dem nor­we­gi­schen Fracht­schiff Norb­jørn geret­tet. Norb­jørn nahm auch zunächst das Segel­boot in Schlepp. Die drei Geret­te­ten ver­zich­te­ten auf den schnel­len Flug nach Lon­gye­ar­by­en mit dem Ret­tungs­hub­schrau­ber, der schnell vor Ort war. Das Segel­boot wur­de dann vom hafen­ei­ge­nen Lot­sen­boot nach Lon­gye­ar­by­en geschleppt.

Als Unglücks­ur­sa­che stell­te sich her­aus, dass sich die Schlauch­lei­tung eines Sep­tik­tanks vom Rumpf gelöst hat­te.

Laut Anga­ben des Sys­sel­man­nen wird der Vor­fall als tech­ni­scher Unfall ohne poli­zei­li­che Rele­vanz ein­ge­stuft. Alles Wei­te­re wird dem­nach die Betrof­fe­nen und die Ver­si­che­run­gen beschäf­ti­gen, aber nicht die Poli­zei.

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Recher­chefjord – 12. August 2017

Hat er auch nicht, der Recher­chefjord. Es gab ein paar spä­te, aber ruhi­ge Stun­den Schlaf und dann eine schö­ne Tour.
In der gan­zen Gegend ist es immer noch ziem­lich win­dig, und wir wet­tern den Abend über noch ab, in der Hoff­nung, dass der Wind zum Mor­gen für die Fahrt Rich­tung Isfjord ein wenig nach­lässt.

Gale­rie – Recher­chefjord – 12. August 2017

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Sør­kapp & Rak­s­od­den – 11. August 2017

Das Süd­kap wur­de sei­nem schlech­ten Ruf mal wie­der eini­ger­ma­ßen gerecht und erwies sich mit Wind­stär­ke 7-8 als recht har­te Nuss. Immer­hin stimm­te die Rich­tung, der Wind war segel­bar und so mach­ten wir mit bis über 11 Kno­ten ordent­lich Dampf. Nicht schlecht für ein 40 Ton­nen Stahl­mons­ter, das sich Segel­boot nennt.

Umso mehr froh waren alle, als wir end­lich an der West­küs­te süd­lich vom Horn­sund einen geschütz­ten Anker­platz erreich­ten. Beim Rak­s­od­den war das, in der Bjørns­kau­buk­ta. Kennt kein Mensch, macht auch nichts. Das gehört nicht zu den gro­ßen Orten Spitz­ber­gens. Schön ist es trotz­dem, wei­tes Land, grü­ne West­küs­ten-Tun­dra.

Am ein­drück­lichs­ten war aber wohl Hein­richs Spe­zi­al­ma­nö­ver beim Abho­len, eine Eski­mo­rol­le retro. Dass unser Skip­per dabei nicht ganz tro­cken blieb, war letzt­lich nicht wei­ter tra­gisch, aber den Motor wer­den wir ver­mis­sen. Umso gelun­ge­ner war das seil­ge­stütz­te Abhol­ma­nö­ver.

Gale­rie – Sør­kapp & Rak­s­od­den – 11. August 2017

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Alles, was wir jetzt noch zu unse­rem Glück brau­chen, ist eine wirk­lich geschütz­te Anker­stel­le und eini­ge Stun­den Schlaf. Der Horn­sund ist der­zeit ein abso­lu­ter Wind­ka­nal, auch wei­ter nörd­lich tob­te das Meer weiß. Nun, kurz nach 5 Uhr früh soll­ten wir im Recher­chefjord ein ruhi­ges Fleck­chen errei­chen, der wird uns schon nicht im Stich las­sen.

Negri­breen & Free­man­sund – 10. August 2017

Der Negri­breen, Spitz­ber­gens (im Sin­ne von Haupt­in­sel) größ­ter Glet­scher, hat sich zwar recht neb­lig prä­sen­tiert, ist aber auch so noch sehr beein­dru­ckend.

Aber was garan­tiert nie­mand ver­ges­sen wird, ist die Begeg­nung mit einem jun­gen Eis­bä­ren im Free­man­sund, der auf die­sem recht ran­zi­gen Wal­ross rum­kau­te. Die­ses Erleb­nis lässt sich mit Wor­ten kaum beschrei­ben. Unver­gess­lich!

