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Monats-Archiv: Februar 2020 − News & Stories


Lawinenunglück am Fridtjovbreen: Zwei Menschen ums Leben gekommen

Zwei Menschen, beide aus Deutschland, sind bei einem Lawinenunglück am Fridtjovbreen südlich von Barentsburg ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich während einer geführten Motorschlittentour der Arctic Travel Company in Barentsburg. Als Rettungskräfte in Longyearbyen vor Ort eintrafen, konnte bei den beiden Verunglückten nur noch der Tod festgestellt werden.

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Die norwegischen Behörden benachrichtigen die Angehörigen und werden den genauen Ablauf untersuchen. Die Gemeinde Longyearbyen hat einen Krisenstab eingerichtet, um betroffenen Personen in Barentsburg und Longyearbyen beizustehen.

Eisbär wog 62 kg

Der Eisbär, der Ende Januar nach Betäubung beim Transport im Hubschrauber starb, wog nur 62 kg, wie erste Ergebnisse der Obduktion ergaben. Demnach muss der Eisbär entweder noch sehr klein oder äußerst mager gewesen sein. Selbst ein ausgewachsenes, aber kleines Weibchen sollte in gesundem Zustand weit über 100 kg wiegen.

Prinzipiell kann man vermuten, dass es sich daher entweder um ein von der Mutter getrenntes Jungtier handelte, das wahrscheinlich ein Jahr alt war, oder um einen extrem abgemagerten Eisbären. Selbst für einen zweijährigen Jungbären, der dann auch noch mit seiner Mutter zusammen sein sollte, wäre das Gewicht deutlich zu niedrig. Sollte es zutreffen, dass es sich um ein einjähriges Jungtier gehandelt hat, wäre das Tier ohne seine Mutter nicht überlebensfähig gewesen.

Ähnlich hätten wohl auch die Chancen für ein erwachsenes Tier mit einem Gewicht von 62 kg gestanden.

Dies ist derzeit jedoch alles nur Spekulation. Weitere Details aus der Obduktion, die genauere Aufschlüsse über die Todesursache vermuten lassen, werden erst in mehreren Wochen erwartet.

Junger Eisbär

Junger Eisbär zusammen mit seiner Mutter. Der kleinere Bär war zur Zeit der Aufnahme etwa 20 Monate alt und deutlich schwerer als 60 kg.

Neue Informationen gibt es auch zu den Eisbären, die Longyearbyen Ende Dezember besuchten: Ergebnisse von DNA-Untersuchungen anhand von Gewebe- und Kotproben zeigten, dass es mindestens zwei verschiedene Eisbären waren, die durch Longyearbyen zogen.

100 Jahre Spitzbergenvertrag

Heute vor 100 Jahren, am 09. Februar 1920, wurde in Versailles der Spitzbergenvertrag unterschrieben. Dieser sichert Norwegen seitdem die Souveränität über die Inselgruppe Spitzbergen, schließt aber auch einige Einschränkungen mit ein. Mehr zum Spitzbergenvertrag und seinen Bestimmungen können Sie hier (klicken) nachlesen, auf der diesem Vertrag gewidmeten Seite innerhalb von Spitzbergen.de.

Spitzbergenvertrag: Wedel Jarlsberg, Paris 1920

Fredrik Wedel Jarlsberg, der norwegische Gesandte in Versailles,
unterschreibt am 09. Februar 1920 den Spitzbergenvertrag.

Der Spitzbergenvertrag war im Rahmen der Friedensverhandlungen in Versailles 1919 über Monate hinweg beraten und ausgehandelt worden. Für Norwegen übernahm der Gesandte Fredrik Wedel Jarlsberg die Verhandlungen, aber andere wie unter anderem Fridtjof Nansen hatten über Jahre hinweg wichtige Vorarbeiten geleistet, damit es soweit kommen konnte.

Heute wird der Vertrag oft als Svalbardvertrag bezeichnet. Das Wort „Svalbard“ kommt im Originaltext allerdings kein einziges Mal vor.

Bevor der Vertrag in Kraft treten konnte, mussten zunächst die zahlreichen und oft überlappenden Gebietsansprüche verschiedener Bergbaugesellschaften sortiert werden. Schließlich wurde der Vertrag in norwegisches Recht überführt und trat am 14. August 1925 in Kraft. In Norwegen gilt daher der 14. August als „Nationalfeiertag“ Svalbards.

Der Vertrag gilt bis heute. Uneinigkeiten bestehen allerdings im Hinblick auf die Nutzung mariner Ressourcen (Fischerei, Öl, Gas, ggf. Bodenschätze) außerhalb der 12-Meilenzone, aber innerhalb der 200-Meilenzone um Spitzbergen. Diese Zonen wurden erst viel später im internationalen Seerecht definiert und wurden im Vertrag von 1920 daher nicht geklärt. Norwegen vertritt die Position, einen exklusiven Anspruch auf die wirtschaftliche Nutzung in diesem Gebiet (innerhalb der 200-Meilenzone, aber die 12-Meilenzone nicht eingeschlossen, hier gilt gleiches Recht für alle) zu haben. Andere Regierungen sehen dies anders, darunter Lettland und Russland. Lettland trat als aktuell letztes Land am 13. Juni 2016 dem Spitzbergenvertrag bei (ein paar Monate nach Nordkorea). Russlands Außenministerium hat gerade wieder einmal in einer Pressemitteilung darauf hingeweisen, dass man in Moskau mit den Einschränkungen russischer Aktivitäten unzufrieden ist und bilaterale Verhandlungen erwartet. Norwegen ist darauf bislang noch nicht eingegangen.

Spitzbergenvertrag: Mitgliedsländer

Mitgliedsländer im Spitzbergenvertrag.

Dem 100-jährigen Jubiläum des Vertrags sind am 09. Februar zahlreiche Vorträge in Longyearbyen, Norwegen und anderen Ländern gewidmet.

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News-Auflistung generiert am 22. Februar 2020 um 15:05:07 Uhr (GMT+1)
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