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HomeArktis-Blog: Jan Mayen, Spitzbergen → Ber­lin, Reykja­vik, Ísaf­jörður

Ber­lin, Reykja­vik, Ísaf­jörður

Die Span­nung steigt und steigt. Eine Mischung aus Vor­freu­de und Ner­vo­si­tät, wie ich sie sonst vor Ark­tis-Rei­sen schon lan­ge nicht mehr habe. Aber auf Jan May­en habe ich mich schon meh­re­re Jah­re gefreut. Ande­rer­seits weiß ich, dass es mit Sicher­heit eine sehr anspruchs­vol­le und anstren­gen­de Rei­se wer­den wird, eine Expe­di­ti­on, wenn man so will. Kei­ne gemüt­li­chen Spa­zier­gän­ge, son­dern rich­tig lan­ge, anstren­gen­de Tou­ren. Die Scheiß­wet­ter-Ska­la ist nach oben offen. Und erst mal 2 Tage Wel­len­rei­ten. Aber das gehört dazu. Jan May­en hat sei­nen Preis, die Fas­zi­na­ti­on ist nicht für lau zu haben.

Eigent­lich soll­te es ja schon 2012 hin­ge­hen, aber nach­dem eines der an der viel­leicht zu auf­wän­dig geplan­ten Logis­tik betei­lig­ten Schif­fe vor­her eine Art Rei­fen­pan­ne gehabt hat­te, geht es also jetzt los: 2014. Aber viel pas­sen­der könn­te es auch eigent­lich nicht sein, denn vor genau 400 Jah­ren wur­de Jan May­en ent­deckt. Ver­mut­lich. So genau weiß es ja kei­ner. Aber am 28. Juni 1614 besuch­te der eng­li­sche Wal­fang­ka­pi­tän John Clar­ke die Insel. Er doku­men­tier­te sei­nen Besuch gut, was vor­her kei­ner getan hat, also kann Käpt’n John gut als Ent­de­cker von Jan May­en gel­ten. Auf den Tag genau 400 Jah­re vor jenem Sams­tag, an dem ich mein Gepäck gepackt habe, um Johns Ent­de­ckung auf den Grund zu gehen. Wie pas­send ist das denn! Zuge­ge­ben, es ist Zufall. Ich wäre ja auch 2012 gefah­ren, hat­te ich ja schon vor. Aber die Zufäl­le woll­ten es anders. Viel­leicht soll­te es ja so sein … kann nur ein gutes Zei­chen sein ☺

Natür­lich waren die letz­ten Tage hek­tisch. Wie könn­te es auch anders sein. Viel Zeit damit ver­bracht, viel Kne­te aus­zu­ge­ben für Din­ge, von denen ich mei­ne, sie bald zu brau­chen. Oder für Din­ge, die ich eigent­lich habe, aber gera­de nicht fin­de …

Wäh­rend das Wet­ter auf Jan May­en schon fast ver­däch­tig gut ist – 11 Grad, fast wind­still, teil­wei­se sogar son­nig – geht es hier schon fast ver­däch­tig gut los. Weder ver­zö­gert ein Stau die Fahrt zum Flug­ha­fen um kata­stro­pha­le Stun­den, noch bricht die Kar­re zusam­men. Man wun­dert sich fast.

Noch mehr wun­de­re ich mich, dass Wuff Luft (so etwa über­setzt sich doch Wow Air, oder?) sich über­haupt nicht an mei­nem Über­ge­wicht, genau­er gesagt am Über­ge­wicht mei­nes Gepäcks. Dass mein eige­nes Über­ge­wicht sich in hof­fent­lich bee­ren­berg-taug­li­chen Gren­zen hält, dafür habe ich in den letz­ten Wochen gesorgt. Lau­fen, Gepäck­mär­sche, Fahr­rad­fah­ren, Kraft­trai­ning. Letzt­lich ist es mir nicht wich­tig, ob wir den Bee­ren­berg-Gip­fel errei­chen, aber aus Man­gel an Fit­nes ein paar hun­dert Meter unter dem Gip­fel schlapp zu machen, wenn die Chan­ce sich bie­tet, das wäre ja nun auch nicht schön.

Und wäh­rend ich auf dem Inlands­flug­ha­fen noch knapp 2 Stünd­chen gemüt­lich rum­hän­ge, habe ich völ­lig uner­war­tet die Mög­lich­keit, noch das Spiel Nie­der­lan­de-Mexi­ko zu schau­en. Gudo, ein nie­der­län­di­scher Jan-May­en-Fah­rer, den ich vor­hin schon im Bus getrof­fen habe, hängt ganz gespannt am Bild­schirm … auf weia, da hat Hol­land gera­de ein Tor kas­siert, nicht dass das auf die Lau­ne schlägt … aber wer sich wirk­lich für Fuß­ball interessiert,verbringt die nächs­ten Wochen ohne­hin nicht auf Jan May­en.

Übri­gens, um bösen Gerüch­ten vor­zu­beu­gen: dass unse­re Rück­kehr in die Zivi­li­sa­ti­on einen Tag vor dem WM-End­spiel statt­fin­det, ist Zufall. Wirk­lich. Ich habe es erst vor ein paar Tagen über­haupt rea­li­siert, dass es so ist.

Kli­cken Sie auf die Bil­der, um eine ver­grö­ßer­te Dar­stel­lung des Bil­des zu erhal­ten.

Hat eigent­lich jemand bis hier­her gele­sen, oder war das schon zuviel? Bis auf ein paar Stun­den im Flug­zeug sit­zen ist ja noch gar nichts pas­siert, und trotz­dem schon fast eine Sei­te geschrie­ben … ich mach dann auch mal Schluss. Und lese noch etwa im Jan May­en Buch. Ja, ich fan­ge an, mei­ne eige­nen Bücher zu lesen. Ist aber gar nicht so schlecht ☺ aber ich muss mein Geschichts­wis­sen noch etwas auf­po­lie­ren, und der letz­te Besuch auf Jan May­en liegt ja auch schon ein paar Jah­re zurück, zuge­ge­ben.

Info für Rei­se-Inter­es­sier­te: Ein paar Gedan­ken zur Jan May­en Tour, die alle sich durch­le­sen soll­ten, die künf­tig dabei sein wol­len.

Abschlie­ßend mein neu­es Ceter­um cen­seo: Mein neu­es Buch, das erzäh­len­de Foto­buch „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den (1): Spitz­ber­gen – vom Polar­licht bis zur Mit­ter­nachts­son­ne‟ ist nun end­gül­tig im Druck und kann ab sofort bestellt wer­den 🙂 (hier kli­cken)!

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Letzte Änderung: 17. Juli 2014 · Copyright: Rolf Stange
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