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„Fürs­tin der Fins­ter­nis“ in Ny-Åle­sund ent­deckt

Für man­che For­scher in Spitz­ber­gen gibt es im Win­ter nichts Auf­re­gen­de­res, als im Dun­keln und bei eisi­ger Käl­te mit einer Taschen­lam­pe auf einem Schwimm­pon­ton zu lie­gen und stun­den­lang ins ver­meint­lich tief­schwar­ze, leb­lo­se Meer zu leuch­ten. Denn so leb­los, wie man mei­nen könn­te, ist das Meer in der Polar­nacht nicht. Jetzt haben For­scher sogar eine für Spitz­ber­gen neue Art ent­deckt: Die Kro­nen­qual­le (Peri­phyl­la peri­phyl­la) tauch­te vor eini­gen Tagen plötz­lich im Licht­ke­gel der For­sche­rin San­na Maja­ne­va auf.

San­na Maja­ne­va erforscht das Leben im Meer in der dunk­len Jah­res­zeit im Nor­den Spitz­ber­gens. Gemein­sam mit den Pro­fes­so­ren für Mee­res­bio­lo­gie Jør­gen Ber­ge und Geir John­sen von der Uni­ver­si­tät in Trom­sø (UiT) und der Nor­we­gi­schen Uni­ver­si­tät für Wis­sen­schaft und Tech­no­lo­gie (NTNU) fing sie unver­hofft das Exem­plar, das nun näher unter­sucht wer­den soll.

Die bis zu 30 Zen­ti­me­ter gro­ße Kro­nen­qual­le ist eigent­lich eine sehr licht­emp­find­li­che Tief­see­qual­le und kommt nur nachts an die Was­ser­ober­flä­che. Da ist es natür­lich prak­tisch, wenn die Nacht gleich meh­re­re Mona­te lang andau­ert. Die „Fürs­tin der Fins­ter­nis“ hat einen röt­li­chen Kör­per, leuch­tet von innen und kann bis zu 30 Jah­re alt wer­den, was ein stol­zes Alter für eine Qual­le ist.

Liebt die Dun­kel­heit: Kro­nen­qual­le © Geir John­sen, NTNU/Unis

Kronenqualle

Ursa­che für das Auf­tau­chen der Kro­nen­qual­le im Meer vor Spitz­ber­gen könn­te sein, dass zuneh­mend wär­me­res Was­ser aus dem Atlan­tik nach Nor­den gepresst wird, ver­mu­tet Pro­fes­sor Jør­gen Ber­ge. Das­sel­be Phä­no­men ist auch dafür ver­ant­wort­lich, dass sowohl der Isfjord als auch der Kongsfjord in den letz­ten Win­tern zu gro­ßen Tei­len eis­frei geblie­ben sind.

An der Küs­te des nor­we­gi­schen Fest­lan­des taucht die Kro­nen­qual­le bereits seit meh­re­ren Jah­ren in immer grö­ße­ren Men­gen auf und beein­flusst dort das Öko­sys­tem. Sie ernährt sich von Krill und klei­nen Fischen und scheint vie­le Fisch­ar­ten aus den Fjor­den zu ver­trei­ben.

„Das (Auf­tau­chen der Kronenqualle/ Erg. d. Autorin) ist eine War­nung, dass ein Sys­tem sich ändert. Wir wer­den wohl nach und nach stän­dig neue Arten hier im Nor­den ent­de­cken, und vor­mals loka­le Arten könn­ten sich zurück­zie­hen oder ganz ver­schwin­den“, befürch­tet Pro­fes­sor Jør­gen Ber­ge.

Viel­leicht kann aber auch eine neue Nah­rungs­quel­le erschlos­sen wer­den: In Asi­en ist die Kro­nen­qual­le als gesun­de Deli­ka­tes­se begehrt, da sie Jod, Eisen und Kal­zi­um ent­hält. Die Kro­nen­qual­le soll gut für den Blut­kreis­lauf sein und eine schö­ne Haut machen. Na dann: Guten Appe­tit!

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Abschlie­ßend mein neu­es Ceter­um cen­seo: Mein neu­es Buch, das erzäh­len­de Foto­buch „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den (1): Spitz­ber­gen – vom Polar­licht bis zur Mit­ter­nachts­son­ne‟ ist nun end­gül­tig im Druck und kann ab sofort bestellt wer­den 🙂 (hier kli­cken)!

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Letzte Änderung: 31. Januar 2017 · Copyright: Rolf Stange
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