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Monats-Archiv: Oktober 2023 − News & Stories


Aus­län­di­sche Füh­rer­schei­ne: vor­über­ge­hen­de Aner­ken­nung ver­län­gert

Vor einer Wei­le sorg­te die „Füh­rer­schein-Sache“ bei eini­gen von Lon­gye­ar­by­ens aus­län­di­schen (nicht nor­we­gi­schen) Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­nern für erheb­li­che Unsi­cher­heit, als eher zufäl­lig auf­fiel, dass bestimm­te Füh­rer­schei­ne in Nor­we­gen ein­schließ­lich Spitz­ber­gen nicht gül­tig sind. Betrof­fen sind bei­spiels­wei­se thai­län­di­sche Füh­rer­schei­ne, aber auch US-ame­ri­ka­ni­sche. Das betrifft nicht nur Men­schen, die in Lon­gye­ar­by­en leben, son­dern auch Tou­ris­ten, die bei­spiels­wei­se ein Auto oder einen Motor­schlit­ten fah­ren wol­len.

Führerschein Longyearbyen

Auto­fah­ren in Lon­gye­ar­by­en: hin­ten sit­zen darf jeder, auch ohne Füh­rer­schein.

Nun wur­de laut Mit­tei­lung des Sys­sel­mes­ters die Aus­nah­me­re­ge­lung ver­län­gert, die das Pro­blem zumin­dest ver­tagt. Betrof­fe­ne kön­nen sich somit dar­auf ver­las­sen, dass ihre Füher­schei­ne min­des­tens bis zum 31.3.2024 gül­tig sind.

Dar­über hin­aus soll mög­lichst eine grund­sätz­li­che Klä­rung erfol­gen, aber dazu ist eine Ände­rung der gesetz­li­chen Vor­schrif­ten durch die ent­spre­chen­den Behör­den in Oslo erfor­der­lich.

Staat kauft Woh­nun­gen in Lon­gye­ar­by­en

Der nor­we­gi­sche Staat will sich die Kon­trol­le über Spitz­ber­gen sichern – die­se Stoß­rich­tung wird auf einer Rei­he poli­ti­scher Bau­stel­len unmiss­ver­ständ­lich deut­lich, dar­un­ter mög­li­che Ein­schrän­kun­gen der Bewe­gungs­frei­heit der Öffent­lich­keit in Spitz­ber­gen und die bereits erfolg­te Ein­schrän­kung des loka­len Wahl­rechts für Aus­län­der.

Ein wei­te­res Feld ist der in Lon­gye­ar­by­en sehr schwie­ri­ge Woh­nungs­markt. Als nicht finanz­star­ke Ein­zel­per­son ist es kaum noch mög­lich, bezahl­ba­ren Wohn­raum zu fin­den, und im Gegen­satz zu einem Ort anders­wo kann man nicht ein paar Dör­fer weit raus aufs Land zie­hen und mit dem Bus in die Stadt pen­deln. Grö­ße­re Arbeit­ge­ber hal­ten daher Woh­nun­gen für ihre Ange­stell­ten vor, um über­haupt Per­so­nal zu bekom­men.

Wohnungsbau Elvesletta Longyearbyen

Woh­nungs­bau im zen­tral gele­ge­nen Neu­bau­ge­biet Elves­let­ta in Lon­gye­ar­by­en.

„Grö­ße­re Arbeit­ge­ber“ sind in Lon­gye­ar­by­en oft direkt oder zumin­dest indi­rekt staat­lich, dar­un­ter Sys­sel­mes­ter, Ver­wal­tung (ein­schließ­lich Schu­le, Kin­der­gär­ten, Kran­ken­haus, …), Store Nor­ske (Berg­bau­ge­sell­schaft), UNIS etc. Teil­wei­se besit­zen sie selbst Woh­nun­gen, teil­wei­se sind Woh­nun­gen im Besitz von Stats­bygg, einer Behör­de für Immo­bi­li­en­bau und -ver­wal­tung. Stats­bygg besitzt und ver­wal­tet Woh­nun­gen für die Ange­stell­ten des Staa­tes und sei­ner Betrie­be.

