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Monats-Archiv: März 2016 − Nachrichten


Erd­be­ben in Lon­gye­ar­by­en

Ges­tern (Diens­tag, 29. März) hat es in Spitz­ber­gen ein Erd­be­ben gege­ben, das in Lon­gye­ar­by­en deut­lich zu mer­ken war. Um 12.31 Uhr wackel­ten und rum­pel­ten in Lon­gye­ar­by­en die Gebäu­de. Man­che glaub­ten zunächst an eine Lawi­ne oder eine klei­ne­re Dach­la­wi­ne. In eini­gen Gebäu­den ver­scho­ben sich Möbel­stü­cke um bis zu 30 cm und Geschirr klap­per­te in den Schrän­ken und auf den Tischen.

Vie­le Men­schen beka­men Angst, was auch damit zu tun haben mag, dass man nach der vor­weih­nacht­li­chen Lawi­ne in Lon­gye­ar­by­en der­zeit beson­ders sen­si­bel für zer­stö­re­ri­sche Natur­ge­wal­ten ist. Das Ver­wal­tungs­ge­bäu­de Nærings­byg­get, gegen­über der Post, wur­de spon­tan vor­über­ge­hend eva­ku­iert. Auch in Barents­burg war das Erd­be­ben deut­lich spür­bar. Schä­den sind aber nir­gend­wo bekannt gewor­den.

Das Epi­zen­trum liegt im Storfjord, west­lich der Edgeøya. Das Hypo­zen­trum (Epi­zen­trum mit genau­er Ein­ord­nung in der Tie­fe) wird in 10 km Tie­fe ver­mu­tet, die Stär­ke lag bei 5,3 auf der Rich­ter­ska­la. Damit war es stark genug, um Schä­den anzu­rich­ten, aber weit ent­fernt von der zer­stö­re­ri­schen Stär­ke, die andern­orts Städ­te in Schutt und Asche legt oder Tsu­na­mis ver­ur­sacht.

Im Storfjord ver­lau­fen meh­re­re akti­ve Stö­run­gen (gro­ße geo­lo­gi­sche Brü­che), die häu­fig Erd­be­ben ver­ur­sa­chen. Auch 2008, 2009, 2010 und 2014 hat­te es in Spitz­ber­gen spür­ba­re Erd­be­ben gege­ben. Das stärks­te davon war im Febru­ar 2008, es erreich­te beacht­li­che 6,2 auf der Rich­ter­ska­la. Dazu kommt eine Viel­zahl klei­ne­rer Erd­be­ben, die von Mess­ge­rä­ten auf­ge­zeich­net, aber nicht von der Öffent­lich­keit wahr­ge­nom­men wer­den.

So sah das Erd­be­ben in Lon­gye­ar­by­en ges­tern aus. (Spaß bei­sei­te: das ist natür­lich ein gebas­tel­tes Bild aus einem mehr­fach ver­scho­be­nen Foto. Spaß muss sein!)

Erdbeben Longyearbyen

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Spitzbergen.de Oster­rät­sel

Ergän­zung: Viel­leicht ist das Rät­sel doch schwie­ri­ger als gedacht? Hin­weis: der Schlüs­sel zur rich­ti­gen Ant­wort liegt im Bild und nicht im Text.

Das zwei­te Oster­rät­sel bei Spitzbergen.de. Jawoll! Das unten­ste­hen­de Foto ent­stand vor län­ge­rer Zeit auf Spitz­ber­gen. Es han­delt sich um einen alten Zei­tungs­ar­ti­kel, das genaue Datum und die Zei­tung sind lei­der unbe­kannt. Macht aber nichts.

Die Bild­un­ter­schrift deu­tet an, dass das Foto zu einer Zeit erschie­nen ist, in der die Besitz­ver­hält­nis­se noch unge­klärt waren, die Koh­le­vor­kom­men aber bekannt waren. Das grenzt den Zeit­raum auf das frü­he 20. Jahr­hun­dert ein. Genau dar­um, Besitz und Koh­le, scheint es in dem Arti­kel, der eben­falls bis auf die­ses Bild lei­der nicht mehr vor­han­den ist, zu gehen. Die Bild­un­ter­schrift lau­tet:

„Bild auf den Hafen von Spitz­ber­gen, das die Rus­sen als Koh­len­sta­ti­on in ihren Besitz zu brin­gen suchen.

Die Insel­grup­pe Spitz­ber­gen, die sich von 76 ° bis 80 ° nörd­li­cher Brei­te aus­dehnt, ist an Stein­koh­len außer­or­dent­lich reich. Das Ver­lan­gen Ruß­lands, dort eine Koh­len­sta­ti­on zu errich­ten, wird nament­lich von den skan­di­na­vi­schen Staa­ten hef­tig bekämpft.“

Die Fra­ge lau­tet: Wo genau wur­de die­ses Foto auf­ge­nom­men?

