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Tages-Archiv: 30. August 2012 − News & Stories


Rus­si­scher Atom­ab­fall in den Nord­mee­ren

Auf dem Grund der Barents­see und der Kara­see (öst­lich von Nova­ya Zem­lya) lie­gen umfang­rei­che Alt­las­ten von Atom­müll, Atom­re­ak­to­ren aus Schif­fen und U-Boo­ten sowie ver­senk­te und gesun­ke­ne Schif­fe und U-Boo­te mit Atom­an­trieb oder ande­ren radio­ak­ti­ven Stof­fen. Soweit nichts Neu­es. Die nun von rus­si­scher Sei­te den nor­we­gi­schen Behör­den zugäng­lich gemach­te Inven­tar­lis­te offen­bart aller­dings erschre­cken­de Men­gen, die bis­lang deut­lich unter­schätzt wur­den. So „lagern“ auf dem Boden der ark­ti­schen Mee­re nicht etwa 11000 (ja, elf­tau­send!) Con­tai­ner mit Atom­müll, son­dern min­des­tens 17000, dazu 19 ver­senk­te Schif­fe mit radio­ak­ti­vem Abfall, 5 „Reak­tor­sek­tio­nen“, 3 Atom-U-Boo­te mit radio­ak­ti­vem Brenn­stoff, Brenn­stoff des Eis­bre­chers „Lenin“ sowie „735 wei­te­re radio­ak­ti­ve Ein­hei­ten“, was auch immer man sich dar­un­ter vor­zu­stel­len hat. Ob die Lis­te tat­säch­lich voll­stän­dig ist, ist unbe­kannt.

Neu ist die Offen­heit, mit der Russ­lands Behör­den den Umfang der strah­len­den Erb­schaft ihrem Nach­barn Nor­we­gen mit­tei­len. Der­zeit ist eine rus­sisch-nor­we­gi­sche For­scher­grup­pe damit beschäf­tigt, dem genau­en Ver­bleib und Zustand der gefähr­li­chen Alt­last nach­zu­spü­ren.

Frü­he­re Unter­su­chun­gen haben erge­ben, dass das Niveau der Radio­ak­ti­vi­tät im Bereich der Barents­see sehr gering ist, erstaun­lich gering ange­sichts der geschil­der­ten Men­gen von Atom­müll. Dies mag sich künf­tig aber ändern, wenn Behäl­ter und Reak­tio­nen durch­ros­ten. Im Ein­zel­fall soll sogar die Gefahr von Ket­ten­re­ak­tio­nen bis hin zu Atom­ex­plo­sio­nen dro­hen kön­nen, was die Behör­den bis­lang jedoch nicht bestä­tigt haben.

Bis 1985 war es inter­na­tio­nal üblich, Atom­müll im Meer zu ver­klap­pen. Die Sowjet­uni­on tat dies bis 1992. In jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit wur­den, auch mit sub­stan­ti­el­ler Hil­fen der EU und Deutsch­lands, bereits erheb­li­che Men­gen radio­ak­ti­ver Stof­fe aus Küs­ten­ge­bie­ten und Häfen rück­ge­holt.

Der lang­fris­ti­ge Ver­bleib radio­ak­ti­ver Stof­fe, die teil­wei­se über äußerst lan­ge Zeit­räu­me gefähr­lich blei­ben, ist ein Pro­blem, das für Men­schen vom Ein­zel­nen bis hin zu Gesell­schaf­ten und Volks­wirt­schaf­ten mas­si­ve Aus­wir­kun­gen hat und bis­lang nicht geklärt ist.

Der rus­si­sche Atom­eis­bre­cher Yamal in Franz Josef Land (2004). Foto: Chris­ti­ne Rein­ke-Kun­ze.

Quel­le: Aften­pos­ten, 28. August 2012

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