Gale­rie – Negri­breen & Free­man­sund – 10. August 2017

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Spitz­ber­gens öst­lichs­ter Osten – 09. August 2017

Wäh­rend der Fahrt Rich­tung Heley­sund gab es bereits meh­re­re Eis­bä­ren­sich­tun­gen, aber eher distant und ungüns­tig durch das Gelän­de abge­deckt. Süd­lich vom Kapp Payer, Spitz­ber­gens öst­lichs­tem Punkt, erstreckt sich zwi­schen fla­cher Tun­dra und Meer eine klei­ne Klip­pe.
Die Strö­mung im Heley­sund erwies sich zunächst als so stark, dass wir noch eine klei­ne Lan­dung in der Buch­holz­buk­ta ein­ge­legt haben. Spitz­ber­gens öst­lichs­ter Osten! Mit alter, rui­nö­ser Trap­per­hüt­te, 4 Wal­ros­sen, karg-schö­ner Land­schaft, einem klei­nen Flüss­chen und allem Drum und Dran.

Spä­ter fan­den wir unter einem Vogel­fel­sen auf der Bar­entsøya 2 Eis­bä­ren. Gut in Form und wohl­ge­nährt in die­ser nun schon seit eini­gen Wochen ziem­lich eis­frei­en Gegend. Man staunt immer wie­der, aber die­se Eis­bä­ren, die bei Vogel­fel­sen rum­hän­gen und schein­bar nur Vege­ta­ti­on fres­sen und das eine oder ande­re Ei oder Küken, was eben so in Reich­wei­te ist, sind oft gut in Form.

Gale­rie – Spitz­ber­gens öst­lichs­ter Osten – 09. August 2017

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Am spä­te­ren Nach­mit­tag erwies sich das Orm­ho­let strö­mungs­tech­nisch dann als zahm und wur­de so auf ganz ent­spann­te Art zum land­schaft­li­chen Genuss. Wie auch spä­ter die­ses klei­ne Insel­chen bei der Bar­entsøya, wo wir abends noch mal auf einen klei­nen Abend­spa­zier­gang los­ge­zo­gen sind. Unbe­rühr­te Natur, noch von kaum eines Men­schen Fuß betre­ten. Fried­li­che Tun­dra mit einer erstaun­lich gro­ßen Zahl Küs­ten­see­schwal­ben, die natür­lich weni­ger fried­lich sind, aber ihre Brut­sai­son mitt­ler­wei­le been­det haben, so dass sie uns doch in Frie­den gelas­sen haben. Hier gro­be Stei­ne, dort sehr dicke Tund­ratep­pi­che, die sich durch Dün­gung mit Vogel­dung über Jahr­tau­sen­de ent­wi­ckelt haben. Im Hin­ter­grund leuch­tet ein Son­nen­strahl auf Spitz­ber­gens Glet­schern. Der bil­det noch lan­ge einen Teil des Pan­ora­mas, wäh­rend wir schon gemüt­lich auf der Arc­ti­ca II den Tag aus­klin­gen las­sen.

Hin­lo­pen (2) – 08. August 2017

Der Anker fiel ges­tern Abend ver­gleichs­wei­se früh vor der Wahl­ber­gøya, es war tat­säch­lich noch deut­lich ges­tern und nicht erst heu­te früh. Das war nach den vie­len lan­gen Tagen mal ganz gut. Dafür begann der Tag heu­te mit einer schö­nen Tour über die Wahl­ber­gøya, der berühm­ten „Zwei-Gip­fel-Tour“, die vor­her noch nie­mand gemacht hat. Und die Wahl­ber­gøya hat noch mehr zu bie­ten als Land­schaft …

Gale­rie – Hin­lo­pen – 08. August 2017

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Hin­lo­pen – 07. August 2017

Die Nebel­schwa­den hal­ten uns nicht davon ab, im Lomfjord auf einen sehr mythi­schen Berg zu stei­gen, und als der Nebel sich weit­ge­hend ver­zieht, wer­den wir mit tol­len Aus­sich­ten belohnt und über­haupt mit einer aus­gie­bi­gen, schö­nen Tour. Es ist so schön, einen lan­gen Tag in die­ser Natur zu ver­brin­gen!

Ein paar hun­dert­tau­send Dick­schna­bel­lum­men run­den einen gran­dio­sen Tag in der Hin­lo­pen­stra­ße ab.