Stats­bygg besitzt in Lon­gye­ar­by­en bereits eine grö­ße­re Zahl von Woh­nun­gen. Die­se Zahl soll nun noch kräf­tig wach­sen: Wäh­rend der Kom­mu­nal­wahl ver­gan­ge­ne Woche schrieb Sval­bard­pos­ten, dass Stats­bygg für 173 Mil­lio­nen Kro­nen (der­zeit rund 15 Mil­lio­nen Euro) Woh­nun­gen kau­fen wird. Das betrifft den gesam­ten, im Bau befind­li­chen Block Elves­let­ta 2 und 3 mit ins­ge­samt 27 Wohn­ein­hei­ten.

Im Gegen­zug wird die ent­spre­chen­de Anzahl Woh­nun­gen, die Stats­bygg der­zeit von Store Nor­ske mie­tet, wie­der frei. Im Gegen­satz zu Stats­bygg kann Store Nor­ske Woh­nun­gen auch auf dem frei­en Woh­nungs­markt anbie­ten, so dass Pri­vat­per­so­nen zum Zug kom­men kön­nen. Aller­dings gehört auch Store Nor­ske der Regie­rung, die als Eig­ner somit kon­trol­lie­ren kann, wer in Lon­gye­ar­by­en woh­nen darf und wer nicht.

Besu­chern, die nach Lon­gye­ar­by­en kom­men, fal­len die gro­ßen Bau­stel­len sofort auf, und so ent­steht der Ein­druck, dass Lon­gye­ar­by­en kräf­tig wächst. Das ist aber nicht der Fall, denn seit der kata­stro­pha­len Lawi­ne von 2015 sind über 100 Woh­nun­gen ver­lo­ren gegan­gen, was im Orts­bild natür­lich nicht unmit­tel­bar ins Auge fällt.

Der Dop­pel­ka­len­der „Spitz­ber­gen & Nor­we­gen 2024“ ist da

Der neue Dop­pel­ka­len­der „Spitz­ber­gen & Nor­we­gen 2024“ ist da! Gleich 24 Sei­ten für das neue Jahr, ein Dop­pel­ka­len­der eben – Monat für Monat eine foto­gra­fi­sche Schön­heit aus den Berei­chen Land­schaft, Tie­re und Pflan­zen aus Spitz­ber­gen oder dem Nor­den Nor­we­gens an der Wand 😃

Genau, 24 Bil­der. Ein Dop­pel­ka­len­der eben, zwei zum Preis von einem. Man kann den Kalen­der irgend­wann ein­fach umdre­hen und sieht dann das ande­re Bild.

Wie üblich, ist der neue Kalen­der in zwei Grö­ßen erhält­lich, groß­zü­gig im A3-For­mat oder hand­li­cher im A5-For­mat. Und wenn man meh­re­re Kalen­der bestellt, lässt sich Geld spa­ren – bei zwei oder mehr Kalen­dern einer Grö­ße pro Bestel­lung sinkt der Preis pro Stück um drei Euro. Weih­nach­ten ist nicht mehr weit weg – das idea­le Geschenk für alle Ark­tis-Fans! 🎄🎅🎁 Zuschla­gen solan­ge der Vor­rat reicht!

Hier kli­cken für wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Bestell­mög­lich­keit. Dort kann man sich auch alle Sei­ten in der Vor­schau anse­hen.

Aus­bruch der Vogel­grip­pe auf Hopen

Auf der abge­le­ge­nen Insel Hopen im Süd­os­ten von Sval­bard hat es im ver­gan­ge­nen Som­mer einen grö­ße­ren Aus­bruch der Vogel­grip­pe gege­ben, wie Hall­vard Strøm, Bio­lo­ge beim Nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tut, dem nor­we­gi­schen Sen­der NRK mit­teil­te. Dem Aus­bruch sind meh­re­re tau­send Vögel zum Opfer gefal­len, betrof­fen sind vor allem Drei­ze­hen­mö­wen.

Hopen

Klip­pen mit gro­ßen Vogel­ko­lo­nien auf der Insel Hopen.

Ähn­li­che Aus­brü­che gab es vor­her auch bereits in Vogel­ko­lo­nien in Nord­nor­we­gen, wo es vor allem bei Drei­ze­hen­mö­wen teil­wei­se dra­ma­ti­sche Ver­lus­te gab. Auf Spitz­ber­gen wur­de die Vogel­grip­pe seit letz­tem Jahr mehr­fach nach­ge­wie­sen, aber der Aus­bruch auf Hopen ist der ers­te Fall mit grö­ße­ren Ver­lus­ten, der bekannt gewor­den ist.

