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Krabbentaucher (Alle alle)

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Krabbentaucher (Bild © Rolf Stange)

Krabbentaucher, Fuglesangen

Beschreibung: Der Krabbentaucher ist mit einer Länge von 20 cm und einem Gewicht zwischen 120 und 180 g der kleinste Alkenvogel im Nordatlantik. Mit ihrem recht großen Kopf, dem kurzen Schnabel und dem kräftigen Nacken haben sie eine recht gedrungene Erscheinung. Im Flug sind sie von Dickschnabellummen durch ihren deutlich schnelleren Flügelschlag unterscheidbar.

Verbreitung/Zugverhalten: Der Krabbentaucher ist der zahlreichste Seevogel der Hocharktis. In Island ist es ihm schon »zu warm«, genauer: sein Speiseplan zwingt ihn zur Nähe zu kalten Wassermassen. Dafür brütet er überall von Baffin Island in Kanada bis nach Severnaya Semlya in der russischen Arktis (östlich von Franz Josef Land). In Svalbard brütet der Krabbentaucher nahezu überall, die größten Kolonien sind aber im Nordwesten Spitzbergens sowie im Hornsund und Bellsund. Das Vorhandensein geeigneter Kolonieplätze ist Bedingung für große Koloniedichten – steile Schutthänge, deren Blöcke idealerweise eine bestimmte Größe haben. Die Krabbentaucher brüten in Hohlräumen unter den Blöcken; diese Hohlräume sollten eine bestimmte Mindestgröße haben, dürfen aber nicht zu groß sein, da sonst Füchse das Gelege ausräubern. Grobe Blöcke sind generell gut, in feinem Schutt sind die Hohlräume zu klein. Die größten Kolonien umfassen etliche 10 000 Brutpaare, genaue Zählungen existieren nicht.

Der Krabbentaucher ist einer der ersten Zugvögel, die zu den sommerlichen Brutplätzen zurückkehren; bereits im April ist er in großen Mengen dort wieder zu sehen. Mitte August reist er wieder ab und verbringt den Winter auf offener See bei Südwestgrönland.

Biologisches: Krabbentaucher ernähren sich während der Brutsaison vor allem von Crustaceen, vor allem Copepoden. In der zweiten Junihälfte wird ein einzelnes Ei gelegt und anschließend von beiden Eltern 29 Tage lang bebrütet. Das Küken bleibt noch für vier Wochen am Brutplatz, bis es zu offener See fliegt.

Sonstiges: Wegen methodischer Schwierigkeiten blieben bisherige Zählversuche mehr oder weniger erfolglos, vermutlich gibt es mehr als eine Million Brutpaare in Svalbard. Aufgrund der hohen Anzahl spielen Krabbentaucher wie auch andere Vögel, die ihre Nahrung im Meer finden, eine große Rolle beim Transport von Dünger zur Tundra, Schätzungen zufolge düngt ein Krabbentaucher die Tundra zwischen Küste und Brutplatz pro Saison mit etwa einem halben Pfund Guano.

Da das Nest sich unter Felsblöcken oder manchmal auch in Felsspalten befindet, ist es fast nie sichtbar. Dennoch lassen sich Krabbentaucher am Brutplatz gut beobachten, da sie gerne eine Weile auf großen Steinen sitzen und dabei auch keine Angst vor Menschen haben, solange man sich nicht bewegt. Wichtig ist, am äußeren Rand der Kolonien zu bleiben und nicht in diese einzudringen, da große Störungen die Folge wären.

Anschließend ist Geduld gefragt – irgendwann werden die Vögel kommen und sich auf die Steine setzen (solange man sich ruhig verhält). Sobald eine Eismöwe in der Nähe ihre Kreise zieht, werden die Krabbentaucher die Flucht ergreifen; dies ist ein günstiger Moment, um näher an den Rand der Kolonie zu gehen oder sich zurückzuziehen, ohne Störungen zu verursachen.

Da die Kolonieplätze sich auf groben Schutthängen befinden, sind sie nicht gerade einfach zugänglich. Manchmal sind die Kolonien sehr aktiv und Besuche entsprechend interessant, manchmal ist aber auch wenig los und entsprechend gibt es nicht viel zu sehen. Dies ist der Fall bei starkem Wind, aber auch zu anderen, nicht vorhersagbaren Zeiten, wenn die Vögel vielleicht überwiegend auf Futtersuche sind oder vorm Fernseher sitzen.

Wer aber einmal eine Krabbentaucher-Kolonie zur richtigen Zeit besucht hat, wird dies sicher nicht vergessen. Die kleinen, lebhaften und sehr zahlreichen Vögel mit ihrer charakteristischen Geräuschkulisse sind der Inbegriff konzentrierten, regen Lebens in der Arktis. Ein Kenner der arktischen Vogelwelt hat die Krabbentaucher einmal als »Seele der Arktis« bezeichnet, er hat sicher nicht ganz unrecht.

Es gibt auch eine Reihe kleine Krabbentaucherkolonien an den steilen Schutthängen um Longyearbyen und in der näheren Umgebung. Mit orts- und sachkundiger, bewaffneter Begleitung können Sie auch in Ortsnähe Krabbentaucher am Brutplatz erleben.

Bild
© Rolf Stange

Krabbentaucher, Fuglesangen

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Letzte Änderung: 18. November 2017 · Copyright: Rolf Stange
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