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Rückgang des arktischen Meereises beschleunigt die Erderwärmung

Der Rückgang des arktischen Meereises gilt als ein Beschleuniger des Klimawandels, denn die hellen Eisflächen reflektieren das Sonnenlicht stärker als die vergleichsweise dunklen Wasserflächen. Das Eis kann bis zu 90% der Sonnenenergie ins All zurückstrahlen, während Wasser einen großen Teil der Energie aufnimmt und sich und die darüber liegende Luft erwärmt.

Führt nun eine durch andere Effekte hervorgerufene Erwärmung zum Abschmelzen des Eises, so bewirkt dies wiederum eine weitere Erwärmung und das Eis schmilzt noch schneller. Die Effekte verstärken sich gegenseitig, man spricht von positiver Rückkopplung. Umgekehrt funktioniert dies natürlich genauso: Würde sich durch niedrigere Temperaturen die mit Schnee und Eis bedeckte Fläche ausdehnen, würde dies eine weitere Abkühlung bewirken.

Die Fähigkeit von Oberflächen, Strahlung zu reflektieren, wird durch die Albedo ausgedrückt, eine Zahl, die den Anteil der reflektierten Strahlung in Prozent angibt.

Forscher der University of California in San Diego konnten nun mithilfe von Satellitenmessungen bestätigen, dass die Albedo nördlich des 60. Breitengrades sinkt und dass dies mit dem Rückgang des Meereises in Zusammenhang steht. Die Messungen ergaben ein Absinken der Albedo von 0,52 auf 0,48 in den Jahren zwischen 1979 und 2011. Statt 52% werden also mittlerweile nur noch 48% der Sonnenstrahlung in der Arktis reflektiert. Dies entspricht einer zusätzlich absorbierten Sonnenenergie von durchschnittlich ca. 6,4 Watt pro Quadratmeter (W/m²) seit 1979. Hochgerechnet auf die gesamte Erdoberfläche ergibt dies eine zusätzliche Energieaufnahme von 0,21 W/m², ein Viertel des Wertes, der dem CO2 Anstieg im selben Zeitraum (0,8 W/m²) zugerechnet wird.

Die gemessenen Werte liegen damit deutlich über denen, die bisher durch Schätzungen und Modellrechnungen angenommen wurden.

Ein weiteres Ergebnis der Messungen ist, dass die Albedo auch auf solchen Flächen gesunken ist, die ganzjährig von Meereis bedeckt sind. Eine Erklärung hierfür ist die zunehmende Bildung von Schmelzwasserflächen auf dem Eis, die ihrerseits mehr Sonnenenergie aufnehmen und eine entsprechende Erwärmung bewirken.

Schmelzendes Fjordeis im Liefdefjord.

Polarnacht, Barentsburg

Quellen: Spiegel Online Wissenschaft, Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS)

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Letzte Änderung: 28. Dezember 2016 · Copyright: Rolf Stange
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