Gemein­de­rats­wahl: Stim­men aus­ge­zählt

Die Stim­men der Gemein­de­rats­wahl vom Mon­tag sind aus­ge­zählt und die Ver­tei­lung der Man­da­te ist klar. Der Gemein­de­rat (Lokals­ty­re), den es seit 2002 gibt, hat 15 Sit­ze. Laut offi­zi­el­lem Wahl­er­geb­nis, bekannt gege­ben durch die Lokals­ty­re, wird die Par­tei „Venst­re“ sie­ben Sit­ze im neu­en Gemein­de­rat haben und damit wahr­schein­lich den neu­en Bür­ger­meis­ter stel­len. „Venst­re“ bedeu­tet zwar „Links“, aber die Par­tei ist sozi­al­li­be­ral und steht damit anders in der poli­ti­schen Land­schaft als die deut­sche Par­tei „Die Lin­ke“.

Longyearbyen Lokalstyre, Wahl 2023

Lon­gye­ar­by­en Lokals­ty­re: am Mon­tag wur­de der neue Gemein­de­rat gewählt
– erst­mals unter Aus­schluss von Inha­bern nicht-nor­we­gi­scher Päs­se.

Damit ver­liert die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Arbei­ter­par­tei (Arbei­der­par­ti) das Bür­ger­meis­ter­amt. Seit 2002 und bis heu­te war der Bür­ger­meis­ter von Lon­gye­ar­by­en durch­ge­hend ein Abge­ord­ne­ter der Arbei­der­par­ti, die in der neu­en Lokals­ty­re aber nur noch auf drei Sit­ze kom­men wird.

Die links-sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Sosia­lis­tisk Venst­re­par­ti hat eben­falls drei Sit­ze erhal­ten, die kon­ser­va­ti­ve Høy­re („Rech­te“) kommt auf zwei.

Wahl­be­rech­tigt waren 1420 Per­so­nen, von denen 808 ihre Stim­me abga­ben. Die Wahl­be­tei­li­gung liegt damit bei 56,9 %. Bei der letz­ten Wahl gab es noch 1823 Wahl­be­rech­tig­te, aber wegen des geän­der­ten Wahl­rechts haben meh­re­re hun­dert in Lon­gye­ar­by­en leben­de Per­so­nen ohne nor­we­gi­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit das Wahl­recht ver­lo­ren. Eini­ge nor­we­gi­sche Wahl­be­rech­tig­te hat­ten ange­kün­digt, aus Pro­test gegen das neue Wahl­recht nicht zu wäh­len oder ungül­ti­ge Stimm­zet­tel abzu­ge­ben. Es gab 54 ungül­ti­ge Stimm­zet­tel.

Ent­zug des Wahl­rechts: Pres­se­mel­dung der Grup­pe „unwan­ted for­eig­ners“

Zur heu­ti­gen Kom­mu­nal­wahl in Lon­gye­ar­by­en, bei der etwa ein Drit­tel der frü­her Stimm­be­rech­tig­ten ihr Stimm­recht auf­grund der Natio­na­li­tät ver­lo­ren hat, gab die Grup­pe „unwan­ted for­eig­ners“ fol­gen­de Pres­se­mel­dung her­aus (deut­sche Über­set­zung vom Inha­ber die­ser Sei­te). Sie bezieht sich auf eine Aus­stel­lung in der unmit­tel­ba­ren Umge­bung des Wahl­lo­kals, bei der die nicht mehr demo­kra­tisch reprä­sen­tier­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger Lon­gye­ar­by­ens ihren Fuß­ab­druck in der Gesell­schaft sym­bo­lisch sicht­bar machen wol­len.

Pres­se­mel­dung: „unwan­ted for­eig­ners“ – Bür­ger ohne Wahl­recht in Lon­gye­ar­by­en

Lon­gye­ar­by­en wählt einen neu­en Gemein­de­rat – für die nicht-nor­we­gi­schen Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner ein schmerz­haf­ter Tag. Ihnen wur­de das Stimm­recht genom­men.

Longyearbyen Lokalstyre, lokalstyrevalg 2023

Aus­stel­lung sym­bo­li­scher Fuß­ab­drü­cke zur Kom­mu­nal­wahl in Lon­gye­ar­by­en.
Foto: Chris­tia­ne Hüb­ner. Hier kli­cken für eine höher­auf­lö­sen­de Ver­si­on des Fotos.