Als Hil­fe gibt es hier eine grö­ße­re Ver­si­on des Fotos.

Unter den Ein­sen­dern der rich­ti­gen Ant­wort wer­den die Prei­se ver­lost. Der Gewin­ner hat freie Aus­wahl für ein Buch (oder Kalen­der oder Post­kar­ten­satz) aus dem Ange­bot hier bei Spitzbergen.de 🙂 (sie­he rech­te Spal­te oder hier kli­cken). Die rich­ti­gen Ant­wor­ten auf den aus­ge­los­ten Plät­zen Nr. 2 und 3 dür­fen ganz nach Wahl bei den Post­kar­ten­sät­zen oder dem Kalen­der zugrei­fen. Ein­sen­dun­gen per Email (Kon­takt­sei­te).

Ein­sen­de­schluss ist Sonn­tag, 03. April 2016, 24 Uhr.

Viel Spaß & Erfolg – und fro­he Ostern!

Wo ist das?

Spitzbergen.de Osterrätsel: Wo ist das?

Klein­ge­druck­tes: Kol­le­gen wie Fahrt­lei­ter, Gui­des und Mann­schaf­ten sind von der Wer­tung aus­ge­schlos­sen. Ihr könnt natür­lich auch Ant­wor­ten ein­sen­den, aber die Prei­se gehen an Ein­sen­der der rich­ti­gen Ant­wort, die nicht (semi)professionell mit Spitz­ber­gen-Rei­sen zu tun haben.

Die Ant­wort muss rich­tig und kon­kret sein. Was rich­tig ist, ist rich­tig, alles ande­re ist falsch. Was kon­kret ist, ent­schei­de ich (= Rolf Stan­ge. Irgend­wer muss das ja machen). Es reicht nicht, zu schrei­ben, dass das in Spitz­ber­gen ist, obwohl das rich­tig ist. Der Rechts­weg ist aus­ge­schlos­sen. Der Links­weg auch.

Loko­mo­ti­ve aus Ny Åle­sund wird restau­riert

Die berühm­te Loko­mo­ti­ve in Ny Åle­sund gehört zu Spitz­ber­gens am häu­figs­ten foto­gra­fier­ten Moti­ven. Zu reiz­voll ist es, wie sie mit meh­re­ren ange­häng­ten Koh­le­ten­dern auf dem alten Schie­nen­strang steht, mit Ber­gen und Glet­schern im Hin­ter­grund.

Der Zahn der Zeit hat aber beharr­lich genagt und droh­te, die iko­ni­sche Lok lang­fris­tig kom­plett zu zer­stö­ren. Um das zu ver­hin­dern, ist sie nun zur Restau­rie­rung in Nor­we­gen. Im Janu­ar wur­de sie per Schiff nach Trom­sø gebracht und von dort auf der Stra­ße durch Schwe­den nach Sørum­sand in der Nähe von Oslo. Dort gibt es Eisen­bahn-Enthu­si­as­ten, die sich mit frü­he­ren Pro­jek­ten mit his­to­ri­schen Namen einen guten Ruf erwor­ben haben. Der Auf­wand wird auf 300 Stun­den Arbeit und 500.000 NOK (etwa 50.000 €) geschätzt. Nach abge­schlos­se­ner Restau­rie­rung soll die Lok wie­der an ihren alten Platz in Ny Åle­sund. Anga­ben zum Zeit­plan wur­den aber nicht gemacht, viel­leicht wird sich den Tou­ris­ten in Ny Åle­sund in die­sem Som­mer der unge­wohn­te Anblick eines Koh­le­zu­ges ohne Lok bie­ten.

Die Lok soll 107 Jah­re alt und 8 Ton­nen schwer sein. 1917 kam sie nach Ny Åle­sund, wo sie bis in die 1950 Jah­re Koh­le vom Berg­werk zum Hafen trans­por­tier­te. 1982 wur­de sie bereits ein­mal vor Ort restau­riert. Die Pla­nun­gen für die aktu­el­le Restau­rie­rung haben vor 3 Jah­ren begon­nen.

Die berühm­te Loko­mo­ti­ve in Ny Åle­sund, wie sie von den 1950ern bis 2015 stand. Der­zeit ist sie zur Restau­rie­rung in Nor­we­gen.

Lokomotive Ny Ålesund

Quel­le: NRK

„Spitz­ber­gen für Fort­ge­schrit­te­ne“, August 2016: Platz frei

Platz frei – Auf der Fahrt Spitz­ber­gen für Fort­ge­schrit­te­ne (02.-20. August 2016) ist wegen einer Stor­nie­rung ein Platz für eine Dame weib­li­chen Geschlechts ver­füg­bar.

