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Monats-Archiv: Juli 2020 − Reiseblog


Wegen Coro­na: Anti­gua-Fahrt und Pyra­mi­den-Tour im Sep­tem­ber fal­len aus

Lei­der, aber auch wenig über­ra­schend, müs­sen wir auch die Spitz­ber­gen­rei­se mit der Anti­gua im Sep­tem­ber (08.-18.09.2020) aus. Auch wenn Nor­we­gen ab Mitt­woch wie­der die Gren­zen für Tou­ris­ten aus den meis­ten Län­dern Euro­pas öff­net, gel­ten wegen der Gefahr durch das Coro­na-Virus für Schiffs­rei­sen doch beson­de­re Regeln, die die Durch­füh­rung der Rei­sen auf abseh­ba­re Zeit unmög­lich machen. Die gefor­der­ten Hygie­ne­re­geln, Abstän­de, Ober­gren­zen für Nut­zung der Kapa­zi­tä­ten etc. sind ins­be­son­de­re auf klei­nen Schif­fen nicht umsetz­bar. Die Kom­bi­na­ti­on „Schiff“, „klein“ und „Ende der Welt“ ist eine der ungüns­tigs­ten Vor­aus­set­zun­gen der­zeit, die man sich vor­stel­len kann.

Die Teil­neh­me­rIn­nen wer­den zeit­nah von der Geo­gra­phi­schen Rei­se­ge­sell­schaft infor­miert.

Corona-Virus, Spitzbergen

Mit der Anti­gua in Spitz­ber­gen: die­ses Jahr wegen Coro­na nicht mehr mög­lich.

Dies gilt auch die vor der Anti­gua­fahrt geplan­te Pyra­mi­den­rei­se (31.08.-07.09.2020). Auch die­se wird lei­der nicht statt­fin­den, auch hier wer­den die Teil­neh­me­rin­nen nun kon­tak­tiert.

Spitz­ber­gen mit der Anti­gua: Ein Bei­trag im Kon­junk­tiv

Meist geht es in den Bei­trä­gen an die­ser Stel­le ja eher nüch­tern um Din­ge, die tat­säch­lich pas­siert sind.

Im Gegen­satz dazu geht es hier latent emo­tio­nal um das, was gera­de nicht pas­siert.

Ges­tern, am 09. Juli, hät­ten wir uns in Lon­gye­ar­by­en auf der guten, alten Anti­gua ein­ge­schifft. Etwa 30 Pas­sa­gie­re, etwas auf­ge­regt, gut gelaunt und mit viel Span­nung und Erwar­tung. Zehn Leu­te Mann­schaft, Kapi­tän (wahr­schein­lich Robert), Steu­er­leu­te, Deck­hand, Küche & Ser­vice, drei Gui­des – Alex, Kris­ti­na und ich. Alle hat­ten sich lan­ge auf die Fahrt gefreut, bis sie dann vor ein paar Wochen vom Coro­na-Virus gefres­sen wur­de, wie so vie­les in die­sem schrä­gen Jahr. 19 Tage Spitz­ber­gen futsch. Nicht ein­fach irgend­wel­che Tage. Spitz­ber­gen unter Segeln, das ist immer inten­siv und erleb­nis­reich. Auf jeder Fahrt erle­ben wir Din­ge, von denen ich nach einem Vier­tel­jahr­hun­dert Spitz­ber­gen­fahr­ten den­ke: „das gibt’s doch nicht“.

Antigua, Spitzbergen

Spitz­ber­gen mit der Anti­gua: wäre ges­tern (9. Juli) los­ge­gan­gen.

Was uns die­sen Som­mer ent­geht, nicht nur auf der theo­re­tisch gera­de begin­nen­den, tat­säch­lich aus­fal­len­den Fahrt, son­dern auch auf den ande­ren Fahr­ten und Rei­sen, die nun nicht statt­fin­den – nie­mand wird es je wis­sen. Aber natür­lich kann man etwas her­um­träu­men und sich ein paar Gedan­ken machen. Span­nend ist, wie immer, ein Blick auf Wet­ter­vor­her­sa­ge und Eis­kar­te:

Wetterbericht Spitzbergen

See­wet­ter­be­richt für Sams­tag (11. Juli).

Der heu­te (Frei­tag) zunächst noch kräf­tig an der West­küs­te pus­ten­de Wind soll abseh­bar abneh­men, aber im Isfjord ist es ruhig, still und schön, in der Nacht auf Sams­tag wohl auch feucht. Wahr­schein­lich hät­ten wir den heu­ti­gen, ers­ten Tag eher im Isfjord ver­bracht. Tem­pel­fjord, Bill­efjord, Nordfjord mit Ekmanfjord, Cor­a­hol­men, Bohem­an­flya und so wei­ter … was gibt es da nicht alles für schö­ne Ecken! (Durch Kli­cken auf die Links kann man die­se Orte zumin­dest online jeder­zeit besu­chen.)