Frü­her konn­ten nicht-nor­we­gi­sche Staats­bür­ger ihre Stim­me bei der Kom­mu­nal­wahl abge­ben, wenn sie drei Jah­re dort gewohnt hat­ten – genau wie in Gemein­den auf dem nor­we­gi­schen Fest­land.

Mit den neu­en Regeln haben die meis­ten Ange­hö­ri­gen der nicht-nor­we­gi­schen Bevöl­ke­rung ihre demo­kra­ti­schen Rech­te ver­lo­ren.
Heu­te, am 09.10.2023, ist Kom­mu­nal­wahl in Lon­gye­ar­by­en – ein gro­ßer Teil der Ein­woh­ner steht dabei nun außen vor. Von die­sen haben vie­le bereits vie­le Jah­re in Lon­gye­ar­by­en gelebt und viel zur Gemein­schaft im Ort bei­getra­gen. Dies wird in Stil­le gewür­digt – wie es für die, die nun stimm­los gewor­den sind, ange­mes­sen ist.

Vie­le woll­ten nicht per­sön­lich vor dem Wahl­lo­kal erschei­nen. Vie­le haben es wahr­schein­lich als zu schmerz­lich emp­fun­den, selbst ihrer demo­kra­ti­schen Rech­te beraubt ande­ren beim Wahl­gang zuzu­schau­en. Eine klei­ne Aus­stel­lung aus Fuß­spu­ren, gear­bei­tet aus Holz, macht die­se Bür­ge­rin­nen und Bür­ger den­noch vor dem Wahl­lo­kal sicht­bar.

Hier sind eini­ge Tex­te in ihren Fuß­ab­drü­cken im Gemein­de­we­sen Lon­gye­ar­by­ens:

Longyearbyen Lokalstyre, lokalstyrevalg 2023

Sym­bo­li­scher Fuß­ab­drü­cke der nun poli­tisch Stimm­lo­sen in Lon­gye­ar­by­en.
Foto: Chris­tia­ne Hüb­ner. Hier kli­cken für eine höher auf­lö­sen­de Ver­si­on des Fotos.

