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Bergbau schrumpft drastisch

Die niedrigen Kohlepreise auf dem Weltmarkt setzen der norwegischen Bergbaugesellschaft Store Norske Spitsbergen Kulkompani (SNSK) noch stärker zu als erwartet. Bereits im Frühjahr musste der norwegische Staat, der fast alle Anteile der SNSK besitzt, dem Betrieb mit einem Kredit aus der Klemme helfen (siehe Kohle für die Kohle: Spitzbergen.de-Nachrichten vom Mai). Angesichts der schlechten Preise reicht das aber nicht, um den weiteren Betrieb wirtschaftlich tragfähig zu machen.

Angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Situation hat die Führung innerhalb der SNSK sich zu drastischen Maßnahmen entschlossen, darunter:

  • Der Förderbetrieb in den Gruben bei Sveagruva (Svea Nord und die neue Lunckefjell-Grube) wird zunächst eingestellt. Eine Minimalbesetzung von etwa 50 Angestellten soll diese Anlagen soweit erhalten, dass der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.
  • Wenn der Kohlepreis auf dem Weltmarkt bis 2019 nicht den rentablen Betrieb der Gruben bei Sveagruva erlaubt, werden die Anlagen dort endgültig geschlossen.
  • Der Betrieb in der kleineren Grube 7 in der Nähe von Longyearbyen wird intensiviert: Dort sollen 45 statt bisher 24 Bergleute die Produktion von 70.000 auf 155.000 Tonnen Kohle steigern.
  • Weitere Vorkommen im Umfeld der Grube 7 sollen erschlossen werden, um den Betrieb dort für mindestens 10 Jahre zu sichern.
  • Die Verwaltung wird verkleinert.

Für den Erhaltungsbetrieb in Sveagruva werden pro Jahr 95 Millionen Kronen benötigt, was der Eigner der SNSK (also der Staat) aufbringen müsste. Dazu werden von nun an mit der Regierung Verhandlungen geführt.

Unterm Strich sollen durch diese Maßnahmen etwa 150 Arbeitsplätze in Sveagruva und Longyearbyen wegfallen, die meisten in Sveagruva. Mit den bereits vorgenommenen Entlassungen beläuft sich der Jobverlust somit auf 250 innerhalb von 1,5 Jahren.

In Longyearbyen gehen vielfach Zukunftsängste um. Nach wie vor sind auch viele kleinere Betriebe indirekt mehr oder weniger stark vom Bergbau abhängig, und man fürchtet, dass dem Ort die wirtschaftliche Basis entzogen wird, wenn die Industrie in weiten Teilen abgewickelt wird. Die politische Diskussion um die Zukunft von Longyearbyen ist im Gang. Unter anderem wird gefordert, den geplanten Ausbau des Hafens schneller voranzutreiben.

Steht im Dunkeln: Bergmann in Longyearbyen.

Bergmann Longyearbyen

Quelle: Svalbardposten (36/2015)

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Letzte Änderung: 13. Oktober 2015 · Copyright: Rolf Stange
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