Am Sams­tag soll der Wind vor der Küs­te auf Süd dre­hen. Ich den­ke, dann hät­ten wir uns vor die Küs­te „gewagt“ und Segel gesetzt, Kurs Nord, mit feins­tem Segel­wind! Im Nor­den soll es in den nächs­ten Tage laut Wet­ter­be­richt von heu­te ruhig wer­den und auch ruhig blei­ben, und dann steht einem ja die­se Welt dort offen.

Wetterbericht Spitzbergen

See­wet­ter­be­richt für Sonn­tag (12. Juli).

Und nun noch ein Blick auf die Eis­kar­te. Das ist jetzt wirk­lich inter­es­sant. Im Osten und Nord­os­ten gibt es näm­lich immer noch sehr viel Treib­eis und sogar noch fes­tes Fjor­deis in man­chen Fjor­den, vor allem um das Nord­aus­t­land. So wie es jetzt aus­sieht, wären uns die­se fer­nen Regio­nen also gar nicht zugäng­lich, und das kann durch­aus noch für ein paar Wochen so blei­ben. Es wäre also wahr­schein­lich eine „Umrun­dung ohne Umrun­dung“ gewor­den. Was bei Fahrt­be­ginn gegen Mit­te Juli eher unwahr­schein­lich, aber abso­lut nicht unmög­lich ist, wie man sieht. Natür­lich wäre es span­nend gewe­sen, sich das vor Ort anzu­se­hen, aber es ist immer­hin auch inter­es­sant, viel­leicht in den nächs­ten 2-3 Wochen ab und zu mal einen Blick auf die Eis­kar­te zu wer­fen und sich ein paar Gedan­ken zu machen.

Eiskarte Spitzbergen

Eis­kar­te Spitz­ber­gen, Stand 09. Juli (© Nor­we­gi­sches Meteo­ro­lo­gi­sches Insti­tut).

Aber nun schaut Euch den Lief­defjord und Woodfjord an! Offe­nes, also wahr­schein­lich navi­gier­ba­res Treib­eis, wohl mit ein paar grö­ße­ren Eis­fel­dern, etwa der gel­be Fleck vor der Reins­dyr­flya, und fes­tes Eis (grau) im inne­ren Woodfjord! Da hät­ten wir bei brauch­ba­rem Wet­ter – und das soll dort nächs­te Woche herr­schen – sicher meh­re­re unver­gess­li­che Tage vebracht. Um dann Rich­tung Nord­aus­t­land und Hin­lo­pen­stra­ße wei­ter­zu­schau­en. Auch dort hät­te die Kom­bi­na­ti­on aus Treib­eis, zum Heu­len schö­nen Land­schaf­ten und sicher vie­len Tie­ren, von Lum­men bis hin zu Wal­ros­sen, Eis­bä­ren und wahr­schein­lich Walen, bestimmt ein­ma­li­ge Tage beschwert.

Isfjord

Was uns wohl im Isfjord so begeg­net wäre? Hier ein paar Bil­der von den Rei­sen der letz­te Jah­ren. So oder anders hät­te es sein kön­nen.

Kli­cken Sie auf die Bil­der, um eine ver­grö­ßer­te Dar­stel­lung des Bil­des zu erhal­ten.

For­landsund

Hier im For­landsund haben wir ja etwa letz­tes Jahr viel Zeit ver­bracht 😉 wie die­je­ni­gen, die dabei waren, sich bestimmt nicht unger­ne erin­nern wer­den. Alle die­ser Bil­der sind von 2019.

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Woodfjord und Lief­defjord

Nur ein paar Mög­lich­kei­ten von den Ein­drü­cken, die sich im Woodfjord und Lief­defjord an der Nord­küs­te hät­ten erge­ben kön­nen. Es gibt ja auch noch den Raudfjord, den Wij­defjord, den Sorgfjord, … ach ja.

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Hät­te, könn­te, wäre, soll­te. Viel Fahr­rad­ket­te. Das alles bleibt rei­ne Vor­stel­lung, unge­se­hen, nicht erlebt. Die etwa 40 ark­tis­be­geis­ter­ten Men­schen, die 2 1/2 Wochen zusam­men auf einem klei­nen Schiff im Nor­den ver­brin­gen und sich gemein­sam begeis­tern und fas­zi­nie­ren las­sen wol­len, wer­den sich nun in die­ser Kom­bi­na­ti­on nie tref­fen. Scha­de.

Es bleibt zu hof­fen, dass wir uns nächs­tes oder viel­leicht über­nächs­tes Jahr in Spitz­ber­gen tref­fen, oder irgend­wo sonst zwi­schen Nord- und Süd­pol. Bleibt gesund und mun­ter!

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