  • Ich koche seit 2017 für dich
  • Seit 9 Jah­ren auf der Insel. Habe einen nor­we­gi­schen Betrieb mit 5 Ange­stell­ten.
  • Bewoh­ner seit 15 Jah­ren – Stimm­recht in Trond­heim, aber nicht mehr hier!
  • 19 Jah­re auf Spitz­ber­gen. Ich ret­te dich aus Schnee­la­wi­nen
  • 21 Jah­re auf Spitz­ber­gen. Gewähl­tes Mit­glied des Gemein­de­ra­tes
  • Ich besit­ze einen Betrieb und bin in der Gui­de-Sze­ne aktiv.
  • Drei Jah­re in Lon­gye­ar­by­en. Skan­di­na­vi­scher Bür­ger :o(
  • Vier Jah­re in Lon­gye­ar­by­en – loka­ler Gui­de
  • Ich ret­te dich aus Glet­scher­spal­ten
  • Ich habe vor­her nie gespürt, dass es „die“ und „wir“ war
  • 8 Jah­re auf der Insel. Ich repa­rie­re dei­ne Klei­dung. Habe eine nor­we­gi­schen Betrieb mit 3 Ange­stell­ten.
  • Wir sind Lon­gye­ar­by­en
  • Ich sor­ge dafür, dass du nach dem Mara­thon zu einem Abend­essen gehen kannst
  • In Lon­gye­ar­by­en auf­ge­wach­sen. Nor­we­gi­sche Wer­te in der Schu­le gelernt
  • War bei der letz­ten Wahl auf­ge­stellt. 16 Jah­re in Spitz­ber­gen. Oslo meint, dass ich weni­ger um Sval­bard­po­li­tik weiß als ein fri­scher Absol­vent der Sval­bard fol­gehøgs­ko­le (Anm.: eine öffent­li­che Bil­dungs­ein­rich­tung in Lon­gye­ar­by­en, die vor allem von jun­gen Erwach­se­nen genutzt wird)
  • Samen, Frau­en, Aus­län­der – wir haben es alles schon gehabt. Stimm­recht für alle!
  • 20 Jah­re in Lon­gye­ar­by­en – habe für UNIS, NP, For­schungs­rat gear­bei­tet (Anm.: UNIS ist die loka­le Uni­ver­si­tät, NP (nor­we­gi­sches Polar­in­sti­tut) eine gro­ße For­schungs­ein­rich­tung)
  • 3 Jah­re auf der Insel, mit Fami­lie – arbei­te im Kun­den­dienst, und enga­gie­re mich frei­wil­lig
  • 20 Jah­re auf Sval­bard. 20 Jah­re in loka­len Betrie­ben. Ich lie­be Lon­gye­ar­by­en und die Men­schen, die hier leben. Stimm­recht für ALLE
  • In Lon­gye­ar­by­en auf­ge­wach­sen. In Lon­gye­ar­by­en zur nor­we­gi­schen Schu­le gegan­gen. Spre­che gut nor­we­gisch. Aber gehö­re jetzt nicht mehr dazu.
  • Nor­we­ger – 9 Jah­re in Lon­gye­ar­by­en. Wäh­len ist sinn­los gewor­den
  • 7 Jah­re auf der Insel. Ich betrei­be eine Recy­cling­werk­statt (ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment), füh­re die Sval­bard Gui­de Asso­cia­ti­on & bin ganz­jäh­rig Gui­de. Habe bei UNIS gear­bei­tet.
  • Ehren­amt­lich enga­giert seit 2017. Habe Spitz­ber­gen von Müll befreit. Rotes Kreuz, Sport­ver­ein.
  • 5,5 Jah­re Sval­bard. Habe mei­ne Bei­trä­ge zur Gemein­schaft geleis­tet und wer­de jetzt als wert­los betrach­tet
  • 12 Jah­re auf der Insel und hal­te dei­ne Woh­nung sau­ber
  • 7 Jah­re Sval­bard – Gui­de und loka­ler Unter­neh­mer – arbei­te mit 15 loka­len Fir­men und wei­te­ren auf dem Fest­land zusam­men. Ich tra­ge direkt zur nor­we­gi­schen Wirt­schaft bei … aber wir sol­len nicht wirk­lich zäh­len?
  • 7 Jah­re Sval­bard – Gui­de und Logis­tik­ma­na­ger Polar X – frü­her konn­te ich wäh­len! Wir machen die Dokus, die den Blick der Welt auf Sval­bard und unse­re Natur prä­gen … aber wir sind nicht wich­tig genug, um auf die Lokal­po­li­tik Ein­fluss zu neh­men (Anm.: Polar X ist eine bedeu­ten­de Fir­ma in Lon­gye­ar­by­en, die hoch­wer­ti­ge Film­pro­duk­tio­nen rea­li­siert)
  • Wer wird noch die Geduld haben, um den Nor­we­gern ihre Geträn­ke zu ser­vie­ren …
  • Lon­gye­ar­by­en ist mei­ne Hei­mat
  • 10 Jah­re Sval­bard. Ich habe Freun­de, die für das Recht zu wäh­len gestor­ben sind. Nor­we­gen ist nicht bes­ser als Russ­land
  • 8 Jah­re Sval­bard. 2,5 Jah­re auf dem Fest­land. Stol­zer Kana­di­er. Wich­ti­ger Arbei­ter für Nor­we­gen. Eure „Demo­kra­tie“ ist ein Witz – unse­re Leben nicht. Schämt euch!
  • 29 Jah­re Sval­bard. Damals fühl­te ich mich will­kom­men.
  • 11 Jah­re For­schung und Unter­richt in ark­ti­scher Öko­lo­gie
  • Demo­kra­tie ist etwas, wofür man auf­ste­hen muss
  • Es hat etwas bedeu­tet, wäh­rend der Pan­de­mie zur Reno­vie­rung der Nor­dens­ki­öld­hüt­te bei­zu­tra­gen (Anm.: die Nor­dens­ki­öld­hüt­te ist eine his­to­ri­sche Hüt­te von 1933 und steht auf einem Berg in über 1000 Meter Höhe bei Lon­gye­ar­by­en. Ihre Reno­vie­rung erfor­der­te viel Ein­satz Frei­wil­li­ger)
  • Berg­ar­bei­ter
  • Sval­bard: seit 26 Jah­ren tra­gen­de Säu­le mei­nes Lebens. Und plötz­lich Bür­ger zwei­ter Klas­se
  • Ein Jahr auf der Insel. UNIS-Stu­dent, Gui­de und Mit­glied der Gui­de-Ver­ei­ni­gung
  • 6 Jah­re auf der Insel. Ich kann dich aus einer Schnee­la­wi­ne ret­ten
  • Es macht mir Freu­de, nach der Koh­le­zeit zur Ent­wick­lung des Ortes bei­zu­tra­gen
  • 12 Jah­re auf der Insel, frü­her konn­te ich wäh­len. In 17 Jah­ren kann mein Sohn wäh­len, ich hof­fe, mit mir zusam­men.
  • Man ist am bes­ten auf die Gemein­schaft stolz, nicht auf die Natio­na­li­tät