Gale­rie – Hin­lo­pen – 07. August 2017

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Chermsi­deøya-Lang­grunnod­den – 06. August 2017

Auf dem Weg in den Rijpfjord wur­den Eis und Nebel immer dich­ter, so dass wir zu spä­ter Stun­de abdreh­ten. Ein Anker­platz nach dem ande­ren war vom Eis belegt, so dass es wei­ter und wei­ter ging, bis wir bei der Chermsi­deøya schließ­lich ein ruhi­ges Plätz­chen gefun­den haben. Dort gibt es die berühm­ten Geo­gly­phen, wo sie sich alle ver­ewigt haben: die Jäde­rin (Grad­mes­sungs­ex­pe­di­ti­on, 1898), der Kras­sin (Suche nach Nobi­le, 1928), die Nazis (das U-Boot der Hau­de­gen-Mann­schaft, 1944).

Auf dem Weg nach Wes­ten gab es noch ein­mal Treib­eis mit Bar­t­ro­bbe und Wal­ross. Nur die Eis­bär­chen las­sen sich im Eis der­zeit nicht bli­cken.

Gale­rie – Chermsi­deøya-Lang­grunnod­den – 06. August 2017

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Schließ­lich haben wir noch eine wei­te­re Lan­dung auf dem Nord­aus­t­land gemacht, auf dem Lang­grunnod­den. Kommt man ja auch nicht unbe­dingt jeden Tag hin nun geht es durch die Hin­lo­pen­stra­ße nach Süden. Zum ers­ten Mal auf die­ser Fahrt haben wir spür­bar Wind und See­gang, natür­lich von vorn. Nun, es wer­den nur ein paar Stun­den.

Ros­søya – 05. August 2017

Nachts hat­te der Nebel sich gesenkt, und als wir mor­gens auf­wach­ten, war die Welt um uns her­um grau. Gut, dass wir ges­tern schon bei so schö­nem Licht an Land waren. Und nun mal schau­en, ob wir nicht noch ein paar Meter wei­ter nach Nor­den kom­men kön­nen …

Wir konn­ten. Wer hät­te es gedacht, dass wir ein paar Stun­den spä­ter vor der Ros­søya lie­gen wür­den? Sval­bards allernörd­lichs­te Insel, mehr ein Fels als eine Insel, eine Schä­re, schild­krö­ten­rü­cken­för­mig. Direkt süd­lich ragt die Ves­le Tav­leøya steil in den Nebel wie ein dro­hen­der Schat­ten, dort brü­ten eine Men­ge See­vö­gel, Sval­bards nörd­lichs­te Kolo­nie, dar­un­ter eine gan­ze Men­ge Papa­gei­tau­cher.

Ros­søya ist zwar nur eine Schä­re, aber als nörd­lichs­ter Punkt Sval­bard natür­lich einer die­ser mar­kan­ten Punk­te. Es ist inter­es­sant, die Ros­søya mal zu sehen, aber dort an Land zu gehen – das ist dann noch mal etwas ande­res. Und nicht gera­de ein­fach. Eis und Nebel waren etwas an der Gren­ze, aber die Sicht war aus­rei­chend und Hein­rich anker­te die Arc­ti­ca II so schön dicht an der Insel, geschützt vor den trei­ben­den Eis­schol­len, dass es los­ge­hen konn­te. Timon und ich haben erst mal zwei Rou­ten getes­tet, um einen prak­ti­ka­blen Auf­stieg zu fin­den. Die Insel ist ziem­lich steil. Aber dann haben wir einen funk­tio­nie­ren­den Weg ent­deckt, und nach eini­ger Krab­be­lei über die Fel­sen waren alle oben, die sich auf die expo­nier­te Tour auf­ge­macht hat­ten. Hoch oben auf Sval­bards nörd­lichs­ter Insel! Jawoll! Es gibt dort sogar ein ein­sa­mes Löf­fel­kraut, vie­le Flech­ten, drei Stein­män­ner, von denen der größ­te der nörd­lichs­te der Rus­sisch-Schwe­di­schen Grad­mes­sungs­ex­pe­di­ti­on sein dürf­te, und ein Paar Schma­rot­zer­raub­mö­wen. Sval­bards nörd­lichs­te Brut­vö­gel sind Schma­rot­zer­raub­mö­wen, wer hät­te das gedacht?

Gale­rie – Ros­søya – 05. August 2017

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Wie­der an Bord, hat der Nebel sich pünkt­lich wie­der gesenkt, und mehr und mehr Eis trieb her­ein. Also haben wir auf 80°50’N unse­re nörd­lichs­te Kur­ve gemacht und sind nach Süden gedampft, Rich­tung Nord­aus­t­land.