Wie schon 2014 und 2015, suchen wir auf die­ser Fahrt im August 2016 das inten­si­ve Natur­er­leb­nis in einer klei­nen Grup­pe, mit lan­gen Wan­de­run­gen und span­nen­den Pas­sa­gen in ent­le­ge­nen Regio­nen. Unser Boot für die­se Fahrt ist die Arc­ti­ca II, eine kräf­ti­ge Expe­di­ti­ons­yacht. Mit Mann­schaft sind nur 12 Per­so­nen an Bord. Erst­ma­lig sind wir 2016 auf der Arc­ti­ca II mit zwei Gui­des dabei, um dadurch mehr Fle­xi­bi­li­tät zu errei­chen und das Sicher­heits­ni­veau auch auf den län­ge­ren Tou­ren wei­ter zu erhö­hen.

Eis­bä­ren­be­geg­nung mit der Arc­ti­ca II.

Tempelfjord bei Fredheim

Tem­pe­ra­tur im Febru­ar 10 Grad über Durch­schnitt

Der Win­ter fällt die­ses Jahr im Nord­at­lan­tik mehr oder weni­ger aus. Dass die Tem­pe­ra­tu­ren welt­weit in den letz­ten Mona­ten über dem lang­jäh­ri­gen Durch­schnitt von 1950-1980 gele­gen haben, ist viel­fach in den Medi­en berich­tet wor­den. Der Febru­ar 2016 lag laut NASA glo­bal 1,35 Grad über dem Mit­tel. Beson­ders warm waren die Tem­pe­ra­tu­ren in hohen Brei­ten auf der Nord­halb­ku­gel: Nord­ame­ri­ka, Sibi­ri­en, Nord­skan­di­na­vi­en. Dort war das Ther­mo­me­ter 5-10 Grad über den Schnitt gestie­gen. Nun lie­gen auch Zah­len aus Spitz­ber­gen vor, und dort ist die Erwär­mung beson­ders dras­tisch: Im Febru­ar 2016 lag die Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur 10,6 Grad über dem lang­jäh­ri­gen Mit­tel.

Damit ist die­ser Monat aber nicht der Spit­zen­rei­ter. Der trau­ri­ge Rekord wur­de im Febru­ar 2014 auf­ge­stellt, der nicht weni­ger als 14,5 Grad wär­mer war, als die Sta­tis­tik erwar­ten lässt.

In Spitz­ber­gen droht das wenig win­ter­li­che Wet­ter die lau­fen­de Win­ter­sai­son zu beein­flus­sen: Die Fjor­de wol­len nicht zufrie­ren, was für vie­le Tie­re gro­ße Schwie­rig­kei­ten brin­gen wird. So brin­gen Rin­gel­rob­ben im April und Mai auf Fjord­eis ihren Nach­wuchs zur Welt. Ohne Fjord­eis dürf­te die repro­duk­ti­ve Sai­son für vie­le Rin­gel­rob­ben aus­fal­len, was wie­der­um Aus­wir­kun­gen auf Eis­bä­ren hat, die zu die­ser Zeit auf dem Fjord­eis sonst einen gut gedeck­ten Tisch vor­fin­den. Die­ser ist nor­ma­ler­wei­se für vie­le Eis­bä­ren sehr wich­tig, dar­un­ter Fami­li­en mit weni­ge Mona­te alten Jung­bä­ren, die zusam­men mit ihrer Mut­ter, die meh­re­re Mona­te lang gefas­tet hat, auf eine gute Nah­rungs­grund­la­ge ange­wie­sen sind.

Auch für Tou­ren­fah­rer und Tou­ris­ten bringt das Wet­ter Schwie­rig­kei­ten. Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de hat ein Warm­luft­ein­bruch mit Tau­wet­ter den Schnee in Tälern tau­en las­sen, die zu belieb­ten Motor­schlit­ten­rou­ten gehö­ren. Vor der Stre­cke nach Barents­burg wur­de gewarnt, da im Grøn­da­len und Coles­da­len mit­un­ter sehr wenig Schnee liegt, statt­des­sen teil­wei­se Schnee­matsch und Was­ser. Die nun wie­der unter -10 Grad gefal­le­nen Tem­pe­ra­tu­ren dürf­ten dar­aus Glatt­eis­stre­cken machen.

Immer­hin soll es nun zunächst mit Tem­pe­ra­tu­ren um -15 Grad kalt blei­ben. Mit einem Zufrie­ren der Fjor­de (Tem­pel­fjord, Bil­lefjord) wird aber kaum noch gerech­net.

Der Tem­pel­fjord bei Fred­heim: der­zeit offe­nes Was­ser. Zum letz­ten Mal war hier 2013 soli­des Eis.

Tempelfjord bei Fredheim

Quel­le: NRK, Beob­ach­tung und Mit­tei­lun­gen vor Ort.

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