Kom­mu­nal­wahl in Lon­gye­ar­by­en

Am heu­ti­gen Mon­tag, 09. Okto­ber, ist in Lon­gye­ar­by­en Wahl­tag: Die Wahl­be­rech­tig­ten kön­nen mit ihrer Stim­me die Zusam­men­set­zung der „Lokals­ty­re“, des Gemein­de­ra­tes, bestim­men. Es ist die ach­te Kom­mu­nal­wahl, seit Lon­gye­ar­by­en 2002 zu einer Kom­mu­ne mit Lokal­de­mo­kra­tie wur­de. Vor­her war Lon­gye­ar­by­en poli­tisch eher als eine Art erwei­ter­tes Betriebs­ge­län­de auf­ge­stellt.

Longyearbyen Lokalstyre, Wahl 2023

Lon­gye­ar­by­en Lokals­ty­re: heu­te ist Kom­mu­nal­wahl
– erst­mals unter Aus­schluss aus­län­di­scher Pass­in­ha­ber.

Zunächst geht es bei die­ser Kom­mu­nal­wahl um Din­ge, um die es bei einer Kom­mu­nal­wahl eben geht: Ver­kehr in und außer­halb von Lon­gye­ar­by­en, Gesund­heit für Mensch und Tier (spe­zi­ell die The­men „psy­chi­sche Gesund­heit“ und „Tier­arzt“ sind in Lon­gye­ar­by­en schwie­rig), Woh­nungs­markt, Hafen­ge­büh­ren, Wirt­schaft, Kul­tur, Sport, Schu­le, Ener­gie und Umwelt.

Dane­ben ist die Wahl selbst aber auch Wahl­the­ma. Wie schon mehr­fach berich­tet, hat die nor­we­gi­sche Minis­te­rin für Jus­tiz und Bereit­schafts­diens­te, Emi­lie Mehl (Sen­ter­par­ti), per Vor­schrift ver­fügt, dass Aus­län­der ab der heu­ti­gen Wahl ihr akti­ves und pas­si­ves Stimm­recht ver­lie­ren: Wer ohne nor­we­gi­sche Staats­bür­ger­schaft in Lon­gye­ar­by­en wäh­len oder gewählt wer­den will, muss zuvor min­des­tens drei Jah­re auf dem nor­we­gi­schen Fest­land gelebt haben und direkt von dort nach Lon­gye­ar­by­en gezo­gen sein. Wer zwi­schen­durch außer­halb von Nor­we­gen gelebt hat oder auch in Spitz­ber­gen außer­halb von Lon­gye­ar­by­en (etwa in Ny-Åle­sund – min­des­tens einen Fall die­ser Art gibt es), hat damit das Wahl­recht ver­lo­ren.

Da die neue Rege­lung eine Vor­schrift ist und nicht etwa ein Gesetz, wur­de sie auch nicht vom nor­we­gi­schen Par­la­ment (Stort­ing) dis­ku­tiert und beschlos­sen, son­dern trat direkt aus dem Minis­te­ri­um her­aus in Kraft.

