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Ekmanfjord: Coraholmen

360°-Panorama

Die kleine Inseln Coraholmen ist eine landschaftliche und naturkundliche Perle. Umgeben ist sie von beeindruckenden Bergen wie Kolosseum (sichtbarer Gipfel: 605 Meter) und Kapitol (858 Meter). Das ist nicht ungemein hoch, aber diese Berge sind trotzdem nicht nur beeindruckend und schön, sondern auch sehr charakteristisch, eben echte landschaftliche Unikate.

Dasselbe trifft auch auf Coraholmen selbst zu. Jahrtausendelang war die Insel nach der Eiszeit einfach ein flaches, grünes Tundra-Eiland, bis der Gletscher Sefströmbreen im 19. Jahrhundert durch einen Vorstoß ihre westliche Hälfte in ein Chaos aus Moränenhügeln und schlammigen Tümpeln verwandelte. Von den im Einzugsgebiet des Sefströmbreen anstehenden Gesteinen (devonisches Old Red) hat diese Moränenlandschaft ihre schöne rötliche Färbung bekommen. Muscheln und korallenähnliche Kalkalgenkolonien machen deutlich, dass der Gletscher unterwegs dies und das am flachen Meeresboden mitgenommen hat. So lässt sich eine ganze Menge Landschaftsentstehungsgeschichte rekonstruieren: von der eiszeitlichen Vergletscherung über die nachfolgende, weitgehende Vereisung, Bildung von Strandwällen (die sind im östlichen Teil der Insel noch vorhanden) durch postglazial-isostatische Landhebung (alles klar? Wenn nicht: Steine und Eis lesen), maximale Gletscherstände im 19. Jahrhundert und seitdem der kräftige Rückzug der Gletscher.

Und Tiere gibt es auch. Küstenseeschwalben, Enten und Gänse in großer Zahl, in der Brutsaison muss man wirklich sehr vorsichtig sein. Auf einigen der Tümpel sitzen Sterntaucher, und im Sommer 2013 konnten wir auf Coraholmen auf ganz wunderbare Art eine sehr seltene Schwalbenmöwe beobachten.

Coraholmen hat noch eine etwas kleinere Nachbarinsel, Flintholmen. Diese hat die gleiche Geschichte erlebt und ist landschaftlich daher ganz ähnlich geprägt.

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Letzte Änderung: 04. Juni 2014 · Copyright: Rolf Stange
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