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Spitzbergens galoppierende Gletscher

Mehrere Gletscher auf Spitzbergen stoßen derzeit kräftig vor. Dieses als „Surge“ (wörtlich: Woge) bezeichnete Verhalten hat mit der internen Mechanik der Eisbewegung zu tun: Die Gletscher bauen über Jahrzehnte im oberen Bereich (Einzugsgebiet) Masse auf, um diese dann innerhalb von relativ kurzer Zeit (1-2 Jahre) mittels schneller Bewegung abwärts zu transportieren. Dabei kann die Bewegungsgeschwindigkeit des Eises zeitweise beeindruckende 10 Meter pro Tag überschreiten, was dazu führt, dass das Eis zerbricht und die Gletscher sehr spaltig werden.

In den letzten Wochen wurde dieses Verhalten am Penckbreen (Van Keulenfjord) und am Aavaatsmarkbreen (Forlandsund) neu beobachtet, bei weiteren ist es bekannt. So hatte der Vorstoß von Teilen der Eiskappe Austfonna um 2014 Aufmerksamkeit auf sich gezogen, aber auch viele kleinere Gletscher „surgen“, vor allem im Süden Spitzbergens.

Das Surge-Verhalten ist, wie erwähnt, in der Fließmechanik begründet und deutet nicht auf ein klimatisch begründetes Vorstoßen hin. Insgesamt ist die Massenbilanz der Gletscher Spitzbergens deutlich negativ, mit Tendenz zur Beschleunigung des Eisverlustes in jüngeren Jahren aufgrund des Klimawandels.

Spitzbergens galoppierende Gletscher – Penckbreen Surge

Der vorstoßende Penckbreen aus 600 Metern Höhe (Foto April 2016 © Stig Onarheim, mit freundlicher Genehmigung).

Penckbreen Vorstoß

Quelle: Feltlogg, Svalbardglaciers.org.

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Letzte Änderung: 12. August 2016 · Copyright: Rolf Stange
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