In einer Pressemeldung hatte die norwegische Regierung vor 10 Tagen angekündigt, die Einreise nach Norwegen zu erleichtern.
Am Tag, als die neuen Regeln in Kraft traten, also am 27. Mai, veröffentlichte die norwegische Regierung dann noch eine präzisierende Ergänzung: Im Kern gelten die erleichterten Einreiseregeln nur für Norweger. Das hatte man wohl für so selbstverständlich gehalten, dass ein expliziter Hinweis in der ursprünglichen Meldung unterblieben war.
Nicht-norwegische Touristen dürfen vorerst NICHT nach Norwegen einreisen
In der genannten Erklärung vom 27.5. heißt es unter anderem:
„Diese (Anm.: Personen) können nicht nach Norwegen einreisen (gilt für Bürger aller Länder, auch Bürger aus EU/Europäischer Wirtschaftsraum und aus skandinavischen Ländern):
Touristen
…
Es folgen weitere Punkte mit weiteren Personengruppen, die explizit nicht einreisen dürfen, wenn sie nicht unter gesonderte Ausnahmeregelungen fallen, darunter „ferne“ Verwandte wie Großeltern (sic), ausländische Studenten (auch aus skandinavischen Ländern), Personen mit Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung, die aber noch nicht in Norwegen wohnen, Geschäftsreisende, Besitzer von Ferienwohnungen (die Aufzählung ist hier nicht vollständig, sondern nur beispielhaft).
Die Nennung der Gruppe „Touristen“ an erster Stelle und als einziger Punkt mit nur einem Wort sendet eine starke und zentrale Botschaft aus: Touristen sind in Norwegen derzeit nicht willkommen.
Flughafen Oslo Gardermoen: hier könnte langsam wieder etwas mehr Leben zurückkehren – im internationalen, touristischen Reiseverkehr aber nur für Norweger.
Es gibt eine Reihe von Ausnahmen für Ausländer, die trotz des generellen Verbots einreisen dürfen. Darunter fallen u.a. in Norwegen wohnende Ausländer, Ausländer aus Regionen bzw. Ländern, für die keine Quarantänepflicht gilt (das würde wohl auch auf Touristen zutreffen), Besucher naher Verwandter, bestimmte Berufsgruppen in dienstlichem Zusammenhang (Journalisten, Seeleute, Diplomaten, medizinisches Personal aus bestimmten Ländern, …), Personen, die in Spitzbergen gemeldet sind.
Ausschlaggebend ist zunächst weiterhin die Karte des FHI (Folkehelseinstitutt, das norwegische Äquivalent zum Robert Koch Institut), das Ländern eine bestimmte Gefahrenstufe zuordnet. Aktuell sind fast alle europäischen Länder rot eingezeichnet.
Im Detail sind die Regeln kompliziert und bei Bedarf auf den Seiten der zuständigen amtlichen Stellen nachzulesen. Im Kern ist die Botschaft klar, siehe oben.
Mit ein wenig Disziplin halte ich mich an meine übliche Linie, mich weitgehend mit der zusammenfassenden Wiedergabe von Information zu begnügen, und spare mir hier persönliche Kommentare.