Wir sind zunächst tief im Vestfjord – das ist der Meeresstreifen zwischen Festland und Lofoten – in dem Gebiet, das „Ofoten“ heißt. Zu den Lofoten fehlt sozusagen noch das „L“, oder ein paar Meilen nach Westen, je nachdem, wie man es nimmt.
Der Tysfjord ist Norwegens tiefster Fjord, bis zu 900 Metern Tiefe haben die Gletscher einst ausgehobelt und Norwegen dabei beinahe in zwei Hälften geteilt. Nur sechs Kilometer Land sind zwischen Ufer und Schweden übrig geblieben.
Eiszapfen am Wegesrand am Skarberget.
Mit einem gekonnten Manöver legt Kapitän Mario die Antigua am kleinen Anleger von Skarberget an, und bald sind wir unterwegs. Ein kleines Stück entlang der Straße, dann einen Weg in den Wald hinein und schließlich über einen Pfad, einen felsigen Rücken hoch, über Moos und Flechten, zwischen kleinen, krüppeligen Kiefern. Der glatte Fels ist stellenweise mit dünnem Eis überzogen und entsprechend sehr rutschig, Vorsicht ist gefragt.
Blick vom Skarberget über den Tysfjord.
Aber die Aussicht über die schroffen Berge rund um den Tysfjord ist sehr beeindruckend. Kalt und windig ist es, und es wird zunehmen grau und auch etwas feucht. Umso gemütlicher ist es, gegen Mittag wieder auf die Antigua zurückzukehren.
Während der weiteren Fahrt reißen die Wolken auf, und die tiefe Sonne wirft ein spektakuläres Licht auf die umliegenden Inseln und Berge.
Abendlicht in Ofoten – direkt nach dem Mittagessen.
Bei schon schwindendem Licht und einer steifen Brise legen wir im kleinen Hafen von Tranøy an; wieder ein beeindruckenes Anlegemanöver von Mario. Tranøy ist eine kleine Siedlung im Norden von Hamarøy. Bei schwindendem Tageslicht erkunden wir noch ein wenig den kleinen, stillen Ort, in dem hier und dort Skulpturen verteilt sind.
Skulptur auf Tranøy.
Bis zum schönen Leuchtturm muss man einmal quer über die Halbinsel, bis dahin ist es fast dunkel. Leider hat es sich mittlerweile wieder zugezogen, mit Nordlichtern wird heute wohl nicht mehr viel los sein.