Alle der vier in Lon­gye­ar­by­en zur Wahl ange­tre­te­nen Par­tei­en tre­ten dafür ein, dass alle in Lon­gye­ar­by­en leben­den Men­schen an poli­ti­schen Pro­zes­sen teil­neh­men kön­nen sol­len, und zumin­dest zwei die­ser vier Par­tei­en wol­len die neue Vor­schrift rück­gän­gig machen und län­ger in Lon­gye­ar­by­en leben­den Aus­län­dern wie­der die Teil­nah­me an der Lokal­wahl ermög­li­chen. Zustän­dig ist aller­dings die Regie­rung in Oslo. Die nor­we­gi­schen Grü­nen sind nach der Wahl­rechts­än­de­rung lokal nicht wie­der ange­tre­ten, da sie ohne ihre nicht-nor­we­gi­schen Mit­glie­der im Gegen­satz zu frü­he­ren Wahl­pe­ri­oden nicht genü­gend Kan­di­da­tin­nen für ihre Lis­te zusam­men bekom­men.

Betrof­fe­ne Aus­län­der haben sich lose unter der Bezeich­nung „unwan­ted for­eig­ners“ („uner­wünsch­te Aus­län­der“) zusam­men­ge­schlos­sen und ver­su­chen, dadurch poli­tisch sicht­bar zu wer­den. Betrof­fen sind meh­re­re hun­dert Per­so­nen, die Rede ist von etwa einem Drit­tel der frü­her Wahl­be­rech­tig­ten. Vie­le davon leben seit vie­len Jah­ren in Lon­gye­ar­by­en, eini­ge sind dort auf­ge­wach­sen und so ziem­lich alle füh­len sich nun als Ver­lie­rer in einer poli­ti­schen Zwei­klas­sen­ge­sell­schaft.

Mol­te­bee­ren im Coles­da­len nach­ge­wie­sen

Nach den vie­len Rei­se­blog-Ein­trä­gen der letz­ten Mona­te wird es nun Zeit, die Abtei­lung „Nach­rich­ten“ wie­der stär­ker zu akti­vie­ren. Das wird auch rück­wir­kend gesche­hend, mit der einen oder ande­ren wis­sens­wer­ten Infor­ma­ti­on aus den letz­ten Wochen.

Fan­gen wir mit einem Bei­trag aus dem natur­kund­li­chen Bereich an, der zunächst harm­los erscheint, aber doch einen uner­freu­li­chen Bei­geschmack hat: Im Coles­da­len, 20 Kilo­me­ter süd­west­lich von Lon­gye­ar­by­en, ist die Mol­te­bee­re erst­mals mit Frucht nach­ge­wie­sen wor­den. Der erstaun­li­che Fund wur­de zufäl­lig von Stein Tore Peder­sen aus Lon­gye­ar­by­en wäh­rend eines pri­va­ten Aus­flugs gemacht, wie das nor­we­gi­sche Polar­in­sti­tut schreibt.

Colesdalen, Spitzbergen

Das Coles­da­len. Irgend­wo im Bild sind sicher auch Mol­te­bee­ren 🙂.

Die vit­amin­rei­chen Früch­te der Mol­te­bee­re sind in Skan­di­na­vi­en weit­hin bekannt und beliebt. Auf Spitz­ber­gen wur­de die Pflan­ze um 1908 von der Bota­ni­ke­rin Han­na Res­voll-Die­set erst­mals wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen, aber es wur­den bis­lang kei­ne Fun­de von Früch­ten belegt. Es gab Gerüch­te um gele­gent­li­che Fun­de der Frucht, wobei die Bewei­se aber jeweils direkt dem Appe­tit der Fin­der zum Opfer gefal­len sein sol­len. Erlaubt ist das übri­gens nicht: Die gesam­te Vege­ta­ti­on Spitz­ber­gens steht unter stren­gem Schutz, Bee­ren dür­fen nicht geern­tet wer­den. Nur das Sam­meln von Pil­zen und See­tang ist erlaubt. Damit ist auch das Pflü­cken von Mol­te­bee­ren ver­bo­ten.

Es wird ver­mu­tet, dass die­ser ers­te Fund von von Mol­te­bee­ren mit­samt Früch­ten auf Spitz­ber­gen mit dem rekord­war­men Som­mer zusam­men­hängt und damit letzt­lich mit dem Kli­ma­wan­del, der in gro­ßen Tei­len der Polar­ge­bie­te beson­ders schnell ver­läuft.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps für den Okto­ber

Nach der Sai­son­pau­se geht es nun wei­ter mit Spitzbergen(.de) Nach­rich­ten, wo dem­nächst auch rück­bli­ckend noch das eine oder ande­re auf­ge­grif­fen wer­den wird. Und natür­lich gibt es nun auch wie­der die Fern­seh­tipps. Mar­ga ist näm­lich auch wie­der online.

