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Home* Reiseberichte & FotosArktis-Blog: Jan Mayen, Spitzbergen → Moffen & Woodfjord – 16. September 2018

Moffen & Woodfjord – 16. September 2018

Das Wetterglück bleibt uns hold, die Sonne lacht immer wieder durch die dünnen Wolken hindurch und vor allem ist es windstill und das Meer fast spiegelglatt, als wir frühmorgens Kurs auf Moffen setzen. Nicht lange später stehen wir an Land. Moffen! Diese kleine Insel direkt auf dem 80. Breitengrad, kaum mehr als eine ausgedehnte Kiesbank mit Lagune, sie übt eine Faszination aus, die sich kaum in ein paar Worte fassen lässt. Eine einsame, kleine Insel mitten im Polarmeer, diese schräge Landschaft aus alten Strandwallserien, die sich zu einer ausgedehnten Kiesebene addieren, der Reiz einer verbotenen Insel, alles kommt zusammen. „Verbotene Insel“, denn von Mitte Mai bis Mitte September darf man Moffen nicht näher als 300 Meter kommen. Aber heute ist der 16. September und damit ist nicht nur das Wetter, sondern auch der Kalender auf unserer Seite.

Walrosse auf Moffen

Wer beobachtet wen? Neugierige Walrosse auf Moffen

Moffen

Liegt genau auf 80° Nord: Die Insel Moffen

Ach ja, und dann sind da natürlich noch die Walrosse. Über hundert sind es, die in 3 Gruppen an der Südspitze von Moffen liegen und im Wasser planschen. Wir haben ein herrliches Erlebnis mit diesen Walrossen, keine Ahnung, wer neugieriger ist, sie oder wir. Mehrfach kommen Walrosse angeschwommen und schauen, wer hier so am Ufer steht. Sie kommen ziemlich nah heran.

Auch Müll gibt es auf Moffen, leider, wie fast überall. Wir nehmen eine beeindruckende Menge davon mit an Bord, viele kleinere, tragbare Säcke werden an Deck in die Riesensäcke umgepackt.

Viele von uns haben Christiane Ritters Buch „Eine Frau erlebt die Polarnacht“ gelesen, für einige war es vor vielen Jahren ein literarischer Türöffner für die Arktis. Wir haben die Chance, den Ort des Geschehens bei Gråhuken zu besuchen und tun das gerne. Für manche ein richtig emotionales Erlebnis!

Gråhuken

In der Ritterhütte überwinterte Christiane Ritter 1943/35. Gebaut hat die Hütte 1928 der legendäre norwegische Trapper Hilmar Nøis.

In der Bucht von Mushamna fällt schließlich zum letzten Mal für heute der Anker – die Lagune selbst ist schon zugefroren, wie wir bei der Einfahrt feststellen und schnell wieder heraussteuern, denn zum Überwintern reichen die Vorräte wohl nicht. Wir lassen den Abend beim Lagerfeuer am Strand stimmungsvoll ausklingen.

Mushamna

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Letzte Änderung: 25. September 2018 · Copyright: Rolf Stange
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