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Longyearbyen künftig CO2-neutral?

Wird Longyearbyen Norwegens erster CO2-neutraler Ort? Diese Vision hat eine Gruppe Forscher von UNIS, und sie sind der Realisierung wieder ein kleines Stück näher gekommen. Die Geologie um Longyearbyen scheint geeignet, um längerfristig größere Mengen Kohlendioxid aufzunehmen: Pörose Sandsteinschichten können größere Gasvolumina speichern, während auflagernde, feinkörnige Tonsteinschichten als gasdichter Deckel dienen. Erste Versuche mit Wasser anstelle von Gas verliefen vielversprechend.

Im nächsten Schritt müsste eine größere Menge Kohlendioxid in den Untergrund verbracht werden, um dessen Eigenschaften als Gaslager realistisch zu testen. Dazu gibt es drei Möglichkeiten: Abscheidung von CO2 vom lokalen Kohlekraftwerk, das ohnehin mittelfristig durch ein neues ersetzt oder zumindest umfassend modernisiert werden soll. Die zweite Möglichkeit wäre die lokale Produktion mittels eigens hierzu eingesetzter Anlagen. Drittens kann CO2 mit einem Tankschiff gebracht werden.

Eine Entscheidung steht noch aus, auch die Finanzierung muss Schritt für Schritt hart erkämpft werden. Strategisches Ziel ist nicht nur die klimaneutrale Lagerung der im globalen Zusammenhang unbedeutenden Menge Kohlendioxid, die im Kraftwerk von Longyearbyen produziert wird, sondern die Erforschung des CCS-Systems („Carbon dioxide capture and storage“) innerhalb eines relativ kleinen Systems, das innerhalb eines Ortes alle Glieder von der Produktion der Kohle über deren teilweisen Verbrauch zur Energieproduktion und schließlich die potenzielle Lagerung von CO2 im Untergrund umfasst. Langristiges Ziel könnte die Nutzung ähnlicher, aber deutlich größerer geologischer Strukturen im Meeresboden von Barentssee oder Nordsee sein, die durch die Öl- und Gasindustrie bereits erschlossen sind.

Das „CO2-Laboratorium“ im Adventdalen bei Longyearbyen: Versuchsanlage zur Verbringung von Kohlendioxid in den Untergrund.

CO2-Laboratorium, Adventdalen

Quelle: Aftenposten

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Letzte Änderung: 27. Mai 2013 · Copyright: Rolf Stange
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