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Ark­tis-TV in Vil­la Fred­heim, vie­le Jah­re lang das Zuhau­se des legen­dä­ren Jäger­paa­res Hil­mar und Hel­frid Nøis. Das berühm­te Häus­chen kann man hier vir­tu­ell besu­chen.

Die Lis­ten wer­den bei Bedarf aktua­li­siert. Sach­dien­li­che Hin­wei­se wer­den von jeder Spitzbergen.de-Dienststelle ent­ge­gen­ge­nom­men.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf Arte im Okto­ber …

… lau­ten wie folgt:

  • Mon­tag, 16.10., 17.50 Uhr: „Die letz­ten Para­die­se: Pata­go­ni­en – Am Ende der Welt“ (GB 2021)
  • Sams­tag, 21.10, 20.15 Uhr: „Die Ark­tis – 66,5 Grad Nord (1/3): Eisi­ge Schön­heit“ (D 2021 EA)
  • Sams­tag, 21.10, 20.55 Uhr: „Die Ark­tis – 66,5 Grad Nord (2/3): Die Jagd nach Schät­zen“ (D 2021, EA)
  • Sams­tag, 21.10, 21.40 Uhr: „Die Ark­tis – 66,5 Grad Nord (3/3): Das gro­ße Schmel­zen“ (D 2021, EA)
  • Sams­tag, 28.10, 21.05 Uhr: „Aben­teu­er Pata­go­ni­en“ (D 2015)
  • Mon­tag, 30.10., 18.35 Uhr: „Euro­pas hoher Nor­den: Lapp­land und Finn­mark“ (Finn 2011)
  • Diens­tag, 31.10., 17.50 Uhr: „Euro­pas hoher Nor­den: Grön­land – Insel der Glet­scher“ (GRO 2011)
  • Diens­tag, 31.10., 18.35 Uhr: „Euro­pas hoher Nor­den: Island – Reich der Vul­ka­ne“ (IS 2011)
  • Mitt­woch, 01.11., 00.05 Uhr: „Die Island­fi­scher (Pech­eur d’Island)“ (Stumm­film F 1924 (!) EA!)

EA = Erst­aus­strah­lung auf Arte.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf ande­ren Pro­gram­men …

… jetzt kom­plett, sogar schon bis zum 1.11.

  • Sonn­tag, 08.10., 13.35 Uhr, 3 sat: „Schwe­den“
  • Sonn­tag, 08.10., 13.50 Uhr, 3sat: „Auf dem Was­ser durch den Nor­den“
  • Mon­tag, 16.10., 3sat, 20.15 Uhr: „Wil­des Nor­we­gen“ (2015)
  • Mon­tag, 16.10., 3sat, 21.00 Uhr: „Wil­der Ska­ger­rak“ (2018)
  • Mon­tag, 16.10., 3sat, 21.45 Uhr: „Schwe­den – Ein Road­trip zum Polar­kreis“ (2022)
  • Don­ners­tag, 19.10., NDR, 20.15 Uhr: „Hel­sin­kis Schä­ren­küs­te“ (2023)
  • Sonn­tag, 22.10., 19.30 Uhr, ZDF: „Die Ark­tis – 66,5° Nord“ Teil 1, Fort­set­zung jeweils am Sonn­tag
  • Frei­tag, 27.10., 20.15 Uhr, HR: „Finn­land- W o das Glück zu Hau­se ist“ (D 2022)
  • Frei­tag, 27.10., 21.00 Uhr, HR: „Island erle­ben“ (D 2020)
  • Sonn­tag, 29.10., 14.45 Uhr, HR: „Island erle­ben“
  • Sonn­tag, 29.10., 19.30 Uhr, ZDF: „Die Ark­tis“ (2/3)
  • Mon­tag, 30.10., 10.35 Uhr, HR: „Polar­wöl­fe“ (1/3)
  • Diens­tag, 31.10., 10.30 Uhr, HR: „Polar­wöl­fe“ (2/3)
  • Mitt­woch, 01.11., 10.30 Uhr, HR: „Polar­wöl­fe“ (3/3)

Alle Anga­ben wie immer ohne Gewehr.

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News-Auflistung generiert am 24. Juli 2024 um 13:22:18 Uhr (GMT+1)
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