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Sørkappøya

360°-Panoramen

Spitzbergens Südkap (Sørkapp) liegt auf einer kleinen, vorgelagerten Insel, der Sørkappøya. Unter „Südkap“ stellt man sich vielleicht ein wuchtiges Vorgebirge vor, das prominent und weithin sichtbar in die stürmische See ragt, wie das Nordkap, das Kap Horn oder das Kap der Guten Hoffnung. Das ist aber nicht so. Immerhin stimmt „Stürmische See“ recht häufig, aber weder ist das Sørkapp visuell prominent noch gar ein wuchtiges Vorgebirge. Es ist einfach nur weitläufiges, flaches Land, das von Schiffen weiträumig umfahren werden muss. So flach es über Wasser ist, so untief ist es nämlich darunter. Da hält man Abstand. Nur für ganz kleine Boote und Skipper mit guten Nerven gibt es abkürzende Passagen zwischen den Inselchen, die zwischen Sørkappøya und Spitzbergen liegen, und auch das nur bei gutem Wetter und ruhiger See.

Im zweiten Weltkrieg, Ende 1942, rammte der britische Konvoi-Frachter Chumleigh ein Riff unweit der Sørkappøya und wurde kurz darauf auch noch von fünf deutschen Flugzeugen bombardiert. Die 58 Besatzungsmitglieder versuchten, sich mit den drei Rettungsbooten in Sicherheit zu bringen, letztlich überlebten aber nur neun, die nach 53 Tagen von norwegischen Soldaten in der Nähe von Kapp Linné im Isfjord gefunden wurden.

Aufgrund des vielen Treibeises, dass der Ost-Spitzbergen-Strom, der auf norwegisch Sørkappstraumen (Südkap-Strom) von Nordosten ums Südkap führt, war diese Gegend früher ein wichtiges Revier für norwegische Eisbärenjäger. Aber auch unter diesen forderte die gefährliche Kombination aus Eis und Strömung mitunter ihren Tribut. Eine gefährliche Gegend mit einer finsteren Geschichte!

Heute stehen auf einem kleinen Hügel im Südwesten der Insel ein Funkfeuer für den Flugverkehr und daneben eine kleine Nothütte.

Panorama Sørkappøya 1/2

Selten einmal ist es so ruhig, dass man gar darüber nachdenken kann, hier einmal an Land zu gehen. Ohnehin sind die Sørkappøya und die noch kleineren Inselchen in ihrer Nähe alle Vogelreservat: Vom 15. Mai bis zum 15. August muss man 300 Meter Mindestabstand zu allen Ufern einhalten. Nur außerhalb dieser Zeit und bei ungewöhnlich ruhigem Wetter hat man eine Chance. Die Anfahrt vom Schiff zum Ufer ist weit und die Ankerstelle, wo genau auch immer sie liegt, ungeschützt: Kommt plötzlich Wind auf oder rollt Dünung ein, hat man schnell ein Problem!

Panorama Sørkappøya 2/2

An Land erwartet den seltenen Besucher dafür eine Landschaft, mit der es ist, wie es so oft ist mit kleinen Inseln in der Arktis: Aus der Ferne denkt man, es handele sich einfach um ödes, nichtssagendes, flaches Land. Aber aus der Nähe gesehen, zeigt die Natur ihre Schönheit mit zahlreichen kleinen Lagunen und farbenfroher Tundra, was zahlreichen Vögeln im Sommer Lebensraum und Brutplätze bietet, und perfekt entwickelten Strandwällen. Die Felsrippen, die einem unter Wasser als Untiefen begegnen, stecken voller Struktur und voller Fossilien.

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Letzte Änderung: 10. September 2019 · Copyright: Rolf Stange
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