Frank­linda­len-Phipp­søya – 04. August 2017

Die Wei­te und Ein­sam­keit des Nord­aus­t­lan­des kön­nen einen schon ein wenig über­wäl­ti­gen, vor allem, wenn man sich etwas län­ger, für immer­hin gute 9 Kilo­me­ter, auf die ewi­gen Stein- und Geröll­hal­den ein­lässt. Stil­le Seen, der trau­ri­ge Ruf des Stern­tau­chers, sanft rol­len­de Steintun­dra.

Gale­rie – Frank­linda­len-Phipp­søya – 04. August 2017

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Und dann: mal schau­en, wie weit wir bis nach Nor­den kom­men. Wir kamen ziem­lich weit. Das Treib­eis hat zwar ver­sucht, uns auf­zu­hal­ten, dabei aber nicht mit der Arc­ti­ca II und Hein­rich Eggen­fell­ner am Steu­er gerech­net. Bis zur Phipp­søya kamen wir für heu­te und wir haben das schö­ne Wet­ter noch für eine klei­ne Wan­de­rung über die­se nörd­lichs­te eini­ger­ma­ßen gro­ße Insel bis zu einem Aus­sichts­punkt aus­ge­nutzt, von dem aus wir freie Sicht bis auf den Nord­pol hat­ten.

Lady Fran­klin­fjord – 03. August 2017

Rein geo­gra­phisch war der gan­ze Tag bereits ein Höhe­punkt, selbst wenn sonst nichts gewe­sen wäre. Wer war denn schon mal im Lady Fran­klin­fjord? Genau. Wir wol­len ja ger­ne vor allem dahin, wo nicht ohne­hin schon alle ande­ren stän­dig her­um­fah­ren. Da steht der Lady Fran­klin­fjord ganz, ganz weit oben auf der Hit­lis­te.

Man muss sich das nur mal auf der See­kar­te anschau­en. Klar, dass die rie­si­gen Fut­ter­kut­ter hier nicht rein­don­nern. Es bringt schon eine Men­ge Spaß und den einen oder ande­ren klei­ne­ren Adre­na­lin­schub, auf der Fahrt durch den fla­chen Sund süd­lich der Lågøya dem Tie­fen­mes­ser zu fol­gen.

Die­se klei­ne Insel im Lady Fran­klin­fjord soll­te eigent­lich nur der Schau­platz für einen gemüt­li­chen ers­ten Land­gang sein. Auch die­ser Land­gang resul­tier­te dann zunächst in einen klei­nen Adre­na­lin­schub, als gar nicht so weit weg auf ein­mal ein Eis­bär her­um­spa­zier­te. Das tat er (oder wohl eher sie) auch wei­ter ganz gemüt­lich, als wir schon längst wie­der auf der Arc­ti­ca II waren, wohin wir uns natür­lich schleu­nigst ver­krü­melt hat­ten. Es gab noch eini­ge schö­ne Bli­cke auf die Eis­bä­rin, wäh­rend sie dem Ufer folg­te.

Von einem Hügel tief hin­ten im Lady Fran­klin­fjord hat­ten wir einen gran­dio­sen Aus­blick über die kar­ge Ufer­land­schaft im Nor­den und die wil­den Glet­scher im Süden und Osten, die Fran­klin­brea­ne. Im Gegen­satz zu den meis­ten ande­ren Glet­schern Spitz­ber­gens zie­hen sie sich bis­lang nicht zurück, son­dern sind sogar etwas vor­ge­sto­ßen. Im Fjord trie­ben eine Men­ge Eis­ber­ge, schön von der Son­ne ange­schie­nen, wie auch die zer­klüf­te­te Abbruch­kan­te. Die­sen gran­dio­sen Anblick haben wir spä­ter noch aus­gie­big vom Boot aus genos­sen, das Hein­rich vir­tu­os zwi­schen den Eis­ber­gen hin­durch steu­er­te. Ein land­schaft­li­cher Ein­druck, der schon fast grön­län­di­sche Qua­li­tä­ten hat­te! Was in Bezug auf Dimen­sio­nen, Licht und Far­ben schon eini­ges sagen will.

Gale­rie – Lady Fran­klin­fjord – 03. August 2017

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Mit dem Jäder­in­fjord, einer Sei­ten­bucht des Lady Fran­klin­fjord, haben wir dann noch eine wei­te­re sehr abge­le­ge­ne Bucht besucht und einen schö­nen Abend­spa­zier­gang gemacht. Leicht bene­belt, aber die Land­schaft hat­ten wir ja vor­her schon im schöns­ten Son­nen­schein gese­hen, und dafür waren die Licht­stim­mun­gen umso schö­ner!

Was für ein Tag!

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