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Neues im Norden: Bank und Batterien

Traditionell überschlagen die Ereignisse sich im Norden während der dunklen Zeit eher nicht, und diesbezüglich macht die Polarnacht 2020 zumindest bislang glücklicherweise keine Ausnahme. Ein Eisbär, der neulich im Adventdalen gesehen wurde, kam Longyearbyen nicht weiter nahe, und es gibt bislang auch keine für den Ort relevante Lawinengefahr, wie in vergangenen Wintern bis hin zu mittelfristigen Evakuierungen ganzer Straßenzüge mehrfach erlebt.

Aber das heißt ja nichts, das gar nichts los ist. Natürlich läuft vieles hinter den Kulissen zur Bekämpfung der Corona-Krise, mit der auch in Longyearbyen wirtschaftich viele zu kämpfen, auch wenn es nach wie vor keine nachgewiesene Corona-Infektion in Spitzbergen gegeben hat.

Longyearbyen bekommt einen Batteriepark

Über eines sind alle sich einig: Longyearbyens Kohlekraftwerk, Baujahr 1982, ist eine steinzeitlich anmutende Energieversorgung für den ansonsten ziemlich modernen Ort. Eine neue Lösung ist überfällig. Wie aber genau die aussehen soll, ist eine seit Jahren heiß diskutierte Frage.

Klar ist, dass wohl alle Lösungen, die erneuerbare Energie lokaler Herkunft mit einbeziehen, eine Form der Energiespeicherung benötigen werden. Dafür wird nun immerhin der Grundstein gelegt. Wie die Svalbardposten berichtet, ist im die Finanzierung durch die Gemeinde (Lokalstyre) nun weitgehend gesichert: Im Budget für 2021 sind 40 Millionen Kronen dafür vorgesehen. Der Rest soll vom Staatsbetrieb Enova aufgebracht werden. Insgesamt rechnet man mit Kosten von 60 Millionen Kronen.

Auch im Zusammenspiel mit dem existierenden Kohlekraftwerk soll der Batteriepark den Betrieb ökonomischer und umweltfreundlicher machen, indem Verbrauchsspitzen über Batteriestrom aufgefangen werden können. So kann der Grundlastbetrieb im Kraftwerk reduziert werden. Aktuell ist das Kraftwerk, das 1982 für einen deutlich kleineren Ort konzipiert und gebaut wurde, mehr als ausgelastet, und Stromausfälle kommen in Longyearbyen kein seltenes Phänomen.

Kraftwerk Longyearbyen

Das Kraftwerk in Longyearbyen: eine sehr fossile Energielösung.

Der Batteriepark soll in direkter Nachbarschaft zum Kraftwerk entstehen.

Die Bank gewinnt doch nicht immer

Meistens gewinnt die Bank, aber nicht immer. Aufgrund eines stark kritisierten Beschlusses der SpareBanken Nordnorge schloss die einzige Bankfiliale Longyearbyens am 18. Dezember. Die meisten Alltagsdienstleistungen sind über das Internet zugänglich, aber natürlich sind viele skeptisch, ob das in allen Fällen funktionieren wird, die traditionell über direkten Kontakt abgewickelt werden. Dazu kommen viele nicht-Norweger, die in Longyearbyen leben und sich etwa bei Eröffnung eines Kontos ausweisen müssen. Dies soll künftig in der Post möglich sein.

Dazu kommt die Frage der Versorgung mit Bargeld, die auch für Touristen nicht unwichtig ist. Der einzige Geldautomat Spitzbergens ist schon seit Monaten außer Betrieb, da es Probleme mit dem Herbeischaffen von Bargeld gibt. Hier ist noch unklar, wie eine künftige Lösung aussehen könnte. Die Nutzung bargeldloser Zahlungsmethoden ist in Norwegen weit fortgeschritten, aber viele wollen auf Bargeld letztlich doch nicht verzichten und es ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Zahlungsmittel, das weiterhin flächendeckend angeboten werden muss.

Dennoch schloss die Filiale der SpareBanken in Longyearbyen letzte Woche trotz lokaler Proteste endgültig. Das Personal wurde von mehreren Chören feierlich verabschiedet, und die Zeremonie endete in der beliebten Kneipe Karlsberger Puben fast direkt gegenüber der Bank.

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Letzte Änderung: 23. Dezember 2020 · Copyright: Rolf Stange
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